HEART OF CYGNUS, KILLSWITCH ENGAGE, JORN ...
ANNO
24 - Oktober 2009
Es ist dunkel geworden und irgendwie fühle ich mich heute etwas verloren.
Ein nur sehr schwer begreiflich machendes Gefühl beherrscht mich.
Nur das ferne, bleiche Licht der Sterne leuchtet mit ...
Und es ist still geworden - so bin ich mit MIR und meinen Gedanken allein.
FERNWEH - ja, ein Großteil dessen, was ich heute fühle.
Doch nicht die Sehnsucht nach fernen Ländern treibt mich an. Nein, es ist der alte Traum der Menschheit nach der Ferne weit jenseits ... unseres Planeten, unseres irdischen Seins.
Sich loslösen von Schranken und aufdoktrierten Geboten, von Erwartungshaltungen.
Der Ruf nach Unendlichkeit, fremde Wesen, ferne Planeten, der heroische Kampf um Freiheit,
das Mysterium und das Geheimnisvolle ...
Und da ereilt mich der Ruf ... und ich lasse mich fallen ...
Heart Of Cygnus
- Tales From Outer Space! 2009
Tracklist
1. Tales from outer space 1,22
2. In the days of the galactic alliance 3,58
3. Space Triology Pt. 1 - Maiden voyage 2,23
4. Space Triology Pt. 2 - Perelandra 2,38
5. Space Triology Pt. 3 - Awake, sleeper 10,21
6. The last man 3,18
7. Starship troopers 4,45
8. XBSN 2,56
Gesamt-Spielzeit 31,37 min
WISSENSWERTES
Stil
pendelt zwischen Progressive Rock/Metal und Soundtrack, Classic Rock
Tendenzen
ein Spur Queen, Eagles/ELO Gesangsharmonien
unendlich viel HEART OF CYGNUS
Anspiel-Tipps
Awake Sleeper, In the days of the galactic alliance
Label
Eigenvertrieb
Die Band
Jeff Lane Gitarre, Gesang, Keyboards, Bass
Jim Nahikian Drums
EINDRUCK
... der Ruf ereilte mich dann doch über moderne Mail-Konten.
Jeff schrieb mir, dass die neue E.P. so gut wie im Kasten ist und er mir schon einmal MP3 Dateien rüberschickt - veröffentlicht wird die CD am 18. November.
Schnell die Daten hochgeladen, mit höherer Qualität konvertiert
- und da ist es nun - TALES FROM OUTER SPACE!.
Nach zwei Alben UTOPIA (Bericht hier) und OVER MOUNTAIN, UNDER HILL (Bericht hier),
welche auch schon in Eigenproduktion erschienen, nun also der dritte Output der sympathischen Band.
Wieder ist es ein Eigenvertrieb und was soll ich sagen - der Sound ist phantastisch geworden.
Ich habe mir die Daten auf CD gebrannt, um sie auch auf meiner Anlage hören zu können.
Warm, transparent, druckvoll - mit Sicherheit eine der besten Produktionen im Eigenverfahren EVER.
Das Teil schlägt mühelos vieles, was heute von den Plattenfirmen veröffentlicht wird - EIN GENUSS.
Man hört jede noch so feine Gitarren-Harmonie, die Stimme kommt so klar und transparent rüber, Bass und Schlagzeug sind genau richtig eingebunden und die vielen kleinen Details kommen voll zur
Geltung.
Und das ist auch zwingend erforderlich. Denn die Musik von HoC wird immer vielschichtiger.
Allein diese vielen Gitarren-Spuren, es klingt nach einer ganzen GITARREN-ARMEE,
die manchmal Gedanken an seligste QUEEN/ BRIAN MAY Zeiten aufkommen lassen,
z.B. in "In The Days Of The Galactic Alliance". An anderer Stelle braten sie so druckvoll, wie bisher auf den ersten beiden Outputs noch nicht, hört Euch hier stellvertretend "Awake, Sleeper" an,
übrigens Auszüge aus einem Prequel, welches Jeff für UTOPIA schrieb.
