ARMORED SAINT, HEATHEN, OVERKILL
ANNO
19 - April 2010
Das Streben nach Unabhängigkeit.
Dinge anpacken, weil man Lust darauf hat - in Ruhe, hauptsächlich zur eigenen Zufriedenheit.
Etwas reifen lassen - nichts überhasten,
abwägen - für gut befinden, fein ausarbeiten.
Wir ALLE haben wohl eher selten die Möglichkeit, diesen Prozess zu erfahren.
Zumindest in unserer zunehmend hektisch geprägten Arbeitswelt.
Eine Band, die diesem Ideal ziemlich nahe kommt, hat wieder zugeschlagen.
10 JAHRE sind vergangen - genug Zeit, um in den Köpfen der Menschen zu verschwinden.
Doch bei DIESER Band, haben wir gerne gewartet.
Also auf - zum MARCH OF THE SAINT ...
Armored Saint - La Raza 2010
Tracklist
1. Loose cannon 5,07
2. Head on 5,46
3. Left hook from right field 5,31
4. Get off the fence 4,48
5. Chilled 5,02
6. La raza 6,41
7. Black feet 5,07
8. Little monkey 4,45
9. Blues 3,33
10. Bandit country 5,16
Gesamt-Spielzeit 51,31 min
WISSENSWERTES
Stil
Power Metal - Groove-orientiert
Tendenzen
Classic Rock Einflüsse
Anspiel-Tipps
Loose cannon, Head on, Left hook from right field
Get off the fence, La raza
Label
Metal Blade
Die Band
John Bush Vocals
Phil Sandoval Gitarre
Jeff Duncan Gitarre
Joey Vera Bass
Gonzo Sandoval Drums, Percussion
EINDRUCK
Was ist das? Ein Click-Track, ein Metronom?
Nach ein paar Sekunden dann, bedrückende Cellotöne, Violinen Sounds - Schwermütigkeit im Sinn.
Time is running out - Die Rasse (vom spanischen La Raza) - also wir ALLE haben nicht aufgepasst
- der Welt geht's schlecht. Wir entwickeln uns in die falsche Richtung - aber so was von
... Mensch, wenn das nicht ARMORED SAINT wären, dann aber, na ja, lassen wir das.
Nach etwas mehr als einer Minute dann aber der Einstieg mit "Loose cannon" - einem recht typischem ARMORED SAINT Stück. Auf Basslinien aufgebaute typische
Dynamik des Fünfers, wobei der Bass im Hintergrund immer weiter die Click-Track Töne transportiert - ein herausragender Sänger, eine wieder einmal sehr Song-dienliche Mannschaft, eine warme,
transparente Produktion.
Der zweite Song startet mit analogen, weichen Hammond-Orgel Sounds, ungewohnt - aber gut
- "Head on". Eine weitere Midtempo Nummer, mit diesem unwiderstehlichen SAINT-GROOVE,
der mich irgendwie immer an einen gut geölten Zug erinnert.
Rollend - im perfekten Gleichklang, harmonisch - rund und stetig.
Der Break im Mittelteil überführt in einen stampfenden Teil, immer vor sich hinwabernde Riffs,
eine coole Soloeinlage - Musik kann so schön sein. Leichte Tempo-Verschärfung und Rückführung in diesen herrlichen Refrain - eine ganz starke Nummer. Die Gitarren klingen schön abgehangen, kraftvoll, versehen mit der nötigen Schärfe. Vera und der gute Sandoval G., gießen ihre fein ausbalancierten Fundamente dazu.
"Left hook from right field" - der dritte Teil dieses grandiosen Einstiegs, etwas schneller als die beiden Vorgänger, und wohl der beste Song des Albums.
Wieder begeistert der starke Refrain - überhaupt bleibt hier bereits festzuhalten, dass der gute JOHN BUSH besser singt als vor langen Jahren. Die Songs weisen viele melodische
Teile schon in den Strophen auf, die Refrains sind wirkliche Höhepunkte der Songs, ohne Plattheiten, funktionieren in erster Linie als Power-gestärkte Rocksongs.
So bist Du nach diesen 3 Knallern im Album unweigerlich angekommen.
