GOV'T MULE, AUDREY HORNE, UNLEASHED
ANNO
16 - Juni 2010
Der Blick reicht weit, fordert zum Schwelgen auf - überquellender Genuss.
Ein Sinn-Bombardement sondergleichen, Verheissung und Falle zugleich.
Vergesst niemals die Strasse - den Ort, wo ihr herkommt.
Bodenhaftung, Wurzeln, fester Stand - dies sei von Dauer.
Aber ihr habt ja mich, SUCHER an Orten jenseits ...
Ich reiche euch die Hand - führe euch ... Bringe LICHT oder DUNKELHEIT ...
Heute bewegen wir uns wieder im Zwischenreich.
Männer der Strasse - PERSÖNLICHKEITEN.
HÖRT GENAU ZU ...
Gov't Mule - By A Thread 2009
Tracklist
1. Broke Down On The Brazos 6,19
2. Steppin' Lightly 7,10
3. Railroad Boy 5,03
4. Monday Mourning Meltdown 8,08
5. Gordon James 3,48
6. Any Open Window 4,45
7. Frozen Fear 5,48
8. Forevermore 4,17
9. Inside Outside Woman Blues #3 9,04
10. Scenes From A Troubled Mind 7,25
11. World Wake Up 5,54
Gesamt-Spielzeit 67,41 min
WISSENSWERTES
Stil
Blues Rock
Tendenzen
mit Live/Jam Charakter
Anspiel-Tipps
Broke down the brazos, Gordon James,
Forevermore, Inside outside woman blues #3
Label
Provogue Records
Die Band
Warren Haynes Gesang, Gitarre
Jorgen Carlsson Bass
Danny Louis Keyboards
Matt Abts Drums
Gäste
Andy Hess (Bass bis 2008) Bass bei Song 10 + 11
Billy Gibbons (ZZ Top) Gitarre bei Song 1
Gordie Johnson (ehemals Big Sugar) Gesang bei Song 10
EINDRUCK
Knarzende Gitarren, punktgenaues Drumming, ein Groove - als ob eine alte Dampflok durch die verlassene, staubige Prärie fährt. Dazu die Stimme von WARREN HAYNES - angeraut, aber
melodisch und doch mit diesem eigenen Timbre.
"Broke down on the brazos" schleppt sich durch die Boxen, mit dabei das ZZ TOP Urgestein BILLY GIBBONS an der BADASS GUITAR.
Die Mittel-Sequenz des Songs, bei der sich die Beiden duellieren - und zwar in feinster Blues Rock Manier - Warren auf der linken Box und Billy (in feinster Old-School - ZZ Top-Manier) auf der
rechten,
ist sowas von feiner Musik (für Blues-Fetischisten) - knarrend, unkommerziell, sperrig - genial.
Als sich 1994 die beiden Ex-ALLMAN BROTHERS BAND Recken WARREN HAYNES und
ALLEN WOODY (leider im Jahre 2000 verstorben) zusammentaten, um GOV'T MULE
(eigentlich Government Mule) zu gründen, waren schnell die Weichen zum amtlichen unkommerziellen Blues Rock gestellt.
Hier sollen die Songs erarbeitet werden, allerdings nur um dann immer neue Facetten zu zeigen.
Die Alben der Band entwickeln meist nach mehrmaliger Einfuhr eine Art von Suchpotenzial,
da sich die Songs durch ihre Art nicht so schnell abnutzen.
So war der direkte Vorgänger "High & Mighty" aus dem Jahre 2006 auch ein wahrer Klassiker dieses Genres. 3 Jahre hat es wieder gedauert,
um einen Nachfolger fertig zu stellen - die Band läßt sich eben Zeit, um die Songs reifen zu lassen - gut so.
Finanzieren tut man sich weitgehend selbst, da es die Band sehr schnell gelernt hat, sich das Internet zu Nutze zu machen. So kann man auf deren Webpage wenige Tage nach einem Konzert, eben
dieses gegen ein geringes Entgeld downloaden, und das normalerweise in sehr guter Qualität.
Vorweg der Hinweis, das man sich diese Alben wirklich mehrmals anhören sollte, um ihnen die Entfaltungsmöglichkeit zu geben, die sie brauchen. Doch dann zeigt sich unweigerlich ihre Größe
- so auch diesmal.
HAYNES hat wieder einmal die Produktion und den Mix übernommen, so dem Album den nötigen Punch verpasst, damit das knarrende Spiel der Band perfekt eingefangen werden konnte.
So kommen die Drums oft mit wenigen Schlägen aus, jedoch trotzdem interessant und voller kleiner Details, auch mal jazziger Art.
