CANDLEMASS, ISOLE, CRADLE OF FILTH...
ANNO
28 - MAI 2009
Schwarze Wolken türmen sich auf vor meinem Fenster,
Abbild meiner tiefsten Empfindungen.
Ruhelos ziehen sie über den Horizont.
Wohin wohl ihr Weg sie führen mag?
Unruhig bin auch ich - aufgewühlt und befangen,
meine Dämonen verfolgen mich wieder.
Soll ich fliehen, mich dem Unweigerlichen versuchen zu entziehen,
oder soll ich empfangen - die Dunkelheit in mir.
Sie willkommen heißen ...
... der Gedanke scheint verlockend ...
WOLLT IHR MIR FOLGEN ...
Candlemass - Death Magic Doom 2009
Tracklist
1. If I Ever Die 4,54
2. Hammer Of Doom 6,17
3. The Bleeding Baroness 7,20
4. Demon Of The Deep 5,22
5. House Of Thousand Voices 7,50
6. Dead Angel 4,05
7. Clouds Of Dementia 5,39
8. My Funeral Dreams 6,05
9. Lucifer Rising 3,44
Gesamt-Spielzeit 51,10 min
Wissenswertes
Stil
Epic Doom Metal
Tendenzen
Black Sabbath, Solitude Aeturnus, sogar Spuren von Trouble
Label
Nuclear Blast
Anspiel-Tipps
Hammer Of Doom, House Of 1000 Voices, My Funeral Dreams
Die Band
Robert Lowe Vocals
Leif Edling Bass
Lars Johansson Lead Guitar
Mats Björkman Guitar
Jan Lindh Drums
Eindruck
Die Schweden Candlemass befinden sich im 25. Jahr ihres Bestehens.
Gegründet 1984 von Leif Edling, sind außer ihm nur noch Mats Björkman von der Besetzung dabei, die 1986 mit ihrem Debut "Epicus Doomicus
Metallicus" gleich einen wahren Klassiker der Doom Szene zündeten. Mit dieser Scheibe wurde gar das komplette Doom-Genre auf ein neues Level gehoben.
Jahrelang durch den Gesang von Messiah Marcolin geprägt, wagte man vor 3 Jahren mit dem Album "King Of The Grey
Island" und dem neuen amerikanischen Sänger Rob Lowe (auch bei Solitude Aeturnus tätig) einen Neuanfang. Hier ist nun die zweite Scheibe in dieser Besetzung.
Außerdem wurde das 10. Studio-Album gemeinsam eingezimmert und nicht einfach nur per Soundfiles der Gesangs-Stimmen zurechtgeflickt. Diese gemeinsame Arbeit im Studio merkt man der Scheibe deutlich
an.
Zum ersten Mal hat man das Gefühl, das hier der alleinige Songwriter Leif Edling die Songs nicht mehr an Messiah's Stimme angelegt hat (wie noch ab und zu auf dem Vorgänger Album).
Hier werden uns Power-Doom Stücke im Wechsel mit epischem Doom angeboten - das Ganze in Verbindung mit der wahrlich GROßEN Stimme von Mr. Lowe.
Er intoniert leidenschaftlich, leidet mit den Songs mit, singt kraftvoll, windet sich im Schmerz der Stücke - einer der besten Metal Sänger der Szene. Sein Stimmumfang, seine Sicherheit, auch bei
schwierigen Passagen, dazu die von Edling großartigen Refrains - hört Euch mal "House of 1000 Voices" exemplarisch an.
Diese Leidenschaft wirkt wohl auch in Lars Johansson - wie er die Lead Gitarre spielt ist erwähnenswert, mit viel Gefühl, trägt er die Soli emotionsgeladen vor, sie basieren nicht auf endlosen Noten,
sondern auf wahrem Ausdruck und eigenem Stil - Grandios.
Dazu kommt eine herrliche Produktion, klar und druckvoll, es ist wuchtig und fett (hört Euch den Gitarren-Sound an), transparent und strahlt im Sound eine schöne Wärme aus.
Das Songwriting selbst ist diesmal sehr abwechslungsreich gehalten, klingt frisch und trotzdem ist es ein eher klassisches Candlemass Album. Auch die Texte drehen sich um die klassischen Themen, wie
Dämonen oder den Tod. Es gibt so gut wie keine Experimente, aber doch die eine oder andere Abwechslung.
Und so wird uns mächtig die Messe gelesen:
Es startet mit einer aggressiven Uptempo-Nummer "If I Ever Die" - welche in ihrer Schnelligkeit
(für Candlemass Verhältnisse) an eine Nummer wie "Black Dwarf" vom vorletzten Album erinnert.
"House Of 1000 Voices" bedient die Anhänger des epischen Stoffes, dramatischer Songaufbau - epischer Stoff.
