Grand Magus, Meat Loaf, Orden Ogan
ANNO
21 - August 2010
Kann eine Weiterentwicklung ins Traditionelle auch Fortschritt sein?
Ist das Bekennen zu den Wurzeln der Musik mutig oder einfallslos?
Nun - Bands, die ehrlich sind und Rückgrat zeigen,
sind mir persönlich auf jeden Fall lieber, als "gesichtslose" Hampelmänner.
So wirken Emotionen und damit die Musik einfach "echt",
Überzeugungen werden ausgelebt - nicht geleugnet.
Ein Stück echtes Fleisch für EUCH ...
Grand Magus - Hammer Of The North 2010
Tracklist
1. I, The Jury 4,15
2. Hammer Of The North 5,13
3. Black Sails 5,08
4. Mountains Be My Throne 3,46
5. Northern Star 4,19
6. The Lord Of Lies 6,14
7. At Midnight They'll Get Wise 3,45
8. Bond Of Blood 4,43
9. Savage Tales 4,42
10. Ravens Guide Our Way 5,52
Gesamt-Spielzeit 47,52 min
WISSENSWERTES
Stil
Traditioneller Heavy/Doom/Stoner Metal
Tendenzen
etwas alte Judas Priest
etwas Black Sabbath Vibes
viel rockige Attitude und nordischer Pathos
Anspiel-Tipps
I, the jury, Hammer of the north, Northern star, Bond of blood
Label
Roadrunner Records
Die Band
JB (Janne Christoffersson) Gitarre, Gesang
Fox (Mats Heden) Bass
Seb (Sebastian Sippola) Schlagzeug
EINDRUCK
Es geht eher los, wie in einem klassischen JUDAS PRIEST Film der frühen Jahre (irgendwo zwischen den Alben "Stained Class" und "Screaming For Vengeance"), im Hintergrund erahnt
man Schläge auf den metallischen Amboss. Das Riffing bei "I, the jury" ist abwechselnd schnell und dann wieder erklingen lang gehaltene Power Griffe - auch
die Stimme in den Strophen ist gar nicht so weit weg von den tieferen Gesangslagen eines ROB HALFORD zu jener Zeit. Ein smarter Stampfer,
mit einer leichten Doom Atmosphäre ab und an und feinen Solospuren im Mittelteil.
Ja - die Wölfe heulen wieder, treten vor aus dem schwedischen Wald, wo Sie vor 14 Jahren ihr Rudel gründeten. Waren Sie immer eher dem Doom Genre (mit Stoner Einflüssen) zuzuordnen, würde ich
diesmal, bei ihrem fünften Album so weit gehen, die traditionelle Heavy Metal Ausrichtung als Hauptbestandteil anzugeben. Natürlich gibt es immer noch massenhaft Stoner/Doom-Querverweise,
doch die Kraft und Power hat man eher aus der Tradition geschöpft.
"Hammer of the North" - so lautet der zweite Song und DAS Statement dieses Albums.
Ein in den Strophen getragenes Stück, garniert mit etwas Hymnenhaftigkeit, dann wieder stampfend im Refrain, eine kleine akustische Gitarrenspielerei beendet den "Hit" des Albums.
Dann erklingt ein dunkler Männerchor, wir leiten über in "Black Sails" - rollend, wuchtig, mächtig.
Schon die Bridge erhebt sich aus diesem Midtempo-Stück, " ... bringing doom, bringing death ... ", welches schön getragen daherkommt.
So entwickelt sich ein Album ohne Schwachpunkt, mit stets gutklassigen, bis sehr starken Songs,
die wohl jedem Liebhaber aus der Schnittmenge Heavy/Doom/Stoner munden sollte.
Sie sind schneller als der übliche Doom, sie sind zielgerichteter als die üblichen Stoner Bands,
sie sind nicht so "beschränkt", wie viele der alten Heavy Helden.
UND es wartet mit einer schön-natürlichen Produktion auf.
Mit "Northern star" gibt es eine weitere kleine Hymne, mit sattem Groove, mächtig Trommeldruck und epischer Gesangsharmonie.