Der Bass knarrt, knurrt und knarzt, fährt einem in die Magengrube.
Die Keyboards sind eher Beiwerk, meist unterschwellig - bringen oft Wärme in die Songs, als Intro
(wie bei "Gordon James") auch mal nach einer Kirchenorgel klingend.
So sorgt die Gitarre dafür, dass das Album sehr Gitarren-orientiert wurde.
Eben dieser erwähnte Song "Gordon James" ist es dann auch, der zum ersten Mal Ruhe einkehren lässt, mit feinen Akzenten der Keyboards eine ganz eigene
Atmosphäre verbreitet, und durch Einsatz von Slide Gitarre enorm melodisch daherkommt und manchmal gar an getragene Pink Floyd Songs denken lässt.
Aufjauchzende, heulende Gitarre dann bei der Nummer "Any open window".
Eine Verarbeitung eines Folk Traditionals bei "Railroad boy", hin zu einer entspannten Rocknummer.
Bei "Frozen fear" kommen dann Reggae Einflüsse ins Spiel, entspanntes Drumming, eine leichte Brise im Haar und die Gitarre klingt nach Eric Clapton und andere
Szene Größen des entspannten Blues.
Überhaupt passen sich die Jungs immer wieder neu den jeweiligen Stilrichtungen der Songs an, entlocken ihren Instrumenten immer neue Stimmungen - unaufgesetzt, glaubhaft, authentisch.
Danach folgt mit "Forevermore" eine herrliche, ruhige, stimmungsvolle Ballade,
erst in akustischem Gewand, später abrockend - feine Songwriter-Kunst.
"Can't you see, my whole world is nothing without you"
- Hingabe ist zu spüren, erst recht im Herz-Schmerz-Solo des Songs, im Hintergrund wabern die Hammond-Orgel Töne - ein ganz feiner Song. Und die Schlußzeile
"I can feel the rain fall down - Like tears upon my shoulder but, I can't feel my love
- She's gone FOREVERMORE" lässt wohl mehr als eine Interpretation zu.
Doch dann kommt sofort ein weiteres (wenn nicht sogar DAS) Highlight des Albums
"Inside Outside Woman Blues #3".
Was möchte uns dieser Titel wohl sagen? Auf jeden Fall ist es ein Hard-Blueser der Extraklasse.
Wah-Wah Orgie im JIMI HENDRIX Stil, die Klampfe bluest sich durch den härteren Song, es ist herrlich. Ein Duell mit den Keyboards im
Mittelteil, die Bälle werden nur so hin und her geworfen. Gegen Ende dann ein langer Gitarren-Part, der wie so oft auf diesem Album nach Live-Feeling und Jam-Session duftet. Denn genau das ist
es, was auffällt - die Songs wirken allesamt, als ob sie LEBEN
- sie atmen und sie schwitzen.
Die letzten beiden Songs sind noch mit ANDY HESS (ausgestiegen 2008) entstanden, dem ehemaligen Basser.
"Scenes from a troubled mind" ist verspielt, ein Grundriff (mit leichter DIRE STRAITS Tendenz),
Keyboard-Sprenkseln, nur um nach 3 min Fahrt aufzunehmen.
Die Gitarre übernimmt einmal mehr das Zepter, soliert, um wieder in den Anfangsriff zurückzukehren.
So wechselt der Song hin und her, ist fast schon leicht progressiv zu nennen, niemals glatt,
sondern ungebügelt und einfach musikalisch wertig.
"World Wake Up" der Ausstieg aus dem Album entpuppt sich dann als ruhige, entspannte Nummer,
die einen harmonisch aus dem Erlebten hinausführt.
Die Keys klingen fast nach einem alten Bar-Piano, Haynes singt sehr emotional:
"Logic fails - greed prevails - World wake up - communicate - it's not too late, today!"
Und doch ist es selbst hier noch der Anspruch der Band, dies mit der nötigen Tiefe zu tun,
mit Würde und mit dem nötigen Ernst - eine große Scheibe.
FAZIT
Ein Album, welches sich langsam entfaltet - an Tiefe gewinnt
VIELSCHICHTIG - AUSGEREIFT - ÜBERRASCHEND
Musiker, die sich auch so nennen dürfen
BLUES ROCK vom FEINSTEN
Webpage der Band
DARKEN TOM
ANNO
5 - Mai 2010
Als sie in Norwegen 2005 den Grammy als bester Newcomer bekamen,
dachten viele noch an eine Eintagsfliege, da die Musiker eigentlich hauptsächlich aus
Black- (Gorgoroth, Enslaved) und Stoner- (Sahg) Bands kamen.