Und mit der Friedhofsatmosphäre von "Hammer Of Doom" hat man den heimlichen Hit der Scheibe, zunächst zähe Lava Riffs - eine Nummer, welche sehr stark an uralte
BLACK SABBATH erinnert, jedoch absolut gekonnt dargeboten wird, mit wuchtigen, bedrohlichen Glockenschlägen garniert und angezogenem Tempo im zweiten Teil - KLASSE.
Zum Ende des elegischen "Demon Of The Deep" erinnert man inklusive Hammond Orgel gar an TROUBLE zu Plastic Green Head Zeiten.
Bei "Clouds Of Dementia" gibt es sogar ein Blues-Rock Solo zu bewundern.
Zum Abschluss (bei der Digi-Pack gibt es noch einen kurzen "schnellen" Song - "Lucifer Rising") gibt es mit "My Funeral
Dreams" noch eine Nummer in bester DIO-Manier.
So erschließt sich ein abwechslungsreiches und variables Album, immer interessant gehalten und ohne einzigen Ausfall! Die Arrangements scheinen wohl überlegt und sind zugänglich, ohne mit der Zeit zu
verblassen. Nein, im Gegenteil, Stücke wie das oben erwähnte "House Of 1000 Voices" oder "My Funeral Dreams" wachsen
mit jedem Durchlauf.
DEATH - textlich MAGIC - in hohem Maße DOOM - von vorne bis hinten
FAZIT
Die Predigt ist möglicherweise nicht die Meisterleistung der Band.
Dafür halte ich persönlich immer noch "Nightfall" - gerade in Dynamik und Stimmung.
Aber diese CD ist wahrlich nicht weit davon entfernt - im Doom Genre sicherlich mit an der Spitze.
Candlemass im Netz
DARKEN TOM
ANNO
29 - APRIL 2009
Wir sind wieder bereit ... ein neues Kapitel der Dunkelheit erwartet uns.
Mächtigen Gebirgen gleich türmen sich Klänge am Horizont.
Erhabenheit und Tiefe lassen erahnen.
Aus den Tiefen der Wälder ... Im Nebel verborgen ...
Ruinen, majestätisch - und doch verlassen.
Auf ewig vergangen - Stille breitet sich aus.
Wärme existiert hier nicht mehr, Bewegungen erstarren,
das Leben - nur noch eine schwache Ahnung ...
ISOLE – SILENT RUINS 2008
Tracklist
1. From the dark 11,03
2. Forlorn 6,46
3. Nightfall 6,57
4. Hollow shrine 6,56
5. Soulscarred 6,26
6. Peccatum 4,01
7. Dark clouds 11,41
Gesamtspielzeit 53,47min
Wissenswertes
Einordnung
Epischer Doom Metal
Tendenzen
Ältere Candlemass, Solitude Aeturnus
Anspiel-Tipps
Nightfall, Forlorn, Dark clouds
Label
Napalm/SPV
Die Band
Daniel Brynste - Lead Vocals und Gitarre
Henka - Bass und Vocals
Crister Olsson - Gitarre und Vocals
Jonas Lindström - Drums
Eindruck
ISOLE kommen aus Schweden und dies ist bereits ihr 4tes Album.
Irgendetwas muss wohl an Skandinavien dran sein.
Sind es die langen Winter - voll unergründlicher Dunkelheit und erstarrendem Eis,
die Mitsommer-Momente – voll sphärischen Lichtes und schlaflosen Nächten,
oder einfach die unergründlichen Weiten dieser Regionen, welche als Katalysator dienen ?
Wie sonst ist es zu erklären, dass gerade dort so viele melancholisch angehauchte Bands herkommen.
Und doch tragen ISOLE weit mehr, als nur pure Melancholie in ihren Songs.
Da ist EPIK – ohne schwülstige Keyboard-Teppiche, mit gesunder Härte.
Es gibt Momente mit kräftigen Double Bass Rhythmen, genauso wie dezent eingestreute Growls im Gesang.
Der Gesang an sich ist niemals weinerlich, sondern eher klar und ausdrucksstark.
Im Refrain ist eine fast schon sakrale Atmosphäre auszumachen.
Das Vortragen der Texte und Strophen wird in immer ausufernden Harmoniebögen genial vorgetragen.
Die Musik selbst ist druckvoll, aber nicht steril produziert. Die Instrumente kommen klar strukturiert rüber, was vor allem den wuchtigen Gitarren-Wänden zu Gute kommt.
Langsam baut sie sich auf, die Musik - zu dunklen Monolithen, erhaben und schön, und doch fremd und unbehaglich wirkend. Lavaströmen gleich, entwickeln sich Harmonien und minimalistische Riffs, die eine ganz besondere Wirkung entfalten. Oft werden darauf, weitere entrückte Melodie-Linien mit der zweiten Gitarre gelegt. EINSAMKEIT und MONOTONIE.
