PALLAS

Diesen Monat wollten wir Euch wieder einmal mit einer eher dem Prog zuzuordnenden Gruppe überraschen. Einer Band, die in meinen Augen noch nie einen schlechten Song geschrieben hat.


Den Jungs haftet der Fluch an, schon mit ihrem Debut "The Sentinel" von 1984, einen wahren Klassiker des Genres Prog/NeoProg geschaffen zu haben.

Neben dem Marillion-Debut "Script For A Jester's Tear" von 1983 (hier ein Bericht dazu) und dem Album "Fact And Fiction" von Twelfth Night von 1982, wohl wegweisend für die neu erblühende Szene.


Dies zu übertreffen sollte eine Aufgabe für sämtliche Folge-Veröffentlichungen sein.

Doch weder "Knightmoves" von 1985, noch "The Wedge" von 1986 wiederholten diesen Erfolg,

trotz ihrer unbestrittenen Klasse. Man trat auf der Stelle.


Doch wo viele andere versuchen Inhalte und Melodik einfach zu klonen, schafften es Pallas interessanterweise durch eine lange Phase des Dämmer-Schlafes (1986 zog man erst einmal die Reissleine und lag mehr oder weniger auf Eis), und der erfolgten Reunion 1999, wie der Phönix aus der Asche zu steigen und fortan sehr eleganten, treibenden NeoProg zu kreiren.

Und doch ist der lange Schatten ihrer ersten Scheibe immer noch sichtbar - und so versucht man sich momentan, 25 Jahre später, an der Fortführung der Atlantis Saga vom Debut.

Zu "The Sentinel" Zeiten 1984

 

Überlassen wir die Einleitung Graeme Murray - Gründungsmitglied der Band:


"Greetings Pallasites, from the frozen Northlands. "Grim Worry" here to give you a little insight into what has been going on behind the scenes at PALLAS HQ during this long dark Winter.


As usual we have taken far longer than we would have liked to be immersed in the depths of a new album, but now believe me we are into this album up to our armpits!!

One of the hardest things to settle on when setting out on a new album project is subject matter,

a focus for the lyrical content as this tends to generate musical ideas and direction.
We spent quite a while working away on musical bits and pieces until it was pointed out to us by Mike B that 2009 would mark (now brace yourselves) would mark the 25th anniversary of the release of the SENTINEL, our debut EMI album.

 

I'm not sure where all that time went, but when we realised this we decided that it would be really interesting to mark the anniversary of such a momentous time in our lives with a return trip to take a look at the world after the Sentinel saved us from the brink of Armageddon, and see if the inhabitants of the Ant Farm had learned from their mistakes.


Well here we are writing a sequel to the Sentinel and I can tell you, it has ignited the creative juices and opened up a really interesting vista as we re explore some of the musical themes used back then and are merging and developing them with new fresh ideas.


I have to say I am really excited about the new material and the way the new album is shaping up and am looking forward to sharing this with you all later this year." QUELLE: Band-Webpage

Willkommen in der phantasievollen, lyrischen und nachdenklichen Welt von PALLAS.

Pallas im neuen Jahrtausend

Discography - Studio 

1984     The Sentinel    
1985     Knightmoves E.P.
1986     The Wedge
1999     Beat the Drum    
2001     The Cross And The Crucible
2005     The Dreams Of Men

Discography - Live und Zusammenstellungen

1998     Arrive Alive (Live)
2000     Live our lives (Live)   
2002     Mythopoeia (Compilation)   
2003     The Blinding Darkness (DVD)    
2003     The Blinding Darkness (Live)    
2005     The River Sessions 1 (Compilation)   
2005     The River Sessions 2 (Compilation)   
2005     Live From London (DVD)    
2006     Official Bootleg 27.01.06    
2008     Moment To Moment (DVD)

GESCHICHTE

Als sich die Band 1974 in Aberdeen unter dem Namen RAINBOW gründet, ahnt auch Graeme Murray (heut noch bei Pallas als einziges Gründungs-Mitglied aktiv), welch stürmische Zeiten ihre Karriere prägen sollte.


Bereits wenige Zeit später begann man Aberdeen und Umgebung mit Live-Aktivitäten zu beackern. Die Besetzungswechsel zu der Zeit waren rasanter als ihr Spiel, man orientierte sich an Bands wie Yes und Genesis und supportete u.a. Thin Lizzy.

Da es aber auch Ritchie Blackmore's RAINBOW gab, suchte man einen kurzen prägnanten Namen für die Band - PALLAS waren aus der Taufe gehoben.


Als es 1977 zur Punk Revolution kam, in deren Strudel sich viele Bands entweder musikalisch verändern mussten, um zu überleben, oder aber geschockt aufgaben, versuchte es PALLAS mit der Verschmelzung dieser Musikrichtung mit ihrer bis dato eher symphonischen Ausrichtung.
So entstand 1978 eine EP - "The Pallas EP", welche mit nur 700 Stück Auflage unters Volk gebracht wurde - ein rares Sammler-Stück.