Und doch nimmt "Get off the fence" dann plötzlich Tempo auf, die Gitarren treiben unheimlich voran,
mit schnellen, fast schon Stakkato-artigem Riffing. Doch der sehr melodische Soloteil, welcher dann in einen schnellen überleitet, bringt das gewisse Etwas mit ein.
JOEY VERA hat das Album komplett komponiert - sämtliche Texte kommen von JOHN BUSH.
Ein Projekt Charakter hätte alles inne, ist zu vernehmen - es sind nun auch schon 10 Jahre vergangen, seit der damaligen "Revelation"-Scheibe.
Dies erklärt wahrscheinlich die unheimliche Entspanntheit, die dieses Material ausstrahlt.
Hier muss sich wohl keiner etwas beweisen - gemacht wurde, worauf die Jungs Lust hatten.
Beispiel Song 5 "Chilled" - der Name ist Programm - eine ruhig angesetzte Nummer, die eine rockige Zeitlosigkeit atmet, immer wieder in extrem gelöste
Passagen führt - habe ich schon die Gitarren erwähnt? Ja - Nein - ich weiß es nicht.
Sie sind klasse geworden - hier eine kleine Harmonie, dort ein ferner Solo-Lauf im Hintergrund, erstklassige Soloteile - unaufgeregt und doch prägend.
Über das Rythmus-Gerüst eines Joey Vera und eines Gonzo muss man eh nicht reden - das passt einfach.
Der Titelsong startet mit Tribal Percussion, die auch den gesamten Song begleiten, dazwischen gibt es lange Instrumentalabfahrten, drückende Riffs, einen aggressiv shoutenden Sänger und einen
dieses Gefühlschaos öffnenden Refrain, der mit langgezogenen Tönen punktet
- hat fast was von LED ZEPPELIN.
"Black feet" klingt knackig groovend - "Little monkey" hat gar Punk-Rock-Attitüde.
"Blues" ist dynamisches Wechselspiel zwischen Entpanntheit und mitreißendem Rocker.
Und "Bandit country" zum Abschluß wirkt, nach verspieltem Rhythmus-Beginn, fast noch einmal metallisch, mit einfachen, schweren Riffs und wieder einmal einem
coolen Solo.
Irgendwie klingt alles lebendig - hat einen richtigen Sog, einen Flow, der Einen folgen lässt - hier scheint nichts konstruiert.
Dass JOHN BUSH zu den besten Sängern der Szene gehört, sollte sich rumgesprochen haben.
Dass VERA/SANDOVAL die Groove-machines des Circus sind eigentlich auch.
Und was der zweite SANDOVAL zusammen mit DUNCAN an den Gitarre hier abzieht ist einfach fetter Power Rock in Vollendung, mit immer latent vorhandenem
Metal-Flair.
Je länger man sich mit dieser Scheibe beschäftigt
- um so besser wird sie.
Etwas ungewohnt zu Beginn - möglicherweise.
Aber so wie sich Armored Saint immer weiter vom alltäglichen Business lösen, sollte man sich als Hörer auch von der an diese Band gestellte Erwartungshaltung lösen.
Hier regiert der Spass an der Musik
- Musiker ohne Ego-Probleme.
Einen auszumachenden Schwachpunkt sucht man dann bei näherer Betrachtung auch vergebens.
Kritik wird somit hier nicht zugelassen - ALLES KLAR ...
FAZIT
Locker komponierte, ungezwungen klingende Scheibe - Kopf-aus, Bauch-an-Gefühl
Abwechslungsreich - von einer ungehört tight aufspielenden Band
Energetische, frische Rocksongs - immer melodisch, doch voller power-beladenem Groove
Und der authentische, ursprüngliche Sound, durch analoges Vorgehen, ist eine WOHLTAT.
Webpage der Band
DARKEN TOM
ANNO
08 - April 2010
Wir haben gestern Abend gesehen, was möglich ist.
Der feste Glaube an die eigenen Fähigkeiten, lässt eine Gemeinschaft über sich hinauswachsen.
Auch wenn es diesmal die BAYERN waren - es freut mich schon.