Ansonsten werden sehr viele elektronische Spielereien und Feinheiten geboten, die Keyboards öfter und Song-führender eingesetzt, als auf den beiden Vorgängern - dem Thema entsprechend -
SPACE OPERA.
Jeffs Stimme wird selbstbewusster eingesetzt und zwar mit weit weniger Anleihen von Geddy Lee (Rush) als bisher, sondern inzwischen ganz selbstverständlich JEFF LANE.
Weich und mächtig harmonisch, manchmal an selige ELO "Time" Zeiten erinnernd, wie im Song
"Starship Troopers" zum Ende hin, da elektronisch leicht verändert. Manchmal fast schon unverschämt harmonische Chor-Passagen, wie in "In The Days Of The Galactic Alliance", die an EAGLES erinnern.
Ihr merkt schon ... ICH LIEBE DIESE BAND, bin parteiisch, lasse mich einfangen, überzeugen
und genieße wirklich jede Sekunde dieser herrlichen Musik.
Der Ablauf
Du hälst die CD in der Hand (Artwork wurde mir freundlicherweise per Datenmaterial mitgesandt), und freust Dich schon wie ein kleines Kind. Auf 50er Jahre getrimmtes Coverbild, Space-Ships
fliegen durch den Weltraum, der Schriftzug der Band nun auch im gleichen Look.
"Tales From Outer Space" eröffnet die Scheibe und klingt nach einem 50er/60er Jahre Film-Soundtrack. Jeff komponierte das Teil und ließ es mit orchestrierten
Samples und einem "Old Movie" Tool verändern
- klingt original.
Dann das bereits angesprochene "In The Days Of The Galactic Alliance" - die typischen HoC Gitarren Harmonien übernehmen das Kommando - welche Pracht, 2, 3 und
4 stimmige Passagen,
Leads und Harmonien ohne Ende, beste Queen/Brian May Erinnerungen wachrufend,
treibend, schwirrende Töne erfüllen den Raum - man kann den Aufbruch förmlich spüren.
Dann Break - hymnische Lead-Gitarre zaubert einen unglaublich erhabenen Melodie-Bogen in die sternenklare Nacht, bevor nur noch eine elektronisch leicht veränderte Stimme zu hören ist:
"We shall return - to galactic days ..." - JA, JA, JAA ... NEHMT MICH MIT ...
Solche Harmonien nicht platt erscheinen zu lassen - das können nur ganz wenige Bands.
Ein Piano ertönt, übernimmt die Melodie, welche die Gitarre vorher vorgab, der Text wird wiederholt - Gitarren-Solo - DER HAMMER,
SUCHT-SUCHT-SUCHT.
Dieser Song wird mit jedem weiteren Mal hören immer stärker, diese Melodien - es ist einfach unglaublich.
"We carry on ..." - der Song klingt mit einem Piano-Akkord aus.
Schwirrende, Dich umkreisende elektronische Keyboard Töne, leicht an Bands wie MUSE erinnernd, werden wieder von diesen phantastischen Gitarren-Harmonien begleitet.
Wir sind beim Herzstück angelangt - der "Space Trilogy" - jetzt wirds heavy.
Pt.1 - eine kurze Einführung, mächtig atmosphärisch - Keyboard Teppich und elektronische Fragmente, bevor eine Gitarre aus der Ferne erste
hart rockende Riffs ins All feuert.
Dazu mehrstimmige Gitarren-Leads.
Pt. 2 - Getragener, eher schleppender, Heavy-Rhythmus "Universe of Mystery ..." singt Jeff und Jim wuchtet fast schon
sparsame Schlagzeug Schläge dazu, die Gitarre rifft nun komplexer, der Sound ist längst nicht mehr so harmonisch, wie zu Beginn der Scheibe, jetzt eher erdig, bodenständig, aber immer noch mit
diesen ganz feinen Gesangslinien, incl. einsetzender AAH-AA-AAH-AA-Chören.
