LIVE-HAFTIG

 

Hier wollen wir - wirklich nur sehr sporadisch -

immer mal wieder einen kleinen Schlenker ziehen, zu LIVE Veranstaltungen.


Hervorzuheben sind hier aus meiner Sicht vor allem zwei Open-Air Veranstaltungen.


Das RockHard Festival im Amphitheater Nordsternpark Gelsenkirchen,

sowie das NightoftheProg Festival im Amphitheater auf der Loreley.


Mit diesem Festival möchten wir beginnen ...

 

... VIEL SPASS !!!

 

 

NIGHT OF THE PROG II - 21. + 22. JULI 2007

Von Tagen des Frohsinns, von Tagen der Hingabe, von Tagen der Gemeinschaft

- möchte ich Euch erzählen.


Die Leichtigkeit des Seins war stets greifbar, zumindest aber am Horizont erkennbar.
Gefühle waren nicht länger im Dunkeln verborgen - das Herz war leicht.
Ach, könnte es doch immer so sein. Erstrebenswertes Ideal.

 

Doch der Reihe nach ...

... im Jahre 2006 erhob sich aus dem Vergessen der Zeit, erneut ein lange verloren geglaubtes Gut   der Idealismus.


An der Heimstätte deutscher Rock-Konzerte,

dort wo Musikgeschichte geschrieben wurde

(vor über 30 Jahren begann es mit GENESIS,

es folgten unzählige Konzerte mit u.a. Sting,

U2, Carlos Santana, Metallica),
im schönen Rheintal, auf dem Loreley-Felsen, wurde ein ProgRock Event aus der Taufe gehoben.

WIV-Entertainment , meines Wissen nur aus zwei Musik Verrückten bestehend

(Winfried Völklein + Gefährtin), drehten das Rad der Zeit zurück (dafür habt Dank).
Und zogen aus dem Nichts ein Ein Tages Festival auf, welches gleich im ersten Jahr mit SECONDS OUT, SYLVA, MOSTLY AUTUMN und FISH, prominent besetzt war. Es hatte nur einen Haken

- wir hatten es erst im Nachgang bemerkt und dieses Ereignis somit verpasst.

Doch 2007 sollte unser Jahr werden.
Waren doch mit JEBO, Sylvan, IQ, Asia, Echoes (am ersten Tag)

und The Watch, The Merlin Bird, Pendragon, Jethro Tull, Fish (am zweiten Tag),
eine illustre Schar, aus dem erweiterten Bereich der Progressiven Rock Musik angetreten,

um die ruhmreiche Tradition der Loreley Open Airs fortzuführen.

Wir sind einfach ein Haufen körperlich zwar immer älter werdender, doch geistig nach wie vor jung gebliebener, Anfang- bis Mitvierziger. Im besten Alter also - belastbar, wertschätzend, mit Ecken und Kanten, aber immer noch lernfähig, wenn es auch manchmal schwer fällt.
Doch uns Allen eigen - ist eine tief verwurzelte Liebe zur Musik.

So planten, berieten und verwarfen wir so manche Idee, bevor wir uns zum Ziel setzen - so wenig Aufwand, wie möglich.
Wie so oft - es half der Zufall, wir bekamen eine Unterkunft in einer kleinen Gemeinde, nahe der Location. So konnten wir das Abenteuer zu Fuss angehen - ca. 1 Stunde Weg hatten wir vor uns.

Unsere Schlafstätte kurz angecheckt - dann los, das war der Plan.
Das schöne an Plänen, ist die unumstössliche Tatsache des Umstossens dieser hochtrabenden Pläne.

Zwei liebe Personen waren dafür verantwortlich.
Unser Vermieter - ein wirklich netter älterer Herr, der leider nur zu schnell in Erinnerungen schwelgte,

als er von unserem Ziel erfuhr. "Loreley Festival - was ist da? Oberkreiner, oder was.

Ich spiele auch - Schlagzeug - in der Gemeindeband"
Dann kam noch eine kurze Abhandlung der hier stattfindenden Events, der bei Ihm schon abgestiegenen Besucher und, oh Wunder, verschiedenster Bandmitglieder, die hier schon gespielt haben.
Nur noch schnell die Wohnung erklärt - was soll ich sagen - 30 Minuten später waren wir erledigt, während er noch sprudelte, wie die Rheinquelle.

Nun ja, ich möchte nicht ungerecht sein - es hat Spass gemacht.
Und schließlich war da ja auch Person Nr. 2. Wie war noch gleich der Anspruch?

"Also gegen 9.00, spätestens 10.00 Uhr bin ich da, ich hab's ja nicht so weit".


