HAKEN, ANATHEMA ...

 

ANNO

08 - September 2010

 

An einem ruhigen, sonnigen Tag zeigt Dir das Meer seine ganze, besondere Schönheit.
Die fein gebrochenen Lichtstrahlen unter der Oberfläche -

die unendlich scheinende Weite - das Spiel von Wind und Wellen.


Tief empfundene Ruhe und Geborgenheit - sich treiben und die Seele baumeln lassen 

THE DEEP BLUE ... und wie bringt uns das jetzt zu HAKEN?

 

 

 

 

Haken - Aquarius 2010

Tracklist
1. The point of no return  11,27
2. Streams  10,14
3. Aquarium  10,40
4. Eternal rain  6,43
5. Drowning in the flood  9,28
6. Sun  7,19
7. Celestial elexir  16,57


Gesamt-Spielzeit   72,44 min

WISSENSWERTES

Stil
Progressive Rock

Tendenzen
mit Stilelementen aus Metal / Jazz / AOR

Anspiel-Tipps
Celestial elexir, Streams, Eternal rain

Label
Sensory / The Laser's Edge

Die Band
Ross Jennings         Gesang
Richard Henshall     Gitarre, Keyboards
Charles Griffiths      Gitarre
Diego Tejeida          Keyboards
Thomas MacLean     Bass
Raymond Hearne     Drums

Gäste
Marged Hall            Harfe
Dave Ruff               Flöte
Pablo Inda Garcia    Klarinette
Darren Moore         Trompete
Alex Bowell            Trompete
Jon Roskilly            Posaune
Craig Beattie          Posaune

Die Band gründete sich im Jahr 2007 in London und nun steht also, nach einem ersten Demo,

das Debut "Aquarius" in den Läden.
Unter der Oberfläche sollte man auch hier sich bewegen, dem Album Zeit lassen, so könnten sich womöglich ähnliche Empfindungen einstellen, als oben beschrieben. Sind einem beim Antesten die vielen Stilelemente möglicherweise noch im Weg, so zeigt sich recht schnell, welch schöner Bogen hier gespannt wird. Grundsätzlich entspannt ausgerichtet, jedoch mit allerlei treibendem Rock versehen,

ist dieses Album ein moderner Spielball der musikalischen Elemente geworden.

Ob DREAM THEATER (die ruhigeren, elegischen Gitarrenharmonien oder auch der ruhige Gesang), MAGELLAN (in den langgezogenen Silben der Wörter und den Chor-ähnlichen Gesängen), SAGA (die progressiven Mittelteile mancher Songs, so als ob Saga abrockt), etwas IQ (in den Keyboard-Sounds), leichte SPOCK'S BEARD Schule (wenn Sie zu frickeln beginnen) usw.

Die Musik ist ausgesprochen farbig, wie ihr an den teilnehmenden Musikern und Gästen schon ablesen könnt - oft kann man eine leichte Form von Melancholie fühlen.
Das Klangbild ist sehr dicht, bestimmt von Abwechslung und Überraschung.
Du findest mitten in einem ProgEpos plötzliche Jazz-artige Abfahrten, Metalschübe inklusive Growls, lyrisch-poetische Momente, Zirkus- oder Kirmes Atmosphäre und vieles mehr.


Die Kirchenorgel in Verbindung mit tiefem, grollenden Gesang, bevor wieder sanfte Gitarren und weite Keyboard-Sounds übernehmen, in dem Song "Streams" ist einfach klasse.
Dies alles wird von elegischen Gitarren, weiten Keyboards, einem warmen Bass und absolut akzentuierten Drums zusammengehalten. Der sehr gefühlvolle Gesang geht in Ordnung, könnte allerdings in Zukunft gerne noch voluminöser, sicherer und kraftvoller sein.

Trotzdem ist dies hier eine kleine Wundertüte des epischen Prog, bzw, der modern interpretierten ausufernden Rockmusik.


Und so nimmt mich diese Band gerne mit, auf einen konzeptionellen Trip rund um "AQUARIUS",
der im über 16-Minuten dauernden Abschluss-Epos "Celestial Elixir" dann folgerichtig auch seinen Höhepunkt findet - mitsamt einer phantastischen Göttermelodie beim Refrain - zum Zungeschnalzen.
Hier werden noch einmal sämtliche Trademarks der Band offenbar - die Epik, die Theatralik - aber auch wunderschöne Melodiebögen in Gesang und Instrumentierung - RUHE und KRAFT vereint.

Ein kleiner Eindruck verschiedener Songs ...

 

Abschließend scheint noch wichtig zu Erwähnen, dass durch die verschiedensten Stile und die ausufernde Komposition sich nicht so schnell eine Ermüdung bei den Songs einstellt.
Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass die Meerjungfrau im CD-Schacht rotiert ...