Pt. 3 - die über 10 Minuten dauernde Hauptnummer der Scheibe "Awake, Sleeper"
- wieder dieser Soundtrack-artige Beginn, dann treibendes Schlagzeug, schnelle Riffs.
Die Metal Riffs variieren zwischen schnellen Abfahrten und Wucht, dann eine kurze zweistimmige Passage, bevor ein Instrumental-Teil mit Tempo- und Breakwechsel anschließt
- eindeutig die Progressiv-Nummer des Albums.
Nach 3,45 min dann die Reduzierung auf bedrohlich, klingende Riffs und leise Keyboardklänge,
bevor der Song in einen weiteren Gesangsteil mündet, prägende Basslinien und Gitarren-Solo,
dann eine DOOM-Passage, sehr schleppender Rhythmus - wuchtige Gitarren-Riffs, um zum Ende hin wieder in diese schnelle Gitarren-Abfahrt zu
münden, bei sehr akzentuiertem Schlagzeug-Spiel. Epische hymnische Strukturen am Ende - begleitet von einem aus wenigen Tönen bestehenden Keyboard Lead.
Nach dieser Space Trilogy werden noch drei weitere Space Songs angegliedert. Bei "The Last Man" handelt es sich um eine reine leise, sehnsuchtsvoll gesungene
Nummer mit ruhiger Synthie-Begleitung.
"It's beautiful - a world so far away - but it's dark and cold - out here in space
- and I'm all alone ..."
Es folgt eine orchestrierte Sequenz mit einem weiteren, dieser unverschämt
schönen Gitarren Harmonien. Das Lied klingt ruhig und sehnsuchtsvoll aus.
"Starship Troopers" hat wieder diese elektronischen Synthie-Klänge, im Hintergrund sind angedeutete Laser-Schüsse zu hören. Klingt fast schon wie eine
Kraftwerk/Tangerine Dream Nummer. Dann ein Akustik-Gitarren Akkord, wieder ganz ruhiger Gesang - sehr entspannte Nummer mit EAGLES-ähnlichem Chorgesang und
wieder dieser elektronisch veränderten Sing-Stimme in ELO-Manier am Ende.
Hat man sich nun an diese Entspanntheit gewöhnt, wird man noch überrascht werden, denn am Schluß wird noch einmal mit "XBSN" die Gitarren Harke
ausgepackt. Schnelles Riffing, drückende Drums - eine überdrehte Rock-Nummer, mit spassigem Wah-Wah Solo der Gitarre.
FAZIT
Sehr vielschichtig - neue Elemente im Sound - exzellentes Gitarrenspiel.
Eine Fingerübung einer extrem talentierten Band. Spass Songs, bei ausgelebter Kreativität.
Das Universum scheint unendlich, mehrdimensional, sich ständig erneuernd, offenbart immer neue Wunder, ist scheinbar grenzenlos ... wie die Musik von HEART OF
CYGNUS.
Ich lehne mich mal etwas aus dem imaginären Sternen-Fenster
- die nächste Full-Lenght-Scheibe der Band wird ein KLASSIKER - WETTEN.
Webseite der Band und auf MySpace
DARKEN TOM
ANNO
16 - September 2009
Ein Portion HEAVY POSITIVISM gefällig ?
Vorreiter, Aushängeschild, Erneuerer der Szene.
Wo viele nur noch Plagiate darstellen, ist der Wille und der Mut zur Veränderung die richtige Antwort.
THE BEST OF BOTH WORLDS sozusagen, die Urwüchsigkeit, das Brachiale, die Tradition, das Moderne.
Ein Album in der Schnittmenge ... Es wäre zu wünschen, dass IHR begreift ...
