Monats-O(h)rgasmus Oktober 2009 - Masterplan

Der Oktober zieht ins erwartungsvoll darniederliegende Land, bringt erste wilde Herbststürme mit sich und den amerikanischen (Alp-)Traum von HALLOWEEN.
Längst hat es auch uns gepackt - "SÜßES - SONST GIBT'S SAURES ... " - erst seit wenigen Jahren, und doch schon immer dominanter werdend - Entkommen zwecklos.
Kommerzielle Vermarktung - kindlicher Spass - unnützes Gebaren.

Hatten wir doch hier in der alten Welt unser ureigenes HELLOWEEN.
Die wohl damals beste Speed/Power-Band, die unsere Gemeinschaft gebar.


Erinnert IHR Euch noch an die Zeiten Mitte der 80er, als die wegweisenden Alben der Kürbisköpfe für so manch wohligen Schauer sorgten ?


Doch auch diese Band ging den Weg des Irdischen - Zwietracht, musikalische Differenzen, Auseinanderleben, verschiedenste Interessen.


Als im Jahre 2001 die beiden Recken ROLAND GRAPOW (Gitarre) und ULI KUSCH (Schlagzeug) die Band verließen, kam es zur Geburt der Band MASTERPLAN.
Offiziell im Jahre 2002 gegründet wurden recht schnell mit JAN S. ECKERT (Bass - ex Iron Saviour) und AXEL MACKENROTH (Keyboards) weitere Mitstreiter gefunden.
Doch den eigentlichen Punch erlebte die Band durch die Hinzunahme von Hard Rock/Power-Legende JORN LANDE als Sänger.


Derart mit begnadeten Musikern gesegnet, war schon vor ihrem ersten musikalischen Lebenszeichen ein starkes Interesse an der Band zu spüren. Ein Plattenvertrag ward schnell unterzeichnet und bereits im Jahre 2003 erblickte das Power/Melodic/Rock-Baby MASTERPLAN das grelle Licht der Welt. Der Siegeszug konnte beginnen - die Scheibe bald als Klassiker des Genres angesehen.

Die gesamte Scheibe war durchdrungen von powervollem, mächtigem, abwechslungsreichem Riffing, kräftigen Vocals, atmosphärischen Keyboards (jedoch noch nicht so aufdringlich, wie teilweise auf MK II), einer starken Performance der Rhythmus-Fraktion.
Dazu gesellen sich ungemein packende Refrains, starke Soloteile und intelligente Texte.

Mit dem zweiten Streich AERONAUTICS aus dem Jahre 2005 verfeinerte man den musikalischen Ausdruck der Band.
Den schweren Power Songs der Band, welche hauptsächlich geprägt wurden durch die astreinen Gitarren Riffs, manchmal schnell und angreifend, manchmal wuchtig und atmosphärisch, immer aber sehr abwechslungsreich, wurden progressive Einsprenksel hinzugegeben. Man öffnete sich stärker den Hard Rock und Melodic Rock Einflüssen, verströmte geradezu überschwenglich positive Vibes.

Doch im Jahre 2006 beschloß Jorn sich wieder stärker um seine Solo Karriere zu kümmern, musikalisch war man nicht mehr auf dem gleichen Nenner, er verließ die Jungs.
Und auch Uli Kusch an den Drums entschied sich für den Ausstieg aus der Band.
Doch mit MIKE DIMEO ( ex Riot) und MIKE TERRANA (ex so ziemlich viel, in letzter Zeit Rage) werden zwei weitere Ausnahme Könner verpflichtet.

Und in dieser Besetzung wurde dann MK II eingespielt und 2007 veröffentlicht. Diese Scheibe hat auch wieder ihre großen Momente, auch wenn sie nicht mehr ganz so zahlreich, als auf den Vorgängeralben vertreten sind.

Danach allerdings verläßt Mike DiMeo im Dezember 2008 bereits wieder die Band und kaum 4 Monate später wird der Wiedereinstieg von Jorn Lande bekannt gegeben - der Kreis scheint sich zu schließen.


