BLACK STONE CHERRY - AUDREY HORNE - GRAND MAGUS

 

 

Anno
20-Januar 2009



Heute melden wir uns einfach mal mit einer Triple Attack

  dreifach "Gute Laune Musik", aus 3 verschiedenen Ländern.
Zuerst aus den Staaten - BLACK STONE CHERRY,

danach aus Norwegen - AUDREY HORNE

und zum Abschluss aus Schweden - GRAND MAGUS.
Alle drei Bands spielen verschiedene Arten von Stilen, die gekonnt miteinander verwoben werden.
Habt Spass ...

... der Sucher ist mit Euch ...

 

 

 

(3) Black Stone Cherry - Folklore And Superstition 2008

Tracklist
   1. Blind Man                    3,40
   2. Please Come In            3,56
   3. Reverend Wrinkle         4,12
   4. Soulcreek                    3,37
   5. Things My Father Said   3,53
   6. The Bitter End              4,07
   7. Long Sleeves                4,17
   8. Peace Is Free                4,10
   9. Devil's Queen               4,39
  10. The Key                      4,28
  11. You                            4,22
  12. Sunrise                       3,48
  13. Ghost Of Floyd Collins  3,51
             Gesamtlaufzeit      52:55 min


Wissenswertes

Einordnung
Southern Rock, Hard Rock

Tendenzen
Rifforientierter Südstaaten Hard Rock, Gute Laune Groove Nummern mit klasse Sänger

Anspiel-Tipps
Devil's Queen, Blind Man, Things My Father Said

Label
Roadrunner Records

Die Band
Chris Robertson     vocals/guitar
Ben Wells              guitar/vocals
Jon Lawhon           bass/vocals
John Fred Young    drums

Eindruck

Hier haben wir nun also das zweite Album des Kentucky Vierers.
Benannt nach einer billigen Zigarrenmarke, Südstaaten Roots

- DER Stempel sitzt perfekt, Southern Rock, alte Säcke mit Bart und Fettwanst eben.

Stimmt und doch ist es nicht SO einfach.

Zunächst einmal - die Jungs sind Anfang/ Mitte Zwanzig!
Überall dröhnen zwar Lynyrd Skynyrd, ZZ Top durch die Botanik,

aber es geht härter zur Sache, rifforientierter.


Die Gitarren brillieren, solieren, duellieren sich, das es eine wahre Pracht ist.
Dabei kommen etliche schnelle, harmonische, melodische Soli zur Geltung.

Uptempo Nummern, rockige Balladen und Southern Hard Rock mit Bumms, so sieht's nämlich aus.

Es groovt an allen Ecken, die Drums werden sehr variabel eingesetzt, setzen so manchen unerwarteten Rhythmus (Reggae Einschub bei "Sunrise"),

sind damit dominanter als bei den oben genannten Bands.
Der Bass wummert schön warm, unterstützt die Harmonien, beruhigt das Spiel.

Dem weiss auch die Produktion Rechnung zu tragen. Sie bringt all die feinen Facetten des Sounds voll zur Geltung.

Und über den Instrumentalisten legt Mr. Chris Robertson immer wieder einen so gefühlvollen Gesang, das spätestens jetzt obige Vergleiche hinken.

Mal knarzend-rockig, bei den schnelleren Nummern. Mal gefühlvoll-hymnisch bei den Balladen.
Mal etwas bluesig-soulig, nun, eben bei den bluesigeren Stücken. Aber immer schön angerauht.

Damit schaffen die Vier auch zwangsläufig eine der besten Balladen des Jahres

"Things My Father Said", mit Geigen und Klavier Unterstützung.

So wird aus diesen Trademarks ein abwechslungsreiches, harmonisches Stück bodenständiger

Hard Rock Musik, bei dem natürlich überall der Südstaaten-Touch nicht zu verleugnen ist

und das ist gut so, wird er hier doch nicht zum Selbstzweck angewandt.
Eine Nummer wie "The Key" - mit Maultrommel, Mundharmonika und Banjo entwickelt so ein schön athmosphärisches Country-Feeling; "Please Come In" ist herrlich melancholisch,

"Devil's Queen" hart und wuchtig, incl. Hammond Orgel.

Also ein absolut energiereiches, abwechslungsreiches, spielfreudiges, von vorne bis hinten groovendes, zu keiner Zeit künstlich wirkendes Werk.

FAZIT: EINE CD, DIE MAN LAUT KONSUMIEREN SOLLTE, DAMIT SIE IHREN GANZEN REIZ                      AUSSPIELEN KANN. FRISCHE IDEEN IN BEKANNTEM, WOHLIGEM SOUNDGEWAND

           - STETS ROCKIG UND KOMPETENT, KEINE ANGST UM DEN NACHWUCHS ALSO...