FAZIT
Aus VIELEM etwas EIGENES machen -
das gelingt der Band aufs zweite Ohr ganz hervorragend

Sollte der Sänger sich beim nächsten Album noch einmal steigern können,
erwartet uns todsicher ein SOON-TO-BE-CLASSIC

Solange schaut bitte unter die Oberfläche von AQUARIUS
FÜR AUFGESCHLOSSENE ROCK/PROG HÖRER

Webpage der Band  

                                                                                                                      DARKEN TOM

 

Hörbeispiele:

 Streams

Eternal Rain

 

ANNO

10. August 2010

 

Werke, die in ihrer Gesamtheit erst in vollem Glanze strahlen,

wo nicht die Hit-Singles gezählt werden müssen, sind selten geworden.

 

"Bring the music back into the song ..." nannten es die HOOTERS vor Jahren.

Es ist soweit - ausgerechnet (oder gerade) aus England kommen die Propheten.

 

Ohren-Schmeichler, Seelen-Wärmer, Licht-Bringer

 

All das und noch viel mehr ...

Lasst uns inne halten und gebührend achten - eine Scheibe mit Alleinstellungsmerkmalen ...

 

Und verzeiht mir meine überdehnte Wortwahl im Text - aber IHR kennt MICH ...

 

 

Anathema

We're Here Because We're Here 2010

Tracklist
1. Thin Air  6,00
2. Summer night Horizon  4,13
3. Dreaming Light  5,47
4. Everything  5,06
5. Angels Walk Among Us  5,17
6. Presence  2,58
7. A Simple Mistake  8,14
8. Get Off, Get Out  5,01
9. Universal  7,19
10. Hindsight  8,11


Gesamt-Spielzeit   58,02 min

WISSENSWERTES

Stil
Melancholischer Rock

Tendenzen
Indie - Alternative - Progressiv

Anspiel-Tipps
Alles

Label
KScope Music

Die Band
Vincent Cavanagh     Vocals, Gitarre
Daniel Cavanagh       Lead Gitarre
Les Smith                 Keyboards
Jamie Cavanagh        Bass
John Douglas            Drums
Lee Douglas              Vocals

EINDRUCK
Die Leichtigkeit des Seins - die Schönheit von Musik - die edle Gesinnung und Macht von Tönen.
Was immer man auch auf die neue ANATHEMA anwenden möchte - es passt.
Ich habe in den letzten Monaten kaum eine CD gehört, auf die diese Attribute so exakt zutreffen.


Fern jeder Form von Platt- und Stumpfheit, erhebt sich hier ein labender Quell aus der Wüste,

eine tröstende Oase der inneren Ruhe und Stabilität. Ich bin zu pathetisch, zu kitschig meint ihr

- nun, die die verstehen, werden einen Gleichgesinnten in mir finden.

Gemischt von STEVEN WILSON (Porcupine Tree), und natürlich phantastisch produziert

(von den Cavanagh Brüdern),  was den vielschichtigen Sound der britischen Band in seiner ganzen Größe erkennen lässt, öffnet sich vor uns ein wahre Flut von Emotionen.


Der ehemals vorherrschende Grundtenor der Band war die Depression,

doch nun haben wir eine leichte Melancholie - ja, natürlich,  aber auch so viel Hoffnung und Licht.

Ein tröstender Schrein in unheilverkündender Dunkelheit, eine Insel des glückseligen Friedens im steten Strom der an dir vorüberziehenden Anspruchs-Zombies 

- der tiefe Punkt in Dir selbst, an der die grausame Welt Dich nicht mehr zu erreichen vermag  ...


Und wenn im dritten Song "Dreaming light" nach 3 Minuten, die beschworene Sonne aufgeht, hervorgerufen durch eine einzigartige Gitarrenharmonie und orchestrale Unterstützung,
dann hast Du das Cover vor sturmgepeitschem, tränennassem Auge, erkennst die wahre Natur dieser Scheibe, wie sie wohltuender in unserer hektischen Zeit kaum sein kann.

                      " ... Everything is energy, and energy is you and me ... "

Die Band, die hier ihr 20-jähriges Jubiläum begeht, und uns mit diesem Album 7 Jahre lang hat warten lassen, entzieht sich nun vollständig einer gerechten Kategorisierung.


Warm, episch, getragen, balladesk, voller Anmut und Schönheit, auch mal geradeaus rockend, emotionale Erhabenheit, instrumentale Schönheit  - es werden so viele Fäden zu einem einzigartigen Ganzen verwoben - welche elegante Pracht, welche unwahrscheinliche OPULENZ.

Wir haben weibliche Gesangsbegleitung (die wundervolle LEE DOUGLAS),

Streicherunterstützung, ein phantastisches Spoken Word Intro eines Gasterzählers bei "Presence"

- Songs hier hervorzuheben, gleicht beinahe einem Frevel, so sehr steht diese Scheibe als Ganzes da

- trägt Dich, fängt Dich, berührt Dich.

   "Above the clouds, we flew to heaven - through the eye of the storm, into the light ... "


FAZIT
Grosse Kunst - starke Gefühle - überschwängliche Pracht
Leichte Melancholie - leichte Progressivität - gaaaanz starke Atmosphäre
Manchmal verträumt, manchmal fast sphärisch - immer hoch emotional

EINE ABSOLUTE AUSNAHMEBAND

Webpage der Band  

                                                                                                                        DARKEN TOM