DISCOGRAPHY

Masterplan    2003
Aeronautics    2005
MK II        2007

 

 

 

 

Masterplan - Masterplan 2003

Tracklist
1. Spirit Never Die  5,27
2. Enlighten me  4,38
2. Kind Hearted Light  4,26
4. Crystal night  5,17
5. Soulburn 6,16
6. Heroes  3,34
7. Sail on  4,38 
8. Into the light 4,10
9. Crawling from hell  4,13
10. Bleeding eyes  5,41
11. When Love Comes Close  4,09
Gesamt-Spielzeit     52,20 min

 

Breite Akkorde, weite Keyboardflächen und dann Stakkato Riffs und DIE STIMME von Jorn Lande.
Power und Melodie in nahezu perfektem Mischungsverhältnis, große Refrains und ganz starke Instrumentalisten - "Spirit Never Die".


"Leaving the past behind you ..." ertönt es da in der Eröffnungsnummer.

Die Zeit nach Helloween - manchmal blitzen die schnellen Gitarrenläufe durch, und doch werden hier verstärkt epische Gesangslinien und Keyboardsounds eingeflochten.
Doch immer kraftvoll und voller Power.

Dann "Enlighten Me" - ein fetter Groove transportiert das Stück, bevor einer der besten Refrains der gesamten Melodic/Power Metal Welt ans Ohr dringt - Entkommen zwecklos, dieser Refrain brennt sich im Kleinhirn unweigerlich ein.

 

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Und so zieht dieses Debut immer weiter - keine schwache Nummer besitzend, pendelt es zwischen Power-beladenem Riffing, kraftvollem Gesang, fetter Rhythmik und kleinen Akzenten setzenden Keyboards - seine Bahn am Melodic Metal Firmament.

Bei "Heroes" ist sogar ex Helloween Sänger MICHAEL KISKE im Duett mit Jorn zu hören.

"Crystal Night" ist eine mitreißende Power Hymne - "Soulburn" bietet, nach Piano Intro, eine druckvolle, stampfende Atmosphäre, welche im Refrain immer wieder aufbricht und Weite atmen lässt - "Into the Light" ist Balladenstoff, jenseits von Kitsch und Charts und "Bleeding Eyes" kommt fast schon mit orientalisch angehauchten, epochalen Melodie-Bögen daher, verströmt Vorder-orientalische Doom Atmo, incl. wabernder Hammond Orgel Klängen - geil, geil, geil.

Das Ding ist mega eingängig, aber niemals platt.
Es besitzt Charisma und Ausstrahlung, hat geradezu Hit-Potenzial - ist vielseitig, ideenreich und dazu noch fett produziert. Dazu gesellt sich eine klasse Aufmachung und in der limitierten Edition eine zweite CD mit Multimedia Part, incl. des Video-Clips von "Enlighten Me".

Das auch die Produktion stimmt, dafür sorgte ANDY SNEAP himself.

Das Album wurde folgerichtig das meistverkaufte Newcomer-Album in Europa.

Nach wie vor eines der besten Alben aller Zeiten in dieser Musik-Sparte -

BELIEVE IT ODER TUE BUßE beim immer wieder Hören und Entdecken, Verinnerlichen, Begreifen.

 

 

 

 

Masterplan - Aeronautics 2005

Tracklist
1. Crimson rider  3,59
2. Back for my life  4,12
3. Wounds  4,04
4. I'm not afraid  5,30
5. Headbanger's ballroom  4,55
6. After this war  3,51
7. Into the arena  4,11
8. Dark from the dying  4,10
9. Falling sparrow  5,39
10. Black in the burn  9,47
11. Treasure world  3,50
Gesamt-Spielzeit      54,01 min

 

"As far as the eye can see ... " - so lautet die erste Textzeile des Nachfolge-Albums.

Wie geht man mit Erwartungshaltungen um, wie toppt man einen schier übermächtigen Vorgänger.
Nun zunächst einmal haut man einem gleich im Opener wieder große Melodiebögen voller Power um die Ohren und läßt DIE Rockstimme Europas - Mr. JORN LANDE - eine geniale Refrainzeilen ins huldvoll geneigte Ohr zaubern.


Ja, der Spirit des Debuts ist sofort wieder da, möglicherweise ist das Songmaterial etwas mehr Melodic-, etwas mehr Hard Rock, als drei Jahre zuvor, doch die Produktion ist herrlich Gitarren-lastig (von ROY Z).
Und GRAPOW bringt immer wieder epische Strukturen in die Songs - hört den Einschub bei der schnellen "Wounds" Nummer als Beispiel.