 

 

Black Stone Cherry im Netz


                                                                                                                              DARKEN TOM

(4) Audrey Horne - Le Fol 2008

Tracklist   
1. Last Chance For Serenade    4,29
2. Jaws                                  3,15
3. Last Call                             3,34
4. Threshold                           5,06
5. Monster                              3,52
6. Afterglow                           3,56
                                   7. In The End                         4,58
                                   8. Pretty Girls make graves     4,00
                                   9. Bright Lights                      4,52
                                   10. Hell Hath No Fury             3,07
                                   11. I Wish You Hell                4,54
                                   12. So Long, Euphoria            6,21
                                                  Gesamtlaufzeit      52:18 min


Wissenswertes

Einordnung
Heavy Rock, Modern Rock, Alternative

Tendenzen
Einflüsse des melodischen Grunge (Alice In Chains),  Stoner Groove, Tool Rhythmen

Anspiel-Tipps
Last chance for a serenade, Treshold, In the end, Bright lights

Label
Indie Recordings

Die Band
Toschie         Lead Vocals
Ice Dale        Guitar
Thomas        Guitar
Kjetil            Drums


Eindruck

Eine Band aus Norwegen,

benannt nach einer der Hauptpersonen der Serie "TWIN PEAKS" von David Lynch.
Die Mitglieder rekrutieren sich aus Black Metal Bands wie ENSLAVED, Stoner Bands wie SAGH,

sowie Heavy Bands wie dem Immortal Nachfolgeprojekt I.

Was folgern wir daraus?
Black Metal Supergroup, oder ein Stilmischmasch ohne Ausrichtung?

Überraschenderweise weder noch!

Nein hier wächst eine moderne Band heran

(ist bereits ihr Zweitwerk - für das Erste gab es in Norwegen bereits den Grammy),

welche zwar stilübergreifend agiert, dabei aber immer zielgerichtet, immer auf den Punkt.

Wenn ich hier von Einflüssen des Grunge rede, so muss man richtigstellen, dass es hier weder um Schrammel-Rock, noch um Weinerlichkeit geht.

Auch Spät Heavyness a la Soundgarden ist hier nicht zu finden.
Vielmehr geht es um eine stilistisch äußert vielfältig agierende Band.

So sollte man den Songs auch einen Reifeprozess gönnen, damit sie ihre geballte Wirkung richtig entfalten können, denn die Songs sind zumeist kompakt und immer melodiös, meist zwischen 3-4 Min. lang. Bisweilen aber auch monumental, mit einer Prise Epik.

Sie enthalten Ohrwurm-Melodien, welche nicht penetrant immer wiederholt werden, sind spannungsgeladen. Dies ergibt Modern Metal Hits - ohne dem Mainstream anzugehören.

So wird man bei mehrmaligem Genuss mit immer weitere Details belohnt.
Ein klarer Hinweis auf die kompositorische Klasse des Albums.

Beispielsweise sind die Refrains oft von ausgesuchter Harmonie, Toschie agiert oft mit Klargesang, was den Songs einen hohen Wiedererkennungswert gibt, wird ab und an harmonisch gedoppelt,

d.h. man legt mehrere Spuren seines Gesangs übereinander.


Die Gitarrenspuren sind teils sehr episch - als Beispiel sei hier einmal der Mittelteil von

"Last Chance For A Serenade" genannt.


Rhythmisch regiert des öfteren die Handschrift von Tool - hypnotische Strukturen, z.b.: "Jaws" treffen auf wiederkehrende Leitthemen im Gesang oder auf der Gitarre.

Alles ist sehr gut ausbalanciert.


Ergänzt wird dies von einer "Orgel", also Keyboards, die das eine oder andere Mal an Rainbow erinnern. Dies führt hin bis zu progressiven Strukturen mit orientalischem Einschlag

"So Long, Euphoria".

Die eigentlichen Hits sind dann aber "Threshold"

- berauschende Melodien treffen auf Tool im Stoner Rock Gewand,

und "Bright Lights" - eine ruhige, nachdenkliche Stimme wird nur von spartanischer akkustischer Gitarre und einem Klickrhythmus unterstützt, um dann später in einen Rockriff, erweitert um ein hymnisches Keyboardthema zu münden, das Tempo zieht an, die Stimme verzerrt, drückt und wütet, sphärische Refrainteile werden eingestreut, bevor am Schluss alles in einem ruhigen Moll Akkord endet. NOT BAD.

Aufgelockert wird das Album von fast schon klassischen Hard Rock Nummern,

wie "Hell Hath No Fury" oder "Pretty Girls Make Graves" (cooler Titel, oder),

die direkter gehalten sind. Dabei ist alles sehr knackig produziert.

In England wurden Audrey Horne damit zu den 100 interessantesten Bands gewählt.
In Norwegen sind sie sogar in den Charts vertreten.
Wer weiss, ob dies nicht in naher Zukunft zu verstärkten Interessenskonflikten mit Ihren Stammbands führen wird.