Monate und weitere Besetzungswechsel später, wir schreiben das Jahr 1980, hat sich die Band (hauptsächlich in Glasgow, wo sie in einem Pub, namens "Dial Inn" ein zweites musikalisches Zuhause gefunden haben), einen hervorragenden Ruf erspielt - die Musik tendiert immer stärker in Richtung Progressive Rock, auch wenn in den Live Sets der Band immer wieder Cover-Versionen, wie "Smoke on the water" oder "Burn" von Deep Purple auftauchen.

 

Im November spielt man in Glasgow auf dem "Battle of the Bands"-Contest, um anschließend das Material als Live-Kassette herauszubringen. Nun wurde man immer wieder mit kleinen Berichten im Kerrang oder Sounds-Magazin bedacht, der Ruf nach professionellen Aufnahmen immer lauter.

Man produziert den Track "Arrive Alive" als erste Single im April 1982.

Zur gleichen Zeit starten Marillion ihren Siegeszug, und so kommt es über deren schottischen Sänger FISH zu einer Co-Operation. Pallas fungieren als Opener für Marillion im legendären Starlight Club, und dafür halfen Pallas bei der Organisation der stattfindenden Schottland Tour von Marillion.

Wie klein doch die Welt sein kann.

Viele Auftritte im legendären Marquee Club in London folgten, immer mehr A&R Männer der Plattenfirmen sahen sich die Band an.
Da die Nachfrage nach der Band immer größer wurde, presste man Anfang 1983 die "Arrive Alive" Aufnahme noch einmal neu und brachte sie als Vinyl heraus - es wurden hervorragende 10.000 Kopien davon abgesetzt.

EMI, die gerade mit dem Marillion Debut unvorhersehbare Erfolge feierten, nahmen auch Pallas unter Vertrag und schickten sie mit Produzent Eddie Offord ins Studio, der bisher schon Alben für ELP und Yes verfeinert hatte. Hier kann man den Stellenwert, den man der Band beimaß gut ablesen.

Im Live Programm gab es einen epischen Block namens "Atlantis Suite" - einer futuristischen Geschichte über Atlantis, mit vielen Verweisen und Zitaten des kalten Krieges versehen, (der erste entstande Song des Konzeptes datiert auf das Jahr 1979, als die Berliner Mauer noch stand und der Kalte Krieg allgegenwärtig war). Dies sollte der Haupt-Bestandteil des Albums werden.

Da die Suite allerdings kaum kommerzielles Material abwarf wurde sie gerupft, man gab kürzere

"Hit-Nummern" hinzu und änderte die Song-Reihenfolge.
Ein, der Band sehr schwer fallender Kompromiss, welcher erst im Jahre 2004 ausgemerzt wurde;

hier wurde nämlich das Album "Re-Released" mit den entfallenen Songs ergänzt.
So erstrahlt das Album dann auch in voller Pracht.

Und doch brachte die 84er Ausgabe der Scheibe, in edlem Gatefold Klapp-Cover, und mit einer der schönsten Artworks überhaupt versehen (von Patrick Woodroffe - hier seine Seite),
die erhoffte Aufmerksamkeit.

Pallas sind treibende Drums, Komplexität, agressivere Gitarren als beispielsweise bei Marillion, epische Grundstrukturen und immer wieder Atmosphäre, Atmosphäre, Atmosphäre.
Dazu kommen lyrische Konzepte, Tiefgang - alles mit einer hohen Portion Eigenständigkeit, aber auch Eingängigkeit.

Eine neue Supergruppe ? - und doch fehlte dazu möglicherweise nur das Charisma eines Fish und der eine oder andere "Pop-Song", so gelang nie der verdiente kommerzielle Erfolg. Man schob 1985 die phantastische EP "Knightmoves" und 1986 das erstklassige Album "The Wedge" nach.

Danach verschwanden Pallas 14 Jahre lang von der Bildfläche.
Seit ihrem 1999er Comback-Album "Beat the Drum" aber, sind Pallas immer wieder aktiv, veröffentlichen sehr eigenständige, niemals verweichlicht klingende Alben, und bereiten sich nun also auf die Fortführung ihrer 1984 begonnenen Saga vor.

Mögen die Kreativ-Götter die Band erneut in ihre Arme schließen, den diese Übung, ein gleichwertiges Album zu erschaffen, wird wohl sehr schwer werden.

Trotzdem harre ich schon wieder ungeduldig der Dinge, bin aufgeregt, wie ein kleiner Junge

und kann es natürlich kaum erwarten.


ATLANTIS wartet ...

 

 

 

 

Pallas - The Sentinel 1984

 

Tracklist
Die Singels
1.     Shock Treatment       4.29
2.     Cut And Run              5.02
3.     Arive Alive                4.09
Die Atlantis Suite
4.     Rise And Fall Pt. 1      6.08
5.     East West                  5.00
6.     March On Atlantis       5.23
7.     Rise And Fall Pt. 2      4.04
8.     Heart Attack              8.00
9.     Atlantis                     8.06
10.   Ark Of Infinity            7.07
    Gesamtlaufzeit             57:24

 

 

Besetzung
Euan Lowson         Lead And Backing Vocals
Graeme Murray     Bass, Second Voice, Gitarre, Moog Syntheziser
Ronnie Brown        Keys, Backing Vocals
Niall Mathewson     Lead Gitarre, E-Bow, Backing Vocals
Derek Forman       Drums, Backing Vocals

 

Eindruck

 

Besprochen werden soll hier die neu geschaffene Fassung des unsterblichen Klassikers. 1992 neu zusammengestellt, gab es meines Wissens Wiederveröffentlichungen im Jahre 2000 und 2004.

