JANUAR 2009
Warum wählen wir hier zum Start eigentlich nicht Pink Floyd, wenn wir doch schon eine Band vorstellen, die solch "eine Art von Sound" transportiert, dann doch wohl das
ORIGINAL und nicht eine ehemalige Coverband aus Bayern - das geht ja gar nicht!
So, oder ähnlich, klangen die Vorwürfe, mit denen ich mich konfrontiert sah, als ich RPWL auf den Startmonat Januar hieven wollte.
Nun, Ihr Lieben, zum Einen ist es unser subjektiver Musikgeschmack, der hier zählt.
Weiterhin ist dieser Vorwurf mehr als lächerlich - dazu später mehr.
Was jedoch eben so schwer wiegt, ist die Tatsache, dass diese Band uns bei unseren Treffen über die Jahre immer wieder begleitet hat.
Ich erinnere mich hier ganz besonders an einen magischen Abend in der spanischen Hauptstadt -
ich glaube es war im Juni 2001.
DARKEN ROLF war auf die iberische Halbinsel gezogen und ich und meine Flamme haben Ihn dort in der musikalischen Einöde besucht.
Gnädigerweise hatten wir ein paar Musik CD's ins Exil mitgebracht. Unter anderem das Debut einer neuen Band aus Deutschland, von der ER natürlich nichts wusste.
Nach einem lauen Abend saßen wir ab ca. 23.00 Uhr auf seiner bestimmt 9x5m großen, in den Innenhof eines gewaltigen Hochhausquadrates weisenden Aussenterrasse. Es galt in einen Geburtstag zu feiern.
Dies taten wir, wie immer, mit lauter Musik - Arena, Meat Loaf, Everon und dann RPWL - God Has Failed.
Was soll ich sagen - entweder lag es am guten spanischen Rotwein, an der allgemeinen Melancholie, oder aber an dieser Band, welche wir ab ca. 01.00 Uhr Nachts in den samtenen, mattschwarzen
Abendhimmel dröhnen ließen. Wir waren tief bewegt.
Und so ist es heute immer noch.
Kleine Anmerkung: Wir sprachen damals über Sehnsüchte (wohl der Musik wegen),
ganz allgemein, aber auch speziell - damals war es die Suche nach der Partnerin des Lebens.
Zu dem Zeitpunkt möglicherweise noch nicht so einfach vorstellbar.
Nun, es hatte nur noch wenige Wochen gedauert und DARKEN ROLF war mit seiner damaligem Sehnsucht zusammen, UND Sie sind es heute immer noch (Gruß an Erika) - Träume sind erreichbar!
Auch das kann einem diese Musik vermitteln.
Musik muss mich erreichen - sie sollte einen Ausdruck besitzen - Stimmungen transportieren -
etwas erzählen - mich womöglich emotional berühren. Das ist es.
Und so bin ich glücklich, dass es Bands wie RPWL gibt, deren CD's dies immer geschafft haben. Originalitätspreis hin oder her.
DENOCH: mit Ihrer Form von Musik sind Sie schon lange kein Klon von irgendjemanden mehr,
nein - Sie haben bereits schon lange Ihren eigenen Klangkosmos geschaffen.
Aufgeschlossenen Zuhörern ermöglicht diese Band somit das Abtauchen in Ihre eigene musikalische Welt, wo der Horizont noch weit ist, der Blick und die Seele sich erheben können, zu Himmeln voller
Farbe und Landschaften so berauschend wie erfüllend. Dafür DANKE.
Nicht alle CD's sind gleichstark (wie bei keiner Band) - hervorheben möchte ich hier
God Has Failed, World Through My Eyes und Experience.
Und doch sind alle auf ihre Weise beseelt - laden zum Entdecken ein, zum Entspannen, zum Relaxen - aber auch zum Zuhören und zum Nachdenken.
Die gleichbleibenden Trademarks sind
WÄRME - ZEITLOSIGKEIT - RUHE als auch
ANSPRUCH - NACHDENKLICHKEIT - INTELLIGENZ
Nicht zu vergessen ihre rockige, perfekt arrangierte, hochmelodische Seite.
Also, machen wir uns endlich auf - in die Welt von
RPWL
Die Band RPWL (der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Nachnamen der Bandmitglieder zusammen - Besetzung von 2000) startete als Pink Floyd-Cover Band.
