The Devil's Blood, ThunderStorm

 

 

ANNO

12 - August 2009

 

Heut möchte ich über ein Reizthema mit Euch sprechen

- der Hype, im allgemeinen und speziell in der Musik.


Immer wieder tauchen Namen auf, oft urplötzlich, im Blätterwald oder den Tiefen des Internets, die

als neue Heilsbringer der Szene gelten sollen. Bislang oft gänzlich unbekannt werden Sie von Einzelnen hervorgehoben, oder was noch schlimmer, von der Industrie uns vorgesetzt.
Manchmal verschwinden sie so schnell wieder, dass man sie nicht einmal bemerkt hat.
Doch wenn der einzelne Rufer einer Band seine Saat auf fruchtbaren Boden auftragen kann und erst vereinzelte, dann immer mehr Anhänger an dieser neuen Band Gefallen finden, entwickelt sich so ein Hype schon einmal wirklich zum Flächenbrand.

Schlimmer ist das Szenario allerdings, wenn die Industrie mit hochtrabendem Gelabber und viel TamTam und Geld versucht einen neuen Trend loszutreten.
Coolness, hippe Klamotten, MTV-Stylishe Überflieger mit teurem Video, Vermarktung mit einer glattgebügelten Hit-Single, welche auf Masse und nicht Klasse abzielt.
Ihr kennt das Spiel zur Genüge - denke ich.

Doch dieser Hype auf Ebene von einzelnen Personen scheint manchmal auch, zumindest in Ansätzen, gerechtfertigt. Trotzdem bin ich ein Mensch, der damit mehr als kritisch umgeht - Bands, welche so hochgelobt werden, dass sie "über" der Szene stehen sollen, ringen mir oftmals eher ein Gähnen, zumindest aber erst einmal eine gehörige Portion Skepsis ab.

Brauchen wir das wirklich?

Gab es dies nicht auch schon vorher?

Wer bestimmt die Klasse einer Band eigentlich?
Was macht sie außergewöhnlich?


Diese Fragen gehen mir dann durch den Kopf, und meistens kann ich alle mit Nein beantworten.

Seit geraumer Zeit nun kommt ein Name immer wieder in Verbindung mit dem Herausheben aus der musikalischen Norm zur Nennung - THE DEVIL'S BLOOD ...


Warum ich mich hier dem Hype nicht anschließen kann und trotzdem die Band phantastisch finde?
Warum ich einerseits Kritiker als auch Lobsänger verstehen kann?

Versuche einer Erklärung ...

 

 

The Devil's Blood - Come Reap 2008

Tracklist
Come Reap  5,08
River Of Gold  4,18
The Heavens Cry Out For The Devil’s Blood  5,34
White Faces  (Cover von Roky Erickson)  2,43
Voodoo Dust  10,20
Gesamt-Spielzeit   27,43 min

Wissenswertes

Stil
Okkulte Rock Musik, Psychedelic, Rock

Tendenzen
Hawkwind, Rush, Coven, Jefferson Airplane, Roky Erickson

 

Anspiel-Tipps
River of gold, The heaven's cry out for the devil's blood, Voodoo dust

 

Label
Van Records

Die Band
Farida - The Mouth Of Satan   Gesang
Selim Lemouchi                     Gitarre, Bass, Vocals
B                                          Drums und Vocals
T                                          Gitarre
WP                                       Gitarren Solos auf 2 und 5       

Eindruck
Die Band stammt aus den Niederlanden und besteht eigentlich nur aus Selim Lemouchi, als dieser sich nach seiner Zeit bei der Band POWERVICE (einer von Iron Maiden beeinflussten Band) zurückzieht, um angewiedert vom Musik-Biz innezuhalten, um wieder zu sich selbst zu kommen.

Er beginnt nach geraumer Zeit mit dem Komponieren von Song-Ideen, als Projekt sozusagen. Dabei stellt er sich immer wieder die Stimme seiner Schwester Farida vor, die zu seinen Ideen am Besten passen würde. Er beginnt sie mit einzubeziehen und sofort merkt man, dass dies so sein musste - Sie gibt den Songfragmenten mit ihrer Stimme Raum und Tiefe.


Man begann im Jahre 2006 Songs zu komponieren und Demos aufzunehmen - Musik und Lyrics allerdings stammen alle aus der Feder des Masterminds Selim.