Hier beginnt das Album dann, entgegen der Erstpressung, mit den von EMI gewünschten Singles.
Zu Beginn "Shock Treatment", auffällig sofort die Anlehnung der Rhythmusfraktion an YES

- wuchtiges Schlagzeug, dominante Basslinien. Dazu gesellen sich jedoch sehr hymnenhafte Keyboards, variantenreiches Gitarren-Spiel und die sehr ausdrucksstarke Stimme von Euan Lowson. Erzählerische Elemente verbinden sich mit zweistimmigem Gesang und tollen Refrains.

Das ist dramatisch, atmosphärisch ohne Ende, bombastisch und doch etwas härter als Marillion,

die ja fast zeitgleich durchstarteten. NeoProg mit Power.

Und wenn die Keyboards immer wieder diese euphorischen, unvergleichlichen Melodien hervorzaubern, dann wird die Welt weit. Das Ende von "Cut and Run" etwa - unglaubliche Harmonien treffen auf symphonische Elemente - heute noch nahezu unerreicht, unglaublich.

Dann der straighte Rocker "Arrive Alive", bevor mit dem 4ten Song das Atlantis Konzept beginnt.
Über 43 Minuten abwechslungsreiches Songwriting, Groove, epische Breite in Verbindung mit kleinen Melodien, ein Sänger in Hochform, mit Effekten und verzerrten Vocals verfeinert.
Und das Ganze noch mit einer exzellenten Produktion versehen (eine der besten seiner Zeit).

Zum Heulen schöne Keyboard/Gitarren-Melodien in "Eastwest", dazu der Text


"As I look to the sea, Atlantis is rising , It's coming for you, It's coming for me,

  turn your eyes to the sea, prepare to meet your destiny"

Die große Gitarren-Überführung in "Rise and Fall-Pt 2", bevor die drei abschließenden Longtracks erklingen. Vor allen Dingen "Atlantis" und "Ark of Infinity" ziehen noch einmal mächtig an der Stellschraube des Pallas Prog - breite epische Linien ziehen und wehen durch die Songs.

Immer wieder werden Kopf und Bauch angesprochen - PROG MIT SEELE.


Und doch kann hier ein Trademark von PALLAS hervorgehoben werden, welches ihre gesamte Karriere begleitet. Bei allen Breaks und Tempi-Wechseln, bei aller musikalischer Klasse. Man versucht stets songdienlich zu bleiben, Frickel-Orgien und Selbstdarstellungen gibt es nicht.


Alleine der Einstieg in "Atlantis" ist so erhebend, bevor der Song mit Start der Gesangs-Linien kippt und in eine andere Richtung gedrückt wird.

Sprechgesang, dann wieder eine dieser weiten Melodien, dieses Wechselspiel hält an bis zum Höhepunkt nach etwas über 4 Minuten Spielzeit.

Instrumentale Steigerung - dann Reduzierung auf ganz spartanischen Sound, nur noch sphärische Keyboards erklingen im Hintergrund, der Sänger steigt mit einem Gott-Chorus ein.

Dann wieder zweistimmiger Gesang - Einsatz von Bass und wuchtigen Drums, der Song steigert sich mit Hilfe einer weiteren Gesangslinie, und dann, ja dann erklingt die Gitarre und zaubert das musikalische Thema in den matten Abendhimmel - entschuldigt, aber dieses Album war und ist wegweisend - für mich sowieso.


"All the world now, join hands as one, the first time since the world has begun".

Zum Abschluss "Ark of Infinity" - Steigerungen in Dramatik und Hymnenhaftigkeit scheinen eigentlich nicht mehr möglich und doch zaubern Pallas hier noch einmal, versehen mit viel instrumentalem Spielraum, gibt es noch einmal die Dynamik zwischen fast schon zerbrechlichen Sounds und Strukturen und dem Yes-artigem Groove der Rhythmus Fraktion.


"Onward through the night, our hearts beats as one, our yourney's begun - to infinity"


Ein würdiger Abschluss eines der herausragenden Werke der Progressiven Zunft.

Das Cover gibt wirklich die Richtung vor - schwebende Sound-Sphären mit genügend erdigem Groove, krachigen Elementen, ein Stück Düsternis, viel Licht, eines der Alben der Progressiven Welt, welches man unbedingt neben Marillion's Debut haben MUSS.