Der Gesang ist stets markant, getragen von dem immer stärker werdenden JB,
der gerne Töne lange hält, feine Harmonien anstimmt und ein Timbre hat,
das ab und an mal an oben erwähnten (selbsternannten) METAL GOD erinnert.
Wie bei feinen POWER TRIO's üblich, kommt der Bass sehr gut zur Geltung, besetzt die tiefen Töne und bringt sie im Soundbild (nicht zu) dominant zur Geltung. Die Drums sind
abwechslungsreich genug, um den Songs Führung und Charakter zu geben.
"At midnight they'll get wise" kommt wieder schön treibend, nachdem "The lord of lies" eher getragen war (ohne mit einer
kleiner Tempoverschärfung am Ende zu geizen - famos).
Hier haben wir wieder die galoppierende Gitarre, mitsamt einem Leadbreak und nachfolgendem Solo, welches doch eher wieder an guten alten Heavy Metal erinnert.
"Bond of blood" hat wieder einen dieser feinen, epischen Refrains (teilweise zweistimmig unterlegt),
der einen in der richtigen Stimmung ohne Rücksicht von der Seite packt und nicht mehr loslässt.
Einer dieser Abschluss-Songs auf Konzerten, den Du draussen vor der Halle weiter summst/singst/grölst - je nach Stimmung und Pegel.
Und wenn zum Ende von "Savage tales", einem weiteren (leicht pathetisch angehauchtem)
Midtempo-Stück, diese melodienverliebte, epische Leadgitarre erklingt,
fühle ich mich in die Natur-Mythologie der nordischen Götter- und Heldensagen versetzt.
Dann ist es auch wenig erstaunlich, dass im Abschlusssong plötzlich Raben krächzend aus den Boxen hervorlugen, der plötzliche Lavasound eher an Trouble erinnert, der Doom hat das letzte Wort,
es ist allerdings nicht der zähe, langsame Brei, sondern der wuchtige, zerstörende Brocken.
FAZIT
Dynamische Power-Mucke mit Charakter
Kraftvolle Riffs - epische Strukturen - feine Melodien
Aufrichtig, ehrliches Statement - mit Inbrunst
MUSIK MIT SEELE
Webpage der Band
DARKEN TOM
P.S.: Die Lim.Edt. beinhaltet noch eine DVD mit zwei Videos ("Hammer of the north" und
"At midnight they'll get wise", sowie einen kleinen "Private Talk" mit der Band, eine "Track by Track" Songbetrachtung und einen "Behind The Scenes" Teil (alle drei aber eher kurz und knapp).
ANNO
14 - Juli 2010
Diese wenigen, verbindenden Elemente zur "Guten alten Zeit".
Die unbeschwerten Tage am sommerlichen See - immerwährende Freundschaft.
Der tiefe Glaube an die eigene Unbesiegbarkeit - uns gehörte die Welt.
Und ein Mann war immer mir diesen Empfindungen verknüpft.
Er zeigte uns die Tore zur Unbekümmertheit.
Aber auch zum Rock'n'Roll Feeling, Frauen, Zauber der Musik.
SENTIMENTAL - ja, sicherlich, aber auch unsere ultimative Wahrheit.
Er war eine der musikalischen Konstanten in meinem Leben - ja, meiner Einstellung.
Was habe ich damals BAT OUT OF HELL vergöttert,
was liebte ich seine Schweiß-treibenden Shows.
Hätte es die Bühne nicht schon gegeben, sie wäre für diesen Mann geschaffen worden.
Wieso seine einzigartige Ausstrahlung mich immer noch tief zu berühren vermag,
und wieso (leider) nicht alles überzeugt ... LEST SELBST ...
