MEKONG DELTA, KEEP OF KALESSIN ...
ANNO
09 - Oktober 2010
Blättern wir ein wenig im Buch der Zeit ... genüßlich - ein paar vergilbte Seiten zurück ...
Als ob es gestern gewesen wäre, erinnere ich mich an die spannende Zeit Mitte der 80er, wo die musikalische Welt; nach den, durch die Decke gegangenen Bands, wie IRON MAIDEN oder
dem sich abzeichneten Ruhm von ACCEPT, ständig mit innovativen, erstklassigen, den Stil weitertreibenden Alben, wie beispielsweise FATES WARNING; frei atmete und
befreit lebte.
Da war jeder Gang zum Vinyl-Händler des Vertrauens ein Abenteuer, eine kleine Entdeckungsreise.
Farbenprächtige Cover - neue Bands und Sounds, und zwar meistens wertige, dabei aber noch nicht mit dem Overkill-artigen Massenoutputs der Jetzt-Zeit vergleichbar.
Als damals der Name MEKONG DELTA auftauchte war ich schnell infiziert: Komplexität - Wahnwitz - Vertracktheit - instrumentale Klasse, welche
andere Bands noch nicht mal ankratzten.
Dazu ein Promo-Konzept, welches ich bis dato noch nicht kannte - die Musiker versteckten sich hinter Pseudonymen, absolvierten Interviews nur per Telefon, ließen keine aussagekräftigen Photos
zu.
MYSTERIUM - LEGENDENBILDUNG - ANBETUNG - VERGÖTTERUNG
( ... nun, vielleicht doch nicht sooo stark, aber ... ).
Auf jeden Fall eine neue Welt für mich, die es zu entdecken galt.
Und alles gipfelte in einem der eigenständigsten Alben, die ich je hören durfte, was selbst heute noch für mich Gültigkeit besitzt - "DANCES OF DEATH (and
other Walking Shadows)" aus dem Jahre 1990.
Nun also 20 Jahre später - die Fortführung ... Knie nieder, DU UNWÜRDIGER WURM und HULDIGE ...
Mekong Delta - Wanderer On The Edge Of Time 2010
Tracklist
1. Intro - Concert Guitar 2,18
2. Ouverture 2,51
3. A Certain Fool ( Le Fou ) - Movement 1 3,38
4. Interlude 1 - Group 0,53
5. The 5th Element ( Le Bateleur ) - Movement 2 6,32
6. Interlude 2 - Group 0,34
7. The Apocalypt - World In Shards ( La Maison Dieu ) - Movement 3 5,43
8. Interlude 3 - Concert Guitar 2,03
9. King With Broken Crown ( Le Diable ) - Movement 4 5,42
10. Intermezzo ( Instrumental ) - Movement 5 5,24
11. Interlude 4 - Group 2,12
12. Affection ( L' Amoureux ) - Movement 6 2,53
13. Interlude 5 - Group 0,51
14. Mistaken Truth ( Le Hérétique ) - Movement 7 5,11
15. Finale 2,57
Gesamt-Spielzeit 49,34 min
WISSENSWERTES
Stil
Progressive Metal
Tendenzen
ANSPRUCH trifft FRICKELEI trifft MELODIE trifft KONZEPT trifft THRASH trifft POWER
Anspiel-Tipps
egal wo auf dem Album - GENIAL
Label
Aarrg Records
Die Band
Ralf Hubert
Bass, Konzert Gitarre
Martin LeMar (sonst bei TOMORROW'S EVE) Gesang
Benedikt Zimniak (sonst bei MEMENTO und IVORY NIGHT) Gitarre
Erik Adam Grösch (sonst bei ANNON VIN) Gitarre
Alex Landenburg (sonst bei AXXIS und AT VANCE) Drums, Percussion
EINDRUCK
Schon das Cover von ELIRAN KANTOR (Webpage) lockt ungemein - der GEIGER ist wieder da.
Und es ist wirklich die Fortführung des bis dato wohl musikalisch wertigsten (und für viele besten) Albums der Bandgeschichte - DANCES OF DEATH (and other
Walking Shadows).
RALPH HUBERT (Gründer der Band), komponierte die Songs und orientierte sich dabei an Tarotkarten, welche die Gliederung des Albums
übernehmen.
Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Songs alle ineinander fließen, eine kompakte Einheit bilden
und textlich die Geschichte um den Geiger weitergesponnen wird.
TEXTKONZEPT:
Er erwacht erinnerunglos - die Welt, die er kannte wich einer postapokalyptischen Umgebung.
Die Städte sind verbrannt, voller Leichen - die Landschaften tot und öde.
Also macht er sich auf zu ergründen, wobei er auf verschiedene Figuren, wie den Magier
- in THE APOCALYPT ( ... der mit der Welt jongliert ... ) oder Luzifer in KING WITH BROKEN
CROWN ( ... in der Hand, den Kopf eines Königs ... ) trifft.
Nachdem der Teufel ihm versichert, dass er mit dem Untergang der Welt nichts zu tun hat trifft er einen uralten Greis (AFFECTION), der immer
noch auf seine Geliebte wartet und den diese Liebe seit Ewigkeiten am Leben hält. Schließlich findet er in uralten Bibliotheken die erhoffte,
doch niederschmetternde Erkenntnis - die Menschheit hat sich in fanatischen Glaubens- und Religionskriegen letztendlich selbst ausgelöscht (MISTAKEN
TRUTH) ...
Das Konzept geht weiter ... doch wie sind die Songs dazu ?
MUSIK:
INTRO
Aus dem Nichts erklingt die gefühlvoll gespielte Konzertgitarre (RALF HUBERT), eher zurückhaltend,
fast zögerlich, erzählt sie bereits von einem Sehnen, von einer tiefen Sehnsucht.
Ist es Leben oder Tod, Finsternis oder Licht, Erfüllung oder die Agonie ...
OUVERTURE
... die Band steigt instrumental ein, verquerte Abfahrt, progressives Lehrstück, vertracktes Lehrbeispiel einer stilvollen Hinführung zum Kern eines Albums.
Themen werden vorgestellt, ein Zeichen des Anspruchs, welcher den Besucher hier erwartet
... in den Hallen des Geigers - der Zeit - des Abgrunds?
A CERTAIN FOOL
Eine fast gespenstische Atmosphäre - mit packenden, elegischen Gesangharmonien ausgestattet.
MARTIN LeMAR wird vorgestellt - ehemals bei TOMORROW'S EVE tätig, mit ihm haben wir zum ersten Mal in der Geschichte der
Band einen Sänger, welcher weich und in mittelhohen Lagen singt
- ob energisch, mit verschlungen Melodiebögen oder gar verträumt, es ist eine Weltklasse-Leistung,
fügt dem Sound der Band eine weitere Komponente hinzu.
Der Song hat Ohrwurmpotential, wenn er im zweiten Teil plötzlich eine Göttermelodie auspackt,
eher ruhig und getragen, mit etwas Epik fein abgeschmeckt. Ausserdem fällt spätestens hier die feine Produktion auf - transparent, auch mit Wärme versehen, eher erdig - denn technisch.
Mit weitem Abstand, die beste Produktion der Band, die es erstmalig schafft sämtliche Instrumente klar und gleichberechtigt klingen zu lassen. Mit Orchestersounds wird der Song verfeinert.
INTERLUDE 1
Eine instrumentale Abfahrt voller vertrackter Rhythmik, Präsentierteller der beteiligten Musiker.
ALEX LANDENBURG (AXXIS, AT VANCE) steht ganz in der Tradition der Vorgänger, komplex, ohne Stillstand, Taktgeber.
ERIK ADAM GRÖSCH (ANNON VIN) und BENEDIKT ZIMNIAK (IVORY NIGHT, MEMENTO) bilden das
Gitarren-Doppel.
RALF HUBERT (einzig verbliebenes Urmitglied) am Bass, Komponist, Konzept-Visionist, und Konzert Gitarren Spieler.
DIE BAND funktioniert durch ihr perfektes Zusammenspiel, definiert sich durch die gigantische Mannschaftsleistung. Trotz Soli werden hier
keine extentrischen Ego's in den Vordergrund gestellt, sondern der Song fordert seine Zutaten und dem trägt man Rechnung.
THE 5TH ELEMENT
Dramatischer Trip in die Abgründe, rhythmisch hochspannender Psycho-Trip, der Dich einfängt
- bedrohte Stimmungen auslöst.