IMMER NOCH DER KLASSIKER VON PALLAS - WOHL DIE EPISCHSTEN MELODIEN

 

 

 

 

 

Pallas - Knightmoves 1985

1.     Stranger          3.49

2.     Nightmare        4.17

3.     Sanctuary        9.34




Eindruck


Der Sound wurde verfeinert, die Keyboards sind nicht mehr so dominant, wie auf dem Debut, somit der Sound möglicherweise etwas geschlossener.
Somit unterstützt das Keyboard nun mehr, die Songs werden nun allerdings über Bass, Gitarre und Drums geformt.


Mit "Stranger" und "Nightmare" stehen zwei kurze, eher unspektakuläre Songs auf der E.P. - nett, aber nicht elementar. Aber "Sanctuary" ist wieder große Komponierkunst.

 

Heute wohl nur noch schwer, oder überhaupt nicht zu finden und damit absolutes Sammlerstück.

Gerade die Erstpressung, als Picture-Vinyl ist wohl verschollen.

( ... mein Eigen - DAS musste hier gesagt werden - ÄTSCH).

 

Alle Songs wurden aber auch auf die Neu-Fassungen von "The Wedge" gepresst.

 

 

Pallas - The Wedge 1986

 

Tracklist
1.     Dance Through The Fire          4.47
2.     Throwing Stones At The Wind   5.16
3.     Win Or Lose                            4.33
4.     Executioner                            5.36
5.     Imagination                            4.36
6.     Ratracing                               8.10
7.     Just A Memory                        5.29
8.     Stranger   (Knightmoves EP)    3.50
9.     Sanctuary   (Knightmoves EP)  9.34
10.   Nightmare   (Knightmoves EP)  4.22
                Gesamtlaufzeit              56:08

 

Besetzung
Alan Reed             Vocals
Graeme Murray     Bass, Gitarre, Voice
Ronnie Brown        Keyboards, Backing Vocals
Niall Mathewson     Gitarre, E-Bow
Derek Forman       Drums

Eindruck

PALLAS wechseln mal wieder ein Band-Mitglied. Diesmal trifft es den Sänger.

Mit Alan Reed angeln sie sich allerdings einen Mann, der wunderbar zur Band und ihrem Stil passt.  Alan ist eher "feingeistig", singt nicht so aussergewöhnlich, wie der Vorgänger (möglicherweise eine Spur nach Peter Gabriel klingend), aber er bringt eine neue Klangfärbung mit in die Songs.

Hier darf man wieder einmal trefflich auf die Major-Companies im Musik-Biz schimpfen.
Chart-tauglich sollte es sein, zeitgemäß, modern. So wurde auf dieser Scheibe der Sound etwas glatter poliert, die Songs sind schön catchy, aber trotzdem sehr gut, und dies wiederum kann man der Band nicht hoch genug anrechnen.

 

Sie schaffen den Spaghat zwischen Anspruch und Kommerzialität.

Es gibt poppige Strukturen neben kleinen progressiven Einschüben, wobei die Scheibe mit Sicherheit die geradlinigste der Band-Historie ist. Elektronische Sounds, Harmonie- und Refrain-orientiert.

Sie orientieren sich genauso an der Mitt-Achtziger Pop und Wave-Szene, als auch am Symphonischen Rock. Trotzdem, oder gerade deswegen, gilt die Scheibe als der leichteste Einstieg in die Welt von Pallas. Alles ist sehr songdienlich gehalten und diese Songs sind beileibe nicht schwach. Die Produktion ist sehr gut geraten und modern ausgerichtet.

Mit "Win or lose" steht eine einfach-gestrickte, aber sehr schöne Ballade auf dem Album.
Dazu kommen mit "Ratracing" - ein starker Longtrack, der eher in die Richtung des progressiveren Debut geht, sowie dem Song "Imagination" - einem ausgezeichneten Bombaststück (übrigens gesungen von Basser Murray), zwei Songs allererster Güte.
Immer wieder lugen dabei auch YES zu 90125 Zeiten um die Ecke.

Was bleibt ist eine anspruchsvolle Scheibe - sowohl mit Rock-, als auch mit Pop-Roots,
doch immer mit dem souveränen Songwriting von Pallas und gespielt von starken Musikern.

1992 wurde diese Scheibe übrigens wiederveröffentlicht. Hier wurde das Song-Material

um die 3 Songs der "Knightmoves-EP" erweitert.
Spätestens in dieser Fassung sicher der Geheim-Tipp der Band Historie.

 

DAS WOHL LEICHTESTE STÜCK PALLAS - GUT FÜR EINSTEIGER INS PROG GESCHÄFT

 

 

 

 

 

Pallas - Beat the Drum 1999

 

Tracklist
1.     Call To Arms                 6.26
2.     Beat The Drum              9.15
3.     Hide And Seek               4.40
4.     Insomniac                     7.40
5.     All Or Nothing                4.50
6.     Spirits                           5.41
7.     Man Of Principle             5.42
8.     Ghosts                          8.13
9.     Blood And Roses            4.49
10.    Wilderness Years           5.59
11.    Fragments Of The Sun   8.00
         Gesamtlaufzeit            71:15

 

 

 

Besetzung
Alan Reed             Vocals
Graeme Murray     Bass, Backing Vocals
Ronnie Brown        Keyboards, Backing Vocals
Niall Mathewson     Gitarre
Colin Fraser           Drums, Backing Vocals

Eindruck

13 Jahre nach "The Wedge" entschieden sich die Jungs ein neues Album zu veröffentlichen.

Das diese Zeit nicht spurlos an Einem vorbeigehen kann war wahrscheinlich. Und so veränderten Pallas erneut ihre Ausrichtung. Ein neuer Drummer ist an Bord. Straighter sind die Songs geworden - weniger elegisch, weniger symphonisch, weniger Keyboard-lastig.

