Rock Hard Festival 2009
29. -31. Mai
Wir sind wieder zurück - vom Seele stärkenden
ROCK HARD FESTIVAL
Es war wieder einmal mächtig erbaulich, mehrdimensional und einfach unglaublich schön.
Etwas erschöpft waren wir - zugegeben, aber durchweg zufrieden,
das Verarbeiten der Bilder (auch der im Kopf) ist vollendet.
Danke für die netten, emotionalen Momente
und die vielen lieben, verrückten, abgedrehten, herzlichen Menschen,
die wir dort treffen durften.
Es war für UNS wieder einmal
DAS herausragende Konzert-Erlebnis des bisherigen Jahres.
DARKEN TOM + DARKEN HARTMUT + DARKEN DANIIIEE
DIE KETTENSÄGE UND DER HEILIGE SCHWUR
Tach - Ihr Krach-Liebhaber,
bereits im Bericht zum Festival 2007 (hier nachzulesen), konntet Ihr etwas über mich erfahren, meine jährliche Begegnung mit dem POTT und seinen unverwechselbaren
Charakteren.
Doch diesmal waren wir sogar zu Dritt angereist und hatten wieder meine Unterkunft in Altenessen buchen können (Pimps - die wir sind, aber warmes Bett in der Nacht, hat auch was).
Ich selbst, inzwischen umgezogen und nun nördlich von Münster beheimatet, fuhr aus Aufgeregtheit viel zu früh los und war, begleitet von der neuen HEAVEN & Hell (ziemlich bezeichnend für die
folgenden 3 Tage), um 09.50 Uhr schon da (11.00 Uhr war ausgemacht).
Obwohl die Musik doch eher langsam gehalten ist, aber auch mächtig heavy - sank mein Fuss wohl unbeabsichtigt immer weiter 'gen Bodenblech, als beabsichtigt - nun ja, besser als zu spät dachte ich.
ICH WAR AUF JEDEN FALL SCHON MAL DA !
Tage, nein Wochen vorher, schon wieder alles General-Stabs-mäßig geplant, aber dazu kann der DARKEN HARTMUT gleich etwas erzählen.
Mir bleibt noch zu sagen, dass mir diesmal Angst und Bange war. Sonderbares ging vor sich.
Überall auf unserem Weg zum Festivalgelände wurden während unserem Vorbei-Schlendern die Motor- oder Kettensägen angeworfen - manchmal etwas
verborgen und zögerlich, andere jedoch ganz offen und unverhohlen feindselig, bildete ich mir zumindest ein.
Ob das wohl an unseren Diskussionen über den "Trümmer-Klub" S04 lag ?
Wir wurden von Meter zu Meter jedenfalls vorsichtiger.
Unsere Betrachtungen sind jeweils unter unseren Namen angeordnet.
Erscheint DARKEN HARTMUT über einem Abschnitt, ist es seine Sichtweise.
Bei der Überschrift DARKEN TOM wechselt die Sichtweise auf Tom über.
Ergänzungen von DARKEN DANIIIEE sind einfach mit blauer Schrift eingestreut. VIEL SPASS
Nur Eines noch vorweg - komischerweise wurde unser Weg, der normalerweise ca. 1 Stunde dauert (der Fussweg zum Gelände), sofort länger (nämlich fast 90 min.), wenn drei alte Tratsch-Kerle wie wir
gemeinsam unterwegs sind - seltsam, seltsam, bestätigt aber doch irgendwie die Relativitäts-Theorie. Doch nun - leg los DUNKLER BRUDER.
DARKEN DANIIIEE
MOMENT MAL, da muss ich aber auch noch 'was erzählen.
Ich hatte nämlich die Pflicht den ollen Hartmut mitzunehmen.
Treffen ziemlich, nee - gaaanz früh am Morgen.
Und am Abend zuvor noch von der eigenen Sippe in die Pflicht genommen zu werden - der Anspruch stieg schier ins Unermessliche.
SEHT SELBST ...
Hielten WIR dem Stand ? Gaben WIR schon vorher auf ? Kackten WIR ab ?
So, JETZT kannste loslegen, Alter ...
DARKEN HARTMUT
Wie alles begann...
Was das RockHard Festival angeht bin ich eine Jungfrau. Immer war ich an die Schulferien und damit familiär gebunden. Jedes Jahr mußte ich mir stundenlang erzählen lassen wie genial, großartig,
gewaltig, stimmungsvoll und emotional das Festival gewesen war. Natürlich glaubte ich kein Wort. Dieses Jahr würde ich dabei sein, dieses Jahr würde ich selber sehen, hören, riechen, schmecken. Ich
war die Nagelprobe und das RockHard hatte sich zu beweisen! Der Scharfrichter stieg in den Ring.