Die Aktuelle Besetzung
Yogi Lang Gesang, Keyboards
Karlheinz Wallner Gitarre
Christian Postl Bass
Marc Turiaux Drums
Markus Jehle Keyboards
Studio-CD's
2000 God has failed
2002 Trying to kiss the sun
2003 Stock
2005 World Through My Eyes
2008 The RPWL Experience
Live-CD's
2005 Start the Fire - Live
2007 9
Die Chronologie:
God Has Failed - 2000
1. Hole in the Sky -Part 1 Fly, Part 2 Crawl to You 8:22
2. Who Do You Think We Are 4:18
3. Wait Five Years
2:59
4. What I Need ... Leaving
1:56
5. What I Need ... What I Need
5:21
6. In Your Dreams
6:48
7. It's Alright
5:22
8. Crazy Lane
4:44
9. Fool
5:27
10. Hole in the Sky - Part 3 The Promise 2:40
11. Spring of Freedom
5:53
12. Farewell
5:50
13. God Has Failed
2:16
Gesamtlaufzeit 61:56
Besetzung
Phil Paul Rissettio Drums
Chris Postl Bass
Karlheinz Wallner Guitars
Yogi Lang Vocals, Keyboards
Eine traumhafte Reise, leicht wehmütig stimmend, mit Anspruch - dabei wirkt das Album stets durchdacht, ist perfekt arrangiert und strahlt diese unsagbare Wärme aus,
die jeden Musikliebhaber berühren sollte.
Große Melodiebögen spannen ein Firnament, in welchem sich ein Sänger ins Licht zu setzen vermag, der immer wieder an Mr. Gilmour von Pink Floyd erinnert (muss hier als Vergleich natürlich doch
herhalten - aber, hey - es gibt wirklich schlimmeres, oder?).
Die Instrumentierung lebt und atmet, knackiges Schlagzeug wird mit oft weichen Bass-Spuren unterlegt und schafft so den Unterbau für Gitarre und Keyboard.
Beide dienen mal atmosphärischen, mal rockigen Gitarrenspuren, welche perfekt produziert
(wie übrigens das gesamte Album), mit viel Liebe zum Detail eingespielt wurden.
Dazu sehr stimmungsvolle Keyboards, mit einigen Soundspielereien versehen. So sind die Arrangements erstklassig, das Songwriting ausgefeilt, große Melodien.
Herauszuheben aus einem nahezu perfekten (Prog-) Rock Album sind für mich der Opener "Hole in the sky", "Crazy Lane" - in Gesangsharmonie an die besten Beatles Momente erinnernd, "In your dreams" -
die Textzeile ... close your eyes ..., einfach wunderschön.
Mit Sicherheit eines der stärksten Prog- Rock- , ach was, der Musikalben des Jahres 2000 -
FAKT und aus.
Trying To Kiss The Sun - 2002
1. Trying to kiss the Sun 3:45
2. Waiting for a Smile 7:04
3. I don't know (what it's like) 4:32
4. Sugar for the Ape 5:03
5. Side by side 8:35
6. You 6:49
7. Tell me why 5:08
8. Believe me 5:14
9. Sunday Morning 4:29
10. Home again 8:52
Gesamtlaufzeit 59:31
Besetzung
Yogi Lang Vocals, Keyboards
Karlheinz Wallner Guitars
Phil Paul Rissettio Drums
Andreas Wernthaler Keyboards
Stephan Ebner Bass
Auch hier bombastischer Sound, abwechslungsreiches Songwriting, möglicherweise sogar stärker als auf dem Debut.
Teilweise recht rockig "Trying To Kiss The Sun" agierend;
ein für RPWL Verhältnisse fett groovender Song "Sugar For The Ape";
und dann ganz große Momente hymnischer, elegischer Kunst "Home Again" - welch ein Song.
Dazwischen wieder reihenweise inspirierende Gitarrenharmonien, einschmeichelnder Gesang, Soundcollagen - facettenreich.
So ist dieses Album eher etwas moderner angelegt als der zeitlose Erstling - trotzdem unverkennbar RPWL.
