THUNDERSTORM, DARK FORTRESS, KARNIVOOL
ANNO
21. August 2010
Der kleine Hunger zwischendurch - oft piesackt er mich,
unangekündigt, uneingeladen, ungewollt.
Allein die Tatsache gestillt zu werden treibt ihn an.
Kümmere ich mich nicht um ihn, wird das Verlangen immer größer.
Keine Gourmet-Schnitten bedarf es dann, sondern einfach gute Hausmannskost.
Und genau das ist es dann auch, was ihn befriedigt.
Und nicht das hochwertigste könnte besser sein - kennt Ihr dieses Gefühl?
Folgt mir auf dem Weg zum Kühlschrank, äähm - meine zum nächsten musikalischen Metzger,
wie auch immer - Ihr wisst wohl, was ich meine gesagt zu haben wollen ...
FÜR DEN KLEINEN HUNGER ...
ThunderStorm - Nero Enigma 2010
Tracklist
1. Nero enihma 4,58
2. When april dies 4,29
3. Ophrys 8,04
4. 5025 7,10
5. Shallow 6,51
6. The trial of life 7,10
7. Mechanical delights 4,38
8. Monologue 5,38
9. Modus operandi 1,42
Gesamt-Spielzeit 50,55 min
WISSENSWERTES
Stil
Power Doom
Tendenzen
Trouble ohne psychedelische Einflüsse
Candlemass, Solitude Aeturnus
Anspiel-Tipps
When april dies, Ophrys, Shallow
Label
Dragonheart
Die Band
Fabio "Thunder" Gesang, Gitarre
Omar Roncalli Bass
Atillo Coldani Drums
EINDRUCK
Ich habe eine kleine Schwäche für amtlichen Doom - ich gebe es zu. Die Spielarten sind hier ungemein reizvoll. Es gibt leidenden, pathetischen, extrem zähen, majestätischen, epischen,
Funeral- und Was-Weiss-Ich für Doom.
Meine Lieblings-Italiener zelebrieren einmal mehr eine Spielart, die TROUBLE in der Mittelphase
(kurz vor der Hinzunahme der psychedelischen Elemente) damals berühmt gemacht hat.
Sonderlich langsam spielen sie diesmal nicht, geschweige denn zäh - eher mit jeder Menge Power,
mit Midtempo und auch mal kurzfristig gelöster Handbremse.
"When april dies" geht sogar öfter schnell - für Doom Verhältnisse wohlgemerkt, mit rollenden Drums und dominantem Bassspiel.
Dazu kommen diese typisch abwärts gerichteten Gitarrenharmonien - siehe den Eröffnungstrack
"Nero enigma". Auch Fabios Stimme erinnert einmal mehr an ERIC WAGNER (Trouble).
Sie ist kraftvoll und hat überhaupt keine Probleme auf den wuchtig produzierten Songs zu dominieren.
Die Produktion selbst ist eher etwas dumpfer angelegt, mit ziemlich verzerrten Gitarren, passt aber hier wie Deckel auf Topf. Ausserdem bringt er immer wieder tief gesungene Passagen mit ein
- sorgt für Abwechslung.
"Ophrys" wird dann zäher, voller Wucht und etwas ruhiger Erhabenheit. Feine weiche Bassspuren treffen auf feine Melodien von Fabio. Von der Atmosphäre her
erinnert das Stück an die Frühphase
von BLACK SABBATH (erinnert doch das Grundriff auch an den gleichnamigen Song).
Wir haben es diesmal mit einem Konzeptwerk zu tun, bei dem es in den jeweiligen Songs um Morde eines Serienkillers geht (siehe Cover), welche dann in dem jeweiligen Stück behandelt werden.
Klingt etwas einfach - ist es auch, beeinträchtigt die Musik aber nicht weiter.
"5025" kommt dann fast schon beschwingt daher - locker und leicht, mit zweistimmigen
Melodie-Einlagen. Mit "Shallow" folgt eine mächtige Halbballade - grundsätzlich ruhig, doch mit einem härteren Part, welcher den Refrain trägt. Dieser
Wechsel, diese Dynamik ist eines der Highlights des Albums - dazu kommt ein dominantes Bassspiel, hochmelodisch im Mittelteil, worauf ein sehr schönes, ruhiges Gitarrensolo folgt - klasse
Songwriting.
Der Drum-Rhythmus bei "The trial of life" hat zu Beginn schon teilweise fast Tribal-Züge.