Killswitch Engage - Killswitch Engage 2009
Tracklist
1. Never Again 3,09
2. Starting Over 3,51
3. The Forgotten 3,18
4. Reckoning 2,41
5. The Return 4,29
6. A Light In A Darkened World 2,51
7. Take Me Away 2,46
8. I Would Do Anything 3,22
9. Save Me 3,47
10. Lost 3,45
11. This Is Goodbye 4,17
12. In A Dead World 4,14
13. Rose Of Sharyn (Live) 3,48
14. My Curse (Live) 4,27
15. Holy Diver (Live) 5,08
Gesamt-Spielzeit 55,45
WISSENSWERTES
Stil
Power beladener Heavy Metal mit Melodic Death, als auch Metalcore Einflüssen
Tendenzen
Lead Riffs erinnern des öfteren an harte DIO Schule
Anspiel-Tipps
Starting over, A Light In A Darkened World, Lost, In A Dead World
Label
Roadrunner/Warner
Die Band
Howard Jones Gesang
Joel Stroetzel Gitarre
Adam Dutkiewicz Gitarre
Mike D'Antonio Bass
Justin Foley Schlagzeug
EINDRUCK
Wir sind mittlerweile beim 5ten Album der Band aus Neu-England angelangt und symbolisch für einen Neuanfang (?) wird es schlicht mit dem Bandnamen betitelt, wie bereits das Debut vor 9 Jahren.
Und das macht auch Sinn.
Nach den ersten 3 Alben, die allesamt recht eindeutig dem brachialen Metalcore zuzuordnen sind, wenn auch schon da mit einer ganz eigenen Note, welche den meisten anderen Bands dieser Musikrichtung
weitestgehend abging, wurde mit dem vierten Batzen "As Daylight Dies" Neuland insofern beschritten, dass man aus den stilistischen Grenzen
auszubrechen versuchte.
Nun, im Jahre 2009 angekommen, werden weitere Mauern nieder gerissen.
Eine zunehmende Entspanntheit zieht in den Sound der Band ein. Gelassen, ob ihrer Qualität und ihrer Kraft, werden zunehmend Heavy- und Power Metal Elemente in den Sound eingebracht.
Es gibt ruhige Momente zum Durchatmen, fast schon balladeskes Liedgut.
So haben wir zwar immer noch Grundzüge des Metalcore - eine brachiale grooveorientierte Grundstimmung. Hart riffende, schnelle Gitarren und wuchtige Drums.
Wir haben melodische Death Elemente - die Schwere der Gitarren und das schleppende Rhythmik Geboller.
Es gibt immer noch den abwechslungsreichen Gesang - ein Hin- und Herpendeln zwischen aggressivem Geshoute und klaren Gesangsharmonien.
Und doch wird nicht permanent Gas gegeben, nicht immer nur wütend gedrückt.
Es gibt hochmelodische Refrains zu entdecken, wie überhaupt der melodische, etwas pathetische Gesangsstil von Howard Jones diesmal klar im Vordergrund steht.
Die Hooklines sind manchmal direkt episch, immer emotional, werden von breit angelegten Riffs getragen und das Ganze bei einer glasklaren Produktion.
Überhaupt sind die Gitarren wieder einmal oberste Liga, welch abwechslungsreiche Arbeit.
Hier gibt es so viel zu entdecken - diese Rifforkane im Eröffnungssong "Never Again", die Doppel-Leads in "Starting Over",
die ruhigen, breit angelegten Riffs von "The Return", die epischen Melo Death Momente in "A Light In A Darkened World" oder
die Epik von "Lost" - und immer wieder Melodie, Harmonie, aber auch Kraft und ungezügelte Power.
Dies alles ist technisch höchst anspruchsvoll und bietet immer wieder die nötige Abwechslung.
So wirkt das Album sehr dynamisch, der Wechsel zwischen Aggressivität und Melodik funktioniert hervorragend, ergänzt sich und formt so ein modernes Metal-Album, welches sehr frisch und unverbraucht
wirkt.
