Februar 2009
BLACKFIELD ist das Studio-Projekt zweier verlorener Seelen - Wanderer in unterschiedlichen Kulturen.
Der Eine - STEVEN WILSON, Brite, eher introvertiert und Mastermind der Band Porcupine Tree;
scheint verloren in sich selbst, zu düster seine persönlichen Texte, welche auch hier wieder allgegenwärtig sind.
Der Andere - AVIV GEFFEN, aus Israel und einer der populärsten Musiker des Landes.
Er gilt dort als anklagendes, kritisches Sprachrohr, hauptsächlich gegen die Politik des Landes, aber auch gegen soziale Missstände.
Seine Texte finden sich an Häuserwänden, sowie in den Herzen der Jugend des Landes wieder.
Er tritt auch als Organisator von Friedensveranstaltungen in Erscheinung.
Unweigerlich mit der Politik verwurzelt ist er durch zwei Begebenheiten,
- er ist verwandt mit dem ehemaligen israelischen Verteidigungs- und Aussenminister Moshe Dayan,
- nach einem Konzert 1995, wird er von dem damaligen Premierminister Yitzhak Rabin umarmt, dem seine Musik so sehr gefiel, dass er sich zu dieser Geste verleiten ließ.
Wenige Augenblicke später wird Rabin, eben auf jener Bühne von einem rechtsextremen Attentäter erschossen.
Geffen ist es auch, der Porcupine Tree für 3 Konzerte nach Tel Aviv einlädt.
Danach treffen sich Geffen und Wilson zwischen den Jahren 2000 und 2003 immer wieder im Studio, um ihre empfundene Freundschaft in Songs zu kleiden.
"Ich glaube, dass er ein unglaublicher Künstler und Produzent ist. Um ehrlich zu sein, mag ich Prog-Rock nicht besonders, manchmal fällt es mir echt schwer, Stevens 45 Minuten lange Gitarrensoli
anzuhören. Aber ich glaube, dass wir letztendlich von den gleichen Dingen reden", erzählt Geffen zur Grundlage seiner Zusammenarbeit mit Wilson.
"Der Hauptgrund war für mich, dass sich Aviv zu einem sehr guten Freund entwickelt hat. Ich wollte sein Talent auch in der englischsprachigen Welt zur Geltung bringen", lautet Wilsons
Motivation.
Und so erblickt 2004 das Album Blackfield in Europa und den USA das Licht einer dunkler werdenden Welt, strahlt und birgt Hoffnung. Bereits vorab in Israel veröffentlicht, erlangt es dort
Goldstatus.
Durch diese fruchtbare Zusammenarbeit bestärkt, werden auch Live-Gigs absolviert, welche in eine ganz eigene Atmosphäre entführen. Danach trennen sich die Wege wieder und beide Parteien konzentrieren
sich auf ihre eigenen Wege.
Doch bereits zwei Jahre später werden erste Gerüchte laut, die eine weitere Zusammenarbeit vorhersagen. Und so erscheint im Jahre 2007 das zweite Album - schlicht BLACKFIELD II betitelt.
Weitere Touren, sowie eine Live-DVD im Jahre 2007 folgen.
Die Musik der beiden Protagonisten ist stark an die ruhigeren Stücke Porcupine Tree's angelehnt.
So erwartet Einen grundsätzlich eine melancholische Grundstimmung, ruhige Songaufbauten, doch eher als kurze Pop/Rock Nummern angelegt, nicht dem Prog Kosmos Wilsons unterstellt.
Es sind wunderschöne, balladeske Stücke, getragen von den einschmeichelnden Stimmen der Beiden. Stets hoch melodiös - relaxt - weit. Untermalt immer wieder von symphonischen, bombastischen
Klangstrukturen - Musik für Herz und Seele, Musik für Moll-Romantiker.
Für den entspannten Abend zu Zweit - die Fahrt durch die Nacht - das Relaxen nach einem forderndem Tag, das Glas Rotwein in der Hand.
Kommt mit mir und entdeckt musikalische Ruhe, Ausgeglichenheit,
die Schönheit und das Licht der Klänge.
