GAZPACHO, IONA, IZZ ...

ANNO

29 - APRIL 2009

 

Grosses Kino bedient große Gefühle. Kommerz oder Untergrund, beides mit Berechtigung.

 

Die Reinheit ist wichtig, Ehrlichkeit und Integrität. Ob es mir gefällt, entscheide ich selbst.

 

Doch stets aufgeschlossen sollte ich sein, sonst wird so mancher Diamant an mir vorüberziehen.

 

Die Dinge sich entwickeln zu lassen - ist hilfreich, manchmal notwendig.

Doch dann, ja dann - WANDERER, wirst Du erfahren ...

 

LASST EUCH EIN ...

 

 

 

Gazpacho - Tick Tock 2009

 

Tracklist

 

1. Desert Flight 7:39

2. The Walk

     Part 1 8:03

     Part 2 5:39

3. Tick Tock

     Part 1 7:16

     Part 2 9:39

     Part 3 5:30

4. Winter Is Never 4:55

 

Gesamtlaufzeit 48:41

Wissenswertes

 

Einordnung

Progressive Rock, New ArtRock, Worldmusic, Ethno 

 

Tendenzen

Marillion / Muse / Porcupine Tree / Dead Can Dance / Loreena McKennitt - einfach GAZPACHO

 

Anspiel-Tipps

ALLES

 

Label

HWT Records

 

Besetzung

Jan-Henrik Ohme -  vocals

Jon-Arne Vilbo - guitars

Thomas Andersen -  keyboards

Mikael Kromer -  violin, mandolin, guitar

Kristian Torp - bass guitar

Robert R. Johansen -  drums, percussion

 

Eindruck

 

Am Anfang steht der Aufbruch - das freudige Empfinden Neues zu schaffen - das Pulsierende, Adrenalin

- es gibt einem Kraft, treibt an, macht uns stark. Und so rockt das neue GAZPACHO Album uns einen Willkommensgruß entgegen:

 

- "Desert Flight" heißt der erste Song. Straighte Gitarren - treibende Gesangsmelodien. In hohen Stimmlagen etwas an eine MUSE-Nummer erinnernd und doch vielmehr GAZPACHO,

zollen die Norweger hier der Geschichte Tribut, man spürt förmlich die Aufbruchstimmung,

die Freude und Euphorie. Zum Ende hin dann sphärische Sounds, elektronische Einschübe

- starke Gitarren Sounds, angezogenes Tempo, treibende Drums - der Absturz.

 

Erzählt wird in diesem Konzept-Album die Geschichte von ANTOINE DE SAINT-EXUPERY

(u.a. Der Kleine Prinz), welche sich später niederschlägt in seinem Buch "Wind, Sand und Sterne".

Am 29. Dezember 1935 macht er sich auf - einen Langstrecken-Flug-Rekord zu brechen.

Der Berufspilot möchte die Strecke Paris - Saigon (heute Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam), als schnellster Mensch bewältigen. Doch 200 km westlich von Kairo, muss er mit seinem Flugzeug in der Sahara notlanden und macht sich nun auf die einsame Wanderung durch die Wüste, unverletzt - Hilfe zu finden.

 

"The Walk" - der lange Weg durch die erbarmungslose Wüste beginnt.

Der Song ist in zwei Abschnitte unterteilt und hier werden erste orientalische Färbungen im Gesamtbild bemerkbar, eine Violine streut ferne Melodien in den Sound mit ein.

Am Ende des ersten Abschnittes wird es dann richtig orientalisch

- Tendenzen einer LOREENA MCKENNITT oder, einer von mir sehr verehrten Band, DEAD CAN DANCE sind auszumachen. Percussion, Violine, Sprachfetzen schaffen eine ruhige Atmosphäre,

bevor uns Jan-Henrik Ohme in den zweiten Teil des Songs führt.

 

Immer stärker fängt uns das Geschehen ein, zieh uns hinab in die Geschichte, wir hören immer gebannter zu.

 

"Close your eyes, it's all around you - the heat's blanket of decay - spirits dancing all around you, dusty coral - lazy grey"

 

Die Musik begleitet, führt behutsam, spannt große Melodie-Bögen - auf denen Jan-Henrik seine unnachahmlichen Stimmungen verbreitet.