Dies ist auch der Kontext der Erzählung, welche uns ISOLE hier präsentieren.
Ein Textkonzept zieht sich durch das gesamte Album.
Es wird die Geschichte einer Person erzählt, welche an einem verlassen Ort erwacht - dem Ende der Welt - alleine. Ohne Gedächtnis werden innerhalb der 7 Stücke immer weitere Erinnerungs-Fetzen enthüllt.
Der düstere Strudel erfasst Ihn - Hoffnungslosigkeit, Dunkelheit, Traurigkeit und Einsamkeit sind seine Empfindungen.
Dem werden die Songs mehr als nur gerecht - bedrohlich und schwer sind sie geworden.
Und auch das von GUSTAVO SAZES hervorragend in Szene gesetzte Cover unterstützt diese Atmosphäre grandios.
Gleich der Opener "From the dark" gibt den Takt vor - abwechslungsreiche Langsamkeit mit epischen Riffs - dazwischen recht schneller Übergangsteil, bevor die Last der Erinnerung im Mittelteil des Songs mit bedrückenden Melodien zum Ausdruck gebracht wird. Dazu gesellt sich alsbald eine kleine Akustik Einlage und zum Schluss ein paar Growls - der Garten ist bereitet, und es ist nicht EDEN das uns erwartet.
"Forlorn" ist ein eingängiges Stück, mit prächtigem Harmonie Gesang.
"Nightfall" beginnt treibend, stampfend, inklusive Double Bass Einlagen, im Mittelteil schleppend und immer wieder diese melodischen Gesangslinien, diese hervorragenden Harmoniegesänge.
DUNKLE MELANCHOLIE UND DRAMATIK als Geschwisterpaar in inniger Umarmung.
Mit "Peccantum" gibt es kurz vor Schluss einen nur auf Akustik-Gitarre aufgebauten kleinen Song zur Erholung bevor "Dark Clouds" das sprichwörtliche Ende einleitet.
Was für eine Nummer. Alleine die epische Lead-Gitarre nach ca. 1,30 min ist phantastisch.
Hochdramatisch und dynamisch aufgeladen werden Akustik Passagen mit Growls verknüpft. Ein düsterer Fall, der uns ereilt.
Eine für diese Spielart der Musik sehr abwechslungsreiche Scheibe.
Mit Power und Schmackes, wie sie nicht so häufig im Doom Bereich gefunden werden kann.
Das größte Kompliment allerdings, welches ich diesem Werk machen kann, ist die Tatsache, dass die Songs sich überhaupt nicht abnutzen. Sie gehen auch nicht zu schnell ins Ohr - und dies ist absolut POSITIV gemeint. Immer wieder kann man sich die CD antun - immer wieder wird man gefangen genommen - von Schwermut, von schaurig-schönen Melodie-Bögen, von eleganter, dunkler Epik.
Fazit
Eine kompositorische Glanztat, die sich erst nach und nach zeigt. Gebt dieser CD genügend Zeit und sie wird neben den großen Alben von Candlemass und Solitude Aeturnus bestehen können. Vielfältig, abwechslungsreich und emotional. Es gibt nicht viele CD's, welche die Gefühle Isolation, Schwermut, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung so gekonnt einfangen. Eine mitreissende Sinfonie der Agonie.
DARKEN TOM
ANNO
01 - APRIL 2009
Hallo Dunkel-Sucher,
wo endet Neutralität, wo beginnt Verurteilung?
Kann man überhaupt neutral bleiben - oder ist man unweigerlich beeinflusst?
Verändert sich die Sichtweise automatisch, wenn man tiefer blickt, mehr sieht?
Es geht heute um eine Band, welche polarisiert, wie keine Zweite.
Es dadurch immer schwerer hat, mit neuen Veröffentlichungen, neutral aufgenommen zu werden.
Lasst es uns wagen, einen möglichst objektiven Blick zu tun ...
... hinein in den Abgrund, den dunklen Strudel.