Stock - 2003
1. Opel 5:27
2. The Way It Is 5:48
3. Perceptual Response 1:21
4. Forgive Me / part 1 1:38
5. Gentle Art Of Swimming 10:18
6. Who Do You Think You Are 3:36
7. Going Outside 0:24
8. Sun In The Sky 4:23
9. Forgive Me / part 2 3:01
10. Forgive Me / part 3 7:47
Gesamtlaufzeit 43:43
Besetzung
Yogi Lang Vocals, Keyboards
Karlheinz Wallner Guitars
Phil Paul Rissettio Drums
Andreas Wernthaler Keyboards
Stephan Ebner Bass
Diese Album ist auch als 5.1 Mix im Digipack incl. DVD erhältlich
(hier mit Tour- und Historymaterial).
Das Album setzt sich aus schon "etwas" älteren Stücken zusammen.
Sänger / Gitarrist / Keyboarder Yogi Lang begründete die Veröffentlichung dieses Albums damals: "Wir haben dafür Stücke ausgewählt, die wir schon längere Zeit in Arbeit oder auch im Liveprogramm
haben, die aber musikalisch und thematisch weder zu 'God has failed', noch zu 'Trying to kiss the sun' wirklich passten. Neu arrangiert und im 'Stock' Kontext wirken sie jetzt auf einmal wie ein
homogenes Ganzes. Das freut uns sehr und wir sind gespannt wie das Publikum reagiert."
Interessant sind hier meiner Meinung nach vor allem zwei Songs:
"Opel" - eine Nummer von Syd Barett (Mitbegründer und Namensgeber von Pink Floyd) und
"Gentle Art Of Swimming" - eines der wohl stärksten RPWL Stücke, sinfonisch angehaucht, düster, sperrig, leicht psychedelisch, im Mittelteil mit den Manfred Mann Gedächnis Keyboards veredelt -
KLASSE !
Ansonsten sind die Nummern eher kompakt und kurz gehalten, dienen als Soundspielereien zwischen den Songs.
So ist die gesamte CD miteinander verwoben, ist fliessend, wirkt dabei enorm dicht, mit sanften Melodien - dies ist wohl zugleich auch die Unterscheidung zu den vorangegangenen Alben,
etwas weniger Rock - mehr Traumreise, so etwas kann an grauen Tagen heilend sein, macht süchtig - ein Rausch.
So klingt das Album nicht nach einzelnen Restnummern vorangegangener Sessions, sondern wie aus einem Guss und zeigt einmal mehr die stilistische Bandbreite der Band auf.
World Through My Eyes - 2005
1. Sleep 7:10
2. Start The Fire 5:06
3. Everything Was Not Enough 8:42
4. Roses
5:39
5. 3 Lights 7:30
6. Sea-Nature 8:10
7. Day On My Pillow 4:22
8. World Through My Eyes 10:04
9. Wasted Land 4:52
10. Bound To Reach The End 6:39
Gesamtlaufzeit 68:15
Besetzung
Stephan Ebner bass
Yogi Lang vocals, keyboards
Manfred Müller drums
Karlheinz Wallner guitar
Gastmusiker
Ray Wilson vocals on "Roses"
Hierzu gibt es wieder eine kleine Geschichte.
Als ich im Winter zu einem ungeliebten Meeting sollte, hatte ich diese CD im Auto mit dabei.
Es war saukalt - die Luft dafür aber rein und klar.
Und so fuhr ich morgens in einen blutroten, dann orangenen Sonnenaufgang hinein. Die Stücke der CD entwickelten sich langsam im Hintergrund - und was soll ich sagen - der Tag war
gerettet.
Dies spiegelt durchaus etwas dieser Songs wieder - dieser Schaffensphase der Band.
Der Sound wurde ausgeweitet, kleine orientalische Färbungen hier und da, mit Ray Wilson ein "Gastsänger" bei der wohl dem HIT am nächsten stehenden Nummer - "Roses".
Ein eigentlich als Art-Pop (also hochwertig, nicht negativ behaftet) zu bezeichnendes, wunderschönes Lied. So abwechslungsreich auch bisher der Sound war, hier ist er noch ausgefeilter.
Was sich bei "Stock" schon andeutete - Manfred Mann-Like Keyboardsolis - z.B. bei dem Titel gebenden "World Through My Eyes" einfach grandios, oder bei "3 Lights" erst balladesk beginnend, getragen
von Akkustikgitarre, dann sich immer weiter steigernd, atmosphärische, schwebende Klänge, am Schluss mündend in dieses famose Keyboard- und Gitarrensolo - WELTKLASSE.