Glück war dabei, herausragende Solisten ebenfalls, aber auch eine tolle Mannschaftsleistung.
Und Geduld - das Warten auf den richtigen Moment.
Alles Eigenschaften, welche man der folgenden Scheibe auch attestieren kann.
NUR - das Warten lag hier nicht in den eigenen Händen.
Mit einer überragenden Offensive ausgerüstet, wird hier angegriffen,
als ob es kein Morgen gibt - überrannt, Wiederstände erbarmungslos brechend.
Folgt mit in die Tiefen einer faszinierenden Scheibe ...
Heathen - The Evolution Of Chaos 2010
Tracklist
1. Intro 1,21
2. Dying Season 5,41
3. Control by Chaos 7,09
4. No Stone Unturned 11,10
5. Arrows of Agony 6,40
6. Fade Away 5,45
7. A Hero´s Welcome 6,52
8. Undone 6,42
9. Bloodkult 4,31
10. Red Tears of Disgrace 5,52
11. Silent Nothingness 6,51
Gesamt-Spielzeit 68,28 min
WISSENSWERTES
Stil
Thrash / Speed Metal
Tendenzen
Metallica, Exodus
Anspiel-Tipps
No stone unturned, Bloodkult, Red tears of disgrace
Label
Mascot Records
Die Band
David White Gesang
Lee Altus Gitarre
Kragen Lum Gitarre
Jon Torres Bass
Darren Minter Drums
EINDRUCK
Mystisches, mit bedrohlichen Keyboardflächen unterlegtes, Sitarstück zum Intro gereicht,
dann folgt die pure RIFFGEWALT - "Hey, its dying season ..."
Die Gitarren schneiden sich messerscharf durch den Sound, der von JACOB HANSEN wieder einmal sehr gut abgemischten Scheibe.
Das Schlagwerk könnte etwas wuchtiger sein und der Sänger etwas tiefer abgemischt und mehr im Vordergrund - und doch passiert mit der Einfuhr der Scheibe etwas Seltsames, man vergisst diese
"Kleinigkeiten" sehr schnell und wird hineingezogen in den Sturm, der hier entfesselt wird.
Nicht in das Auge des Hurrikans, sondern mitten in seine Dich herumwirbelnden Arme.
Die abwechselnd Hüft- (Bauch) oder Kopf- (Technik) hoch geschossenen Salven der beiden Gitarristen LEE ALTUS (auch EXODUS)
und KRAGEN LUM zerlegen so ziemlich jede weitere Gitarren-Fraktion des bekannten Speed/Power/Thrash Universums in Schutt und
Asche.
Was auf diesem Album an intelligenten Riff-Abfahrten und Soli geboten wird, erlebst Du in der
fast 30-jährigen Karriere anderer Bands nicht ein einziges Mal.
Duelle, Zweistimmigkeiten in Leads und Soli, rasante Läufe und doch auch immer wieder hochmelodische Momente - dies macht HEATHEN aus.
Wie ein Puzzle-Spieler, erklärte Lee Altus in einem Interview, werden einzelne Elemente, die nicht nur aus Thrash oder Speed Metal, sondern auch gerne mal nach NWOBHM oder gar alten
Melodic-Hard-Rockern wie Rainbow klingen, zusammengesetzt und ergeben so den urtypischen, sehr filigranen Heathen Sound.
Aber warum muss so eine Geburt nur fast 20 Jahre dauern?
Mit bereits zwei Klassikern im Gepäck (BREAKING THE SILENCE von 1987
und VICTIMS OF DECEPTION von 1991), erwartete man eigentlich den Siegeszug der Band.
Doch oft ist nun mal nicht die Klasse des Materials entscheidend - somit mussten erst Live Auftritte im Jahre 2001 für eine Wiedervereinigung der damals von der Plattenfirma gedroppten Band
sorgen.
Durch sein Engagement bei EXODUS hatte LEE ALTUS nie die nötige Ruhe um am Stück an der Scheibe zu arbeiten. So dauerte es weitere Jahre, bis nun endlich die neue Scheibe angegangen werden
konnte. Eigentlich ist sie schon im Jahre 2008 entstanden und doch dauerte es wieder eine teuflisch lange Zeit bis sie veröffentlicht wurde.