Am Schluss dann das Zelebrieren des Basisriffs - immer wieder kehrend, dazu die abwärts gerichtete Gesangsharmonie von Fabio.
"Mechanical delights" variiert mit langsamen und schnelleren Parts und "Monologue" ist zunächst eine lupenreine Ballade,
die dann jedoch in eine Midtempo Walze umschlägt, getragen von einem vor sich mäandernden Riff, bevor ein Spoken Word Outro "Modus operandi" die Scheibe
beendet.
FAZIT
Ein grundsolides Doom Album mit Power
Vor allem für Anhänger der älteren Trouble höchstinteressant
Webpage der Band
DARKEN TOM
ANNO
10. August 2010
Einmal mehr möchte ich Euch bitten auf den dunklen Pfaden der Nacht mit mir zu wandeln,
möchte Euch verführen - hinabzusteigen zu den Gestaden des schwarzen LICHTS.
Unbequem und fordernd, mag der Weg Euch zwar erscheinen,
doch hält er für den durchhaltenden Geist nicht nur erstrebenswertes Ziel vor Augen.
Nein, eines dieser nicht alltäglichen musikalischen Erlebnisse erwartet Euch,
auf das die helle Welt hiernach nicht mehr das sein kann, was sie schien ...
WER HAT MUT ...
Dark Fortress - Ylem 2010
Tracklist
1. Ylem 6,33
2. As The World Keels Over 6,36
3. Osiris 7,35
4. Silence 4,27
5. Evenfall 5,36
6. Redivider 7,08
7. Satan Bled 4,35
8. Hirudineans 4,56
9. Nemesis 6,35
10. The Valley 8,02
11. Wraith 8,20
12. Sycamore Trees 4,02
Gesamt-Spielzeit 74,22 min
WISSENSWERTES
Stil
Black Metal
Tendenzen
Monumental, Avantgardistisch
Anspiel-Tipps
Osiris, Satan bled, Nemesis
Label
Century Media
Die Band
Morean Vocals
V. Santura Gitarre
Asvargr Gitarre
Draug Bass
Seraph Drums
Paymon Keyboards
EINDRUCK
Eher bösartig-bedrohlich im Midtempo, als rasend-aggressiv - das ist der angesetzte KOMPLEXE
Black Metal der Band aus Landshut, die jetzt auch schon seit 1994 ihr Unwesen treibt und hier bereits ihr 6. Album zementiert.
Zunächst doch recht naiv, oder unglücklich agierend, löst man sich zuerst von der NSBM (Black Metal mit neonazistischem Hintergrund) - dem man unverschuldet zugeordnet worden war, um immer
stärker einen eigenen Kosmos der Dunkel-Musik zu entdecken.
Frei dem Motto "... sich bloß nicht limitieren oder gar reglementieren lassen ...",
wanderte man fortan auf eigen entdeckten dunklen Pfaden 'gen musikalischem Düster-Horizont.
So kommt es zum Zusammenschluss der verwandten Geister.
Zuerst als CELTIC FROST Tour-Gitarrist dabei, ist Mastermind V. SANTURA nun auch Mitkomponist und Gitarrist der Band
TRIPTYKON, rund um den Godfather der Düsternis TOM G. WARRIOR.
Innovatives Denken fordernd, ist es zwangsläufig keine "genormte" Musik,
welche DARK FORTRESS erschaffen.
Beginnt das Album noch mit Raserei, wird schon im Eröffnungs- und Titelstück plötzlich Gas zurückgenommen, bedrohliche Atmosphäre aufgebaut und genauso Thrash-, Doom- und Power-Versatzstücke
eingeflochten.
Wenn dann "As the world keels over" ertönt, angereichert mit breiten Synthie-Teppichen, geflüsterter Stimme, akustischen Passagen,
ahnt man bereits etwas von der kommenden Größe des Albums.
Ein dunkles Manifest als Monument, so erscheint einem der schwere Happen, welcher hier vorgesetzt wird. Feine Lead-Gitarren-Harmonien umschweben den Hörer, akzentuierendes Schlagzeug, eine
variable Stimme, welche nicht nur keift oder flüstert, sondern auch mal Thrash-mässig shoutet.
"Osiris" ist kunstvoll, eingängig und treibend - ein ferner Keyboardfarbtupfer schafft Zugänglichkeit, die durch die ruhigen Passagen noch unterstrichen wird
- ein düsterer Ohrwurm.
Die Gitarren formen manch frostig-kalte Melodienfolge dazu - ein Meisterwerk von einem Düster-Song.
