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Die Übersicht der Ewigkeit

 

... aber startet doch erst einmal hier ...

 

SYLVAN wartet

 

 

 

Mit dieser Rubrik ist es uns ein Anliegen TRIBUT zu zollen.

In der Geschichte der (Rock-) Musik gab, und gibt es immer noch, herausragende Werke,

welche man mit dem Attribut KLASSIKER versehen kann.

 

Sie erheben sich aus der Masse, sind reifer als der Zeitgeist, beeinflussen den weiteren Weg -

in musikalischer, sozialkritischer, ja - sogar in politischer Weise.

Sie sind stilbildend und oft haftet ihnen das Prädikat zeitlos an.

Bob Dylan - "Highway 61 Revisited" von 1965, enthält mit dem Song "Like A Rolling Stone"

                                                      den besten Song aller Zeiten (lt. Rolling Stone Mag.).
The Beatles - "Stg. Pepper's Lonely Hearts Club Band" von 1967, den Zeitgeist beeinflussend.
Led Zeppelin"Led Zeppelin" von 1969, die gesamte Musikkultur beeinflussend.
Black Sabbath - "Black Sabbth" von 1970, gilt als Initialzündung des Heavy Metal.
Deep Purple - "In Rock" von 1970, stilprägendes Hard Rock Werk.
The Who - "Quadrophenia" von 1973, eine ganze Generation beeinflussend.
Pink Floyd - "Dark Side Of The Moon" von 1973, revolutionierte das Produktionsverhalten.

Diese Liste ist wohl, je nach Standpunkt, unendlich erweiterbar.

Und doch gibt es wohl für jeden Einzelnen von uns eine eigene Liste.
Alben, die einen eine lange Zeit begleitet haben - mit denen wir aufgewachsen sind, oder die etwas in unserem Bewusstsein, unserem Denken, unserem Leben möglicherweise geändert haben.

Um diese, für UNS, außergewöhnlichen Werke soll es hier gehen.

 

 

 

 

SYLVAN - POSTHUMOUS SILENCE 2006




Geschichte
Sylvan kommen aus Hamburg. Benannt hat sich die Band nach dem römischen Waldgott "Silvanus".
Unter diesem Namen existieren Sie seit 1997, waren aber bereits früher aktiv.

Gegründet von Keyboarder Volker Söhl, Gitarrist Kay Söhl (ein Brüderpaar) und Drummer Matthias Harder, traten sie bereits 1990 als Schülerband auf.
Als 1995 Marco Glühmann einstieg, damals hieß die Band "Chamäleon", war die Ur-Formation gefunden.

Die Handlung der CD
Ein Vater liest im Tagebuch seiner offenbar verstorbenen Tochter und erkennt erstmals das Ausmaß ihrer Verzweiflung.  Zu Lebzeiten Ihm fremdgeworden, erfährt er hier zum ersten Mal von ihren Ängsten und Sorgen. Nöte und Ängste, die sie möglicherweise in den Tod getrieben haben.
Diese Frage bleibt allerdings offen - und so möchte er nur eines, er möchte verstehen!

Seine tiefe Verzweiflung über die zu späten Erkenntnisse werden in den kurzen Zwischenspielen dargestellt und greifbar. In den langen Stücken werden einem die Auszüge aus ihrem Tagebuch dargebracht, ihr Leiden  - ihre Zerrissenheit.

So schaffen es sowohl die Musik als auch die Texte, die Hörer sofort zu fesseln und jeden auf seine Weise im Innersten zu berühren.

 

 

 

Tracklist
1.     Eternity Ends                       2:03
2.     (I) Bequest Of Tears             3:19
3.     In Chains                             8:38
4.     (II) Bitter Symphony            1:20
5.     Pane Of Truth                       9:06
6.     (III) No Earthly Reason         1:57
7.     Forgotten Virtue                   6:43
8.     The Colors Changed              5:58
9.     (IV) A Sad Sympathy            1:42
10.     Questions                           6:59
11.     Answer To Life                     5:56
12.     (V) Message From The Past  3:00
13.     The Last Embrace                3:27
14.     A Kind Of Eden                    4:55
15.     Posthumous Silence             4:59
                  Gesamtlaufzeit           70:02min
     


Wissenswertes

Einordnung
Neoprog, Progressive Rock/Metal, New Artrock, Rock, Pop...