AUF ZUR DUNKELHEIT
Cradle Of Filth - Godspeed On The Devil's Thunder 2008
Tracklist
1. In Grandeur And Frankincense Devilment Stirs 2,27
2. Shat Out Of Hell 5,03
3. The Death Of Love 7,14
4. The 13th Caesar 5,36
5. Tiffauges 2,14
6. Tragic Kingdom 6,00
7. Sweetest Maleficia 5,59
8. Honey And Sulphur 5,38
9. Midnight Shadows Crawl To Darken Counsel
With Life 8,59
10. Darkness Incarnate 8,56
11. Ten Leagues Beneath Contempt 4,59
12. Godspeed On The Devil's Thunder 5,37
13. Corpseflower 2,42
Gesamtspielzeit 71,14
Wissenswertes
Einordnung
Symphonischer Black Metal
Tendenzen
Düster Musik, schnell und hart, mit schreiendem Sänger
druckvoller Bombast, kalter Atmosphäre, aber niemals steril
Anspiel-Tipps
The 13th Caesar, Honey and sulphur, Darkness incarnate
Label
Roadrunner - Warner
Die Band
Dani Filth Gesang
Paul Allender Gitarre
Charles Hedger Gitarre
Dave Pybus Bass
Martin Škaroupka Schlagzeug
Mark Newby-Robson Keyboard
Sarah Jezebel Deva Background-Gesang
Doug Bradley Erzähler
Eindruck
Man kann es kurz machen - wer auf symphonischen Black Metal steht, eine Grundhärte in den Songs braucht, eine sehr gute Produktion in diesem Genre nicht verachtet - wer darüber hinaus noch einer
düsteren Geschichte nicht abgeneigt ist, erzählt und interpretiert von einem Giftzwerg - einmal als kreischender Kobold, einmal in tiefen Growls, wer es nicht unschicklich findet, die oft vom
Untergrund verpöhnten CRADLE OF FILTH zu mögen - der, ja DER SOLLTE HIER ZUSCHLAGEN und braucht nicht weiterzulesen.
Für alle anderen sei erklärt, das die Band als eine der wichtigsten und einflussreichsten Bands der 90er Jahre im "modernen" Black Metal galt.
Keifende Stimme und Blast Speed, garniert mit messerscharfen Gitarrenläufen, oft auch zweistimmig vorgetragen waren ihr musikalisches Bild.
Dazu gesellte sich eine Dramatik in den Kompositionen, wie sie in der Form damals noch nicht präsent war. Abgerundet von Provokation und Anti-Religiöser Haltung waren sie die gefeierten Helden einer
Gegenkultur.
Schon schnell, auf Grund ihrer Erfolge vom Untergrund verstoßen und verachtet, schufen sie ein eigenes (kommerzielles) Genre aus Black Metal-, Death Metal-, Gothic-, Symphonie-, Bombast- und
Rock-Elementen.
Nun - 14 Jahre später - ihre neueste Schlachtplatte "Godspeed On The Devil's Thunder".
Es geht um einen mittelalterlichen Serienkiller namens - Gilles de Rais. Diese Geschichte zieht sich durch sämtliche Tracks - also ein Konzept Album.
Dieser französische Adlige kämpfte zur Zeit Joanne D'Arc und wandelte sich später zum bekennenden Satanisten und brutalen Massenmörder.
Und doch eher unwichtig, obwohl sie den Rahmen bildet, bleibt die Geschichte oberflächlich, dient nur als Grundgerüst, um die Songs auszustatten. Dies funktioniert hervorragend.
Denn da werden wieder sämtliche Trademarks der Band auf uns losgelassen.
Erzählerische Strukturen - Frauengesang - verbindende Samples - Orchesterparts, Bombast und Düsternis, werden verwoben mit rasenden Gitarrenläufen, den typischen Blastspeed Momenten in der
Schlagzeugarbeit - übrigens eindeutig häufiger, als zuletzt.
Über der Musik trohnt natürlich wieder der kleine, giftige, keifende Kobold Dani.
Er flüstert, schreit, growlt, keift, haucht, kreischt und singt sich durch diese Geschichte.
Dieser Atmosphäre aus Finsternis, Tempi- und Sound-Wechseln, leichter Progressivität und Spannung kann man sich schwer entziehen. Dazu trägt auch die Produktion von Andy Sneap bei.
Sie ist wuchtig und doch glasklar, nicht überladen - selten hat man ihre Elemente, so vielfältig diese auch sind, so transparent und drückend vernommen.
So bleibt, ohne Scheuklappen betrachtet, ein kreatives Düster-Album übrig, schneller und härter als vermutet, immer mit einer eigenen Melodik versehen.
Kein Meilenstein, schon gar nicht des Black Metal, mit deren Wurzeln man wirklich nur noch rudimentär zu tun hat. Aber in Sachen harter Musik ist dies ein Ausrufezeichen - gesetzt von einer nach wie
vor, sehr talentierten Band - Episch und Monströs.
Es ist die Schönheit des Abgrunds, die Ästhetik des Grauens, welche diesem Werk innewohnt, beindruckend kalt.
FAZIT: CRADLE ÜBERRASCHT - RASANTER UND MÄCHTIGER ALS ERWARTET
MIT TOP SOUND UND MÖRDER GROOVE VERSEHEN
DUNKEL UND BRUTAL - KOMPLEX UND ABWECHSLUNGSREICH
Cradle Of Filth im Netz
DARKEN TOM
Die Dunkelheit ist oft überraschend, sie fordert, und sie gebiert eine Ihr eigene Schönheit ...
BIS ZUM NÄCHSTEN MAL