Wir möchten Dich, armen verirrten Wanderer, auf Folgendes hinweisen:
- Bewertungen nach Punkten wirst Du hier nicht finden
Es bedarf schon ein wenig der eigenen Einschätzung, des Wissens um seine Vorlieben,
welche musikalische Quelle Dich weiterbringt.
Es wird ein Mix aus neuer Musik und "alten Tipps" werden,
doch werden es eher wenige Besprechungen sein.
Den Anspruch ALLES zu besprechen oder KOMPLETT haben wir nicht.
Um hilfreich zu sein werden wir allerdings nur solche "Gaben" hier aufnehmen,
welche rein subjektiv betrachtet, in einem möglichen 10 Punkte Raster, mindestens 8 Punkte erreichen würden. So ist eine Vorauswahl der Qualität unserer Reise gegeben - der Weg wird uns die Reise angenehm und erquicklich machen.
Auf Ausnahmen können und wollen wir allerdings nicht verzichten.
Immer wieder gibt es "Schwarze Schafe" abseits des Weges, Wege selbst, die in die Verderbtheit führen. Auf diese überschätzte Musik weisen wir manchmal ausdrücklich hin - bei bekannten Bands, hochgejubelten "Altgedienten", oder einfach weil es manchmal Spass macht.
Doch dann werden wir es kenntlich machen.
Also - WÄHLE KLUG !!!
ÜBERSICHT DER DUNKELHEIT
Anno
04-Januar 2009
Hallo Dunkel-Sucher,
hier ist Sie also, unsere erste Nachtschatten-Kritik, wobei hier die Nacht
in all Ihren Facetten vorkommen wird. Lasst mich also etwas LICHT ins DUNKEL bringen.
Ist die Schwärze der Nacht eigentlich eine Farbe, oder das Nicht-Vorhandensein einer solchen ? Negiert oder pervertiert Sie ?
Wer schon einmal in Irland war, wird mir sicherlich bestätigen können, dass es dort unzählige Facetten der Farbe Grün gibt.
So gibt es für Uns auch nicht nur ein Schwarz – nein, viel interessanter sind deren Abstufungen,
die Möglichkeiten, die Varianten.
„Die das Dunkel nicht fühlen, werden sich nie nach dem Licht umsehen”.
Zitat von Henry Thomas Buckle ( Historiker aus England )
So geht es in der Welt der Dunkelheit doch weniger um das Offensichtliche, viel mehr geht es
um Selbsterfahrung, um die Beschäftigung mit dem eigenen Ich, und zwar dem dunklen Teil davon.
Dies ist zugegebenermaßen schwierig, ist doch unsere Erziehung, unser gesamter Lebensstil,
unsere Erfahrung,und nicht zuletzt unser erworbenes Wissen, dazu konträr.
Ein Sprichwort lautet:
„Das Gesicht des Menschen erkennst du bei Licht, seinen Charakter im Dunkeln.”
Und dieses Erkennen funktioniert nur durch das Vorhandensein beider Elemente
– Licht und Schatten, Tag und Nacht.
Losgelöst voneinander können sie nicht existieren, beide kommen und gehen, ohne Dominanz.
Die Dunkelheit schärft die Sinne.
Wer schon einmal die Erfahrung machen durfte in einem dunklen Raum zu essen, der weiß was ich meine; man schmeckt unweigerlich mehr, man riecht ganz anders, man hört die kleinsten Geräusche, welche
im Alltag nicht zu vernehmen wir bereit gewesen waren.
Und doch habe viele in so einem Raum Angst, wohl eine Art Urangst.
Doch dies ist auch der Raum unserer Seele. Welche Gefahren lauern hier wohl, welche Dämonen. Sich dem auszusetzen erfordert unweigerlich
Mut.
So rüttelt diese Musik, aus Finsternis geboren - oder in die Finsternis führend,
oftmals an den Grundpfeilern unseres SELBST,
mit dem wir uns in der diesseitigen Welt fest verankert wähnten.
Falls Du gewillt bist Dich auf diese DUNKLE Reise zu begeben,
wirst Du möglicherweise Dinge erleben und erfahren, die Dich erschrecken,
Du wirst mit nicht vorhersehbarem konfrontiert, das LICHT selbst könnte sich abwenden,
aber Du wirst möglicherweise an Festigkeit gewinnen, an innerer Stärke, an Glaube
– also habe keine ANGST !
... UND SO BEGINNT DER DUNKLE STURM ...