"A call to arms" ist dann auch der erste Überraschungsmoment, ein Einstieg der aufhorchen lässt - eingängiger Ruf der Band nach Gehör.
Da ist sie wieder - die schmeichelnde Stimme von Alan Reed, die feinen Harmonien.
Eine gekonnte Melange zwischen Vergangenheit und ... ja, was - Moderne ?

Der Titeltrack ertönt - sanftes Intro mit Alan's ruhiger Stimme, dann der Übergang - wuchtiger Bass, starke Drums "Beat the drum".
Im Hintergrund immer wieder die sphärischen Keyboard-Sounds, während es im Vordergrund etwas krachiger zur Sache geht - geiler Song. Die Rhythmus Arbeit ist vom Feinsten - treibt das Stück nach vorne, bis zum langsam ausklingenden Schluss.

Pallas haben sich verändert - das lyrisch-progressive der Frühphase weicht dem packend, rockigen Sound mit progressiven Einschüben und Anspruch.
Bombasteruptionen (seltener) und symphonische Elemente runden ab.


Die Produktion des Albums tut ihr möglichstes dazu, um diese neue Ausrichtung so gekonnt als möglich in Szene zu setzen. Kristallklar und transparent ist sie geworden, etwas basslastig möglicherweise, aber mit Murray hat man ja auch einen Könner dabei.
Immer wieder erinnert er mit seinem Spiel an Chris Squire von YES.

Dann "Insomnia" - ruhige Keyboards, dazu der ruhige Gesang von Reed, immer wieder mit harten Trommel-Schlägen unterbrochen. Und da schimmert doch ein Stück "The Sentinel" durch, weite lichte Harmonien treffen auf Keyboard Leads.

Dann aber fetter Bassgroove, treibende Rhythmik. Anspruchsvoll und doch verspielt - sehr stark. Zweistimmiger Gesang im Mittelteil, bevor der Song in den Refrain mündet.

"Spirits" - ein ruhiger Song, mit hymnischer Gesangslinie (immer wieder an Peter Gabriel erinnernd), weite und kraftvolle Töne vor Schottlands einsamen Highland-Höhen, die Keyboards simulieren den Dudelsack. Ideenreich waren sie schon immer.

"Man of princible" - ein zeitloses Stück Rockmusik, mit Atmosphäre und Stil.

"Ghosts" - die Ruhe umfängt uns, Reeds Stimme umschmeichelt uns, erste zaghafte Rhythmik erklingt, im Hintergrund spielt das Keyboard einfache Töne in Verbindung mit kleinen Pianomelodien. Dann die Textzeile

 

" ... I've lost control"

 

das Stück pulsiert plötzlich in Gitarrenriffs, die Steigerung in Aufbau und Spannung ist phantastisch. Die Gitarre wird losgelassen, ausufernde Solo-Parts in Verbindung mit kräftigem, fast schon heavy Riffing - ganz stark.

Nur um dann in die Ruhe von "Blood & roses" zu münden. Pianomelodien erklingen und Reed erzählt uns diese Zeilen voller Schmerz;


"I keep your picture in my head, the way you move, the way you smile,
  but blood lies all around, a rose lies broken on the ground ...

  I will follow you down... into a deep deep sleep"


und was dann folgt ist bombastische, schmerz-gepeinigte Kunst auf Keyboard und Gitarre ...

Zum Abschluss erfolgen zunächst 3 Minuten instrumentale Musik mit harten Drums und

Pink Floyd'schen Gitarren-Harmonien, bevor Mr. Reed in den Song "Fragments of the sun" einsteigt. Von Einsamkeit und Hoffnung handelt das Stück,


"We all need something to believe in, we all need somebody to love,

  we all need the answers to our questions, we all need ... "


Und der Song schraubt sich in die unüberwindbar scheinenden Höhen, die Gitarre jubiliert - über unseren kleinen Horizont hinaus - transportiert unsere tiefen Hoffnungen und Wünsche - überwindet Schwerkraft und alles was uns hält - immer weiter hinaus ...

 

" ... we'll shine on like fragments of the sun"

So endet die Comeback Scheibe der Jungs - ein selbstbewußtes Statement, immer spannungsgeladen, immer melodisch, niemals platt.

Die "Rock"-Songs werden immer wieder von schönen Solo-Parts aufgebrochen.
Die "Prog"-Songs sind mächtig spannungsgeladen, bauen oft langsam auf, um immer weiter an der Schraube zu drehen.
Die "Balladen"-Songs sind emotional packend.