Doch über das phantastische "Le Fol" Album, und diverse Musikerwechsel später,
haben wir nun das herausragende "Audrey Horne" Album vor uns.
Über Konzerte, bei denen eines sofort klar wurde - Sie haben einen der momentan
besten Entertainer in ihren Reihen - TOSCHIE, erspielte man sich die Fanbase.
Die höchste Chart-Platzierung in Norwegen bisher - Platz 13 - spricht von ihrem Erfolg.
Nun denn ... LET'S GO ...
Audrey Horne - Audrey Horne 2010
Tracklist:
1.These Vultures 1,46
2. Charon 4,26
3. Circus 3,33
4. Down Like Suicide 3,55
5. Blaze Of Ashes 4,44
6. Sail Away 5,41
7. Bridge And Anchors 4,36
8. Pitch Black Morning 6,15
9. Firehose 6,06
10. Darkdrive 5,32
11. Godspeed 3,34
Gesamt-Spielzeit 50,08 min
Bonus CD - Acoustic:
1. Desert song 3,08
2. Carrie 3,58
3. Bright lights 3,42
4. Nowhere to run 4,33
5. Rearview mirror 4,02
6. Halo 3,42
Gesamt-Spielzeit 23,03 min
WISSENSWERTES
Stil
Hard Rock / Heavy Rock
Tendenzen
Classic Rock / Alternative / 70er
Anspiel-Tipps
Charon, Down like suicide, Blaze of ashes, Bridge and anchors, Pitch black morning
Label
Indie Recordings / Soulfood
Die Band
Toschie Vocals
Ice Dale Gitarre
Thomas Tofthagen Gitarre
Kjetil Greve Drums
Gast-Musiker
Espen Lien Bass
Herbrand Larsen Keyboards
Heidi Marie Vestrheim Gesang
EINDRUCK
Der erste kurze Track dient lediglich als Intro - Einstimmung und Atmosphären-Bringer.
Zart und ruhig, beschwörende Stimme, dann der Einsatz wuchtiger Riffs, ein paar Hammond Orgel Klänge im Hintergrund wabernd ...
... "Charon" übernimmt - der Klang ist warm, der Song wird bestimmt von zweistimmig gespielten Läufen, effektivem Schlagwerk - präzise und mit Finesse.
Die erwähnten Einsätze der Hammond Orgelklänge im Background schaffen Atmosphäre.
Die Gitarren sind treibend, schnelle Anschläge, in einem ansonsten eher im Midtempo
angesiedelten Stück. Die Stimme wird leicht verzerrt, offenbart dann einen starken Refrain.
Später dann wuchtigere Riffs und Drums - weitere Orgelklänge - Refrain,
Tempoverschärfung im instrumentalen Ende des Songs, mit starken Gitarrenspuren.
AUDREY HORNE zeigen einmal mehr die Zukunft des HARD ROCK auf.
Doch ist die Musik stark aufgelockert, angereichert, aufgepäppelt.
Die vielfach eingesetzten Orgelklänge erinnern gar an die 70er, an Hoch-Zeiten von DEEP PURPLE und Konsorten. Die Gitarren sind sehr abwechslungsreich gehalten - die
Rhythmusarbeit ist extrem erdig ausgefallen - nie überheblich, immer songdienlich, mit dieser schönen Schwere versehen.
Und die Stimme ist CHARISMA pur - passt sich den Songs an, die aber auch in die Karten spielen.
Sie geben nämlich schön Raum, damit TOSCHIE sich dort ausbreiten kann. Mit seiner warmen, manchmal leicht verzerrt eingesetzten Stimme, sorgt
er für absoluten Wiedererkennungswert.
Geile Refrains haben die Songs allesamt. Wenn bei "Down like suicide" beispielsweise mit Uuh-Uuh Chören gearbeitet wird und darauf die Refrainstrophe leicht
verzerrt läuft, ist dies ganz feines Atmosphärenspiel.
Die Dramaturgie des Albums ist ebenfalls erwähnenswert.
Schön entspannt wirkt es - dicht und voller getragener, stets wertiger Melodien.
Von peinlichen Balladen verschont (Pluspunkt), wird das Tempo von Song zu Song variiert
(weiterer Pluspunkt), die Instrumentierung immer wieder leicht verändert (noch ein Pluspunkt).
Immer wieder werden die Gitarren mal nur fein akzentuierend eingesetzt, dann dürfen sie wieder Gas geben und drücken - "Blaze of ashes", mit schöner
OZZY-Gitarren-Remeniszenz (die alte Schule).