BLACKFIELD
Studio CD's
2004 Blackfield I
2007 Blackfield II
Die Chronologie:
Blackfield - Blackfield 2004
Tracklist
1. Open Mind 3:51
2. Blackfield 4:07
3. Glow 4:00
4. Scars 3:58
5. Lullaby 3:30
6. Pain 3:48
7. Summer 4:13
8. Cloudy Now 3:35
9. The Hole In Me 2:47
10. Hello 3:09
Gesamtlaufzeit 36:58 min
Die Band
Aviv Geffen Vocals, Instruments
Steven Wilson Vocals, Instruments
Gastmusiker
The Mistakes All Instruments (4)
The Illusion Quartet Strings (1, 5, 7, 10)
Gavin Harrison Drums (1, 6)
Traumhaft und elegisch wirken die Stücke des Debuts.
Oft auf akustischer Basis beginnend, sind die Songs sanft und ausdrucksstark.
Durch geschickte Bombast Einschübe wirken die mit Akustikgitarre und Piano unterlegten Stücke spannend, atmen, sind lebendig. Das Alles wirkt frisch und locker, hat Charisma.
Hier superharmonischer Chorgesang (Hello), dort sanfte Orgelklänge und Streicher (Glow),
Pink Floyd Töne der neuen Generation (Cloudy Now).
Sanfte Ohrwürmer, ohne Abnutzungserscheinungen (Blackfield, Summer) - ausgefeilte Melodien, angenehme, sanfte Töne.
Zusammen mit einem wohldurchdachten Schlagzeugspiel, welches organisch gespielt wird, Spannungsmomente setzt, ergibt dies eine nie langweilig werdende Reise durch die feine Welt des Art-Rock.
Die Songs von Geffen mit politischem Anspruch, sowie in "Cloudy Now" -
WE ARE THE FUCKED UP GENERATION heisst es dort, als Verständnis von sich selbst und seinen israelischen Mitbürgern. Themen, die sich um Innenpolitik, Aids, Gewalt und Terror
drehen.
Bei Wilson eher das aufwühlende Innenleben des Einzelnen.
Eine CD, bei der man die Kreativität der Künstler spüren kann, die warm und behaglich klingt, wo aber immer eine leicht melancholisch-morbide Stimmung mitschwingt.
Blackfield - Blackfield II 2007
1. Once 4.04
2. 1.000 People 3.55
3. Miss U 4.13
4. Christenings 4.38
5. This Killer 4.06
6. Epidemic 5.00
7. My Gift Of Silence 4.05
8. Some Day 4.22
9. Where Is My Love? 3.00
10. End Of The World 5.14
Gesamtlaufzeit 42:37 min
Die Band
Steven Wilson Vocals, Guitars, Keyboards
Aviv Geffen Vocals, Keyboards, Guitars
Gastmusiker
Daniel Salomon Piano
Seffy Efrati Bass
Diese zweite Zusammenarbeit der beiden Musiker entspricht im Groben und Ganzen genau dem Erstling. Emotional - Melodisch - Charismatisch - ohne Ausfall im Songwriting.
Wieder kann man problemlos die Augen schließen - sich entführen lassen in die Welt von Blackfield.
Wunderbare Melodien treffen auf eine leichte Zerbrechlichkeit - die Schönheit des Augenblicks auf eine gewisse Spur Pathos.
Ambitionierte Singer-/Songwriter Musik, vieldimensional, mit genügend Hooks versehen, sodass das Gefühl der Songs in Einem verweilt, nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen ist.
Wir finden hier Songs über die Zerrissenheit in sich selbst - "1.000 People", ein Song, der einen in die Tiefe zu führen vermag, Verzweiflung
vertont - THE COLDNESS IN MYSELF haucht Wilson.
Nur auf wenigen Klavier Noten aufbauend entwickelt sich "Epidemic" zu einer Geffen Nummer mit Kanten und Einschüben einer Rockgitarre.
Spuren von Beatles Harmonien, Streicher,
Marillion Gitarrenharmonien der alten Schule in "Where is my love" (im Mittelteil).
Und zum Abschluss dann "End of the World" - einer Sehnsuchtsnummer par excellence,
...AND STILL WE BELIEVE THERE IS GOD geben Sie uns mit auf unseren Weg.
So steht jeder Song für sich selbst, webt Emotionen, pastellenen oder gedeckten Farben gleich ins Zimmer, hauchzart-fliessend, Verzweiflung UND Hoffnung.
Tut Euch den Gefallen und legt mal einfach einen Song so nebenbei auf, losgelöst vom Album, in der BLAUEN STUNDE - und Ihr werdet verstehen!
Blackfield im Netz
DARKEN TOM