Ein PFLICHTKAUF für jeden aufgeschlossenen Rock- oder Prog-Musik-Hörer.

Und damit haben die Jungs, nach der elegischen Progphase zu "The Sentinel" Zeiten
und der Rock/Pop Phase zu "The Wedge" Zeiten, hier bereits ihren dritten Frühling, sowie ihre dritte Stilphase eingeleitet.


POWER-PROG-ZEITLOSROCK MUSIK VOM ALLERFEINSTEN

 

 

Pallas - The Cross And The Crucible 2001

 

Tracklist
1.     The Big Bang                       3.20
2.     The Cross And The Crucible   9.06
3.     For The Greater Glory           7.36
4.     Who's To Blame                   4.45
5.     The Blinding Darkness          6.43
6.     Towers Of Babble                 8.11
7.     Generations                         5.21
8.     Midas Touch                       11.14
9.     Celebration                          7.22
          Gesamtlaufzeit                 63:38

 

Besetzung
Alan Reed             Vocals
Niall Mathewson     Gitarre
Ronnie Brown        Keyboards
Graeme Murray     Bass, vocals

Colin Fraser          Drums

 

Eindruck

Das Album, welches alle Welten von Pallas verbindet.
Das moderne Rockelement von "Beat The Drum",

mit der ausufernden Melodik ihres Debuts "The Sentinel",

dazu ein Schuß Kommerzialität der "The Wedge" Ära.


Anspruch, Verspieltheit, Komplexität, Symphonische Elemente, drückender Bass, tolle Rhythmik und die Stimme von Reed - zerbrechlich, weich, immer ein Stück weg von der alltäglichen Welt.

Dem gegenüber steht eine Art Konzept:
Es geht um die Zerbrechlichkeit des Individuums, um Religion und Wissenschaft - die daraus entstehenden moralischen Verpflichtungen und Konflikte.

Ein langes, stimmungsvolles Intro ertönt - im Sinn hat man unweigerlich Vangelis o.ä. - bevor der Titeltrack uns hineinkatapultiert, in ein mächtig produziertes Werk - nie hatte man bisher die Gitarre, den Bass und die Drums so wummern und krachen gehört.
(dazu noch der Gimmick den Song mit einer Tonfolge, etwas variiert zwar, zu eröffnen, wie sie in Spielbergs Sci-Fic. Meisterwerk "Unheimliche Begegnung der Dritten Art" benutzt wird.)


Dann explodiert der Song, nach kurzer Keyboard Eröffnung, in komplexer Rhythmik und Gitarren Riffs, wie sie besser nicht sein könnten, leichte Chor-Unterstützung und der Spannungsaufbau ist mächtig - Dramatik, Epik.
Es folgt der Break und Alan Reed ist da - stimmungsvoll, wie immer, dies erinnert stark an seelige "The Sentinel" Zeiten, allerdings mit mächtigerer Grundausrichtung im Sound und mehr Druck in der Produktion.
Der "Chris Squire-Gedächtnis-Bass" pumpt sein wummerndes Lied dazu - schon hier ist der Kauf gerechtfertigt.
Im Mittelteil erklingen wieder chorale, fast sakral anmutende Einlagen - dann wieder diese feine Gitarre (hier dann fast wie zu besten Marillion Zeiten).
Breaks und Tempi-wechsel - Gitarren-Solo, WAS FÜR EIN SONG, heut noch ein Meisterwerk. PUNKT.

Dramatisch geht es gleich mit "For the greater glory" weiter. Dichte Keyboard-Sounds, weiterhin diese Grundstimmung, in der die Scheibe gestartet ist - bombastische Sounds mit latent vorhandenem sakralen Touch, treffen auf harte Rhythmik und Alan Reeds einzigartige Stimme.
           
"Who's to blame" sorgt dann erst einmal für Erholung - eine akustische Gitarre erklingt, einfach gehalten - ziemlich melodiös, irgendwie folkig und im Ausklang mit partieller Frauenstimme ausgestattet.

Doch dann schlägt, nach sanftem Beginn, die Pallas Rhythmus-Abteilung wieder zu

- "The Blinding Darkness" ertönt.
Ein Wechselspiel zwischen atmosphärischen Parts, rhythmischen Eruptionen, phantastischen Gesangs-Harmonien und einer ganz starken Gitarre - zwischen heavy Riffing, Solo-Parts und leisen Akkorden beginnt. Eine sehr gefühlvolle Nummer.

In "Towers of Babble" begeistern schwere symphonische Keyboards genauso wie vertrackte Parts, Chor-Unterstützung, versetzte Gesangs-Spuren - der Song der am ehesten frickelig-komplex daherkommt, wobei man bei Pallas nie von egozentrischem Spiel der einzelnen Akteure ausgehen darf. Der Song steht stets im Vordergrund.

"Generations" wird dann von Murray gesungen - eine Ballade, gefühlvoll, aber unkitschig und am Schluß wieder mit edler, zeitloser Gitarrenarbeit.