Das Album selbst hat mit der Urknall-Theorie von GEORGE GAMOW zu tun, "Ylem" bezeichnet den Urschlamm oder die Urmaterie.
Mit "Silence" wird einer der wenigen Knüppel Songs ausgepackt, und doch wirkt hier alles kontrolliert,
hat den berühmten roten Faden, ist facettenreich und doch zugleich stets nachvollziehbar.
Für dieses Album brauchst Du Zeit. Zum einen ist es über 70 min. lang, aber auch sonst will der gebotene Klangkosmos ruhig erkundet werden. Er vermag Dich in eine melancholische Düsterwelt zu
treiben, einen Kosmos der hypnotisch wirkt, der bedrohlich und zugleich behütend wirkt.
Dies ist der doomig angehauchten, monumentalen Musik geschuldet.
"Evenfall" hat diesen eingängigen (melodisch gesungenen!) Chorus, komplexe Struktur,
vor sich hin rollender Rhythmus, immer wieder kehrende Gitarrenleads.
"Redivider" zeigt eine andere Stärke der Band: SERAPH ist ein Genre-untypischer Drummer,
der immer wieder komplexes Drumming einflicht, so die Songs sehr abwechslungsreich gestaltet.
"Satan bled" ist ein angetrashter Refrain Song, der mächtig bangkompatibel ist,
einfacher daherkommt und nach alten Helden klingt.
So wechselt das Album zwischen grimmigen Momenten und fast schon schwebenden atmosphärischen Abschnitten hin und her, wirkt manchmal ausufernd, dann wieder straff gespannt. Die Drums und die
Gitarren sind abwechslungsreich, der Gesang stimmungsvoll der jeweiligen "Situation" angepasst
- eine extrem reife Leistung.
Mit "The valley" wird am Ende noch eine dahinsiechende Walze vorgestellt.
Über 8 Minuten andauernde Funeral-Stimmung.
Der Gesang von MOREAN erscheint neben den harschen, keifenden Momenten oft sehr dunkel und tief, schafft mühelos die nötige Tiefe für diese Kompositionen der Nacht.
Interessant auch der Gegensatz zur eigentlichen Abschlussnummer "Wraith", wo ein Freund der Band namens MORTAL den Gesangspart übernimmt und
wirklich klar und melodisch singt.
Eher im Gothic Stil, mit Streichern unterlegt und feinen akustischen Spielereien.
Die Ltd. Edt. weist noch einen Bonus Song auf "Sycamore trees",
welcher aus der TWIN PEAKS Reihe stammt und sehr spacig wirkt.
FAZIT
Eine geheimnisvolle Erzählung - ein intelligentes Statement
nicht einfach, aber dadurch auch langlebig - für KENNER
Dunkelheit mit Feeling - Atmosphäre mit unheilvoller Bedrohung
einer düsteren Ahnung gleich, welche lauernd am Rande des Gesichtsfeld ausharrt,
von der Du aber weisst, dass sie jederzeit bereit ist - SCHATTENBRUT
Webpage der Band
DARKEN TOM
ANNO
14 - Juli 2010
Das Licht blendet gnadenlos, Du kannst gar nicht so viel trinken, wie Du schwitzen möchtest.
Nicht nur der Körper brennt, nein - ALLES an Dir siedet.
Entkommen zwecklos - selbst der einst tröstende Schatten macht mit beim erbarmungslosen Spiel.
Dann tosende Winde, Sintflut, niederschmetternder Hagel.
Stürme des Wahns entwurzeln - fegen durch Körper und Geist.
Ein Wechselbad der Emotionen und Gefühle ...
So auch DIESE Musik ... Ich bringe Euch den Soundtrack des Sommers ...
Karnivool - Sound Awake 2009
Tracklist
1. Simple Boy 5,47
2. Goliath 4,38
3. New Day 8,21
4. Set Fire To The Hive 4,28
5. Umbra 7,51
6. All I Know 4,54
7. The Medicine Wears Off 1,50
8. The Caudal Lure 6,16
9. Illumine 5,13
10. Deadman 12,04
11. Change 10,47
Gesamt-Spielzeit 72,09 min
WISSENSWERTES
Stil
Alternative / Progressive
Tendenzen
Tool light
NewArtRock - stimmlich
Anspiel-Tipps
Goliath, New day, All I know, Deadman, Umbra, Illumine
Label
Sony Music
Die Band
Ian Kenny Vocals
Drew Goddard Guitars
Mark Hosking Guitars
Jon Stockman Bass
Steve Judd Drums
EINDRUCK
Wenn Du die Chicks kriegen willst, gründest Du an der High School am besten eine Band.