 

Dazu kommt mit "Back for my life" ein lupenreiner Ear-Catcher, welcher allerdings nicht ganz repräsentativ für das Album ist.


Das Plus der Scheibe ist allerdings das Songwriting - progressiver, vielseitiger ist es geworden, denn inzwischen sind alle Musiker (anders als beim Debut) der Band am Songwriting beteiligt.
Bestückt mit allerlei Details, welche es zu entdecken gibt, ist es ein ideales Album für den Kopfhörer.

Dies sorgt für eine lange Halbwertszeit der Scheibe.

 

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Dazu kommt eine bombastische Grundstimmung vieler Songs, die durch den Einsatz von Keyboard Klangteppichen, aber auch so manchem breiten Gitarren-Riff erreicht wird.
Die Nummer "Headbanger's ballroom" darf hier Pate stehen. Eigentlich eine catchy Nummer mit super eingängigem Refrain, aber immer wieder werden hymnenhafte Riffs eingestreut, fast schon kirchenähnliche Keyboardsounds draufgepackt, das Ganze jedoch mit der nötigen Grundhärte ausgestattet und obendrauf gibt es abwechslungsreiches Schlagzeugspiel, sowie im Mittelteil eine fast schon feucht-fröhliche Gitarren-Harmonie.
Dann Soloteil - Riffvariationen und abwechslungsreiches, galoppierendes Power Riffing inbegriffen.
Eine ganz feine REPEAT TASTEN Nummer.

Dann folgt mit "After the war" ein Song zum Thema "Ende einer Beziehung" - eine wunderbare Ballade mit feinem Gitarrensolo. Der Gesang geht unter die Haut - man spürt förmlich die Zerrissenheit des Protagonisten.

Überhaupt sind es die Lyrics wert, dass man sich damit beschäftigt.
Irgendwie scheinen die Wort perfekt zu Jorns Gesang zu passen - teilweise heroisch "Black in the burn", oft an Beziehungen angelehnt, aber immer Plattheiten umschiffend.

Überhaupt werden im fast 10 Minüter "Black in the burn" sämtliche Trademarks der Band noch einmal gebündelt auf den Hörer losgelassen.
Power Riffing trifft auf einen großartigen Refrain, melodische Einschübe werden in Pianomelodien verarbeitet, hymnenhafte Momente werden progressiv aufgelockert, die Gitarre begeistert ein ums andere Mal. Ein balladesker Mittelteil begeistert mit unterlegtem Pianospiel, bevor der Song powermäßig wieder zulegt, in einen herrlichen Soloteil mündet, episch wird - große Melodien zeigt.
Das ist Songwriting, wie man es nicht allzu häufig serviert bekommt.

Auch dieses Album gibt es wieder in einer starken Limited Edition, aufgemacht als Hardcover Book, mit einem Bonussong und einem Multimedia Teil.

Vielseitiger arrangiert als das Debut, etwas mehr Hard Rock, etwas mehr Melodic Rock, etwas weniger Power Metal - aber nicht schlechter.

 

 

 

Masterplan - MK II 2007

Tracklist
1. Phoenix Rising  1,18
2. Warrior’s Cry  5,21
3. Lost And Gone  2,59
4. Keeps Me Burning  4,01
5. Take Me Over  5,43
6. I’m Gonna Win  3,53
7. Watching The World  4,32
8. Call The Gypsy  3,08
9. Trust In You  4,47
10. Masterplan  5,03
11. Enemy  4,37
12. Heart Of Darkness  6,59
Gesamt-Spielzeit      52,17 min

 

Nach dem Ausstieg der Fraktion JORN LANDE und ULI KUSCH, sowie dem drohenden Untergang der Band, wurden nun also mit MIKE TERRANA und MIKE DIMEO zwei renommierte Musiker verpflichtet. Der MASTERPLAN konnte fortgeführt werden.

Zum ersten Mal eröffnet eine kleine Instrumental Nummer als Intro das Album - Spannungsaufbau nennt man das wohl.
Danach der erste richtige Song "Warrior's cry" - eine sehr speedige Nummer, die eher schnelle Helloween/Stratovarius/Sonata Arctica Zeiten heraufbeschwört, denn eine Fortsetzung der Masterplan'schen Power Orgien darstellt.