So entstand die erste Arbeit "The Graveyard Shuffle"-EP im Jahre 2008.
Einer der glühendsten Verehrer dieses Tonträgers war FENRIZ (von DarkThrone), der selbst 10 Kopien davon kaufte, nur um sie anschließend, mit persönlichen Widmungen versehen, an gute Freunde in die Welt hinaus zu schicken. Der Werdegang des kometenhaften Aufstiegs der Band nahm Fahrt auf, schnell waren sie im Untergrund als DIE Neuentdeckung des Jahres, wenn nicht sogar der letzten Jahre verschrien. Unaufhaltsam wurden immer wiederkehrend neue Superlative für die Band erfunden. Das musikalisch wertvollste ... Ein neues Niveau in der Musik ... etc.

Doch die Faszination geht wohl nicht nur alleine von der Musik aus - es gab ja auch nur diese EP.
Nein - vielmehr rückte ein ganz anderer Aspekt in die zentrale Betrachtungsweise, wenn man von der Band sprach - BLUT.

Die nun ganz spärlich einsetzenden Live-Auftritte wurden als RITUALE bezeichnet.
Die Band tritt nämlich übergossen von Tierblut auf. Was jedoch bei vielen Bands als Plattheit abgetan wurde wird hier zur Message.


Vordenker Selim
"Das Blut symbolisiert Freiheit - es stellt sowohl Leben, als auch Tod dar. Wir zollen der Blut gebenden Kreatur unseren Respekt. Wir selbst empfinden durch den Blut-Akt eine ungemein starke Empfindung von Freiheit. Das Blut als Symbol ist sehr machtvoll. Es steht für das Verlangen sich von allen Ketten zu lösen, welche einen an das weltliche Dasein binden."

Das (natürlich Tierblut) Ritual beginnt schon vor der Show, wo sich die Band in einer speziellen Meditation zurückzieht, und hierbei das Blut von allen negativen Bestandteilen "reinigt".


"So spüren wir das Leben, den Tod und alles dazwischen", so Selim, "Es erlaubt uns, uns in der Musik und in den Worten und Texten zu verlieren."

Diese Rituale sind dann auch oft einer Trance gleich, der das gesamte Publikum verfällt. Das Element des sich Verlierens oder in der Musik aufgehen, ist hier ganz stark zu beobachten. Oft genug kann man bei diesen Shows das Publikum als Ganzes harmonieren sehen. Selten hat man die Masse so als ein einziges Wesen gesehen - ganz fokussiert auf die Musik, auf Faridas Gesang - eine wunderbare Alt-Stimme, ihre Gestik - besessen, erhaben, voll Innigkeit - so zierlich sie ist, sie hat die Massen so fest im Griff, ALLE würden ihr JEDEN Wunsch erfüllen.

Die Songs gehen oft wie selbstverständlich ineinander über - werden variiert, ausgedehnt (nicht selten werden Songs, wie das phantastische 10 Minuten dauernde "Voodoo Dust" auf 20 Minuten aufgerockt), ergeben einen ständigen, unaufhaltsamen, selbstverständlichen Flow - magisch, ekstatisch. Das Publikum andächtig, behutsam - dann jedoch wieder ekstatisch und fordernd.

Die Band agiert hier, wie gesagt, weder plakativ, oder gar aggressiv, wie es oft genug im Black Metal zelebriert wird. Man betrachtet sich weder als Satanist, noch überhaupt explizit religiös, man möchte weder bekehren noch überzeugen.


Es geht um Okkultismus, die Bands der 60er/70er Jahre stehen Pate. Der Umgang der Rockmusik mit dem Okkultismus hatte da Tradition. Die Stones hatten "Sympathy For The Devil", Black Sabbath gar erhoben diese Herangehensweise an die Musik zur eigenen Kunstform.

Die Musik muss stets jedoch für sich alleine funktionieren, so dass der Zuhörer, auch losgelöst von den Botschaften, sich in ihr wiederfinden kann. Sollte er jedoch auch auf tieferer Ebene (Texte, Konzept, Ansichten) ein Suchender sein, so wird er auch dort fündig.

Es dreht sich um Chaosgnostik Theorien ( interessante Abhandlung auf Wiki:hier klicken ).


