IQ, SUBSIGNAL, LONG DISTANCE CALLING
ANNO
21 - Februar 2010
WERTIGKEIT - ein interessantes Wort.
Etwas besitzt eine Dimension, welche es für jemanden emotional oder rational interessant macht.
Ist es von Dauer? Verliert der Wert durch den TEST OF TIME?
Ist er wirklich, greifbar, zu bemessen oder nur für einen selbst real?
Dies kann ICH im Falle dieser Band nur mit Nachdruck bejahen.
Ob IHR dem folgen könnt, nun - findet es doch heraus.
Hilfestellung gebe ich gerne, aber BEGREIFEN müsst ihr selbst ...
IQ - Frequency 2009
Tracklist
CD
1. Frequency 8,29
2. Life support 6,28
3. Stronger than fiction 10,32
4. One false mistake 4,54
5. Ryker skies 9,45
6. The province 13,42
7. Closer 8,10
Gesamt-Spielzeit 62,00 min
DVD
1. Intro / Awake and nervous 10,25
2. You never will 5,16
3. Frequency 8,18
4. The magical roundabout 9,27
5. Harvest of souls 24,24
6. Sleepless incidental 7,07
7. Crashed and burned (Stronger than fiction) 10,17
8. The seventh house 15,19
9. It all stops here 8,32
10. Guiding light 10,49
11. Subterranea (Special features - Encores) 6,48
12. The darkest hour 12,04
Gesamt-Spielzeit 128.46 min
WISSENSWERTES
Stil
NeoProg oder die zweite Generation des ProgRock
Tendenzen
IQ, IQ und nichts als IQ
Anspiel-Tipps
Frequency, Life Support, The Province
Label
Inside Out
Die Band
Peter Nicholls Gesang
John Jowitt Bass
Michael Holmes Gitarre
Mark Westworth Keyboards
Andy Edwards Drums
EINDRUCK
Ich kenne kein schwaches Album dieser Band. O.k. - das Statement steht.
Und die letzten Jahre gab es eigentlich nur Klassiker ("Subterranea" von 1997, "Dark
Matter"
von 2004) und solche die an diesem Sockel kratzten ("The Seventh House" von 2000).
Was habe ich das Album "Nomzano" von 1987 geliebt, die Songs "No Love Lost", "Human Nature"
und "Common Ground" gehören mit Sicherheit zu den meist gespielten meines Lebens.
Nun also 5 Jahre nach ihrer "düstersten" Scheibe der nächste Abschnitt. Songs, die Zeit hatten zu reifen, keiner Plattenfirma gehorchen, sich dem schnelllebigen Markt verweigern.
Doch zunächst die Hindernisse.
MARTIN ORFORD - Keyboard-Meister, Gründungsmitglied
und einer der Hauptsongwriter verließ IQ.
Milliarden Prog-Fans rund um den Globus machten die Take That Trauer mit, Sorgentelefone wurden eingerichtet, Trostgesellschaften gegründet.
Welch Traum - in der bitteren Realität hat das kaum einen interessiert,
keinen hat's gestört.
Nur ein paar Unentwegte in Internet-Foren, welche selbst in fast vergessenen Reichen dümpeln, kamen aus dem Klagen nicht mehr heraus.
Doch IQ machen seltsamerweise genau da weiter, wo ihre Vergangenheit schon immer lag.
Epische Rockmusik, mit progressivem Anspruch und einer gewissen Nähe zum balladesken AOR-Element.
GENESIS in Gedanken und moderner symphonischer Prog im Vordergrund.
Was IQ immer ausmachte, war die Summe der starken Musiker. Die Rhythmik ist oft knackig, der Bass omnipräsent.
Haben sie doch mit JOHN JOWITT auch einen der Besten in ihren Reihen, der ein ums andere Mal an selige YES Zeiten erinnert.
Drums und Gitarre werden gerne immer wieder vergessen zu erwähnen, doch haben sie gerade auch dort ihre Stärken. Die Gitarre schwebt einmal mehr höchst abwechslungsreich zwischen getragenen, leisen Tönen und kräftigem Riffing hin und her. Feine Soli zerteilen die Songs.
Die Drums geben Form, hier ein Break - dort eher treibend, komplexe, dynamische Strukturen - fern der Einfachheit manch anderer Band des Genres.
ANDY EDWARDS wirkt unauffällig, ist aber in Wirklichkeit einer der Motoren der Band, der erst die Songs zu formen vermag.