 

Eine tickende Uhr leitet über in das zentrale Thema "Tick Tock" - ein Dreiteiler voller Spannung und Dramatik - ja, man könnte den Film direkt vor Augen haben.

 

Die Wüste droht einen einzulullen, man hört unterschwellig immer stärker auf den eigenen Herzschlag - Lebensquell, Anker in der Wirklichkeit.

Raum und Zeit verschwimmen - werden Eins.

Die Gleichförmigkeit der Umgebung droht einen zu verzehren, zu verschlingen,

flüstert einem "Gib Auf ..." ins Ohr, in die Sinne - der Überlebenskampf beginnt - Lebenszeit verinnt - unaufhörlich ... 

 

Monotonie - sie begleitet einen auf diesem schwierigen Weg - und so setzen GAZPACHO ein Metronom ein, welches immer wieder während der 22 Minuten dieses Songs hörbar wird, den Rhythmus vorgibt.

Und um diesen Rhythmus herum weben die Meister des New Artrock eine Klang-Landschaft nach der anderen, Wüstenbergen und -tälern gleich.

 

"The road's a dream within a dream - the world a cloud around you" - das Unterbewußtsein klammert sich ans Leben - möchte nicht aufgeben - Verzweiflung und Todesangst, Kampf um die Existenz.

 

Aus der Monotonie bricht plötzlich ein sakralen Männerchor (absolute Klasse!) hervor - die Drums pochen auf Veränderung, hart werden Gitarren Strukturen eingestreut - Teil 2 von "Tick Tock" bricht an.

"... just keep on living ..." - Marillion Noten zu KAYLEIGH Zeiten schweben plötzlich im Klang-Kosmos mit. Die Gesangs-Melodien werden immer bewegender, stärker, zwingender.

Ein Kaleidoskop menschlicher Gefühle zeigt sich hier: nicht nur Verzweiflung, auch immer wieder Hoffnung (Fata Morgana), Todesangst und Demut.

 

Hier sollte man einmal die Band hervorheben.

Was Schlagzeug - Robert R. Johansen und Bass - Kristian Torp hier mit einbringen ist absolut beachtenswert. Sehr songdienlich und doch immer wieder Akzente setzend - Hartmut schrieb in seinem LIVE Bericht zum Bass-Spiel - hier nachzulesen - von der Größe Pete Trevawas, und das kann ich nur bekräftigen. Die Jungs wachsen immer weiter ... bin wirklich gespannt, wo das noch hinführen kann.

 

Auch Mikael Kromer - nicht nur Gitarrist, sonder auch Violine und Mandoline und Jon-Arne Vilbo - Gitarre, variieren ihr Spiel ungemein, passen es den jeweiligen Stimmungen immer aufs Neue an,

sind sanft bis dissonal, ruhig bis druckvoll, während Thomas Andersen eine Sound-Collage nach der anderen, gerade die warmen Mellotron Spielereien sind erwähnenswert,  auf das entstanden Klang-Gemälde oben auf setzt. Ja - GAZPACHO malen ihre Musik - sie gestalten Welten, bringen Farbe auf und lassen uns teilhaben. 

 

"Come out of the shadows, the hills are a-green - painting you a rainbow, singing you a dream ..."

 

Wir sind im dritten Teil von "Tick Tock" und die Musik wird episch - die Melodie-Bögen noch dramatischer, ausufernde Weisen - absolut zwingend, treffen in Herz und Seele.

Nach 5 Tagen wird Antoine von einer Beduinen Karawane gerettet - kurz vor dem Verdursten.

 

Zum Abschluss wird mit "Winter is never" noch ein, für GAZPACHO Verhältnisse kurzes Stück geboten.

Die Verarbeitung seiner Rettung - Rückkehr in die Arme seiner Frau.

 

Sanft und ruhig klingt die CD aus - einmal mehr kann Jan-Henrik Ohme seine Kunst zeigen.

Er präsentiert sich auf dieser CD variabler als je zuvor - schmeichelt, verzweifelt, aber ohne überzogenen Pathos. Manchmal fast weinerlich präsentiert er uns die Gefühlswelt des Protagonisten in unnachahmlicher Manier. Er macht das Erlebte transparent, ist der Anker in den Klanggemälden von GAZPACHO.