FAZIT: SEHR ABWECHSLUNGSREICHER MODERN METAL MIT VIELEN GESICHTERN .......

Audrey Horne Im Netz

                                                                                                                              DARKEN TOM


(5) Grand Magus - Iron Will 2008

Tracklist
1. Like The Oar Strikes The Water  3,14
2. Fear Is The Key                        3,32
3. Hang                                       0,40
4. Iron Will                                  5,01
5. Silver Into Steel                       5,01
6. The Shadow Knows                  5,35
7. Self-Deceiver                           4,49
8. Beyond Good And Evil               5,15
9. I Am The North                        9,01
                    Gesamtlaufzeit      41:19 min


Wissenswertes

Einordnung
Doom Metal, Traditioneller Heavy Metal

Tendenzen
Stimmlich im DIO Umfeld - was das Emotionale angeht,

bei langsameren Stücken mit Candlemass Touch,
musikalisch in der Zeit von Black Sabbath zu DIO Zeiten angesiedelt

Anspiel-Tipps
I am the north, Like the oar strikes the water

Label
Rise Above Records

Die Band
JB            Guitars, Vocals
SEB         Drums
FOX         Bass

Eindruck

Hier haben wir es mit 3 verrückten Schweden zu tun, die teilweise auch in anderen Bands tätig sind und Grand Magus als Zweitband betreiben - Ziel: das Verwirklichen eigener Sound-Ideen.
Der Sänger JB ist beispielsweise hauptberuflich bei den Spiritual Beggars als Frontmann tätig (Stoner Hard Rock).

Der Kern der Musik ist aus den Bereichen Doom- und traditionellem Heavy Metal geschmiedet. Rockig isse geworden. So kommen einem unweigerlich verschiedene Bands als Vergleich in den Sinn:

BLACK SABBATH (in der Dio Phase) - stehen hier stellvertretend für den oft majestätischen, melodischen Gesang, der zwar auch einen gewissen Pathos (nicht störend und unaufgesetzt) transportiert, aber hier absolut passend wirkt. Bei den schwereren, doomigen Stücken erinnert JB auch manchmal an CANDLEMASS zu Messiah-Zeiten.

Auch JB's Gitarrenarbeit erinnert an die gute, alte Zeit, als noch simple, straighte Riffs für den Unterbau der Songs sorgten. Trotz dieser "Simplizität bleibt es stets abwechslungsreich und dynamisch. Dabei grooven die Stücke, sind herrlich räudig-rockig, heavy und episch.

So sind die Songs immer mit einer Prise Epik versehen, die Riffs sind fett, die Melodien abwechslungsreich.

Es gibt hier und da Double-Bass zu hören wie im Opener "Like The Oar Strikes The Water".
Richtig doomig-langsam wird es bei "Iron Will", sowie "Self-Deceiver"
Mächtig hymnisch-melodisch wird es dann bei "Silver Into Steel"
und der Abschluss "I Am The North" ist dann auch wirklich das Highlight dieser CD.
Hier wird noch einmal eine Gottnummer ausgepackt.
Zuerst wummert der magentretende Bass, bevor die Gitarre das Kommando mit knackigen Riffs antritt. Dazu türmt JB eine Gesangsharmonie auf (unterstützt von Backgroundharmonien),

welche dem nordischen Ideal von Kampf und Vergehen huldigt:

"The Wolf will rise - The end of lies - Corruption dies - Free forever,
Burn with the lord of sorrow - Claimed by the shit of nails - Life and death - final breath - Born into the grave, Storm of an ancient fury - Power beyond compare - Serpent's flood  brother's blood -

End of times is here, Truth and lie will join and die - Grey ruler show us how to fight"

und am Ende übernimmt die Leadgitarre und bringt den Song hymnisch zu Ende.
Das ist ehrlich und nicht anbiedernd, das ist hymnisch und keineswegs seelenlos.

Natürlich klingt dies nicht sonderlich "modern", aber die Scheibe ist astrein produziert, baut einen ordentlichen Druck auf. Man könnte sie demnach bedenkenlos in die 80er packen, ohne das inzwischen leider negativ behaftete Wort "RETRO" in den Mund zu nehmen, obwohl es hier zutrifft.

FAZIT: FÜR DEN KLEINEN HUNGER ZWISCHENDURCH, HIER IST KEIN MEISTERWERK                          EINGEZIMMERT WORDEN, ABER ES ERGÄNZT SUPERB DEN SPEISEPLAN -                                MACHT SPASS - UND WER MÖCHTE SCHON IMMER KAVIAR?

Grand Magus im Netz

                                                                                                                              DARKEN TOM


Ab in die Wälder, wo auch immer, aber da scheint es hoch herzugehen ... BIS ZUM NÄCHSTEN MAL.