Natürlich hört man oft Klänge, die an METALLICA erinnern, hier sei einmal der Einstieg zu
"No stone unturned" genannt. Und doch klingt alles musikalisch - nun, etwas wertiger.
Auch die coolen herausgehobenen Bassläufe zu Beginn des Songs tragen zum Besonderen des Stückes bei. Die sehr harmonischen Gitarrensoli des Songs schaffen einen feinen Kontrapunkt zum ansonsten
wuchtig vor sich hin Monster-riffenden Longtrack.
Doch plötzlich wird aus der Nummer eine atmosphärisch getragene Instrumentalnummer mit starken Harmonie-Gitarren, melodischen Spielereien und weicher Farbe, dann erfolgt jedoch wieder ein Break
und der Song, wird in der Geschwindigkeit angezogen, zur Spielwiese der sich duellierenden Gitarristen - die wohl musikalisch eindrucksvollste Nummer des Albums.
Abwechslungsreich - akustische Passagen und intelligente Rhythmuswechsel sorgen für nie langweilig wirkendes Vergnügen.
DAVID WHITE singt niemals zu hoch, eher in mittleren Tonlagen, wirkt angenehm.
Sicher nicht der kraftvollste Sänger und doch passt er ins Bild.
Denn die Allmacht der Gitarre ist sicher das aussagekräftigste Sprachrohr der Scheibe.
Ins Nirwana gerifft wird sich dann entgültig bei "Bloodkult" - immer wiederkehrende Attacken der Gitarrenfront machen es leicht (besonders unter dem
Kopfhörer) alles um sich herum zu vergessen.
Danach folgt mit "Red tears of disgrace" endlich die Stunde des Sängers, etwas nach vorne gemischt, kann er beim akustischen, melodischen Start der Nummer
zeigen, welch guter Sänger er wirklich ist. Doch dann wird das Tempo angezogen, der Song wird zum unwiderstehlichen Banger.
Am Schluß erfolgt dann, das noch einmal mit melodisch-angerauhtem Gesang unterlegte, akustische Ende.
Eine der eindrucksvollsten Bands der (melodischen) Thrash/Speed Bewegung.
Musikalisch über jeden Zweifel erhaben - Genialität gepaart mit songwriterischer Klasse.
Und doch muss noch ein Thema hier besprochen werden.
Ich weiß - die Musik ist göttlich, aber wie kann man nur solch einen schmalzigen, pathetischen, verherrlichenden Text wie im Song "A hero's welcome"
abliefern?
Dies macht für mich eine an sich runde Scheibe überdenkenswert - wir wollen mal annehmen,
dass dies sozusagen im Eifer des Gefechts passiert ist.
FAZIT
RIFFS - RIFFS - RIFFS
Aggressiv - einprägsam - melodisch - intelligent - Ideen-reich
schwindelerregendes Niveau in der Gitarrenarbeit
Abzüge in der B-Note
Webpage der Band
DARKEN
TOM
ANNO
23 - März 2010
Die Fledermaus ist wiedergekehrt,
nicht diese lahme und tumbe - eines alten, verstrahlten Mannes,
sondern die einzig WAHRE - die des UNDERGROUNDS.
Strahlend, wie selten zuvor, erhebt sie sich,
getrieben von Gier, emotionaler Aggressivität und absolutem Willen.
Wer ihr offen begegnet - dem ist treues Gefährtentum gewiss.
Doch wer zweifelt - den wird sie zerschmettern.
BACK TO THE GUTTER ...
Folgt mir ...