Filigran werden die Songs aufbereitet, um den benötigten Raum für einen der aussergewöhnlichsten und doch auch besten Sänger dieser Musiksparte zu geben.
Co.flickr by Tim Ellis
Und PETER NICHOLLS singt natürlich wie immer und nutzt eben diesen Raum so phantastisch.
Charismatisch, weich und warm - exzellent und essentiell für die Band.
Diese Stimme ist kaum kopierbar, eigentlich nicht gerade voluminös, aber einprägsam. Einem Erzähler gleich - manchmal,
lang die Wörter zelebrierend, getragen und weit.
by flickr
Und wie ist er nun MARK WESTWORTH - der NEUE.
Man kann die Gemeinde beruhigen - atmosphärisch, wie immer.
Verschiedenste Soundlandschaften prägen das Bild, breite warme Flächen, Retro-Sounds, Neo-Sounds, auch mal spacige Elemente.
Moog, Mellotron - Orgel-ähnliche Sound-Gebilde, spacige Sounds. Abwechslung wird hier weiterhin GROß geschrieben - dafür standen und dafür stehen IQ.
Das Soundbild selbst ist klar produziert, die Luft manchmal richtig Mellotron geschwängert. Dieses schöne analoge Instrument schafft unnachahmlich eines - ATMOSPHÄRE.
Dies ist in der Summe, soooo weit weg von den meisten Genre-Kollegen, das man hier auch ruhig mal die Einzigartigkeit dieser Band hervorheben kann.
Ich habe noch gar keinen Song erwähnt, sagt IHR.
WARUM? - Nun, es sind allesamt Lehrbeisspiele für melancholischen, atmosphärischen, emotionalen Prog Sound. Ich liebte diese Band von Beginn an, und die Bande zwischen der Band,
ihrer Musik, und mir, wurden nur immer stärker über die Jahre.
Ich freue mich immer wieder, wie ein kleines Kind, wenn es die Band noch einmal schafft, ein neues Album zu veröffentlichen. Immer die Angst im Nacken, es könnte ihr letztes sein - IHR versteht?
DIES IST MEINE BAND - sucht IHR Euch eine andere.
Natürlich ist oft etwas Kitsch dabei, na und, das war schon immer so.
Natürlich ist immer etwas viel Bombast dabei, na und, kaum einer bekommt das so hin wie IQ.
Natürlich ist Peter's Gesang nicht für die breiten Massen gedacht, diese ruhige, fast schon erzählende Art, na und, um so mehr habe ich die Band für MICH.
Und doch scheint das Album leicht modernisiert, klingt frisch und unverbraucht, immer aber homogen. Satte Orgelsounds, das dynamische Schlagzeug-Spiel, die Anflüge von "Härte" in der Gitarre,
dazu die unaufdringliche Stimme des Sängers.
Ein weiteres Paradebeispiel einer "unverweichlichten" Prog Band und definitiv auf Augenhöhe mit den (oben erwähnten) Klassikern der Band.
Immer wieder schimmert auch die eigene Form der leichten Melancholie, der kaum wahrnehmbaren Düsternis im Sound der Band.
Ach - gebt Euch einfach der Musik hin und geniesst ... Traumbilder voller Schönheit, Sphären voller Licht, die Herzen weit ...
FAZIT
Moderner, symphonischer, bombastischer Wohlfühl-Sound
einzigartige Atmosphäre - herausragende Instrumentierung - intelligente Arrangements
Spannungsgeladen - Dynamisch - Songdienlich
Eine Band, die weit über das übliche Schema des "MUSIK-Machens" hinausgeht,
immer wieder in die seltenen Sphären entführt, die einen mit Kraft und Seele erfüllen.
Webpage der Band
P.S.: Die SPECIAL EDITION beinhaltet die oben aufgeführte DVD, welche mit über 2 Stunden Spielzeit protzt (2008 aus Zoetermeer/Niederlande).
UNBEDINGT diese Version greifen, zeigt sie doch das blinde Spielverständnis der Band, und glänzt dazu mit vielen Klassikern der Band.
Sympathische, im besten Sinne NORMALE Jungs, die ihre eigene musikalische Welt auf der Bühne erschaffen.
DARKEN TOM
ANNO
24 - Januar 2010
Geht es EUCH auch so, dass IHR die Sonne vermisst, ihre positive Energie.
Habt Ihr genug von Seelenlosigkeit und Berechnung.