(1) Negura Bunget - Om 2006
Tracklist:
1. Ceasuri rele 3:06
2. Tesarul de lumini 12:49
3. Primul om 4:22
4. Cunoasterea tacuta 7:12
5. Inarborat 6:22
6. Dedesubtul 6:39
7. Norilor 3:01
8. De piatra 5:36
9. Cel din urma vis 10:04
10. Hora soarelui 5:56
11. Al doilea om 2:03
Gesamtlaufzeit 67:04
Wissenswertes:
Einordnung:
Black Metal Kunst, progressive Elemente, Synthi Teppiche, Filmsoundtrack Collagen, Ambient
Tendenzen:
Enslaved, Shining, und doch ganz anders - ganz eigen
Anspiel-Tipps:
Alles - nur in der Gesamtheit absolute Wirkung, sonst Track 4
Label:
Code666 Records
Die Band:
Hupogrammos - Gesang, Gitarre, Keyboards, Pipes
Negru - Schlagzeug, Percussion
Sol'Faur - Gitarre
Eindruck:
Negură Bunget, ist eine rumänische Band, gegründet 1995.
Der Name bedeutet so viel wie "Nebliger Wald".
Und in jenen fühlt man sich zu Beginn der Scheibe versetzt:
Der erste Song beginnt mit einer überaus atmosphärischen Klangkulisse. Naturgeräusche lassen die Dunkelheit in Verbindung mit einer zitternden Stimme, welche auf Rumänisch flüstert, keucht und
haucht, erahnen; dann Schreie - eindringlich, leidenschaftlich, gepeinigt. Welcher Wahn beseelt diese Person, welche Ängste beherrschen Sie - wir wissen es nicht, was wir jedoch mit Sicherheit
erfühlen, ist die dunkle Bedrohung, welche in diesen Wäldern ihr Unwesen treibt. Gebannt sitzen wir in unserer eigenen Dunkelheit, auf den Fortgang wartend und hoffend, hoffend auf Sicherheit
- doch tief im Inneren wissen wir - ES GIBT KEINE SICHERHEIT, nicht hier, nicht an diesem Ort.
NEGURA BUNGET beseelen diesen Ort mit langen Instrumental-Passagen, spannungsgeladenen Filmsoundtrack- Collagen, purer Raserei, dichten Synthesizerwände, Akustikeinschüben, Kälte, Sprechgesang,
Ghoul-Schreien.
Ungewöhnlich ist dieser Sound, eigenwillig und mystisch, zutiefst intensiv und fordernd, das aber mit klischeefreien Texten - hochintelligent und mit Konzept !
"Om" ist die Silbe, die den transzendenten Urklang des Universums beschreibt, aus dem alles Sein entsteht; knapp gesagt, die Entwicklung des Menschen von seinen Anfängen hin zu einer Art
immateriellem Individuum.
Und so gelingt es Ihnen in einer ganz eigenen Konsequenz, viele der schwarzmetallischen Klischees problemlos zu umschiffen.
Sie zeigen uns die Schönheit des Abgrunds - der Dunkelheit, eine tiefschwarze Romantik.
Fast schon mit einer ureigenen Magie behaftet, nimmt dieses Album gefangen.
Oft treffen harmonische Strukturen auf dissonante Raserei, verträumte Klangwelten werden plötzlich bedrohlich, zeigen die Schwärze auf; viele Intros und Folk-Ansätze ergänzen das Bild dieser
gewaltigen Kompositionen.
Und doch klingt alles in der Gesamtheit rund, fließend und damit homogen.
In welchen Tiefen der Seele muss dieses heidnische Werk wohl geschmiedet worden sein ?
Zutiefst beklemmend, JEDES Weltbild zertrümmernd, entsteht hier ein Monumentalwerk des Black Metal.
Und so sind Negura Bunget dann auch in keinen Vergleich mit anderen Bands zu setzen -
zu einzigartig ist Musik und Textkonzept, zu viel musikalische Kunst, eine eigene Welt.
Somit also ein Klassiker - wegweisend für die Zunft der Dunklen Brüder, spirituell und urwüchsig, eines der wichtigsten und schönsten Dunkel-Alben der letzten Jahre.
Und dennoch nur für aufgeschlossene Musik-Liebhaber, zu eigenwillig ist der Ansatz, weit jenseits von Kommerz und Verkaufszahlen. Dies macht "Om" nur noch sympathischer.
"Om ist mehr als nur ein Musikalbum, es ist ein perfekt durchdachtes Gesamtkunstwerk und eine spirituelle Reise, die mit Worten nur unzulänglich zu beschreiben ist. Für mich ganz klar die
Veröffentlichung des Jahres 2006." - las ich unlängst auf einer Musikpage - dem ist wahrlich nichts hinzuzufügen.
FAZIT: Wirklich nichts für zarte Gemüter, Abseits aller bekannten Pfade,
teilweise zutiefst verstörend, jedoch eine Offenbarung für dunkle Sucher
mit offenem Herz, ein eigener schwarzer Kosmos, bedrohlich-schön,
gleichermassen anziehend wie abstossend, und doch bleibt am Ende die
Erkenntnis, der Geburtsstunde GROSSER schwarzmetallischer KUNST
beigewohnt zu haben.
Negura Bunget im Netz
DARKEN TOM
So möchte ich Euch mit Eurem Mut und Eurer gemachten Erfahrung alleine lassen, Euch Zeit geben,
zu begreifen ... BIS ZUM NÄCHSTEN MAL