"Das Ziel von THE DEVILS’ BLOOD ist die Verbreitung des Chaos! Wir werden dies mit Hilfe der Musik und unserer Rituale erreichen!" so Selim.

Es gibt in den Inhalten wohl auch Überschneidungen und Anlehnungen an "The Temple Of The Black Light", die man sehr kritisch sehen muss, jedoch spricht die Band hier nicht die, wohl im TOTBL auch vorhandene Nähe zur rassenfeindlichen und menschenverachtenden Einstellung des Ordens (immerhin aus der MLO hervorgegangen) an, sondern vielmehr den Bezug zur Freiheit des einzelnen Wesens in allen Bereichen.


Der Okkultismus bedeutet für Selim die Suche nach Wissen, Macht, Herrschaft und letztendlich - den Tod.

So fungiert man als spirituelle Gemeinschaft, welche versucht all das in Musik zu fassen, was alltäglich in ihrem Leben an Auseinandersetzungen auf sie einströmt. Das Beschäftigen mit den Lehren der okkulten Organisationen, Meditation, Askese, Gebet - die Rituale, all das macht die Band eben zu keiner herkömmlichen Rock Band mehr.


So ernst die Band ihre Ansichten auch nimmt - so lassen sie dem Hörer die Entscheidung, inwieweit er sich damit beschäftigen möchte - zuerst zählt die Musik.

 

DIE MUSIK
Scheint eigentlich recht schnell erklärt.
Rockmusik der Ende 60er/Anfang 70er Jahre, mit leicht psychedelischer Ausprägung, dazu kommen okkulte Texte. Doch auch hier wird schnell klar, dass es eben doch etwas mehr ist.

Man findet lange Gitarren-Passagen - absolut zeitlos gespielt ("Voodoo Dust"), die so selbstverständlich daherkommen, wie man sie eben nicht ohne Background komponieren kann.


Es sind Momente, in denen Du Dich am Besten bei Kerzenschein, im sonst dunklen Zimmer befindest, möglicherweise mit einem Glas dunkelrotem Wein (passend oder?) in der Hand.
Da sind unverkennbar Momente, bei denen man an drogengeschwängerte Trips denkt (was übrigens der Band komplett abgeht). Es blitzt ein musikalisches Verständnis auf, welches von solchen Bands, wie Rush stammen könnte.

Die Songs sind atmosphärisch unheimlich dicht, leicht mystisch angehaucht - besitzen Drive, eine nie aufgesetzt wirkende Form von Eingängigkeit.
Harmonisch wirkt das Ganze - voller Spielfreude. Und obwohl die Songs an die Frühphase der 70er erinnern, klingen sie doch ungemein frisch. Niemals schwülstisch, nie klebrig.

Hier trägt auch die, für diese Form der Musik, hervorragende Produktion bei - warm, bodenständig,

erdig, ausgewogen, klingt es sehr Detail-verliebt. Dies schafft eine wohltuende Form von Intimität -

setzt diese 5 Songs voller dunkler Spiritualität ins rechte Licht.

Denn genau dieses Element ist auch spürbar.

Der Opener "Come Reap" ist ein energetischer Rocksong, fast hypnotisch und mit gehörigem Drive, kommt dieser erste Song daher.
Bereits hier wird ein Haupt-Trademark der Band aufgezeigt - verschiedene Gitarren-Spuren werden harmonisch aufeinandergelegt. Diese Form der Arrangements wird einem überhaupt erst deutlich, wenn man sich intensiv mit der Musik auseinandersetzt, so unaufgeregt kommen die Songs daher.
Überhaupt ist das Album prädestiniert für eine Session unter dem Kopfhörer - hier finden sich immer wieder neue Details zum Entdecken.

Die Sängerin Farida stellt mit ihrer facettenreichen und charismatischen Alt-Stimme einen weiteren ungemein schönen Farb-Tupfer des Sounds her. Immer wieder wird mit gedoppelten Gesangs-Harmonien gearbeitet.

Bei "River Of Gold" wird der Black Sabbath Einfluss deutlich - ein Stück, getragen von der effektiven Bassline und der einfühlsamen, erotischen Stimme von Farida.
 