Selbst Down Under ist diese ultimative Lebensweisheit wohl schon lange bekannt und so versuchten 1997 in Perth ein paar Jüngelchen der Wahrheit auf die Schliche zu kommen.
Zunächst versuchten Sie sich an Coversongs von NIRVANA, doch mit Plattheiten gaben sich die Jungs nicht lange ab, gehaltvolle Musik stand auf dem Masterplan, was wohl
unweigerlich die meisten langbeinigen Kätzchen in die Flucht schlug (doch die, die bleiben, sind die wirklich interessanten ...).
Zwar erschien 1999 die erste EP, schlicht "Karnivool" betitelt, doch dann dauerte es bis zum Jahre 2005, bis das erste Album "Themata" in die australische Rocklandschaft geboren wurde.
Man offenbarte eine stilistische Nähe zu Alternative Bands - TOOL waren der wichtigste Vergleich.
Das Album schlug Wellen und wurde 2007 als internationale Edition neu aufgelegt.
Mundpropaganda, erste Erfolge, Anerkennung; "... für ein Debut erstaunlich reif ..." -
dies waren die Statements der musikalischen Postillen.
Schnell machte man sich auf einen würdigen Nachfolger zu komponieren.
Herausgekommen ist mit "Sound Awake" kein würdiger Nachfolger, sondern ein eigenes kleines Universum, welches sich zwar immer noch hörbar an
Tool orientiert, jedoch stilistisch recht offen daherkommt, Progressive Rock-Töne der Marke MARILLION oder PORCUPINE TREE genauso mit einbaut, wie atmosphärische
Sounds, welche fast schon Ambient'sche Entspanntheit in sich tragen
- somit dem Debut klar überlegen.
Der Start mit "Simple boy" zeigt den Weg, zunächst ein paar in die Irre führende Töne (Glockenspiel ?), bevor ein mächtiger Bass durch die Boxen fährt.
Eine Stimme, die etwas zerbrechlich, aber hochmelodisch klingt, lange Töne hält, das perfekte Gegengewicht zu den vertrackten Rhythmen.
Dann der Break, das Glockenspiel beginnt von neuem, ein Instrumentalteil schließt an, mit wuchtigem Schlagwerk und sphärischen Keyboardsounds, dann wieder diese, über der Komposition schwebende
Stimme. Das Prädikat "TOOL LIGHT", welches man der Band gerne anhängt greift zwar und doch wieder nicht. Ausladend ist es ja, aber auch nicht so verstörend.
Die Songs bergen zwar jede Menge Vertracktheit, hypnotische Songstrukturen, ausufernde Rhythmen, aufgebaut auf einem wuchtigen Bass-Spiel.
Und doch ist gerade die Stimme luftiger, freier, schwebender - die Songs etwas leichter zugänglich als bei Tool. Dazu gesellen sich gerne immer wieder mal verbindende Alternative Sounds.
"Goliath" steht voller vertrackter Größe am Rande des Bewusstseins, bereits hier bist Du gefangen in der Welt von KARNIVOOL.
Wieder dieses unverschämt wuchtige Bass-Spiel, die treibende Rhythmik, aber auch der, den Song öffnende Refrain. Die Gitarren sind eher formendes Element, denn dominantes Rückrad, nehmen sich
immer mal wieder zurück, um die von Bass und Drums geformten rhythmischen Leckereien geschickt zur Geltung zu bringen. Dort ein feiner Chorgesang, da etwas RAGE AGAINST THE
MACHINE Riffs
(achtet mal auf das Ende). Ein wahrhaft komplexer Koloss.
"New Day" beginnt sehr ruhig, fast eine Ballade, mit einer Eingängigkeit, welche bisher noch nicht zu vernehmen war.
Leichter konsumierbar, als die ersten beiden Tracks. Doch gegen Ende wird noch mal die Keule ausgepackt, sehr wuchtiges Gitarren-Riffing, angezogenes Tempo, mehr Härte. Dann jedoch die
Rückführung in die Eingängigkeit - den sehr gut gelungenen Refrain - eine Ode an Erneuerung.
So beginnt der Song seine immer wiederkehrende dynamische Reise über mehr als 8 Minuten.
Überhaupt ist dieses Album sehr dynamisch angelegt.
Laut-Leise, Wucht und Reduziertheit, Rhythmik und Groove, harsche Riffs gegen alternative Sounds
- ein wahres Füllhorn an Möglichkeiten, aus dem hier geschöpft wird.