Das Ganze spielt sich eigentlich im HARD ROCK Bereich ab und wird doch um die
schon erwähnter 70er Einflüsse, um leicht modernen Sound und Alternative Ausstrahlung erweitert.
Alles jedoch auf eine dermassen selbstbewussten Art und Weise, dass es uns um diesen Zweig der Musik wahrlich nicht bange zu sein braucht.
Die Produktion ist nicht zu wuchtig, aber schön erdig - so können die Songs einerseits groovend
durchs Unterholz wummern, andererseits aber auch alle Feinheiten aufzeigen.
"Pitch black morning" punktet mit unverschähmt eingängigem Refrain und schweren Gitarren,
"Firehose" beginnt wie eine moderne Version von LED ZEPPELIN.
Und wenn Dich zum Ende mit "Godspeed" die zunächst auf Akustikgitarre reduzierte,
dann mit Celloklängen unterlegte, höchst atmosphärische Ballade umfängt,
sollte man begriffen haben, dass hier eine DER Bands der Stunde aufgespielt haben.
Die dichten, sehr gut arrangierten, und unzweifelhaft songwriterisch hochwertigen Stücke,
sorgen für kaum Abnutzungserscheinung bei mehrmaliger Einfuhr. Im Gegenteil - die Songs wirken immer stärker, je öfter man sich dieses Album anhört - sie wachsen und brennen sich immer besser ein. Die Gesangsharmonien sorgen für akustisches Wohlbefinden, während die Instrumentierung jeden Ansatz von Plattheit wegwischt.
Nach dem 2007er Album "Le Fol" (Bericht hier), haben es die Norweger also tatsächlich
geschafft,
ein weiteres Ausnahme-Album der hart rockenden Szene einzuspielen.
Die Veränderungen im atmosphärischen Sound sind allesamt nachvollziehbar und werten das Album weiter auf. DER Gradmesser schlechthin ist die
Tatsache, dass du auch nach mehreren Durchläufen einen X-beliebigen Song aussuchen kannst - und es wirkt sofort.
Die BONUS-CD der limitierten Auflage beinhaltet dann noch 6 Akustiksongs, LIVE
eingespielt.
Unter anderem bekommt man hier mit "Nowhere to run" ein Cover von PAUL STANLEY geboten.
Und was die Band zum Abschluss mit BEYONCÉ's "Halo" macht ist einfach genial. Der Song selbst ist im Original schon sehr stark. Aber mit
TOSCHIE's ganz ruhiger und dunkler angesetzter Stimme klingt das hier auch mächtig interessant - unbedingt anchecken.
FAZIT
Ein weiteres musikalisches Kleinod, einer extrem talentierten Band
Voll von zu entdeckenden Details in Songwriting und Arrangements
Mit all ihren Facetten gelingt eine hohe Eigenständigkeit
DYNAMISCH - SELBSTSICHER - NATÜRLICH ..... AUDREY HORNE
Webpage der Band
DARKEN TOM
ANNO
23 - April 2010
Woran das wohl liegen mag, dass "DIE ALTEN" momentan so überzeugen.
Offenbar ist die Gelassenheit der Schlüssel zum Erfolg.
Es ist wieder IN, sich Zeit zu lassen. Gar wird man erinnert an die Anfänge in den 80er Jahren,
wo die Alben nicht am Fließband entstanden, sondern nach zahllosen Sessions im Proberaum.
Da waren das noch zaghafte Versuche von FANS FÜR FANS, das bestmögliche herauszuholen
und nicht Trendprodukte der geldgierigen Industrie.
Schön - das dies wieder Einzug ins Musik-Biz hält ...
Folgt uns - ein weiteres Mal ...
TO THE SHADOWS IN THE DEEP
Unleashed - As Yggdrasil Trembles 2010
Tracklist
1. Courage Today, Victory Tomorrow 3,55
2. So It Begins 3,24
3. As Yggdrasil Trembles 4,52
4. Wir kapitulieren niemals 3,26
5. This Time We Fight 3,02
6. Master Of The Ancient Art 3,48
7. Chief Einherjar 3,42
8. Return Fire 4,04
9. Far Beyond Hell 3,18
10. Dead To Me 2,47
11. Yahweh And The Chosen Ones 3,52
12. Cannibalistic Epidemic Continues 5,01
12. Evil Dead (DEATH Cover Song) 2,32
Gesamt-Spielzeit 47,40 min
WISSENSWERTES
Stil
Death Metal
Tendenzen
immer technischer gespielte Gitarren
leichte Black Metal Einflüsse in den Harmonien
Anspiel-Tipps
As Yggdrasil trembles, Wir kapitulieren niemals,
Master of the ancient art
Label
Nuclear Blast
Die Band
Johnny Hedlund Bass, Gesang
Fredrik Folkare Gitarre
Tomas Olsson Gitarre
Anders Schultz Drums
EINDRUCK
Erste bedrohlich klingende Riffs, leicht episch angehauchte Atmosphäre, rollendes Schlagwerk,
dann ein kurzes Ooh ins Mikro gegrowlt und das Tempo zieht an - UNLEASHED zelebrieren wieder einmal ihre Form des Death Metal. Sie sind DIE Vertreter der knackig
gespielten Death Metal Hymne
- Mitgröhlfaktor immer recht hoch.