Meat Loaf Hang Cool Teddy Bear 2010
Tracklist
1. Peace On Earth 6:38
2. Living On The Outside 5:03
3. Los Angeloser 4:09
4. If I Can't Have You 5:00
5. Love Is Not Real 7:33
6. Like A Rose 3:16
7. Song Of Madness 5:30
8. Did You Ever Love Somebody 4:01
9. California Isn't Big Enough 4:43
10. Running Away From Me 3:53
11. Let's Be In Love 5:11
12. If It Rains 3:56
13. Elvis In Vegas 6:00
Gesamt-Spielzeit 64,56 min
WISSENSWERTES
Stil
Rock
Tendenzen
weniger Bombast, Schmalz und Epik als früher
Anspiel-Tipps
Peace on earth, Living on the outside, Elvis in Vegas, If I can't have you, Love is not real,
Did you ever love somebody
Label
Universal Music
Die Band
Meat Loaf Gesang
Patti Russo Gesang
CC Coletti Gesang
Rob Cavallo Gitarre
Paul Crook Gitarre
Tim Pierce Gitarre
Randy Flowers Gitarre, Vocals
James Michael Gitarre, Vocals
Rick Brantley Gitarre, Gesang
Chris Chaney Bass
Kasim Sulton Bass, Vocals
Jamie Muhoberac Keyboards
John Miceli Drums
Weitere Gäste
Kara Dioguardi Gesang
Hugh Laurie Piano
Brian May Gitarre
Steve Vai Gitarre
Jack Black Vocals
Justin Hawkins Gitarre
EINDRUCK
Ein wuchtiger Schlag ins Gehör, erste Fetzen auf der Violine, fast wie ein Einstimmen des Orchesters. Dann ein erster Wohlklang - das Ganze blendet aus - alles ist bereit.
Danach folgt wieder dieser wuchtige Schlag aufs Schlagwerk - ES GEHT LOS
- der Dicke ist wieder in der Stadt.
"Peace on earth" eröffnet mit Breitwandsound, etwas Bombast, Pianoläufen und einem MEAT LOAF
in stimmlich sehr guter Form.
Wir haben den Symphonischen Sound, den das Intro bereits andeutete, aber trotzdem rockt es recht ordentlich und wenn nach dem ersten Refrain die Sologitarre abgeht, dann wird die Ausrichtung der
Scheibe klar - etwas Bombast, etwas Symphonie - weniger Schwulst, mehr ROCK.
"I don't want peace on earth - I just wanna go home ..."
... und wir öffnen die Türe weit, laden ihn (den Sterbenden - siehe Konzept weiter unten) gerne ein
in unsere kleine bescheidene Welt.
Die letzte Tour, das letzte Album, Konzentration aufs Schauspielern - all dies war zu lesen.
Doch der alte Mann hatte wohl keine Ruhe.
Das Konzept entspringt diesmal einer Kurzgeschichte des Autors KILIAN KERWIN.
Die Stationen des Lebens ziehen noch einmal vor dem inneren Auge eines im Gefecht tödlich verwundeten Soldaten vorbei.
Clou der Geschichte - Es sind die Stationen, die er noch in der Zukunft erleben würde.
"Living on the outside" - bringt die ersten Uuuh-Uuh-Uh Chöre an den Start.
PATTI RUSSO - langjährige Duett-Partnerin ist wieder dabei - das tut gut.
Genau wie der Eröffnungssong punktet dieses Lied mit einer gehörigen Rock-Schlagseite, führt "alte Tugenden", wie das treibende "Gegeneinander-Singen" der männlich/weiblichen Protagonisten mit
sich.
Auf JIM STEINMANN als Songschreiber musste man diesmal verzichten, wie man allerdings in der Auflistung der beteiligten Musiker oben nachlesen kann, wurden gleich mehrere andere
Gäste und Schreiber verpflichtet, ein weiteres Trademark für ein gutes MEAT LOAF Album.
Trotzdem tue ich mich mit einigen der Songs doch recht schwer.
"Los Angeloser" ist mir zu einfach, ein wenig aussagender Singalong, "California isn't big enough"
ist zu sehr Stadion-Rock light mit furchtbaren Back-Chören und auch nicht besseren Keyboard-Einschüben, und die sich dem Zeitgeist anbiedernde JACK BLACK (TENACIOUS D)-Nummer
(richtig gelesen) "Like a rose", erinnert mich in den Strophen zu sehr an BEASTIE BOYS und Konsorten, um mich im MEAT LOAF Kosmos zu überzeugen.
Dem gegenüber stehen allerdings wohl bekannte "Baukasten-Songs".