 

Dieser atmosphärisch dichten und musikalisch fesselnden Scheibe sollte man unbedingt Zeit geben - sie wird definitiv immer weiter wachsen, neue Feinheiten offenbaren. Sie ist abwechslungsreich, technisch perfekt, aber nicht steril - sehr melodisch, aber nicht im negativen Sinne eingängig.

Und so schaffen GAZPACHO nach dem 2007er Werk "Night", (ebenfalls hier besprochen), ein weiteres Meisterwerk. Für mich sogar stärker, als der grandiose Vorgänger, da ausgereifter und variabler im Sound, da noch intensiver in den Stimmungen und im Gesang.

 

FAZIT

 

IRGENDWO ZWISCHEN SEELE UND HERZ, ZWISCHEN TRAUM UND REALITÄT,

LIEGT DAS LAND GAZPACHO - ES BEDARF RUHE UND DIE FÄHIGKEIT DES ZUHÖRENS

UM DIESES LAND ZU ERFAHREN - ES IST HYPNOTISCH - GEHT UNTER DIE HAUT - VERFÜHRT - PURE MAGIE

 

GAZPACHO im Netz

 

                                                                                                                                                             DARKEN TOM

ANNO

15 - April 2009

 

Schönheit zeigt sich oft in mannigfaltiger Art.

Vordergründig schmeichelnd, dem Betrachter anbiedernd,

oder aber als Zustand, als festes Bild, kraftvoll.

 

Doch erst das auslösende Empfinden in Dir selbst zeugt von Größe.

Etwas tief in Deinem Inneren wird berührt, es verändert Deine Emotionen,

pulsiert in Dir, macht es Dir leichter der fordernden Welt zu begegnen.

 

Sie gibt Dir Wärme und Kraft, Sie bringt Dich weiter, lässt Dich begreifen,

doch musst Du auch bereit sein, Sie zu empfangen, musst Sie sehen wollen und annehmen.

 

Hier ist Labsal, hier ist Quell ...

 

FOLGE DEM WANDERER ...

 

 

 

IONA - Woven Cord 1999

Tracklist

1.     Overture                    5:01
2.     Bi-sé mo shuìl Part 1   2:27
3.     Matthew - The man    12:46
4.     White sands               4:04
5.     Murlough Bay             4:07
6.     Dancing on the wall    5:14
7.     Encircling                  12:13
8.     Lindisfarne                 7:42
9.     Revelation                  6:57
10.    Woven cord               8:45
11.    Beyond these shores  6:53
              Gesamtlaufzeit    76:09

Wissenswertes

Einordnung
Keltisch inspirierter Folk, mit Orchester in Live Darbietung, Prog Einflüsse

Tendenzen
Oft Christliche / Keltische oder Mystische Texte, Sinfonische Elemente, Zeitlose Gitarre

Anspiel-Tipps
Matthew-The Man, Encirceling, Woven Cord
   
Label   
Alliance Music

Besetzung
Joanne Hogg          Vocals, Keyboards, Acoustic Guitar
Dave Bainbridge     Electric & Acoustic Guitars, Keyboards, Bouzuki
Troy Donockley      Uilleann Pipes, Whistles, Cittern, Electric & Acoustic Guitar, Vocals
Phil Barker             Bass
Frank van Essen     Drums, Percussion, Violin, Vocals

Gastmusiker
All Souls Orchestra
Nick Beggs           Chapman Stick auf Song 3 und 9
Tim Harries          Double Bass
Marlon van Essen  Backing Vocals bei Song 6, 8 und 9

Eindruck

Diese Band wurde bereits 1988 gegründet und stammt aus Schottland. Namensgeberin ist eine kleine Insel an der schottischen Westküste, von der auch das Debut Album IONA von 1991 handelt. Nach 3 Studio-Alben, einer Zusammenarbeit mit dem Fernsehen, sowie einem Doppel Live Album im Jahre 1997, hatte die Band die Möglichkeit ein wirklich aussergewöhnliches Live-Ereignis zu gestalten.

Einer Performance mit Orchester Begleitung in der Londoner Royal Festival Hall.

Am 29. Mai 1999 war es dann soweit.
Viele Künstler/Bands im Rock-/Pop Bereich versuchen sich immer wieder an diesem schwierig durchzuführenden Thema. Zu dominant das Orchester, einfach nur zugekleisterter Sound, Songs nicht umarrangiert etc. – dies sind immer wieder die Vorwürfe.