Ein kleiner melancholischer Tipp - ein Fingerzeig der ehrlichen Musik,
dies soll folgende CD für Euch sein.
Falls Du Dich einlassen kannst, schenken Dir SUBSIGNAL rund eine Stunde Zeit,
kostbarer und wertvoller, als all die Verlockungen jenseits des Kopfhörers.
Erholung von der hektischen Welt, Wärme in beherrschender Gefühlskälte,
Tiefe in unserer geschaffenen Oberflächlichkeit.
Schenkt Ohr und Herz endlich wieder einmal einer Band, die dies auch verdient ...
Subsignal - Beautiful & Monstrous 2009
Tracklist
1. Where angels fear to tread 6,04
2. Paradigm 6,29
3. The sea 7,01
4. The trick is to keep breathing 6,21
5. Walking with ghosts 7,41
6. I go with the wind 4,54
7. To hope the road is long 4,15
8. Beautiful & monstrous 9,39
9. The last light of summer 4,04
Gesamt-Spielzeit 56,24 min
WISSENSWERTES
Stil
Progressive Rock, Rock
Tendenzen
Sieges Even mit AOR Einschlag
Anspiel-Tipps
Paradigm, The Sea, To hope the road is long
Label
ZYX Music
Die Band
Arno Menses Gesang
Markus Steffen Gitarre
Ralf Schwager Bass
Roel van Helden Drums
David Bertok Keyboards
EINDRUCK
Die Band basiert auf einem geplanten Nebenprojekt von SIEGES EVEN.
Dort wollten Arno und Markus ihre Ideen einbringen, bereits 2007 geplant wird daraus plötzlich eine vollwertige Band, als sich die Stammformation auf Grund von musikalischen und konzeptionellen
Gründen im Sommer 2008 trennt.
Schnell sind mit Ralf und David (beide von DREAMSCAPE) zwei weitere Mitstreiter gefunden und als dann Roel (SUN CAGED) an den Drums Platz nimmt ist SUBSIGNAL entgültig aus der Taufe gehoben.
Ich habe SIEGES EVEN geradezu vergöttert, die letzten beiden Alben der Band rauf und runter gehört.
Nicht umsonst wählten wir uns den Song "Eyes Wide Open" vom Album "Paramount", damals zum Start unserer
Seite als Eröffnungs- und Willkommensmusik.
Hier dürfen wir uns auch noch einmal ganz offiziell bei Markus und Arno bedanken,
die uns dies ermöglichten. Umso vorsichtiger war ich bei der Betrachtung von SUBSIGNAL.
In einer angenehm warmen Produktion eingebettet, welche gleichzeitig Arnos weiche Stimme, die so hervorragend Emotionen transportieren kann, als auch das ungemein abwechslungsreiche Gitarrenspiel
von Markus unterstützt, ist der Vergleich mit den beiden letzten Alben von SIEGES EVEN gar nicht mal so abwegig.
Änderungen sind dennoch schnell ausgemacht.
Der Sound von SUBSIGNAL wird mit Keyboards angereichert, die so ziemlich gleichberechtigt der Gitarre gegenüber stehen. Die progressiven
Strukturen sind leicht zurückgenommen, dafür wird der Sound mit Rock-, AOR und etwas ArtPop aufgewertet. Die Stimmung der Songs ist durchweg hoch emotional, etwas weniger oder mehr stark melancholisch - je nach Song.
So entsteht ein wundervolles, ruhiges (mit einigen Ausschlägen), atmosphärisches Rockalbum,
wie es heutzutage nur noch selten zu finden ist.
Den ersten Song schnell als Eingewöhnung, dann folgen gleich mit "Paradigm" (ein Rockstück mit ganz feinem Refrain) , "The sea" (eine Athmo-Nummer mit leichtem PINK FLOYD Einschlag) und "The trick is to keep breathing" (eine treibende Nummer, fast schon modern, mit harschen Gitarren-Riffs) -
ein Dreier, der die ganze (bereits jetzt vorhandene) Klasse der Band aufzeigt.
Tolle Gesangsharmonien, von Arno mit feinen Background-Chören untermalt, prägen das Bild.
Markus variiert ständig sein Spiel, manchmal reichen einfach wenige, geschickt eingesetzte Töne, welche auf weiten Keyboardflächen im Raum zu schweben scheinen, um eine unnachahmliche Atmosphäre
zu schaffen - manchmal wird man gar an PINK FLOYD Landschaften der späteren Phase erinnert.