So wie sich bei uns die Zeit immer weiter dehnte, muss sich bei unserem Freund böswillig die Strecke gedehnt haben, wie sonst war das Erscheinen um kurz vor 12.00 Uhr zu erklären

- bei einer Anfahrt von etwas mehr als (normalerweise) 90 Minuten.


Was hatten wir Spass - also wurde aus dem gemeinsamen ausgedehnten Essen, eher ein minimalistischer schneller Snack.
Wir wollten doch ALLES in uns aufsaugen, die Gegend in Ruhe erwandern,

noch einen Blick auf Vater Rhein werfen, und überhaupt uns einfach Zeit lassen.
Also Rucksäcke gepackt - jedem Reih um noch einmal tief in die Augen geschaut - und los.

Geht es Euch auch so - die Vorfreude ist oft das Beste, die sich steigernde Erwartung, das Sehen.
Und am schlimmsten ist es zu ertragen, wenn dies auf mehrere Personen gleichzeitig zutrifft.

Es war trocken, behagliche Temperaturen

- vor uns lag das Loreley Plateau.
Wege - wer braucht die?

Querfeldein - das Kornfeld lacht.
Vorbei an Ähren voller Gold - den verheissungsvollen Horizont fest im Blick, so wanderten wir los - viele kleine Anekdoten aus längst vergessenen Zeiten auf den Lippen.
Als man noch jung war - Ihr versteht?

Melancholie und Freude mischten sich - schon jetzt wurden Gefühle nach vorne gebracht, an die Oberfläche der harten Schale, die ein jeder von uns im Alltag präsentiert.

 

Doch kam es uns so vor, als würden wir so manchen Weg zweimal laufen (am nächsten Tag nahmen wir dann den befestigten Fussweg zum Festivalgelände).


Und doch war es schön - sind doch diese Zusammenkünfte leider gar zu selten.

Wir haben es sogar noch geschafft unseren gewünschten Blick ins Tal Vater Rheins zu werfen.
Dann war Einlass - die Stufen hoch - und der Blick öffnete sich - wir waren da.

 

Allen (hoffentlich wenige), die diesen Ort nicht kennen, sei gesagt, das es sich um eine der schönsten Freiluft - Locations in Europa handelt.


Ein traumhaftes Ambiente in Naturkulisse - ein Amphitheater, das es von jedem Platz erlaubt uneingeschränkt die Bühne zu sehen.
Die Bühne selbst war mit einer kreisrunden Leinwand für Licht und Einspielungen versehen.
Die Erwartungshaltung war nun kaum noch zu zähmen - es konnte losgehen.

Das Wetter war übrigens an beiden Tagen gut, am Sonntag sogar überwältigend,
so konnten diese beiden grandiosen Kulissen ihre volle Pracht ausspielen.
Die Rheinkulisse fürs Auge - die Geräuschkulisse fürs Ohr - ein Fest der Sinne.

Und was wurden hier für farbenfrohe Klänge aufgeboten.
An dieser Stelle will ich exemplarisch nur ein paar Dinge aufzeigen.
Die Dinge, welche mir längere Zeit nicht mehr aus dem Sinn gingen, von denen ich noch lange zehren konnte.

Zuvor noch ein kurzer Einschub: die Stage Crew war klasse, maximal 30 Minuten Umbaupause zwischen den Bands. Spielzeiten von 90 Minuten und länger, schon ab der zweiten Band des jeweiligen Tages. Und relaxtes, bunt schillerndes Publikum unterschiedlichster Colour.

Erster Tag:
Sylvan
- diese zu Herzen gehende Musik, welche Dinge tief in Dir berührt, von denen Du möglicherweise nichts geahnt hattest.
Zumindest aber Emotionen erwecken, die Dich unglaublich fordern. Als ich dann mit offenem Mund und Herzen dem leidvollen Posthumous Silence Materiel lauschen durfte ...
diese CD hatte mich schon vorher gepackt, doch das Ganze Live ... es war ein Erlebnis. Es wurde eine ca. halbe Stunde daraus zelebriert.
In Emotionalität möglicherweise nur noch übertroffen vom 2008er Auftritt von Neal Morse ... doch dazu eventuell ein anderes Mal mehr.

Asia
- alte Säcke, haben die wohl Zivi's dabei - was haben wir nicht gelästert.
Aus Angst - waren Asia doch eine meiner Helden aus grauer Vorzeit, würden sie den Traum zerstören.
Im Gegenteil, es war umwerfend. In Originalbesetzung angetreten wurden nicht nur Asia Klassiker gezockt, sondern auch je ein Song aus der musikalischen Vergangenheit jeden Musikers.
Für mich der Überhammer: "Fanfar Of The Commen Man" von ELP und "In The Court Of The Crimson King" von King Crimson. Danke für diese Band.