Die Band löst sich so immer weiter von der Vergangenheit, ohne mit den ureigenen Wurzeln zu brechen.
Die limitierte Version bietet dann auch noch 4 Bonus Songs, darunter das bekannte DIO-Cover "Holy Diver" im Live-Gewand.
FAZIT
Ein durch und durch selbstbewußtes Album
Mit Herz und Arsch - Abwechslung und Kraft
Ein, von Genre-Grenzen losgelöstes Erlebnis moderner Metal-Mucke
Kilswitch Engage im Netz
DARKEN TOM
ANNO
20 - August 2009
Überall war zu hören - DER STURM WIRD KOMMEN !
Die Natur schreit unerbittlich nach ihrem Recht.
Was war es warm heute - selbst bei uns hier waren es gemessene 36,8°.
Zerflossen ist mein Vorsatz, heute etwas mehr zu tun, im Alltag.
Doch dafür gebe ich nun ALLES - in meinem Sauna-ähnlichem Dachzimmer. Keiner von Euch würde dies tun - hingestreckt mit einem kalten Bier liegt ihr doch wieder vor der Glotze.
Unfähig jeder Bewegung - unfähig des klaren Gedankens selbst.
Doch dafür opfere ich mich - bin für EUCH da.
Einsam ist es an der Spitze - LONELY ARE THE BRAVE ... Könnt IHR mir folgen ...
Jorn - Lonely Are The Brave 2008
Tracklist
1. Lonely Are The Brave 4,17
2. Night City 5,27
3. War Of The World 5,33
4. Shadow People 3,34
5. Soul Of The Wind 6,03
6. Man Of The Dark 5,11
7. Promises 4,44
8. The Inner Road 4,56
9. Hellfire 6,13
10. Stormbringer 3,53
11. Like Stone In Water 5,02
Gesamt-Spielzeit 54,47 min
Wissenswertes
Stil
Hard Rock, Heavy Rock
Tendenzen
Dio, Rainbow - aber auch ein Anflug von Black Sabbath
Anspiel-Tipps
War of the world, Soul of the wind, Promises
Label
Frontiers Records
Die Band
Jorn Lande Gesang
Tom Moren Gitarre
Jörn Viggo Lofstad Gitarre
Sid Ringsby Bass
Willy Bendiksen Drums
Eindruck
"This is my road - It's just Rock'n'Roll .."
singt unser Vorzeige-Norweger (u.a. Masterplan, Auftritte bei Ayreon und Avantasia) Jorn im Eröffnungs-Song "Lonely Are The Brave" zu seinem nun 5ten
Studio-Album.
Das gibt den Spirit des Werks perfekt wieder.
Ansiedeln würde ich die CD viel stärker im DIO Umfeld, als in der Coverdale'schen Whitesnake Phase. Wuchtige Hard Rock Riffs dominieren das
Geschehen, von ganz feinen Gesangs-Harmonien begleitet.
Wie überhaupt das Gitarren-Duo, ein ums andere Mal, mächtig knackige Riffs einstreut.
Das klingt beim zweiten Song "Night City" fast nach einer Dio Debut Album Phase, auf jeden Fall aber schleppend und voller Power.
Der Rock regiert und ist klasse produziert.
Die Gitarren braten heftig, der markante Gesang kommt absolut kräftig rüber und ist klar verständlich. Die Drums sind druckvoll und doch zusammen mit dem pumpenden Bass eher begleitend, als dominant.
So kann sich der sehr gute Sound entfalten.
Haut dieses Album auf eine gute Anlage und ihr habt einen sehr fetten Sound, der aber nichts verschluckt, sondern klar und transparent bleibt.
Die Songs an sich haben etwas Mainstream verloren und dafür die geballte Stärke kernigen Hard Rocks angenommen. Und Jorns Stimme ist selten besser in Szene gesetzt worden.