"Midas Touch" fügt der Scheibe, mit der begleitenden Sängerin Laura Harrow einen weiteren Farbtupfer hinzu. Der Longtrack erinnert im Mittelteil stark an Arena, rhythmisch dann wieder eher an Yes, bevor er zum Schluss hin erst sehr bombastisch wird, um am Ende wieder ruhig auszuklingen.

Mit "Celebrations" wird dann noch einmal der alte Pallas Geist beschworen - ein Song, welcher sich in den Gesangsharmonien, immer weiter steigert, im Wechselspiel Reed und Murray - dann bombastischer Aufbau hin zum symphonischen, Glockenspiel ertönt, weite Melodien, fast zu nah am Kitsch, aber eben nur fast - und das macht den Unterschied.

Eine höchst abwechslungsreiche CD - im Dynamikspiel zwischen Laut und Leise, zwischen heftigem Groove und feinen Akustikeinlagen, zwischen Bombast und reduziertem Sound.
Hier haben Sie alle ihre gewebten Fäden verbunden, spannen daraus die Quintessenz ihres Sounds, hervorragend produziert.


Progressiv und trotzdem eingängig, schöne Melodik und trotzdem anspruchsvoll.
Spannungsgeladen und dramatisch, harmonisch - voller zeitloser Momente.

 

DIE WOHL RUNDESTE SCHEIBE VON PALLAS - MIT ALLEN STÄRKEN

 

 

Pallas - The Dreams Of Men 2005

 

Tracklist
Disc 1
1.     Bringer Of Dreams       9:50
2.     Warriors                      7:15
3.     Ghost Dancers             7:31
4.     Too Close To The Sun 11:34
5.     Messiah                       4:57
6.     Northern Star               4:01
7.     Mr Wolfe                      5:48
8.     Invincible                   10:45
9.     The Last Angel            11:29
        Gesamtlaufzeit            73:10

 

 

 

 

Disc 2
1.     Mr Wolfe ('Shepherds Pie' Remix)   (Bonus CD Special Edition)     6.05
2.     Ghostdancers ('Not On The Fiddle' Remix)                                   7.13
3.     Too Close To The Sun ('Folk Off That Guitar Solo' Part-Remix)      5.55
4.     The Last Angel ('Ronnie The Rover Returns' Remix)                    11.30
5.     Invincible (Jamming During Writing)                                           7.15
6.     Sad Waltz ('Invincible' End Section Early Version)                        2.39
7.     Blue Walk                                                                                2.44
8.     Faure (Section)                                                                         1.02
9.     North South                                                                              5.52
10.   Fear                                                                                         2.18
11.   Bottle Of Broken Dreams                                                           2.44
12.   Kalinka                                                                                     6.25
13.   Strange Reflections                                                                    2.49
14.   Colin Counts Out Time                                                               1.20
15.     Fragments Of The Sun ('Better Late Than Never' Choir Remix)    7.58
Gesamtlaufzeit    73:49

 

Besetzung

Alan Reed           Vocals

Ronnie Brown      Keyboards
Colin Fraser         Drums
Niall Mathewson   Gitarre
Graeme Murray    Bass, Vocals

Gastmusiker
Pandy Arthur         Vocal on "Last Angel"
Paul Anderson       Fiddle on "Ghostdancers" & "Bringer Of Dreams"
Karen Raitt            Vocals on "Messiah"
Lisa Paterson         Vocals on "Messiah"

Eindruck


Eine Eröffnung, wie aus einer romantischen Oper, wählen Pallas für ihr neues Album.
Eine Violine erzählt eine kleine Weise, die Keyboards klingen fast wie Waldhörner, bevor die Gitarre diese Melodie übernimmt - dramatische Steigerung, mit wieder einmal fettem Bass-Spiel und die Worte


"Welcome ! Step into the waiting room ..."


Das Konzeptalbum - diesmal über Träume der Menschheit - ist eröffnet.


"The bringer of dreams"
- darf diesmal in die Welt von Pallas führen. Schon hier wird wieder unterhaltsam, (Hard-)rockig, verspielt und perfekt arrangiert drauf los gezockt.

Was gleich auffällt - der Sound ist noch besser geworden, der Bass ist mächtig knackig, die Drums sind wuchtig, die Gitarre brät so stark, wie auf keinem Pallas Album bisher.
Die Keyboards sind stärker unterstützend, verlieren etwas ihre Dominanz zugunsten der rockigeren Ausrichtung von Gitarre und Rhythmus, trotzdem haben sie genügend Freiraum in den Songs.
Und Alan Reeds Stimme ist weiter in den Vordergrund gebracht worden (dies wird immer wieder als einziges Manko der frühen CD's angebracht, er wäre zu sehr in den Background gemixt).
So klingt dieses Album verdammt rund, ist transparent, gleichzeitig aber auch ziemlich fett abgemischt.

Auf diesem Album wurden die Extreme der Band weiter ausgelotet.