Der Titelsong "The Heaven's Cry Out For The Devil's Blood" hat dann eine Atmosphäre, wie man sie selten zu hören bekommt - eingängig, harmonisch, psychedelische Passagen, klasse Refrain und immer wieder diese phantastischen Gitarren-Harmonien.

Dann der 4te Song, ein Cover von Roky Erickson "White Faces" - welches so vertont wurde, das es als eigener Song durchgeht.

Als Abschluss präsentiert man "Voodoo Dust" - ein über 10 Minuten dauernder Song - nein, ein EPOS, der durch lange instrumentale Gitarren Spielereien glänzt - losgelöst und schwebend zaubert die Gitarre hier eine ganz eigene Atmosphäre. In ihrer Länge sind diese Solo-Teile sehr hypnotisch, man kann sich darin verlieren, sich fallen lassen in die düstere und magische Welt von THE DEVIL'S BLOOD.


Und ganz am Ende klingen die Harmoniesolos der Gitarre sanft, nur um mit einem abschließenden Akustik Gitarren Spiel die EP langsam ausklingen zu lassen.
Hier sollte doch zumindest jeder die Kompositions-Kunst der Band anerkennen können.

 

FAZIT
Wer also die nächste Sensation erwartet - nun der wird wohl bitter enttäuscht werden.
Die Erwartungshaltung ist es, die uns oft daran hindert GROßES überhaupt als solches zu erkennen. Wir setzen Vorgaben und Erwartungen, die sich aus unseren Vorlieben heraus bilden. Versucht offen an solch eine Musik heranzugehen - und ihr werdet belohnt.

Wer ein neues Fanal der Black Metal Kunst erwartet - der wird noch stärker enttäuscht werden. Es geht nicht um Kälte und Hass, es geht nicht um Raserei und Negierung der Schöpfung oder des Mensch-Seins. Damit hat diese Musik nur ganz am Rande etwas zu tun. Dunkelheit - JA. Mystik - JA, KLAR. Atmosphäre - UNWIDERSTEHLICH.

Doch Hype und Vorschuss-Lorbeeren haben den meisten Bands bisher auch eher geschadet, als genutzt. Der Druck - Die Erwartungen - Die Maschinerie, das kann nicht förderlich sein. Man kann nur hoffen, dass das Anliegen der Band auch weiterhin nicht auf Kommerz ausgerichtet wird.

Ich verstehe, dass man hier die große Euphorie empfinden kann.
Diese Band bringt nämlich etwas mit ihren Songs zurück, was fast schon verloren geglaubt schien - Seele und Zeitlosigkeit der Musik. Sie haben Einstellung und Überzeugung - Attitude.


Jede Gesellschaft bekommt das, was sie verdient - möglicherweise haben wir lange auf solch eine Musik gewartet, und über die lange Zeit unserer Entwicklung in der Musik etwas vergessen, was die Musik ausgemacht hat - Ursprünglichkeit, Überzeugungskraft und Tiefe. Möglicherweise war gerade jetzt der Moment gekommen, dass sich solch eine Musik wieder entwickelt. Dies alles kann man beim genauen Zuhören hier (wieder-) entdecken.

Und doch sind es gerade einmal 4 Songs (+ Cover), die sich hier darstellen. Beweisen muss sich die Band mit dem folgenden kompletten Album "The Time Of No Time Evermore", welches nun kurz vor der Veröffentlichung am 11. September steht.

Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn Sie es schaffen würden, diese Einzigartigkeit in ihrer Musik, auch weitererhin zu transportieren.

Doch zwei Fragen dürfen erlaubt sein:
Wie groß darf solch eine Band überhaupt werden, ohne ihre Underground Credibillity zu verlieren?
Und wie weit darf man gehen, ohne sich selbst und seine Ideale zu verraten?


The Devil's Blood im Netz


                                                                                                                              DARKEN TOM

ANNO

16 - Juli 2009

 

Nach ein paar Tagen Erholung und einer damit verbundenen Reise in die Ferne,

ist es an der Zeit wieder der Dunkelheit zu huldigen,

war doch das Reiseziel verbunden mit Sonne - Hitze - Sonne und Hitze.

 

So ist es mir geradezu ein Bedürfnis, mich mit den Untiefen des Doom zu beschäftigen.

 

Eine der Bands, welche zu unrecht immer wieder in die "Zweite Reihe" verbannt werden,

möchte ich Euch näherbringen - sind Sie doch unentwegte Streiter der emotionalen Schwere.