Das Krieg-Ich-Dich, oder Krieg-Ich-Dich-Nicht Duett "If I can't have you", mit KARLA DIOGUARDI
an den weiblichen Vocals etwa. So auch die textlich leicht angekitschte Liebesballade
"Did you ever love somebody", die allerdings sehr zu überzeugen vermag.
Die "neue" erdige Rock-Basis wird am ehesten durch JUSTIN HAWKINS (ehemals THE
DARKNESS) Song "Love is not real" ausgedrückt. Hier werden auch gleich Gastbeiträge der Edel-Gitarristen
BRIAN MAY (QUEEN) und STEVE VAI verbraten. Im Back gibt es so manche QUEEN Gesangsharmonie auszumachen - ein ganz feines Stück und mit über 7min Spielzeit das längste Stück. Also keine Longtracks im typischen Epik-Stil vertreten - dies muss man wissen.
Oder der wieder mit STEVE VAI aufwartende "Song of madness" etwa, der wie eine Rock-Halb-Ballade daherkommt, mit wuchtigen Riffs und Grooves, Fantasytext, und
einer 1A-Gitarrenarbeit.
"Running away from me" und "Let's be in love" sind nicht gerade spektakulär, tun aber auch nicht weh. Standard Stücke des
Meat Loaf-Kosmos mit schönen Refrains.
Und wenn die BON JOVI Nummer "Elvis in Vegas" am Ende der Scheibe erklingt, wird zum ersten Mal ein
echtes Piano-Intro gereicht. Auch wenn ich den Songwriter eigentlich NICHT mag
- diese Nummer ist sehr stark. Vielleicht liegt es am Sänger - hahaha.
Hier wird dann doch noch mal eine gewisse Epik spürbar - die Sehnsucht, die Freude, Erinnerungen.
" I was just fifteen, and the world was mine
- and I watched my dreams come to life on that night - I saw Elvis in Vegas"
"When the lights went out, I heard the young girls scream
- the sound of my heart beat - my heart beat would make the thunder proud"
Der Ü-60er rockt auf vorliegendem Album recht stark, ohne die üblichen Schmacht-Schwulst-Bombast Nummern. Wer dies akzeptieren kann wird mit einem wirklich gutklassigen Album belohnt, auf dem die
Instrumentierung der großen Stimme gleichberechtigt gegenübersteht.
Natürlich gibt es balladeske Momente, natürlich gibt es Duett-Parts, natürlich ist es eine große Produktion und große Momente, aber leider auch ein wenig Belangloses.
FAZIT
Wir persönlich fehlt etwas der Bombast der Meat Loaf immer ausgemacht hat
ABER - DIESE STIMME - DIESE PRÄSENZ tun einfach verdammt gut in dieser Plastik Zeit
Wer es schafft den "alten" Meat Loaf auszublenden,
wird mit einem starken Rock-Album belohnt
WAR GUT - IST GUT - UND WIRD ES IMMER BLEIBEN
Webpage der Band
DARKEN TOM
ANNO
08 - Juli 2010
Die Szenewächter greifen zur roten Karte, zu sehr Konserve wäre das.
Ich werf mal die viel gepriesenen (musikalische) Toleranz ins Rund.
Hier wird mit leichter Hand so einiges verwoben, wo viele Bands so ihre Schwierigkeiten haben.
Produktion, Songwriting, Wertigkeit UND Augenzwinkern gehen Hand in Hand.
Wer noch Scheuklappen-frei agieren kann, wer das Zuhören nicht verlernt,
der wird abermals belohnt.
PIRATEN nach vorn - der KAMPF und die FREIHEIT warten ...