So krachend, wie bei "Warriors" hat man die Band eigentlich noch nie gehört.
So ruhig, wie in dem Instrumental "Northern Star" waren Sie selten, getragen und ruhig schweben Gitarren-Harmonien auf breit-gefächerten Keyboard-Sounds durch Zeit und Raum - man kann direkt die Sehnsucht nach der Weite spüren.
Wir finden indianische Elemente in "Ghostdancers", ein sehr schöner Farbtupfer dieser CD.
Da gibt es Gospel-Elemente bei "Messiah", dazu eine bluesige Gitarre und fast schon Klassik-Elemente.
Der Longtrack "Too close to the sun" verbindet hymnisch-getragene Elemente mit reichlich Bombast und erinnert damit am ehesten an "The Sentinel"-Zeiten.
Eine harte Piano-Melodie eröffnet das treibendste Stück "Mr. Wolfe" - laut und heavy geradezu, versehen mit einer phantastischen Bridge, pulsiert das Stück, herum um eine Bassabfahrt allererster Qualität.

Dann ein kleiner atmosphärischer Part, bevor Keyboard und Gitarre in den Solo-Part münden

- eine herrliche Nummer.
"Invincible" ist ein eher harter Longtrack, der am Schluß dann aber in wunderbaren Gitarren-Parts ausklingt.
Der Abschluß "The last angel" beginnt dann episch und sanft, bevor die, wie eine Kirchenorgel eingesetzen Keyboards überleiten in einen längeren Instrumental-Teil. Mit dem Einsatz der Gast-Sängerin PANDY ARTHUR - mit, verzeiht den Vergleich, Engels-gleicher Opern-Stimme, wird der Song dann mächtig breit, später wieder sakral und mit den gesprochenen italienischen Worten von ihr klingt diese CD aus.

So entwickelt sich ein Album, welches geradezu für den Kopfhörer gemacht zu sein scheint.
Viele liebevoll eingestreute Details, variable Sounds und Stimmungen, schaffen eine eindringliche Atmosphäre. Wie man überhaupt wieder einmal die einzigartige Atmosphäre der Pallas Songs hervorheben darf - hier sind feine Arrangeure und Komponisten zu Gange.

Dieses Album wurde auch als Doppel-CD veröffentlicht - die zweite CD besteht aus Remixen und Demo Songs. Nicht spektakulär, eher für Fans - trotzdem zeigen sie so manch andere Seite von PALLAS.

 

DIES DÜRFTE DAS VARIANTENREICHSTE UND BESTPRODUZIERTESTE WERK VON PALLAS SEIN

 

 

 

FAZIT
Sie waren schon immer mit mehr Power gesegnet, als die meisten NeoProg Bands, das Bass-Spiel von Murray war immer (angelehnt an Chris Squire von Yes) prägend,
die rockende Gitarre sorgte schon immer für mächtig Druck in den Songs, war aber auch oft genug flirrend, schwebend, elegisch, und die Keyboardsounds waren schon immer sehr variabel eingesetzt,
dazu gesellten sich Produktions-Gimmicks und ein Varianten-reiches Schlagzeug-Spiel.
Auf diesen Trademarks trohnte seit "The Wedge" die (manchmal an Peter Gabriel angelehnte) Stimme von Alan Reed. Zerbrechlich, weich, oft mit vertrackten, verspielten Gesangs-Melodien und -Harmonien.


Prog mit "Eiern" habe ich mal gelesen - das trifft es sehr gut.
Dies alles im Verbund mit ihren elegischen Melodien - im Wechsel als Balladen,

Power-Songs oder hart rockendem variablen Bastard, oder aber die vertrackten, progressiven Longtracks, welche immer wieder ausufernde Kompositionen darstellten, von logischen Breaks und Tempi-Wechsel variiert. Immer wieder klangen Sie mystisch, geheimnisvoll - erzählten eindringlich Ihre Geschichten.
Sie haben Tiefe und Leidenschaft, Sie erfinden sich jedesmal aufs Neue, doch immer auf der Basis IHRES Sounds.
                                                    DAS IST PALLAS.

Nun stehen Sie also in der Vorbereitung zum Sequel von "The Sentinel" aus dem Jahre 1984.
25 Jahre danach stellt sich natürlich die Frage nach dem Sinn.
Haben Sie überhaupt noch die Stimmung dieser Zeit oder verändern Sie das Konzept und die Stimmung der Songs komplett? Zerstören Sie möglicherweise Ihren eigenen Mythos?
Zu stark war Ihr Debut - es setzte Maßstäbe für die 80er Prog Musik.

Und doch hege ich starke Hoffnung

- nie hat man Pallas schwach erlebt, immer waren Ihre Kompositionen durchdacht.

Einer möglichen Tour (beide Alben hintereinander, oder das Atlantis Konzept am Stück ...) sehe ich zitternd entgegen. Ist doch PALLAS einer dieser Bands, welche ich noch nie LIVE gesehen habe.
Ein Versäumnis, welches es recht schnell auszuräumen gilt.

Also lieber Graeme Murray - Segel setzen und Kurs bestimmen  - lass die fliegenden Schiffe wieder los - Atlantis wartet ... schon wieder oder immer noch ... und ich mit ihm ... hoffend / bangend ???

 

                                                                                                                              DARKEN TOM