Das dies eine gewisse Zeitlosigkeit in sich trägt, eine ungemeine Ruhe in unserer hektischen Zeit, scheint Absicht.
Sie umschmeicheln Dich, fangen die wunde Seele auf und bieten doch so viel Detailarbeit, gerade im Gitarrenbereich, dass sich das Entdecken unter Kopfhörer lohnt, eigentlich zwingend ist, denn
nur so kann man so richtig eintauchen in die Welt von SUBSIGNAL.
Dann fallen einem auch die trockene, unterstützende Arbeit der Drums auf, ein sehr akzentuiertes Spiel, nicht aufdringlich sondern Rahmen gebend.
Der Bass ist warm und nie dominant, trotzdem Sound füllend.
Bei der Nummer "To hope the road is long" muss ich unweigerlich an TOTO denken, eine treibende Nummer, wo die Straße unter einem
hinwegzugleiten scheint.
Wuchtige Gitarren-Riffs eröffnen, der Bass pumpt vor sich hin, feine Gesangs-Arrangements und diese Gitarren-/Keyboard-Sounds, die unweigerlich an die große Band (auch nicht mehr existent) denken
lassen. Dann aber wieder wuchtige Gitarren-Riffs, etwas sperriger im Gesang mit folgendem Gitarrensolo, nur um wieder in diesen feinen AOR-Chorus zu münden.
So lehnt man sich etwas an ehemalige Szene-Größen an, bringt aber trotzdem so viel Eigenständigkeit mit - ich halte MARKUS STEFFEN für einen
der besten Gitarristen in Deutschland, dass dadurch etwas entsteht, was diese Musik, meiner Meinung nach, unweigerlich braucht und das viele nicht im Ansatz erreichen - UNAUFGESETZTER TIEFGANG.
Gleichzeitig fordert dies vom Zuhörer auch die Bereitschaft ein, sich mit der Musik beschäftigen zu wollen - schneller Konsum ist hier nicht angebracht.
Kann man dieser Band die notwendige Aufmerksamkeit entgegenbringen, erwartet einen eine Landschaft voller Schönheit, Ruhe im Auge des Sturms, eine Form von Erhabenheit, wie sie im Musikgeschäft
leider immer seltener wird.
Das Titelstück ist dann die Essenz von SUBSIGNAL - melancholischer Einstieg, durch eine Violine unterstützt. Weite Klangspektren und Farben, aber dann auch fast schon harsche Gitarreneruptionen, die aus der ansonsten unaufdringlichen Melodiegebung herausragen.
Darüber trohnen die feinen Gesangsharmonien eines erstklassigen, hoch emotionalen Sängers,
wiederum versehen mit strahlenden Backgroundchören.
Mit einer balladesken, ruhigen Pianomelodie klingt der Song aus.
BEAUTIFUL & MONSTROUS
FAZIT
Anspruchsvolle Rockmusik - mit Tiefgang
Die Unaufdringlichkeit der Melodien ist Balsam für die angegriffene Seele
Emotionalität - Wärme - Melancholie
Zum Ein- und Abtauchen aus einer grauen Welt
- in ein mit gedeckten Farben gemaltes Klanggemälde
Webpage der Band
DARKEN TOM
ANNO
18 - Dezember 2009
Leute - Schnee in Münster ...
hauchzart-pudrig bedeckt er die weiten Flächen des Münsterlandes.
Die Kristalle schimmern geheimnisvoll ... scheinbar angefüllt mit eigentümlichen Licht.
Und immer noch schneit es ...
Unschuldig-rein, bereitet er doch unweigerlich das Ende vor.
Die Dämmerung der Nacht hat eingesetzt - die Zeit selbst holt tief Luft.
Die letzten Laute der geschäftigen Welt verklingen immer mehr.
Nur noch wenige Tage ...
Auf was sollen wir nur hoffen ... im neuen Jahr?
Wird alles nun besser ... müssen/wollen wir uns ändern?
Sinnfragen ohne wirkliche Antwort - ein JEDER kämpft alleine.
Doch WIR sind mit EUCH - geleiten unsere dunklen Schwestern und Brüder sicher.
Musik angefüllt voller positiver Energie soll UNSERE FREUNDE leiten.