Jetzt bin ich zurück. Was kann ich berichten? Ich sah die Sonne gnadenlos vom Himmel brennen als wolle sie nicht an ihrer angestammten Bahn weiter ziehen. Ich speiste und trank mit Freunden, Musik
zog uns in ihren Bann, der alte Bund wurde erneuert. Ich sah Männer weinen. Ich spürte unglaubliche Energien, sah Menschen verzückt springen, singen, schreien, lachen und ich war mittendrin, unfähig
mich zu wehren. Ein Phönix der der Asche entsteigt. Ich habe den Glauben wieder.
Ich kam als Herr K. und ging als DARKEN Hartmut.
28. Mai 2009
Die Mail´s fliegen hin und her. Ich bin aufgeregt, aufgekratzt. (Nur ich?) Morgen früh nicht verschlafen. Ich verschlafe nie, hoffentlich nicht morgen. Hat der Wecker neue Batterien? Ist das Ticket
eingepackt, alles mit Dani besprochen? Tom möchte am liebsten heute schon fahren. Der ist eh verrückt. Cool bleiben, wir leben in einer neuen Zeitrechnung
X minus Festivalbeginn !
Ich bin bereit ! Eigentlich könnte ich ja noch mal anrufen .......
Ständig 'ne Mail oder 'nen Anruf - das KANN auch nerven !
Was wurde wieder alles im Vorfeld besprochen ( ... siehe auch Rock Hard Forum ... ).
WETTER - WANN GEHT'S LOS - SIND DIE BANDS WIRKLICH GUT - WER KOMMT - BIERSORTE - SIND DIE MÄDELS VOM CRÈPES STAND WIEDER DABEI - etc.
Was haben wir gelacht ... und so weiter ...
29. Mai 2009
4 Uhr, ich bin eine Stunde früher wach. War ja klar. Ich bin immer um 4 Uhr wach. Versuche eine Stunde noch still zu liegen. Endlich 5 ! Ich verlasse das Bett und gehe duschen. Gegen alle
Verabredung macht Tina mir Frühstück. Ich freue mich über die unerwartete gemeinsame Zeit aber irgendwie bin ich heute morgen nicht ganz ich selbst. Konfus packe ich völlig sinnfrei das Auto, fahre
mit angeklappten Aussenspiegel los. Muss deswegen noch einmal halten. Kein Idealstart.
Auf der Autobahn werde ich langsam ruhiger. Amon Amarth ist eine gute Entscheidung.
Ich komme pünktlich bei Dani an. Wir trinken noch einen Kaffee und die alte Magie ist wieder da.
Dann geht es los, Richtung Ziel unserer Träume.
Während der Fahrt schreien wir uns permanent an. Was für Aussenstehende etwas befremdlich wirken mag, ist für uns eine Selbstverständlichkeit. KREATOR kann man nicht leise hören !
Die neue Scheibe ist wirklich stark und so vergeht die erste Stunde wie im Flug, der Rest der Fahrt ist genauso kurzweilig - 2 Brüder im Geist und Herzen. Irgendwann stellen wir fest, daß Tom ja auch
bei uns weilt. In Form einer Frauenstimme und in doppelter Ausführung - TomTom ist unser Navigationssystem. Wir albern herum, lachen uns schlapp über den Vespaclub mit dem „bärtigen Präsi” an der
Spitze.
Elf Uhr wollen wir uns treffen und fast auf die Minute sind wir da. Wir liegen uns in den Armen, die Sonne lacht mit uns. Kurz die Sachen auf die Zimmer. Dani zeigt uns noch ein Video seiner Töchter
welches sie für Tom und mich gedreht haben. (Das muss unbedingt auf die Webseite!) - "Siehe oben Du Schlumpf." Dann geht es endlich los. Ein
Marsch von über einer Stunde bis zum Festivalgelände liegt vor uns. So langsam erhöht sich der Eisengehalt im Blut.
"Ich wußte gar nicht, das die sogar von so weit her kommen ..." - der Tom nach dem 3. Bier
Nun aber direkt ins Geschehen,
Geschichten voller Dramatik warten auf uns.
Gestalten und Seelen, die man so normalerweise nicht alle Tage sieht.