So nutzte die Band Ihre „Begleitung" im eigentlichen Wortsinn.
Das Orchester unterstützt die, bei IONA stark vorherrschenden, atmosphärischen Parts der Songs, während die Hauptführung bei der kristallklaren Stimme von Joanne Hogg bleibt. Bei den immer wieder eingestreuten, nahezu zeitlosen Gitarrenharmonien und Soloteilen, bleibt das Orchester angenehm im Hintergrund.

Man gewinnt dadurch eine noch stärkere Tiefe und Ausstrahlung in den teils sehr langen Songs,

einen schönen „Flow", musikalisch sehr wertvoll.

Die Songs der CD bestehen aus einer gerechten Auswahl ihres gesamten Schaffens,
pendeln zwischen den sehr ruhigen, folkloristischen Stücken, bei denen die Stimme der Sängerin perfekt die Emotion des jeweiligen Stückes transportiert, Bindeglied ist zwischen Traum und Wirklichkeit, und den progressiveren Stücken, die sehr sinfonisch-bombastisch daherkommen.

Überhaupt ist diese Stimme ein wahrer Segen für die Band. Glasklar, emotional, den Raum füllend, den ihr die Instrumentierung lässt. In diesem Musikbereich mit Sicherheit einer der Besten.

Innerhalb dieser Instrumentierung lohnt ein Achten auf die Feinheiten.
Flöten, Uillean Pipes, Akustik Gitarren, Percussions – es gilt Vieles zu entdecken.
So wirken die Songs niemals flach, haben Anspruch und Komplexität.

Zusätzlich wurden 2 neue Stücke komponiert.
Das Orchester bringt die Solo Performance „Overture" mit ein und IONA komponierten mit dem Titel gebenden Stück eine rein instrumentale Nummer dazu.

Die Songs zeigen in dieser Darstellung mit Orchester andere Facetten des Schaffens der Band, werden aufgewertet, erstrahlen in neuem Glanz.

FAZIT

Eines der wenigen Beispiele, sinnvoller Zusammenarbeit zwischen Band und Orchester.

Ruhige Songs, oft keltischen Ursprungs, laden zum Zuhören ein.
Eine einzigartige Frauenstimme schmeichelt unserem Ohr.
Sanft branden die heilenden Wellen "Beruhigung" und "Erhabenheit" an die Gestade unserer wunden Seele.


Iona im Netz

                                                                                                                              DARKEN TOM

 

 

ANNO

01 - APRIL 2009

 

Gefähliches Datum, Freunde!

 

Habt Ihr heute schon jemanden "veräppelt", "einen Bären aufgebunden", "in den April geschickt".

Strengt Euch an - sonst ist der Tag vertan.

 

Doch wo liegt Wahrheit - wo herrscht nur der Schein.

Wie funktioniert die persönliche Wahrnehmung.

 

Dinge, die einzuordnen waren verändern sich ...

 

War es einfach Musik zu kategorisieren, so ändert sich oft bei genauerer Betrachtung,

das fest geglaubte Wissen.

 

Hier kommt eine Band, die sich bestimmten Einordnungen einfach wiedersetzt,

und doch ist eines sicher - sie berührt ...

 

Begleitet mich zu einem Ausflug ...

zum LICHT

 

 

 

IZZ - I Move 2002

Tracklist
1. Spinnin' Round  2.59
2. I Move     5.24
3. Weak Little Lad  3.50
4. I Already Know  3.55
5. I Wanna Win  5.46
6. All The New     1.24
7. Star Evil Gnoma Su  8.37
8. Another Door  4.42
9. Something True  2.37
10. Believe  3.33
11. Knight of Nights     6.37
12. The Mists of Dalriada     2.42
13. Oh, How It's Great!  4.46
14. Coming Like Light  11.40
15. Light From Your Eyes     4.24
Gesamtlaufzeit    72:56

Wissenswertes

Einordnung
Rock, Prog - Retro/Neo in modernem Gewand, eine Prise AOR

Tendenzen
Varianten von King Crimson - Yes und ELP in modernem Soundgewand,
mit rhythmischem Variantenreichtum