Psychedelische Momente, wie in "Sea-Nature" runden dieses Bild ab.
Wie man überhaupt anmerken darf, dass die Keyboards so abwechslungsreich, wie noch nie eingesetzt werden (z.B. Pianosound-Begleitung bei "Everything Was Not Enough").
Und natürlich immer wieder Herrn Wallners unvergleichliche, herausragende Gitarrenarbeit - elegisch, kraft- und gefühlvoll. Und die Gitarren Instrumentierung des Abschluss-Songs
"About To Reach The End" - zum Zungeschnalzen.
UND die Simme von Yogi Lang - einladend, warm, einfach zum wohlfühlen. Ein gewichtiges Trademark der Band.
Schlagzeug und Bass Besetzung wurden verändert, möglicherweise spielt Manfred Müller sogar einen ausgefeilteren Stil, etwas pulsierender.
So wurde das vertraute Bild der Band erweitert um Stil- und Klangfarben.
Trotzdem sind die Songs wieder voller Melancholie, aber auch mit Ausblick, erwecken Hoffnung, zeigen Licht. Langsam, aber unaufhaltsam schleichen sich so die Songs ins Gehör, verweilen
- sind präsent, Wegbegleiter auf unserer Reise.
Für mich - und ich glaube auch für die Band (weswegen die Horizonte für die neue CD neu gewählt wurden - aber dazu im Anschluss) - ein ziemlich perfektes Werk!
Auf der Special Edition gibt´s die komplette Scheibe zusätzlich im 5.1-Mix mit erweitertem Booklet
und dem zehnminütigen Bonustrack ´New Stars´.
The RPWL Experience - 2008
1. Silenced 9:52
2. Breathe In, Breathe Out 3:52
3. Where Can I Go? 7:19
4. Masters Of War 6:17
5. This Is Not A Prog Song 5:35
6. I Watch Myself Sleeping 6:00
7. Stranger 8:16
8. Alone And Scared 3:30
9. Talk To The River
7:51
10. Choose What You Want To Look At 5:04
11. Turn Back The Clock
6:37
12. Reach For The Sun
7:33
Gesamtlaufzeit 67:00
Besetzung
Yogi Lang Gesang, Keyboards
Karlheinz Wallner Gitarre
Manni Müller Schlagzeug
Christian Postl Bass
Was ist das ?
Pumpende Bassläufe, moderne Keyboard Sounds, Rockgitarrensolis - und dann doch wieder diese Vielfältigkeit.
Und all das im Eröffnungssong "Silenced", wohl einem der Beispiele der heutigen RPWL.
Ein hervorragend gewählter Opener.
Weit weg von einfachen Eingruppierungsversuchen, aber verdammt nah an der perfekten Verbindung Ihrer ureigenen Trademarks mit der Aufgeschlossenheit, ja der Selbstverständlichkeit zur reinen,
zeitlosen Musik.
Weitere Highlights:
Ein Stück Ironie - "This Is Not A Prog Song", über den Umgang mit schlechter Presse (und Anwärter auf den Songtitel des Jahres).
Eine fast schon Alternative Rock Nummer - "Choose What You Want To Look At".
Eine ganz zarte, leise Nummer - "Talk To The River"
Und dann die Coverversion "Masters Of War" von Bob Dylan, welche als solche nicht zu erkennen ist, musikalisch ein wunderschöner Song in der Tradition der "Division Bell CD (Pink Floyd)",
als nachdenklich vorgebrachte, emotionale Fahrt in die Abgründe unser selbst (incl. eines hervorstechenden DAVID GILMOUR Solos - nur eben von WALLNER).
Doch selbst diese Nummer passt hier hervorragend, ergänzt dieses absolut abwechslungsreiche Album, biedert nicht an, sondern trägt bei.
Hier darf, nein muss man, auch auf die Texte von RPWL eingehen.
Da Yogi Lang immer mit seiner warmen Stimme unmittelbar zum Breitwand-Sound der Band beiträgt, überhört man wohl gerne den oft aktuellen (z.B. "Stranger" - Kriegs-Stellungnahme), kritischen ("Choose
What You Want To Look At" - moderne Fernsehgewohnheiten, Beeinflußung), oder augenzwinkernd ironischen ("This Is Not A Prog Song" - siehe oben) Bezug der Texte.