Orden Ogan Easton Hope 2010
Tracklist
1. Rise And Ruin 2,11
2. Nobody Leaves 5,57
3. Goodbye 4,09
4. Easton Hope 6,48
5. Welcom Liberty 5,44
6. All These Dark Years 5,40
7. Nothing remains 6,45
8. Requiem 4,57
9. We are pirates 7,28
10. The Black Heart 6,00
11. Of Downfall And Decline 9,30
12. To new shores of sadness (Orchestral) 5,33
13. This is (Orchestral) 4,16
Gesamt-Spielzeit 74,51 min
WISSENSWERTES
Stil
Melodic Metal / Power Metal
mit Chören und Bombast
Tendenzen
nicht so überfrachtete Blind Guardian,
Running Wild, Helloween
Anspiel-Tipps
Nobody leaves, Easton Hope, We are pirates
Label
AFM Records
Die Band
Sebastian "Seeb" Levermann Vocals, Gitarre, Keyboards
Tobias "Tobi" Kersting Gitarre
Nils Weise Keyboards, Vocals
Lars Schneider Bass, Vocals
Sebastian "Ghnu" Grütling Drums, Percussion
Verena "Jinx" Melchert Flöte, Tin whistle, Vocals
EINDRUCK
Uns DEUTSCHLAND hatte schon immer eine bestimmte Form des MELODIC POWER METAL.
Melodisch orientierte Hymnenhaftigkeit, verspielt-wuchtige Speedkracher, Fantasy-angelehnte Lyrik.
Die alte Garde und Wegbereiter liegt darnieder (RUNNING WILD), kommt nicht mehr richtig aus den Pötten (GAMMA RAY) oder wirkt inzwischen viel zu überfrachtet
(BLIND GUARDIAN).
Ergo - DIE JUNGEN WILDEN stehen vor dem (fast) verwaisten Thron.
Warum diese Bands seltsamerweise in bestimmten Bereichen der Szene nicht anerkannt werden,
oder gar als Konserven Bands verschrien sind, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.
Das Orientieren an Vorbildern hat jede Band durchgemacht - das wirkliche Kreieren einer selbst gefundenen Nische nur die wenigsten. Sind wir doch mal ehrlich, man kann fast jede Band auf ihre
Vorbilder reduzieren (Ausnahmen bestätigen natürlich diese Regel).
So haben also ORDEN OGAN, gegründet bereits 1996 (und damit gar nicht mehr so jung in der
Szene - gelle), und aus Arnsberg stammend, sich so ziemlich genau die Schnittmenge von RUNNING WILD und BLIND GUARDIAN auserkoren, sich hier eingenistet und nun ihr drittes Werk ausgespien. Und sie tun dies voller Überzeugung, mit musikalischem Enthusiasmus und jugendlich-überzeugender Frische.
Sie schrecken nicht vor einem reinen RUNNING WILD Plagiat "We are pirates" zurück, welches sie dann jedoch auch Stil-getreu mit dem ehemaligen RW-Gitarristen
MAJK MOTI einspielen.
Und sie agieren mit Unterstützung des ex-BLIND GUARDIAN Schlagwerkers THOMEN STAUCH
(bei "Nothing remains") - also voller Respekt vor den nachzueifernden Legenden der Szene.
Es gibt fette Chöre, reichlich Bombast, bekannte Zitate - na und.
Es gibt aber auch sehr treibende Songs, geile Hooks und grosse Melodien.
Das Ding ballert sehr amtlich - durch eine wirklich fette Produktion unterstützt.
MANN - legt die riesengroßen Scheuklappen beiseite - hier agiert einer der momentan stärksten deutschen Bands der zweiten Reihe!
Das Intro "Rise and ruin" schwört mehr als bombastisch ein - mächtige Melodiebögen schmeicheln dem Ohr, bevor mit "Nobody
leaves" ein speedmetallischer Hammer im BLIND GUARDIAN Stil folgt,
jedoch nicht so überfrachtet, wie die letzten Werke von BG.
Mehr Druck, mehr Power - dann die schnell riffenden Gitarren im Übergang nach dem Refrain,
mit einer folgenden elegischen Bridge gesegnet.
Die Klampfen treiben den Song ungemein an, der Stil ist ausladend episch, die Keyboards unterstützen mehr, als das sie zukleistern - es bleibt metallisch, nicht symphonisch.
Am Schluß wird das speed-metallische Gaspedal noch einmal mächtig durchgedrückt, bevor noch einmal der epische Refrain erklingt. Ein Klasse Einstieg in einer enorm spielfreudigen
Veranstaltung.
"Goodbye" wirft fette Chöre ins Soundbild, besitzt einen Ohrwurm-artigen Refrain, bleibt trotzdem stets kraftvoll und wuchtig. Überhaupt verliert die Band
niemals die nötige Power und Kraft in den Songs, wirkt so eher mächtig denn schwülstig.