Das zweite Stück mit Gesang, nun treibender, voller Power, trotzdem mit eingängigen Hooks.
Man merkt wie das Konzept Fahrt aufnimmt, sich steigert - in Geschwindigkeit, Druck und Finesse.
nach dem kurzen Zwischenstück INTERLUDE 2 folgt mit
THE APOCALYPT - WORLD IN SHARDS
die nächste Steigerung, das Tempo wird noch schärfer, ein Brocken zwischen Thrash, Power und progressivster Herangehensweise.
Breaks, in Tempo und Melodik, Sprech- und Shout-Gesang Elemente, trotzdem noch mit melodischen Abschnitten versehen.
Eine Sologitarre voller Drive, teils zweistimmig, dann wieder rasend schnell - die Rhythmusfraktion drückt und wuchtet immer stärkere Takte in den Song.
Mächtige Steigerung 'gen Ende - dann eine unterschwellige, subtile Harmonie, Break und
INTERLUDE 3
Ruhe und Erholung, Zeit zum Verschnaufen.
Die Konzertgitarre vom Beginn der Scheibe wird wieder ausgepackt, alleine im leeren Raum,
den die Instrumental-Orgie des vorangegangenen Songs hinterlässt.
Wenige Töne erst, voller Hall - eine kleine Harmonie, ein paar Griffe
- scheinbar nur für sich alleine musizierend - Atem schöpfen ...
KING WITH BROKEN CROWN
denn die nächste Gesangsnummer folgt mit immer wieder kehrendem, fast hypnotischem Rhythmus. Leichte Bedrohung am Rande des Gesichts- (Hör-)feldes, der geniale Part:
"So I start a war, and silently - what they are dying for, and suddenly
- now I am blinded no more, and finally - than I opened this door, it's you and me ..."
geht mir wohl mein Leben lang nicht mehr aus dem Ohr - monumentaler Epos, groß angelegte Gitarrenharmonien ...
INTERMEZZO
Jetzt greift der Teufel um sich - die Instrumentalnummer weist sämtliche musikalische Trademarks der Band auf. Massenhaft Genialität, Vertracktheit, Breaks, pumpende Bassläufe, schwirrende
Gitarren, komplexe Drum Rhythmik - einfach eines der musikalischsten Erlebnisse dieses Jahr.
Und die Geschwindigkeitssteigerung am Ende führt nahtlos in
INTERLUDE 4
einer weiteren Instrumentalnummer.
Die Geschwindigkeit bleibt hoch, die vertrackte Rhythmik wird noch intensiver, ein Strom
- nein ein Wirbel voller Sogwirkung. Keine Auflehnung möglich - es packt Dich, zerkaut Dich
- speit Dich mit verdrehten Hörmuscheln aus, nur um mit
AFFECTION
urplötzlich in ruhigen, wehmütigen Gefilden zu wandeln.
Die Stimme kommt dem Tropfen in der Wüste gleich - verzweifelt klammerst Du Dich an die
Melodien-Verliebtheit, die Dich hier einer Oase gleich erwartet. Und welche Harmonien sind es geworden - ein Epos, eine vollendete Gleichung, ein farbenfroher Regenbogen, der Abgrund und Agonie überspannt - Dir die hingehaltene, starke Hand reicht. Welch Erlösung - welch Trost, das Album wird immer runder
INTERLUDE 5
Die ersten Läufe der Gitarre weisen den Weg zurück, kleine Hinführung zu
MISTAKEN TRUTH
wo die Schläge der Drums und die hereinbrechende Komplexität Dich zurück in den Strudel wirft.
Doch die Stimme bringt immer wieder Harmonien mit ein - alles verwebt sich, kulminiert.
Thrash Riffs, treibende Drums, dann wieder Break mit Harmoniegesang, weiter über Dich hereinbrechender Bassdruck, bevor das Tempo sich zu steigern beginnt - Wahnsinn oder Erlösung scheint die
einzig zu klärende Frage.