"Wir setzen Musik als zweite Sprache ein." erklärt Lang. "Durch Musik wird Sprache spürbar, vielfältiger, man kann den Worten eine emotionale Tiefe hinzufügen, die sie ohne Musik nicht bekommen würde. Dadurch bleibt Sprache nicht eindimensional, sondern wird sphärisch oder schroff, je nach Zielsetzung".
So haben sich RPWL eindeutig verändert, ohne Ihre Wurzeln zu verlieren.
Kompositorische Klasse paart sich mit textlichem Anspruch.
Sorgen für ein erweitertes Spektrum IHRES Sounds. Sind offen - überraschen, bleiben trotzdem,
oder gerade deswegen Klangzauberer.
Das bisher weitläufigste Album dieser Band - mit viel geschaffenem Raum für weitere Reisen. DANKE.
Zum Schluss noch der Hinweis auf zwei weitere Veröffentlichungen aus dem Umfeld von RPWL
Violet District - Terminal Breath 1992/1996 - veröffentlicht 2000
Disc 1 - Studio
1. Lustreless Fright 6:11
2. Ego
0:54
3. Anguishes Of A Scoundrel 5:10
4. Hommage To The Irretrievably Lost 7:43
5. Assurance
7:15
6. Together We Fall 3:47
7. Necessary Goodbyes 5:28
8. Age Theme
1:26
9. The Age
4:25
10. Down and Away
12:05
Gesamtlaufzeit 54:24
Disc 2 - Live/ München 16.01.96
1. Necessary Goodbyes 5:39
2. Capillary Action 10:21
3. Lustreless Fright 5:58
4. Ego
0:54
5. Hommage To The Irretrievably Lost 9:19
6. Principles Of Alternation 12:52
7. Down And Away 9:31
Gesamtlaufzeit 54:34
Besetzung
Mischa Schleypen vocals, keyboards
Karlheinz Wallner guitars, backing vocals
Giselher Richter keyboards
Chris Postl bass
Christian Brenninger drums
Jürgen Lang additional keyboards, backing vocals
Neoprog aus deutschen Landen, eine Vorläuferband von RPWL.
Ihr Album von 1992 wurde 2000 mit einer Live-Bonus-CD von 1996 wiederaufgelegt.
Angesiedelt irgendwo in der weiten Welt von Sylvan, Marillion, IQ und Pink Floyd.
So klingen VD sehr melodisch - mit dominanten Gitarren
(die das eine oder andere Mal doch sehr an selige Marillion Zeiten erinnern),
wie überhaupt das Spiel von Wallner zwischen rockig - episch - bluesig hin und her pendelt;
die Keyboards sind mit Ihren Breitwandsoundcollagen den Gitarren gleichwertig,
der Gesang etwas leidend, pathetisch - aber doch passend, Bass und Drums absolut songorientiert, ergiebt in der Summe ein Album, welches gleichermassen progressiv und verschachtelt, abwechslungsreich
und variabel ist. Obwohl eine Eigenproduktion, ist der Sound professionell und druckvoll.
Sind die ersten Songs noch alle miteinander verwoben - Prog auf hohem Niveau,
wird in der Folgezeit erst balladesk ("Assurance") bis zu fast schon poppiger Hitsingle ("The Age") viel geboten, bevor jedoch mit "Down And Away", einem Longtrack in 4 Teilen, noch einmal ein
Lehrbeispiel des Neo-Prog zelebriert wird - Instrumentalpassagen, Tempowechsel inclusive.
Die Live CD ist soundtechnisch in Ordnung und bietet, ausser einigen Songs des Studio-Outputs,
noch 2 darauf nicht vertretenden Longtracks.
Blind Ego - Mirrors 2007
1. Obsession
4.21
2. Moon And Sun
5.07
3. Break You
6.16
4. Black Despair
6.48
5. Open Sore (Instrumental) 3.16
6. Hollowed (Instrumental) 1.27
7. Mirror
4.26
8. Don't Ask Me Why 8.11
9. Moorland (Instrumental) 4.14
10. Forbidden To Remain
10.04
11. Artist Manqué (Bonus Track: Violet District) 6.42
Gesamtlaufzeit 60:52
Blind Ego ist das Solo-Projekt des Kalle Wallner.
Geholfen haben ihm dabei namhafte Künstler aus dem Prog-Umfeld.
Und diese Liste liest sich mehr als überraschend.