Long Distance Calling - Avoid The Light 2009
Tracklist
1. Apparitions 12,16
2. Black paper planes 7,17
3. 359°
7,55
4. I know you Stanley Milgram! 10,26
5. The nearing grave 7,48
6. Sundown highway 9,10
Gesamt-Spielzeit 52,52 min
WISSENSWERTES
Stil
Instrumental, Post Rock, New ArtRock
Tendenzen
Progressive, Psychedelische Elemente, eine Prise Ambient und Experimentierfreude
Anspiel-Tipps
Apparitions, The Nearing Grave
Label
Superball Music (SPV)
Die Band
Jan Hoffmann Bass
David Jordan Gitarre
Florian Füntmann Gitarre
Janosch Rathmer Drums
Reimut von Bonn Ambience
Gäste
Jonas Renkse (Katatonia) Gesang bei "The Nearing Grave"
EINDRUCK
Nach dem 2007 erschienenen "Satellite Bay" ist der Licht-Verweigerer erst das zweite Album der Band aus dem Umfeld von Münster. Und mit
welcher Selbstverständlichkeit hier wunderbare, instrumentale Klangbilder erschaffen werden, ist schon fast unheimlich.
Ein dynamisches Wechselbad erwartet den Musikfan, zerbrechlich emotional bis zu schon wütenden, plötzlich ausbrechenden Eruptionen.
Traurigkeit und Melancholie paart sich mit hypnotischen Rocksounds.
Die sehr gut gelungene, weil erdige und transparente Produktion, passt hervorragend zu diesen organischen Klang-Epen.
Die Songs werden noch in spannungsgeladenen Sequenzen aufgebaut, man(n) lässt sich für diese Entwicklung innerhalb der Songs genügend Zeit, und dreht so ganz allmählich an dieser Schraube,
bis sich eben diese Entwicklung "richtig" anfühlt - die (Er-) Lösung des Songs präsentiert werden kann.
Und doch werden auch immer wieder Wendungen in die Songs eingestreut, klingen die Tracks nicht langweilig, da "langatmig", sondern atmen und pulsieren.
Der Opener (und wahrscheinlich beste Song des Albums) "Apparitions" darf hier als Beispiel genannt werden.
Ein relaxter Beginn, mit wenigen Gitarren Akkorden und entspanntem Rhythmus,
dazu sphärischen Keyboardflächen - schon packt Dich diese Atmosphäre aus Ruhe und Geborgenheit.
Wunderschöne Bilder voller Anmut, gemalt in warmen Farben erfüllen Dich.
Das Stück erinnert an Ambient Musik - ruhig und getragen, doch wechselt es mit sacht anziehendem Schlagzeug, sowie verzerrteren PostRock Gitarren hin zu einem, von feinen Gitarrenharmonien
durchsetzten Instrumentalstück mit Eingängigkeit und Sogwirkung, nur um wieder in ruhigere, stimmungsvolle Momente abzutauchen.
Ab und an erahnt man Dunkelheit, kompositorisch in dichte Instrumentierungen verpackt,
niemals hoffnungslos, sondern immer mit dem musikalischen Silberstreif am Horizont.
Bei "I know you Stanley Milgram!" werden Gitarre und Drums in den Clinch geschickt.
Ein alternatives Rock-Lehrbeispiel, in dem sich beide Instrumente immer weiter antreiben, unterlegt mit einem weichen, pumpenden Bass.
Immer dynamisch auf- und abschwellend, intensiv, abwechslungsreich.
Und wenn dann Jonas Renkse von KATATONIA im vorletzten Song "The Nearing Grave" zum Mikro greift (der einzige Song mit Gesangsunterstützung),
verschmilzt tatsächlich die tieftraurige Welt einer KATATONIA-Komposition, mit dem melancholischen, vielschichtigen Tiefgang der Band LONG DISTANCE
CALLING zu einem Gefühls-Orkan sondergleichen.
Absolutes Feeling, wunderbare Gitarrenarbeit, akzentuiertes Schlagzeug, weicher Bass
- Gesangsharmonien, in denen Du Dich verlieren kannst.
FAZIT
Verschiedene Genres bilden einen Ideen-Pool
aus dem LONG DISTANCE CALLING mit vollen Händen schöpfen.
Entspannte - Eingängige - Innovative - Spannende Klangreisen voller Gefühle.
Hier klingt nichts aufgeblasen, sondern immer sehr natürlich
- gewachsene Song-Gemälde voller Schönheit.
Und trotz aller Melancholie und düsteren Abschnitten
hinterlässt die Scheibe sooo viel POSITIVE ENERGIE ...
Webpage der Band
DARKEN TOM