Mit "Lost and gone" werden dann die Melodic Rock Wurzeln ausgepackt, hier sind wieder diese Melodie-Haken zu finden, welche Masterplan groß gemacht haben.
Mike DiMeo setzt seine Stimme anders ein, als man es in der Vergangenheit von Jorn gewohnt war - etwas weniger shoutend, manchmal eher bluesig.

 

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Und so folgt der erste wirkliche Höhepunkt mit "Keeps me burning" - einer sehr starken Midtempo Nummer, versehen mit einem dieser wahnsinnigen Refrains, die einem die nächsten Tage nicht mehr so schnell aus dem Ohr gehen.

Ab hier ist man wohl geneigt der Band den Neuanfang abzunehmen, sich fallen zu lassen in die neue Welt von Masterplan.
Denn auch das Spiel von Terrana ist betonter und kräftiger, als in der glorreichen Vergangenheit der Band.

"Take me over" begeistert zunächst einmal mit seiner stampfenden, groovenden Rhythmik, schweren Riffs, schwebenden Synthie-Teppichen und fast schon hymnischer Melodieführung, am Schluß immer wieder eingestreute Gitarrenläufe - eine große Nummer.

So entwickelt sich dieses Album sehr abwechslungsreich - hat dann mit "I'm gonna win" seinen Hit am Start, eine unverschämt eingängige Nummer mit EUROPE Gedächtnis-Keyboards und positiven Vibes bis zum Abwinken.

Die nächsten Nummern sind allesamt gutklassig, aber leider nicht mehr herausragend, die obligatorische Ballade "Trust in you" doch sogar recht austauschbar.
Danach erfolgt allerdings mit "Masterplan" wieder eine eher speedige, schnellere Nummer, die aufhorchen lässt - schöne Instrumental Sektionen im Mittelteil, mit bedrohlich wirkenden Keyboard Einschüben schaffen eine starke Atmosphäre.
Dieser Song ist wohl sehr stark an Helloween angelehnt, hat er doch gleichzeitig diese luftigen Melodielinien im Gesang aufzuweisen, und dazu diese galoppierenden Riffs.

Mit der Nummer "Heart of darkness" wird zum Ende der Scheibe noch einmal eine stark von der Gitarre geprägte Nummer ausgepackt. Eher langsames Tempo, zu Beginn atmosphärischer Keyboard Einstieg, bevor interessante Riffs zum getragenen ersten Refrain führen.
Diese wuchtige Grundstimmung des Songs bleibt bestehen, um im Mittelteil von einem sehr starken Gitarrensolo, sowie einer Gesangs Bridge kurzzeitig aufgebrochen zu werden.
Dieser Song erinnert mich in der Stimmung irgendwie immer an alte DEEP PURPLE/RAINBOW Nummern.

Das Album scheint etwas zwiegespalten und wirkt nicht mehr so zwingend in den Kompositionen wie seine Vorgänger. Trotzdem hat es seine sehr starken Momente und ist stärker als das Meiste, was heute so unter dem Banner MELODIC ROCK/METAL veröffentlicht wird - instrumental, als auch gesangstechnisch.

 

Umso stärker muss man die beiden Vorgängeralben der Band bewerten.

 

 

Momentaner Wissenstand:
Die Band arbeitet an ihrer neuen Scheibe, welche wohl Anfang 2010 erscheinen soll.
Mit genügend kompositorischem Spielraum, der Rückbesinnung auf eher "ältere Werte" ist zu rechnen.
Da man sich auch viel Zeit fürs Songwriting lassen möchte und es inzwischen genügend Erfahrung, auch abseits der Band gibt, wird man wohl GROßES erwarten dürfen, denn der Name verpflichtet.

Wie ich unsere Freunde vom ROCK HARD so einschätze ( ... nicht wahr Jenny ... ),
darf man die Prognose wagen, diese Band eventuell zur Pfingst-Zeit im geheiligten Rund zu Gelsenkirchen begrüßen zu können.


Der Zeitrahmen passt wohl ...                                                                    DARKEN TOM

 

 

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