Echoes
- eine Pink Floyd Cover Band beendete den ersten Tag. Es wurde laut und farbenfroh, da es inzwischen dunkel geworden war und so die Lightshow richtig zur Geltung kam.
Mit etwas Phantasie konnte man sich gut in die Vergangenheit versetzen. "Shine on you crazy diamond", "Time", "The Wall" fast komplett. Das waren Songs aus und für die Ewigkeit.
Und da wir etwas früher zurückgingen, klang uns auf unserem Weg noch lange "Run like Hell" im Ohr.

Like hell ... auf einmal hatten wir in der Dunkelheit vor uns ein rotes Licht, unheimlich.
Da wir auf dem Weg von Agent Pendergast sprachen (Romanfigur des Duo's Preston/Child,

mit meist obskuren Fällen) waren wir etwas vorsichtig.

Das Kornfeld rechts, das rote Licht voraus - der besprochene Roman handelt von einer aus dem Kornfeld kommenden, muhenden und mordenden Kreatur - war der Faden schnell gesponnen.
Leise muhend gingen wir durch die Dunkelheit ... und fanden einen Marienschrein.
Derart gesegnet schafften wir die letzten Meter und fielen in einen tiefen, traumlosen Schlaf.


Zweiter Tag:
Das Wetter war noch besser als am Samstag. Fast schon zu warm.
Es war der Easy Living, Relax-Tag. Alle waren in guter Stimmung. Das Publikum zum Feiern aufgelegt.

Pendragon
Alleine wegen Clive Nolan lohnt die Band. Der Mann ist so bei ziemlich allen Bands der NeoProg Bewegung als Produzent, Komponist oder Mitmusiker vertreten (so kommt es einem zumindest vor). Es war unterhaltsam - die rockigeren Nummern zündeten.

Jethro Tull
Das Entertainment war auf der Loreley angekommen. Gentleman Ian Anderson zog so ziemlich alle Register eines klugen Frontmanns.
Witzig, unterhaltsam, immer um Kommunikation mit dem Publikum bemüht.
Dazu sein Querflötenspiel auf einem Bein - klasse Performance.
Witz und Ironie wandelten als Bruderpaar durchs Publikum. Alle hatten ihren Spass.

Dann wurde es Zeit für den Headliner - FISH.
Beim Schlendern übers Gelände, hatten wir ihn plötzlich am Mischpult entdeckt, wo er bestimmte Dinge der Show absprach.
Nichts wie hin, dachten wir uns. Was soll ich sagen.
Diesen Menschen hautnah zu erleben ist schon grandios.
Von diesen Momenten an freute ich mich wirklich auf seine Show, wo ich vorher noch Bedenken hatte, ob seiner Leistung, die er noch abrufen könnte.
Als er beim Verlassen der Mischpultzone tatsächlich "M-I-C-H" an der Schulter berührte, mir die Hand auflegte, mich segnete und mir tief in die Augen blickte, da wurde dieses Festival fest in mir verankert.
Meine Mitstreiter erzählten mir - meine Augen hätten selbst im Schlaf noch geleuchtet.

Fish
Über Ihn, den Godfather des Prog, muss man nicht viel erzählen. Charisma - Charisma - Charisma.     

Dazu Witz, hoher Unterhaltungswert und natürlich seine übermächtige Bühnenpräsenz.
So wurde diese ihm auch irgendwann zu klein, so dass er ins Publikumsrund stieg, und dort durch die Zuschauer wanderte, sein Story erzählend.
Nichts anderes sind seine Songs, eine große Erzählkunst. Angekündigt und eingehalten hatte man die (fast) komplette Aufführung von "Clutching At Straws" - das letzte, gemeinsam mit Marillion veröffentlichte Album.
Folgerichtig wurde Er auch am Schluss noch einmal auf die Bühne zurückgerufen - und hielt noch einmal Smalltalk mit den standhaft gebliebenen Zuschauern.
Da der Abbau der Anlage bereits begonnen hatte, blieb es beim gegenseitigen Austausch von Wertschätzung, trotzdem sah man Ihm seine Rührung deutlich an.

So waren alle zufrieden und das Publikum, extrem gemischt übrigens, zog von Dannen.
Auch wir machten uns, wiederum muhend, auf den Weg in unser Domizil.
Die Gespräche auf diesem Weg drehten sich um Fish, um Träume, um Freundschaft und um die Gewissheit im nächsten Jahr wiederzukommen, zum NotP III.

Auch dann sollten emotionale Momente dieses Festival begleiten, doch dazu eventuell später einmal mehr ...

 

Danke für dieses schöne Festival.

 

Infos zum NotP

Neuigkeiten zum Festival

 


Bilder mit freundlicher Genehmigung


der  "KIRCHNER - DESIGN UND DRUCK . MEDIA GmbH"