Overkill - Ironbound 2010
Tracklist
1. The Green And Black 8,12
2. Ironbound 6,33
3. Bring Me The Night 4,15
4. The Goal Is Your Soul 6,41
5. Give A Little 4,41
6. Endless War 5,41
7. The Head And Heart 5,11
8. In Vain 5,13
9. Killing For A Living 6,14
10. The SRC 5,07
Gesamt-Spielzeit 57,43 min
WISSENSWERTES
Stil
Thrash/Speed Metal
Tendenzen
mit Power und Groove fein abgeschmeckt
Anspiel-Tipps
Ironbound, Bring me the night, In vain
Label
Nuclear Blast
Die Band
D. D. Verni Bass
Bobby "Blitz" Elsworth Gesang
Dave Linsk Gitarre
Derek Tailer Gitarre
Ron Lipnicki Drums
EINDRUCK
Der Bass zupft seltsame Tonfolgen, die Gitarre spielt bedrohliche "spooky" Harmonien dazu, ehe sich die ganze Pracht des (ehemaligen) Flaggschiffs des Thrash erhebt. Der Break nach 1,30 min führt
direkt in die ersten Riff-Massaker, der Bass pumpt und zeigt schon einen der Unterschiede zu den vorangegangenen Alben. Das man das noch erleben darf - OVERKILL haben
endlich mal eine amtliche Produktion hingezimmert bekommen.
PETER TÄGTREN hat den Bass in vernünftige Dimensionen zurückgefahren, sodass die Klampfen druckvoll die messerscharfen Riffs in die inzwischen fülliger gewordene Bauchgegend
feuern.
Dass wir uns nicht missverstehen - D.D.VERNI ist für mich einer der richtig großen Bassisten
und zwar nicht nur wegen seines Spiels, mehr noch wegen seiner Ausstrahlung.
Nun endlich ins Bandgefüge richtig integriert - so kommen auch die Drums, meist schnell gespielt, endlich zur richtigen Entfaltung.
"The green and the black" - der Eröffnungshammer besticht durch immense Power,
bevor nach 4,20 min der Song-zerlegende Break in einen melodischen Groovepart überleitet,
schwer und doomig, live wahrscheinlich DER Kracher, bevor es später wieder schneller wird.
"You and me - eternity, you and me - forever we - FLY ...", der Schwur gilt - ich bin dabei.
Mensch, ist es wirklich 30 Jahre her, seit sich die Band fand und gründete, also wieder einmal alte Säcke.
Die Band, welche den WICHTIGSTEN, BESTEN und VEREHRUNGSWÜRDIGSTEN Live Thrasher
geschrieben hat (und hier lasse ich keine andere Meinung zu) - ROTTEN TO THE CORE.
Wer die Band 2005 auf dem Rock Hard Festival gesehen hat, weiß wovon ich spreche.
Da war sogar die Zeremonie mit dem deutschen Fanclub, ihr werdet mir verzeihen, störend.
Ich wollte weiter die entfesselte grüne Hölle erleben - HELLO FROM THE GUTTER.
"Ironbound" - der Titelsong, weiter wird Gas gegeben, wuchtige Schläge, entfesselte Gitarren, schwer pumpender Bass, zweistimmige Leads, bevor BLITZ einsetzt.
Wird der Mann eigentlich immer besser? Oder hat er einen stimmlichen Jungbrunnen gefunden?
Er klingt kraftvoll, aggressiv, shoutet wie zu besten Zeiten.
Nach 3 min erfolgt das melodische Break, getragene Stimmung, akustische Gitarre und dann das ultramelodische Gitarrensolo, bevor wieder mit mächtigen Grooves aufgerüstet wird. Dazu kommen mit
Hall versehene Gitarren-Spuren, zweistimmigen Leads, weitere Zutaten, die OVERKILL in ihre eigene Nische drücken.
EXODUS'sche Riffgewalt paart sich mit unwiderstehlichen Grooves, einer nach wie vor leicht punkigen Attitüde und melodischen Einsprenkseln.
Danach folgt die Party-Nummer schlechthin "Bring me the night" eröffnet mit MOTÖRHEAD'scher Roll'igkeit, eine Ace of Spades Rifforgie, nur halt noch schneller, aber der Spirit, Alter - DER SPIRIT.
Wer die Nummer schon als Video auf YouTube oder dem RockHard DVD-Sampler gesehen hat, weiß wie die Jungs in ihrem Alter hier über die Griffbretter wichsen - HERRLICH. Und wieder ist der Song mit einem melodischen Solo veredelt - am Ende dann mit ultra schnellem Geschredder.