"Easton hope", der Titeltrack, bietet dann zu Beginn erstmal die feinen Twin-Gitarren der RUNNIG WILD Ära auf.
Darüber hinaus hat der Song einen der besten Refrains, die ich in den letzten Jahren in dieser Sparte Musik vernehmen durfte - ein EAR-KILLER, der so schnell nicht aus dem Kleinhirn verschwindet.
Fäuste 'gen Himmel, trunkene Kehlen gröhlen mit, Tribal-artiges Zwischenstück, dann der Bombast
- fette Hörner im Back, später eine phantastische Twin-Gitarren Soloeinlage, dann - nach kurzer Gesangseinlage, diese phantastische hochmelodische Gitarreneinlage - Gänsehaut-Momente,
nur um wieder mächtig bombastisch weiter zu ziehen, und zur Krönung wieder dieser unwiderstehliche Refrain - auf fast 7 Minuten ein LEHRBEISPIEL des Genres.
Auch werden immer wieder hochmelodische oder auch hymnische Momente
("Welcome Liberty" oder "The black hand") mit eingängiger Power und Kraft ("All these dark
years"),
manchmal mit etwas progressiveren oder dunkleren Strukturen angereichert, losgetreten.
Bombast und leichte Epik ("Nothing remains"), genauso wie die fetten Chöre - übrigens durch den Einsatz von verschiedenen Tenören erreicht, sorgen für einen
wahrlich GROSSEN SOUND.
"Requiem" entpuppt sich dann als die erste und einzige Ballade des Albums, mit Harfe und entspannter Instrumentierung, eine behutsame Nummer, bevor mit
leichtem Marsch-Rhythmus und "The Last Unicorn" Schlagseite, hervorgerufen durch die symphonischen Elemente, der Song episch und etwas nahe am Kitsch (es sei verziehen) zu Ende geht.
"Of downfall and decline" kommt noch einmal mit mächtig progressiv-epischer Schlagseite daher, vereint dabei aber auch ziemlich garstig-thrashige Gitarren,
mächtige Chöre (einmal mehr).
Dazwischen laden ruhige Momente immer wieder zum akustischen Verweilen ein, bevor orchestrale Abschnitte den Song kräftigst-episch werden lassen, schnelle Soloteile münden in akustische
Weisen.
ERSTAUNLICH - WELCH REIFES WERK.
"We are pirates" dann, der erwähnte RUNNING WILD-Brückenschlag mit Unterstützung von MAJK MOTI.
Die schönen Double-Leads, die galoppierenden Stakkato-Riffs, die treibenden Drums - dazu die Chöre, der hypereingängige Refrain. Ein Song voller Bier-geschwängerter Luft, Party-Feeling und
authentisch vorgetragenem Pathos, incl. Schifferklavier in der Mitte.
Und bei der Bridge vorm Refrain
"A black sky above, our kingdom beneath, die in the waves or live on your knees"
scheint das Wort FREIHEIT in schwarzen Lettern im Raum zu hängen.
Also wer nicht zu sehr in Schranken denkt, und mal wieder ein euphorisches Album anchecken möchte
- hier ist die Chance. TRAUT EUCH ...
FAZIT
Frisch und unverbraucht klingender MELODIC POWER METAL aus GERMANY
Episch - Bombastisch, aber eben auch voller Power und Speed
spielt die letzten Alben des Genres ziemlich mühelos an die Wand
Eine Wiederentdeckung unserer Tugenden - überzeugend und mitreißend
Dem Genre verpflichtend und doch möglichst abwechslungsreich
Nie zu ernst und voller Augenzwinkern
Webpage der Band
DARKEN TOM
P.S. Diese Limitierte Version bietet zum einen noch zwei ältere Stücke im orchestralen Gewand.
"The new shores of sadness" eine wunderschöne Ballade, fast nur Gesang und
athmosphärische Untermalung.
"This is" eine akustische Midtempo Nummer mit feinem Refrain.
Dazu gibt es noch einen Multimediabereich mit "Making Of", "Gallery"&"Wallpapers", sowie das Video zu "We are pirates" - absolut lohnend.