Das vorangegangene Spiel wiederholt sich ein weiteres Mal, bevor der Song per Stakkato Drumgewitter, Snare Maschienenfeuer, Bass Geschwurbel und Gitarren Hypnose Läufen im
FINALE
mündet - IRRSINN - WAHNWITZ -
... und am Ende die leise ausklingende Konzertgitarre vom Beginn der Scheibe
FAZIT
SORRY ... aber der GEIGER tanzt auf Euren aufgeblasenen wichtigtuerischen Konzeptalben,
der vorhersehbaren Progressivität.
Die Spitze des Genres wird wieder einmal angehoben, aber was heisst hier eigentlich Genre
- MEKONG DELTA definieren sich schon lange nicht mehr darüber
Sie spielen in ihrer eigenen facettenreichen Liga, wo (zumindest diesmal) nichts unnötiges den Weg versperrt - jeder Ton scheint genau dahin zu müssen, wo er auch ist, hier wird nicht unnötig
gestreckt, nicht dem Kommerz wegen eingelenkt, und keinesfalls egozentrisch abgewichst.
EINE UNTERGANGS-SUITE - zugänglicher denn je
- gleichzeitig aber musikalisch extrem
spannend aufgeladen
VIRTUOSES ENDZEIT-GEMÄLDE - voller Finesse und Tiefgang - brillante Musiker im
(Ego-befreiten) entrückten Zusammenspiel
RHYTHMISCHE HOFFNUNGSLOSIGKEIT - Emotionalität zieht ein,
in die rhythmisch einzigartige Welt von MEKONG DELTA
EIN VERFLOCHTENER POTPOURRI VOLLER DÜSTERER SCHÖNHEIT
- DIES IST DIE ÜBERWÄLTIGENDE MACHT ...
Webpage der Band
DARKEN TOM
ANNO
19 - September 2010
Eine Band der Szene stellte einen Song beim Eurovision Songcontest vor (und wurde sogar Dritter)
- und das als BLACK METAL BAND.
Das Gezeter war groß - Ausverkauf, Verrat, Tod und Deibel aber auch.
Der Stil gilt eigentlich als Schranken nieder reißendes Ungetüm -
doch viel beschränkter als weite Teile der orthodoxen Strömung, geht eigentlich nicht.
Von Paradoxen, Freidenkern und einfach nur guter, extremer Musik ...
STEHT IHR AUCH ÜBER DEN DINGEN ? - dann folgt mir ein weiteres Mal ...
Keep Of Kalessin - Reptilian 2010
Tracklist
1. Dragon Iconography 7,31
2. The Awakening 8,19
3. Judgement 5,10
4. The Dragontower 4,44
5. Leaving The Mortal Flesh 4,25
6. Dark As Moonless Night 5,50
7. The Divine Land 6,48
8. Reptilian Majesty 14,14
Gesamt-Spielzeit 56,57 min
WISSENSWERTES
Stil
Extrem Metal, Dark Metal
Tendenzen
Black Metal, Epik
Anspiel-Tipps
The awakening, The divine land, Reptilian majesty
Label
Nuclear Blast
Die Band
Torbjörn „Thebon” Schei Gesang
Arnt Ove „Obsidian Claw” Gronbech Gitarre
Robin „Wizziac” Isaksen Bass
Vegar „Vyl” Larsen Drums
EINDRUCK
Nun, die Jungs aus Norwegen, die sich nach einer Figur aus den ERDSEE-ZYKLEN
von URSULA K. LeGUIN benannten (dem ältesten Drachen wohlgemerkt), sind bereits seit 1994 unterwegs und so langsam sollte klar sein, dass Sie mit BLACK METAL im
ursprünglichen Sinne (fast) nichts mehr gemeinsam haben.
Sie beziehen sich eher auf die Erweiterung von Grenzen, bezeichnen sich als Freigeister und sind so wohl der Natur der Musikart doch sehr nahe - EXTREME ausloten, neue Wege
begehen,
und dies taten Sie also mit voller Konsequenz - neue Zielgruppen anfüttern, Wege ebnen, vor allem sich einen Dreck scheren um landläufige (überholte) Meinungen zum Thema Black Metal und Trueness.
So sprechen Sie selbst auch mehr von extremer Musik, wenn es schon um Klassifizierungen geht.