Mächtig kompakt kommen diese Songs daher, sind wuchtig produziert, auf den Punkt gespielt,
ohne unnützen Ballast und doch mit so mancher Feinheit versehen, gerade im Gitarrenbereich werden die letzten 30 Jahre Revue passieren gelassen.
Ob die Anlehnung an MOTÖRHEAD, IRON MAIDEN oder gar THIN LIZZY und SLAYER - es macht einfach tierisch Spass hier dabei zu sein.
"The goal is your soul" beispielsweise eröffnet wieder mit einer bedrohlich klingenden Akustikmelodie, bevor riffende Gitarren und schwerer Bass in einen
Track voller Power führen.
Eher im Midtempo angesiedelt, kommt DIE STIMME super zur Geltung.
Bei "Give a little" kommt dann die latente Punk Attitüde bestens rüber, und doch wird der Song im Mittelteil plötzlich ultrafett und schwer.
"Endless war" ist dann wieder ein schnellerer Thrasher mit melodischem Groove und plötzlich auftretenden zweistimmigen IRON MAIDEN Solo
Gitarren Passagen. Die Endharmonien sind dann in feinster THIN LIZZY Tradition.
Ich habe diese Band vom Beginn an geliebt, war bei kleinen Club-Touren Gast, genauso wie bei größeren Events. Es gab und gibt Dinge, die sich wohl nie ändern werden.
Es gibt kaum eine Band, die Live so eine Power rüberbringt und immer wirken die Jungs sympathisch und hingebungsvoll. Da spürt man die Überzeugung, die Leidenschaft - WRECKING CREW.
Dann folgt der Kracher "The head and the heart" - erst einmal gesprochene Anfangs-Sequenz,
begleitet von schwer groovenden Riffs, wuchtiges Drumming.
Der Körper fängt an ganz leicht zu vibrieren, dat Köpfchen nickt im Takt, mir wird warm ums Herz.
Der Soloteil wird hier zum ultimativen Erlebnisteil. Erst noch einmal die Spoken Word Einlage,
dann angezogenes Tempo, Break und ein Gitarrensolo der irrwitzig-genialen Art.
Dann wohl einer der faszinierendsten Songs des Albums "In vain" - hier ist alles OVERKILL,
wie man die Jungs lieben gelernt hat. Aggressiver Gesang, fein abgehangenes Riffing,
der latente FUCK YOU ! Stinkefinger, der Drive und der im Gedächtnis haftende Refrain.
Und dann erhob der Gott der Schlachten sein Haupt, und der Abgrund ward voller Blut.
Slayer Riffing, eine Blitz untypische Stimme, eher tief angesiedelt - "Killing for a living",
der wohl "brutalste" Riffer der Scheibe. Versehen mit Breaks und diesen fiesen Riffs walzt dieser Song entgültig sämtliche neumodischen Klone hinweg - HIER
IST DIE MACHT!
"The SRC" wird dann noch mal zum schnellen Rausschmeißer einer Scheibe,
wie ich sie überhaupt nicht auf dem Plan hatte.
Von Wiedergeburt kann man ja nicht sprechen, die Band war stets präsent, hatte immer einigermaßen starke Alben (selbst die schwächeren), doch diese Stärke hätte ich ihnen nicht mehr zugetraut.
LIVE war und ist die Band immer eine Macht für sich gewesen - doch nun gelingt der Band anscheinend auch das Feeling dieser magischen Nächte
auf Konserve zu bannen.
Noch einmal einen späten Klassiker der eigenen Historie zuzufügen ist wenigen Bands vergönnt und doch ist dies OVERKILL gelungen - und zwar
mehr als EINDRUCKSVOLL.
Die Band möge es mir verzeihen, aber in dieser Form
- die nächsten 30 Jahre brauche ich euch Jungs noch - IN UNION WE STAND ...
FAZIT
BEFREIT - GIERIG - ROH und ABSOLUT GLAUBHAFT
in Ausdruck und Eindruck an Großtaten der 80er erinnernd
Alle in Bestform - Entwicklung durch Tradition
Die Songs: ALL KILLERS - NO FILLERS
Für mich DAS momentane HAMMERALBUM im THRASH
Webpage der Band
DARKEN TOM