"Set fire to the hive" ist die vorab ausgekoppelte Single, ein schnelleres, energiegeladenes Stück.
Eher treibend, denn vertrackt - mehr Schweiß, denn Kopfkino.
Doch dann wechseln KARNIVOOL erneut das Genre, "Umbra" ertönt.
Ein paar Riffs voller Stärke, bevor der Song ganz ruhig und balladesk wird, wieder mit sehr zerbrechlicher, fragiler Stimme vorgetragen. Im Hintergrund werden feine Gitarrenfiguren,
fast schon subtil-unterschwellig unterbaut - shärisch.
Die Intensität des Stückes wird immer wieder variiert, wie dies überhaupt wohl DAS Stilmittel der Scheibe ist - sich immer wieder in Variationen von Dynamik und Intensität zu
suhlen.
Mächtig spannend - mächtig abwechslungsreich, und doch zu Beginn auch enorm fordernd.
Durchgängigkeit eines Songs wirst Du hier nicht finden, ausgetretene Pfade werden nicht bewandert, neue Wege sind das Ziel.
Doch was sich zuerst als schwer zugänglich und anstrengend erweist,
wird definitiv nach mehrmaligem Anhören die grosse Stärke dieser Scheibe.
Mit "All I know" wird es sogar leicht funkig (nicht erschrecken - es bleibt rudimentär), bevor ein göttlicher Refrain sich aufbaut - der Ohrwurm des Albums.
Kleinere elektronische Spielereien runden einen der besten Alternative Songs der letzten Jahre weiter auf.
Absolut akzentuiertes Drumming, etwas zurückgenommener Bass, sehr emotionaler Gesang
(Vergleiche zu NewArtRock Bands der Marke Sylvan/Muse dürfen gezogen werden).
"The medicine wears off" ist nur ein rein 2 minütiges Zwischenspiel bevor es mit "The caudal lure" weitergeht. Sehr
vertrackt, eine Spielwiese der rhythmischen Möglichkeiten, samt progressiven Strukturen, wechselnden Stimmungen und Färbungen, elektronischen Spielereien.
"Illumine" zieht an, mächtiger Bass, drückende Riffs, Tempi- und Rhythmikwechsel zuhauf, voller Sound wird gebremst durch abruptes reduzieren auf Stimme. Ein
Song der fast hymnenhaft wirkt, doch immer diese enorme Dynamik mitbringt, die die Band schlafwandlerisch einsetzt.
Dann folgen die Longtracks.
Den Anfang macht "Deadman", auch wieder ein sich steigernder, diesmal jedoch zunächst leichter zugänglich.
Dann nach 4 Minuten ein ganz feiner Instrumental-Teil mit grandiosem Gitarrenspiel
- fließend und unaufgeregt und durch diese Einfachheit so phänomenal gut.
Bass und Drums schwurbeln um diese Töne herum, dass es eine wahre Freude ist.
Dann die Konzentration auf die Stimme, balladesk und ruhig - Luftholen für das Folgende.
Der Song wird fordernder, treibender, steigert sich weiter, mit abgehackten Riffs, schwirrender Back-Gitarre, Tribal-artigem Drumming, nur um 2 Minuten zu früh auszuklingen - nach wenigen
Sekunden Ruhe folgt ein ganz ruhiger Ausklang mit Glockenspiel und zerbrechlicher Stimme
und ganz am Ende ein paar MARILLION Gedächtnisakkorde - große, moderne progressive Kunst.
Dann "Change", ausgestattet mit Percussion und Didgeridoo, entwickelt sich ein enorm spannender Song.
Noch einmal wird die gesamte Bandbreite der Band offensichtlich - die hohe Intensität,
die abwechslungsreiche Dynamik, die reine Spielfreude.
Auch hier wieder in der Stimme die Nähe zu Bands der Marke MUSE/SYLVAN.
Ein Rausch von Sounds und Klangfarben, eine ERFAHRUNG
... und hab ich eigentlich schon den Bass erwähnt?
FAZIT
An Vielschichtigkeit und Vielseitigkeit nur schwer zu übertreffen
Getragen von Komplexität - Dynamik und Atmosphäre
Kein Kopfkonstrukt - eher natürlicher, organisch gewachsener Koloss
Die momentan wohl beste Verschmelzung von Alternativer und Progressiver Musik
Ein Album in welches man eintauchen und sich verlieren kann
Unterm Kopfhörer entfalten sich die Soundlandschaften natürlich am besten
Webpage der Band
DARKEN TOM