Fast zwangsläufig ist Yogi Lang (ebenfalls - natürlich - RPWL) dabei.
John Jowitt (IQ) am Bass, einige Backing Vocals von Clive Nolan (überall in der Prog Ecke anwesend - scheint mir), als Sänger John Mitchell (Arena), und dann taucht
doch glatt noch ein weiterer Sänger auf: Ex-Arena Sänger Paul Wrightson (sang das überragende "The Visitor"
Album ein).
Bei den Songs übernimmt Wrightson die getrageneren, hymnischen Stücke. Mitchell die etwas rockigen Songs.
Überhaupt kann man das Album als RPWL im Rockgewand betiteln, da die Gitarren eine gewichtigere Säule des Sounds bilden, als bei seiner Hauptband.
Natürlich sind an allen Ecken auch Floyd'sche Strukturen, Neo-Prog à la Kino / Frost, Arena und IQ Fragmente auszumachen.
Und das Herr Wallner einer der wenigen Gitarristen Deutschlands ist, der emotional berühren kann, der Songs mit der Gitarre nicht nur spielt, sondern formt und trägt, das darf an dieser Stelle
einfach mal hervorgehoben werden.
So ist dieses Album sehr abwechslungsreich gehalten - natürlich schon durch die beiden Sänger,
aber auch durch das Auflockern des Gesamtbildes durch verschiedene Instrumentals, einer Portion Melancholie und den eingestreuten Rockriffs (jedoch nie zu modern, nie zu hart).
Blind Ego - Numb 2009
Tracklist
1. Lost 6:09
2. Guilt 6:15
3. Numb 6:09
4. Leave 6:52
5. Death 9:38
6. Change 7:19
7. Seek 5:40
8. Risk 3:52
9. Torn 4:45
10. Vow 7:01
11. Change Reprise 5:05
Gesamt-Spielzeit 68,40 min
Der zweite Solo-Streich von Kalle Wallner.
Mit dabei sind u.a.:
PAUL WRIGHTSON (ex-ARENA, zu "The Visitors"-Zeiten) - Gesang
JOHN JOWITT (IQ) - Bass
SEBASTIAN HARNACK (SYLVAN) - Bass
YOGI LANG (RPWL) - Backing Vocals, dazu kommt ein Gastauftritt von
IGOR CAVALERA (SEPULTURA) - Drums
Zwei Jahre später ... Wallner emanzipiert sich von der eigenen RPWL Vergangenheit, ohne sie gänzlich zu verleugnen.
Gesegnet mit einer sehr schönen transparenten, druckvollen Produktion (Yogi Lang) zeigt Kalle ein unheimlich facettenreiches Spiel. Wesentlich moderner im Sound angelegt, teilweise härtetechnisch auf modernen, alternativen Sounds angelegt, rockt dieses Album ungemein - wesentlich stärker, als der direkte Vorgänger und RPWL.
Die Songs sind bis auf 2-3 Ausnahmen sehr knackig und geben PAUL WRIGHTSON Gelegenheit seine phantastische Stimme geschickt einzusetzen.
Der Song "Death" ist so eine Ausnahme, hier werden in fast 10 Min. die Gefühle ausgelotet.
Irgendwo zwischen Arena - Pink Floyd - RPWL, und eben KALLE WALLNER.
Die Melodien sind imposant eingängig, ohne auch nur im Ansatz platt zu wirken.
Alles atmet, ist organisch, macht Spass - und es gibt viele kleine Feinheiten auf der Gitarre zu bewundern. Erwähnenswert ist ebenfalls das sehr variable Bass-Spiel - kein Wunder, bei den Ausnahmekönnern.
Das Teil kommt auf einer guten Anlage mächtig atmosphärisch und trotz der modernen Rock-Sounds schön "warm" rüber.
Die Gitarre ist allgegenwärtig, meist rockend, aber auch in Pink Floyd / RPWL - Manier (wie in "Vow"), manchmal elegisch, manchmal psychedelisch.
Ein feiner Happen für kalte Herbst-Tage.
DARKEN TOM
Soweit also unser erstes MONATSTHEMA
Ich hoffe es hat Euch unterhalten, war Muse, hat Euch womöglich einen neuen Weg gezeigt.
Gehabt Euch wohl - ihr unruhigen Sucher - BIS ZUM NÄCHSTEN MAL.