Anspiel-Tipps
I Move, Light from your eyes, I already know
    
Label     
Doone Records

Die Band
Tom Galgano     Keyboards, lead vocals
John Galgano     Bass, guitar, lead and backing vocals
Paul Bremner     Lead Guitar
Brian Coralian    Electronic and Acoustic drums and percussion, programming
Greg DiMiceli      Acoustic drums and percussion

Gastmusiker
Laura Meade        Vocals On Believe
Anmarie Byrnes    Vocals on I Wanna Win and Something True
Aaron LoFaro        Conducter on Knight of Nights

Eindruck
Die Band stammt aus New York und ist Projekt der beiden Galgano Brüder.
Bereits 1998 wurde das Debut "Sliver Of The Sun" veröffentlicht und in Fachkreisen als unbeschwertes Prog Werk der leichtfüssigen Schule abgefeiert.
Dies ist 2002 mit dem Werk "I Move" anders geworden.

Move = Bewegung
Wer dies als Aufforderung verstehen kann, sich auch geistig in neue musikalische Welten hineinzudenken und zu bewegen, der wird hier belohnt. Vielfältig und zahlreich sind die Änderungen auf der Scheibe.

Zuerst fällt die veränderte Produktion auf - deutlich verbessert, transparent - kommen die für IZZ wichtigen Elemente zum Tragen. Vielfältige Sounds sind es, auf welche man sich einlassen können muss - IZZ fordern Aufmerksamkeit, biedern sich nicht an.

Die Musik basiert grundsätzlich auf 70er Jahre Prog.
Wir können Elemente von ELP, King Crimson und Yes ausmachen.
Doch sie werden "modern" dargeboten. IZZ wagen sich über die gegebene Form des Prog hinaus.

Wir finden Trip Hop Rhythmen, Drumloops und Elektronisches Drumming, Anleihen aus Funk und Jazz, verzerrte Stimmen und vieles mehr. Das gilt es erst einmal zu verkraften.

Gelingt dies, wirkt diese Vielfalt geradezu befreiend.

Das Album braucht Zeit, zum schnellen Konsum ist es nicht geeignet.
Und doch werden selbst da immer wieder Momente greifbar, welche aufhorchen lassen, uns so zum längeren Verweilen einladen.

Die Ballade "Believe" mit weiblicher Gesangsunterstützung.
Dieses abgedrehte Instrumental "Star Evil Gnoma Su" - lest mal rückwärts.
Das stampfende "Spinnin' round".
Das fast symphonische "I already know".
Die Pop Schmachtnummer "Light from your eyes".

Dies ist äußerst abwechslungsreich, bietet immer neue Facetten, in Klangfärbung und Rhythmik.
Es ist gewagt, geht weiter, als viele anderen Bands. Hier herrscht eine virtuos dargebotene Stilvielfalt, hier wird überrascht.

Immer präsent sind eine warme, weiche Gesangsstimme.
Eine pendelnde Gitarre, auch mal akustisch eingesetzt, welche Yes Anleihen, alte Marillion Sounds kombiniert mit modernem Anstrich.
Ein ausgeklügeltes Schlagzeug Konzept - immer wieder Akzente setzend.
Ein ausgeprägtes Feeling begleitet die Songs - damit und mit dem Timbre des Sängers ist eine gewisse Ähnlichkeit zu Spock's Beard gegeben.

Ab der Mitte des Albums werden Keyboards stärker in den Vordergrund gebracht - es wird progressiver. Spätestens mit dem oben bereits erwähnten Instrumental, haben dann Prog Hörer ihre Maulsperre. Eher unscheinbar im ersten Moment, wird hier die hohe Kunst des Musizierens ausgebreitet. Sperrig, aber feinste Kost.

So wird eine erwachsene RockProg Scheibe geboten, dramaturgisch klug verschiedenste Facetten zeigend, welches bei jedem weiteren Hören weiter wächst. Das größte Kompliment allerdings ist die Tatsache, das die CD trotz der stilistischen Vielfalt, kompakt und rund wirkt.
Es groovt - macht Spass - ist verrückt - bezaubert - GENIAL.

FAZIT:  NICHTS FÜR KONSERVATIVE PROG HÖRER
            EHER EXPERIMENTELL - MODERN - RHYTHMISCH
            MUSIKALISCH FEINSTE KOMPONIER-KUNST - VARIANTENREICH UND EDEL


IZZ im Netz

                                                                                                                              DARKEN TOM