Dem kann man sich bedenkenlos anschließen. Episch ist es auf jeden Fall, mächtige Melodiebögen schweben auf einem musikalischen Konzept, welches nur so überquillt vor songwriterischer
Größe,
immer jedoch angeschwärzt daherkommt, treibend, mächtig, oft rasend schnell mit Blastspeed,
und doch durchbrochen von Rifforgien, Breaks und Tempi-Wechsel, die eigene KoK-Progressivität.
Die weiten Synthie-Flächen, welche ab und an eingesetzt werden erzeugen den dazu gehörigen majestätischen Anstrich.
Auch der Gesang trägt dem Rechnung, indem er zwischen keifend, shoutend, aggressiv und
melodisch hin- und herpendelt, Klargesang inklusive. Dazu werden Chor-Sequenzen eingebunden,
welche die epischen Melodien einbringen - der Song "The Awakening" sei als prächtiges Beispiel genannt. Der Kontrast zwischen diesen Chören und den
geshouteten, harschen Vocals ist phänomenal.
Damit schaffen Sie ein äußerst abwechslungsreiches, instrumental höchst bemerkenswertes Album.
Wer in Ruhe konsumiert und OBSIDIAN CLAW mal konzentriert auf die Finger "hört",
wird erkennen welch großes Talent, nein - eigentlich jetzt schon Ausnahmekönner am Start ist.
"Judgement" ist dann relativ nahe am Thrash, wenn auch mit klasse Drum-Figuren und Breaks versehen - in den schnellen Momenten erinnert es an eine
EXODUS-Nummer.
Dann die besagte Nummer für den Contest - "Dragontower" - mit cleanen Vocals und einem sehr eingängigen Refrain versehen. Trotzdem gibt es in den Strophen
rauhe Vocals, es gibt genügend Härte und vor allem ein starkes Solo im Mittelteil. Funktioniert im Albumkontext ganz gut.
Danach zieht man dann Tempo und schwarze Atmosphäre ziemlich an
und lässt "Leaving the mortal flesh" auf einen los. Rasanz und Härte.
"Dark as moonless night" beginnt dann gar mit melodischem Akustik-Gitarren-Intro, gibt sich unverblümt zunächst als Zwitter zwischen Düster-Ballade und
gegrowlter Hymne.
Plötzlich erhellt der Refrain den angedunkelten Raum - Epik und Pracht, majestätisch und erhaben.
Der Kontrast könnte nicht größer sein - Blastspeed eröffnet "The divine land", um sofort um einen epischen Chor ergänzt zu werden. Dann läuft im Hintergrund
eine der epischsten Gitarrenmelodien des Albums - welche Pracht und Erhabenheit. Melodiebögen der Extraklasse - hymnenhafte Harmonien
- und dies alles fast mit durchgehendem, rasendem Schlagzeugspiel versehen - welch ein EPOS.
Danach folgt dann mit "Reptilian majesty" der 14 Minuten Abschlusshammer.
Blastspeed trifft auf Bombast, Raserei erneut auf Epik, Breaks lockern auf, Synthie-Sounds schaffen majestätische Berge, auf denen die Instrumentalisten der Band ihr ganzes Können zeigen. Und der
Melody-Break in der Mitte ist phänomenal - eine melodische Lead-Gitarre öffnet den musikalischen Horizont, leitet über in einen technischen Gitarren-Solo-Teil, bevor ein epischer Chor übernimmt,
zweistimmige Gitarrenspuren (fast schon im PSYCHOTIC WALTZ Kosmos angesiedelt), Licht und Erlösung ... Einen würdigeren Abschluss kann man
sich kaum vorstellen.
So hat man nach "Armada" und "Kolossus", zum dritten Mal in Folge ein geiles Album
abgeliefert, ohne sich zu wiederholen - eine Meisterleistung (denn wie viele Bands schaffen dies???).
FAZIT
Exzellentes Songwriting trifft auf technische Raffinesse
Härte und Raserei trifft auf Eleganz und Epik
Fokus mehr auf Heavyness und Thrash
- weniger auf Black, ohne die Wurzeln des Bösen zu leugnen
Innerhalb des gesteckten Rahmens erfreulich facettenreich
So was nennt man wohl KREATIVITÄT
Eine nahezu perfekte Balance zwischen Brutalität und Schönheit
Webpage der Band
DARKEN TOM