Jetzt ist die Band auch schon seit 1989 im Circus mit dabei - entsprechend selbstbewusst und überlegt agiert man. Nach den Klassikern der Frühphase, bei denen man der Band später immer wieder
vorwarf, sie würden eigentlich das bestehende Album nur immer wiederholen (trotzdem waren die Alben geil, Live phantastisch drückend), fiel man Ende der Neunziger in ein metallisches
Loch -
es folgte eine Bandpause bis 2002.
Nach diversen Auftritten danach wurde schließlich 2004 das SWORN ALLEGIENCE Album veröffentlicht. Von da an nun in schöner Regelmäßigkeit
alle zwei Jahre ein Album. Seit 2004 kann man sehr schön das allmählich immer technisch versiertere Gitarrenspiel auf den Alben bewundern.
Ganz klar sind UNLEASHED eine der Bands, wo man vorher weiß, was einen erwartet.
Der Death Metal der Band ist seit dem immer wuchtig produziert, besitzt eine gewisse rohe Kraft und ist trotzdem niemals zu einfach gehalten. Zudem wird immer Wert auf abwechslungsreiche Tempi
auf den Alben gesorgt. Mid-Tempo Walzen und schnellere Abrissbirnen wechseln sich ab.
JOHNNY HEDLUND darüber hinaus, ist wohl so etwas wie die Blaupause des DEATH METAL Sängers. Guttural growlend, aber meist eher aggressiv shoutend, erzählt er
einfache Geschichten von Kampf, aber auch vom Zusammenhalt in der Szene. Es gibt leicht zugängliche Parolen - "Wir kapitulieren niemals", die einfach
verständlich das Bandgefühl rüber bringen.
"Face the fact - here we are, You said we'd never come this far
- VIKING DEATH METAL - VIKING DEATH METAL,
We took you all for a ride - as 20 years were passing by
- VIKING DEATH METAL - VIKING DEATH METAL,
Was andere sagen ist uns scheissegal - wir kapitulieren niemals ..."
So waren UNLEASHED immer eine Band, die man einfach verstand, die nie kopf-verquert durch die metallische Botanik bolzten, sondern Fan-nah agierten.
Diese Überzeugung kann man spüren -auch auf dem neuen Werk.
Trotzdem gibt es nun leichte Änderungen zu vermelden. Zuerst sind da die Songs 1-3, bei denen die Band den Einstieg in ein Textkonzept wagt. Eine beginnende Geschichte über den Umgang mit unserer
Welt, welches auf den nachfolgenden Alben fortgesetzt werden soll.
Weiter kann man, wie oben erwähnt, einen Hang zu leicht technischerem Spiel bei der Gitarrenarbeit vernehmen - jedoch nie zu verkopft, eingängiges Songmaterial steht im Vordergrund.
Zudem zieht so manch Black Metal'ische Harmonie (z.B. "Master of the ancient art") ins Soundbild ein. Selbst klassische Zitate, wie die fast an Yngwie Malmsteen Größen erinnernde Gitarren Bridges
in "Dead to me" gibt es zu bestaunen.
In der limitierten Digi-Pack Version gibt es noch einen absolut geschmackssicheren Cover Song
- "Evil Dead" von DEATH - KLASSE.
Sie waren vor AMON AMARTH da - und SIE legen
gekonnt vor, ich bin auf den Konter gespannt.
FAZIT
Ein Album ohne Ausfall - Man weiß, was man bekommt
Schön kräftige Produktion - klasse Gitarrenarbeit
Eine dieser Scheiben, die man so richtig laut abfackeln muss
- dann klappt's auch mit dem Nachbarn - harrgh
Einfach wertige Qualitäts-Arbeit,
von DER Institution im schwedischen Death Metal
Webpage der Band
DARKEN TOM