 

ALSO AUF IN DIE TIEFEN DER SEELE ...

 

 

 

 

Thunderstorm - Faithless Soul 2004

Tracklist


1. Templars of Doom (Dark Knight Return) 3,55
2. Forbidden Gates 6,44
3. Black Light 6,26
4. In a Gadda da Vida 4,29
5. In My House Of Misery 9,01
6. Hidden Face 4,53
7. Final Curtain 6,14
8. Narrow is the Road 9,18


Gesamt-Spielzeit  50:55 min

Wissenswertes

Stil
Doom

Tendenzen
Black Sabbath, ältere Candlemass, Trouble, St. Vitus

Label
Dragonheart (SPV)

Anspiel-Tipps
Templars of Doom, Forbidden Gates, Final Curtain, Narrow is the Road

Die Band
Fabio "Thunder" Bellan   Gitarre und Gesang
Omar Roncalli                Bass
Attilio Coldani                Drums

Eindruck

Zwischendurch brauche ich immer mal etwas (auf den ersten Blick) unspektakuläre Scheiben,

die beim ersten Hören nicht sofort alles von Dir fordern - sie erden mich in einem gewissen Sinne.   

So eine Scheibe ist für mich "Faithless Soul" von Thunderstorm.


Auch schon Anfang der 90er als klassische Heavy Metal Band gegründet, haben die Italiener erst 1998, bedingt durch zwischenzeitliche Auflösung und dadurch hervorgerufene Bandumbesetzungen zu ihrem Stil gefunden. DOOM - und zwar im eher langsameren BLACK SABBATH und frühen TROUBLE bzw. CANDLEMASS beeinflußten Stil. Traditionell, langsam und episch, werden hier auf hohem Niveau die zähfliessenden Riffs in den schweren Sound gepresst.

 

Nachdem das hervorragende Cover die Hinführung und Einstimmung übernommen hat, weist dann der Opener "Templars of Doom" den musikalischen Weg -  DAS IST DOOM.

Ein Glocken-Intro ertönt - Düsternis und Nebelschwaden sich vorstellend, ertappt man sich unweigerlich dabei, den Lautstärke-Reglers etwas aufzudrehen, zu wuchtig, schleppend und schwer sind die Riffs, dafür gemacht mal wieder den Staub von den Möbeln zu blasen.

Alte Sabbath oder Trouble Riffs werden hier sehr gekonnt neu umgesetzt, der Spirit ist hundertprozentig fühlbar - die Macht der ultrafetten Riffs (in geeigneter Lautstärke) schier unglaublich. Dies ist alles nicht spektakulär, aber grundsolide und schnörkellos. Überhaupt ist der Gitarren-Sound sehr gut - selten werden Doom Gitarren so gekonnt in Szene gesetzt. Das Spiel selbst erinnert immer wieder an Riff-Meister Tony Iommi.

 

Hauptsächlich sind die Songs zähfliessend und langsam, angereichert durch ein (gutes) Cover des Iron Butterfly Songs "In a gadda da vida".

Manchmal wird auch etwas flotter gezockt und Groovemonster wie "Final curtain" weichen den schweren Doom etwas auf. "Forbidden gates" dagegen ist eher ein rockiger Song, simpel gehalten, mit sehr schöner Gesangs-Leistung und fast schon Ohrwurm-Harmonien. Fabio ist ein Sänger, der eher in mittleren und hohen Stimmlagen singt, sehr gelungene Harmonien einbringt (dabei immer wieder an Candlemass erinnert) und so die Songs melodisch prägt.

 

Im textlichen Konzept der Scheibe geht es um den Zusammenbruch des Geistes, die Zerbrechlichkeit der menschlichen Natur.

 

So wird ein Album geschaffen, welches ich immer mal wieder "zwischendurch" auflege.

Ein Parade-Beispiel für eine Scheibe, die sich nicht abnutzt.

Zu gehaltvoll sind die Kompositionen - zu heavy der Sound.


FAZIT
Starke Songs ohne Ausfall - ultraheavy, mit viel Melodie , dazu ein charismatischer Sänger.

Düsterer rifforientierter Doom Metal - traditionell und episch.

ThunderStorm im Netz

 

                                                                                                                         DARKEN TOM