Tendenzen
Ein Konzept-Album der tiefergehenden Art,

Text und Musik verschwimmen zu einer unverrückbaren Einheit.
Einzige Vergleiche, die mir einfallen wollen:
Fates Warning - "A Pleasant Shade Of Grey",
IQ - "Subterranea"

Anspiel-Tipps
Alles oder Nichts

Label
Progrock Records

Die Band
Marco Glühmann      vocals
Kay Söhl                 guitar
Volker Söhl             keyboards
Matthias Harder       drums, loop programming, sound effects
Sebastian Harnack   bass

Gastmusiker
Stefanie Richter             Cello
Ensemble Vokalkolorit    Chor
Guido Bungenstock        Zusätzliche Gitarre

seit Ende 2007 ersetzt Jan Petersen (Für Dani: war einmal bei Moaliza!),

Kay Söhl - welcher sich nun anderen Projekten widmen möchte


Eindruck
Es fällt mir nicht leicht diese Album zu besprechen.

Zum Einen fehlt einfach der Vergleich - zu dicht ist das Gesamtbild,

diese Einheit aus Musik und Text, welche untrennbar miteinander verbunden, zutiefst emotional,

im Kontext immer wieder von Sprachsamples miteinander verwoben wird -

so ergibt dies in der Summe einen einzigen langen Leidens-Song.

Dazu setzt die Musik in ihrer Gesamtheit auf eine unvergleichliche Atmosphäre.
Ausladend, dramatisch, verspielt, düster, immer gefühlsbetont

und doch nicht verweichlicht, nicht überladen.

Stilmittel sind hierzu eine Rhythmusarbeit,

die betont - nicht aber dominiert, die untermalt - nicht aber zukleistert.


Um den komplexen Gefühlen des Konzepts Ausdruck zu verleihen werden die Keyboards in all ihren Facetten gespielt. Piano-balladesk - aber nicht kitschig, sinfonisch - aber nicht schwülstig, bombastisch - aber nicht platt.


Ihre ganze Kraft entwickelt die Musik dann in der Verbindung mit der Gitarrenarbeit.
Ob todtraurige Melodiebögen, oder hart riffende Chords -

immer ist sie filigran und gefühlvoll - meisterhaft.


Ergänzt wird darüber hinaus noch mit zarten Cello Einlagen der Gastmusikerin Stefanie Richter - Gänsehautmomente.

 

So wirken diese Arrangements vielfarbig und spannungsgeladen, sind elegisch-ausufernd oder aber zurückhaltend-zart. Die Gesamtheit, die Summe aller Einzelakteure,

macht dieses Album zu etwas ganz Besonderem - dynamisch, faszinierend.
So düster-morbide das Textkonzept auch sein mag, so lebendig ist die Musik.

Und dann ist da auch noch Marco Glühmann, der mit seiner Stimme, so facettenreich und virtuos, diese bereits vorhandenen musikalischen Kostbarkeiten, weiter verfeinert, sie noch weiter trägt -   direkt in die Seele des Zuhörers.

Und dort spielt sich dieser Film dann ab - tief in mir drinnen.
Ist bewegend und aufwühlend, berührt und lässt so schnell nicht los.
Zieht einen mitten hinein in diese Spirale des Leids, der Verzweiflung, der Vorwürfe,

des Nicht-Verstehen-Könnens.

Und doch zeigt sich ganz am Ende musikalisch sogar der erhoffte Lichtstrahl -

bringt Farben zurück und leise Hoffnung.

Diese Album ist schlicht atemberaubend, zugleich kraftvoll und zutiefst traurig, emotional mitreissend.
Eine glänzende Vertonung von Trauer und deren Bewältigung, von Stille und Verzweiflung.

Ein GESAMTKUNSTWERK prädestiniert zum Entdecken unter dem Kopfhörer, am besten bei Nacht,
welches es in dieser Form wohl noch nicht gegeben hat.

Lasst Euch ein auf diese Reise, seid aber gleichzeitig gewarnt. Das Album erschliesst sich in seiner Komplexität möglicherweise nicht sofort, sondern möchte entdeckt werden, sofern man aber die notwendige Ruhe mitbringt und die Bereitschaft - wird man belohnt werden mit einem KLASSIKER unserer Zeit!


FAZIT: ICH SELBST BIN JEDESMAL TIEF BERÜHRT VON DIESEM AUSNAHMEWERK 

            SO BEWEGEND IST ES SO AUF DEM (ZUMINDEST) DEUTSCHEN MARKT                                          UNERREICHT UND ALLEINSTEHEND
            EINE ACHTERBAHNFAHRT DER GROSSEN GEFÜHLE - EINZIGARTIG



Sylvan im Netz

P.S.: Falls Ihr die Möglichkeit habt die Band LIVE zu erleben - unbedingt nutzen.
        Was eigentlich kaum vorstellbar - auch auf der Bühne treffen einen diese Gefühle in                           einer nicht vorstellbaren Art und Weise. Siehe auch "Night Of The Prog 2007"
        oder aber als visuelle Empfehlung - die DVD zum obigen Album von 2008
                                                                                                                             

                                                                                                                              DARKEN TOM


Der Sturm in mir tobt, ist unversöhnlich - die Seele weint ...   BIS ZUM NÄCHSTEN MAL.