Kräftig, markant, voller Druck und Power.
Nahezu unerreicht im Zirkus - durchaus sich messend mit den ganz Großen (zu denen er eigentlich schon längst gezählt werden darf). Da schimmern, wie oben besprochen Dio, aber auch selige Rainbow Phasen durch (zu "Straight between the eyes" - Zeiten).
Die Songs sind abwechslungsreich und immer wieder von den feinen Rock-Gitarren geprägt.
"War Of The World" bringt einen phantastischen Refrain mit, incl. Oh-Oh-Oh-Oh-Chor, sowie ein äußerst gefühlvolles Solo, während die treibenden Gitarren-Riffs des
Mittel-Teils ungemein drücken - phantastischer, geiler Song. Nach mehrmaligem Hören geht er glatt als nahezu perfekter Song dieser Musiksparte durch - ein künftiger Klassiker.
Gewehrfeuer eröffnet "Shadow People" - eine weitere Hymne, die wie gemacht fürs Live-Programm scheint. Melodische Strophen und ein eingängiger, aber nicht platter
Refrain - alles mit genügend Schmackes vorgetragen.
Bei "Soul Of The Wind" kommt dann die Würze ins Spiel - fast schon Black Sabbath-artige Heavyness und
Düsternis, kleidet diesen Song. Eine doomige Atmosphäre fängt uns ein - ein Stampfer im Midtempo.
Der zweite Stampfer folgt sofort im Anschluss "Man Of The Dark" - und der Song begeistert wieder mit einem absolut feinen, warmen Solo.
Und dann folgt mit "Promises" der wohl am besten arrangierte Song des Albums.
Eine feine Doppel-Lead Arbeit in der Mitte des Songs erinnert gar an Thin Lizzy, bevor es mit kräftigen Gitarren-Riffs treibend weitergeht. Der
Refrain ist zwingend, am Schluß gibt es eine Spur Hymnen-haftigkeit.
Diese "Kleinigkeiten" lassen sich in nahezu allen Songs ausmachen und zeugen von der feinen Komponier-Arbeit der Jungs.
Abgerundet wird die CD dann von einer Neueinspielung des Songs "Hellfire" aus BEYOND TWILIGHT Zeiten (einer
weiteren Band, bei der Jorn Lande tätig war).
Die Limited Edition sorgt mit zwei weiteren Songs, "Stormbringer" - Cover von Deep Purple und dem Bonus-Song "Like Stone In
Water" (auch sehr gut) für weiteren Kauf-Anreiz und ist unbedingt zu empfehlen.
Auffällig auch - es fehlt die Ballade (wäre hier eine der Allen/Lande Phase vertreten - könnte man von einem Klassiker sprechen), überall herrscht Hard/Heavy
Rock PUR.
Weiter hervorzuheben ist der Anspruch seiner Texte - denn hier werden schon mal Bezüge zur Umwelt hergestellt, und nicht nur übers weibliche Geschlecht gesungen, wie es leider so oft in dieser Form
der Musik vorkommt.
FAZIT
Dieses Album steht den Allen/Lande Veröffentlichungen (hier nachzulesen) näher, als der eigenen Solo Vergangenheit. Es ist schnörkelloser, wuchtiger,
intensiver Hard/Heavy Rock, geradeaus mit packenden Gesangs-Melodien.
Emotional vorgetragen, von einer der besten Hard Rock Stimmen unseres Planeten, eingängig und melodisch, aber nicht platt.
Für DIO - RAINBOW - WHITESNAKE Fans eigentlich unabdingbar.
Für aufgeschlossene Heavy Hörer, die auch mal abseits von Black Sabbath/ Candlemass Straßen wandeln - eine Empfehlung.
Für aufgeschlossene Rock Hörer - möglicherweise eine Entdeckung.
Jorn Lande im Netz
DARKEN TOM