"Der neue Trend in Sachen Outfit - musste mitmachen, oder Du bist nächstes Jahr so was von OUT" - der Daniiiee sucht schon mal, Vorschläge werden noch angenommen.
DARKEN TOM
Hier noch einmal mein Statement:
Es gibt Dinge für mich im Leben, die ich nicht unbedingt nur rational bewerten möchten - dagegen WEHRE ich mich. Dazu gehört in erster Linie die Musik - und zwar in all ihren Facetten - ich bin Liebhaber, Verrückter, Fan.
So versuche ich immer Open-Minded zu bleiben, erfasse eher mit dem Bauch, als mit dem Kopf, gebe Chancen, bewerte die Dinge emotional. Doch genau SO sollte es meiner Meinung auch sein - MUSIC WAS MY FIRST LOVE ...
Natürlich gibt es Musik, die auch ich nicht mag, die einfach schlecht ist, und doch versuche ich mir immer noch den Zauber zu bewahren - etwas neu zu entdecken, überrascht zu werden, mich überzeugen zu lassen.
Auch wenn die Musik auf diesem Festival mir nicht mehr das Wichtigste ist - denn es sind eher das Feiern unserer Einstellung,
das gemeinsame Bierchen schlürfen bei coolen Diskussionen oder einfach nur das Treffen mit liebgewonnenen Verrückten, so ist sie zwar "nur" Nebensache geworden - und doch die schönste Nebensache der Welt - für diese 3 absonderlichen - herrlichen - komischen und einfach nur besten Tage des Jahres.
Also lasst uns endlich loslegen -
Freitag, 29. Mai
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DARKEN HARTMUT
Wir kommen etwas zu früh an. Der Zugang zum Amphitheater ist noch geschlossen. Allerdings können wir schon die Tickets einlösen und genehmigen uns ein erfrischendes Bier (ENDLICH, schlurf ... ).
Ich erfreue mich an einer Currywurst die wirklich gut gewürzt ist ohne zu ahnen, daß ich in den folgenden Tagen hier eine Begegnung der anderen Art machen werde.
Endlich können wir eintreten. Was sofort auffällt ist die gut gelaunte und sehr freundliche Security. Schnell werden wir vor dem „Mischturm” heimisch, ein Platz den wir drei Tage lang hartnäckig
verteidigen. Dort lerne ich noch Christiane und Thomas kennen. Wir liegen von Anfang an auf einer Wellenlänge. Was soll heute noch schief gehen ?
Witchburner
eröffnen das Festival. Sie machen irgendwie Spaß auch wenn sie mich persönlich nicht ganz überzeugen. Nach dem 2. Titel kommt die genialste Ansage des Festival. Mit Trashstimme schreit der Fronter: „
Danke, wir haben keine Zeit !” und schon knüppelt sich die Band durch den nächsten Titel. Das ist doch mal Enthusiasmus! Den Spruch hauen wir uns für den Rest des Festivals um die Ohren.
Angel Witch
sind mir bis dato unbekannt. Ja, schlagt mich! Sind für mich der NWOBHM- Einstieg in das Festival. Ganz nett, auch wenn es mich nicht so vom „Hocker” reist. Komischerweise brennt sich der Song „Angel
Witch” so ins Hirn, das wir jeden Morgen !!! damit den Tag beginnen. Das setze ich bis heute fort und iTunes ist um 0,99 € reicher.
Deströyer 666
Trash aus dem Känguruland. Wiederum nicht schlecht, reicht aber noch nicht, um mich ausflippen zu lassen. Fazit nach 3 Band´s, ein gelungener Einstand in das Festival, aber jetzt wird es langsam Zeit
für einen Schub.
DARKEN TOM
Die Sonne scheint - der Wind weht - die Frisur hält, doch nicht mehr lange, denn
Witchburner
warfen erst einmal ein paar räudige, dreckige Thrash Granaten unters wartende Volk, bevor die wilde Meute begrüßt wurde, doch was war DAS.
Zu Tode erschreckt vernahm ich sie wieder - die KETTENSÄGE - und sie sprach zu mir !
MANCHMAL MUSS MAN DEN EINFACH MAL MACHEN LASSEN - DAS GIBT SICH WIEDER.
"Wir sind Witchburner - Danke, wir haben nicht viel Zeit". Und ohne Pause wurde schon der nächste Song runtergeholzt. Sicherlich DER Begrüssungs-Spruch des Festivals. Den Leuten vor der Bühne hat's
gefallen. Der "German Thrashin' War" war in unseren Köpfen, der Untergrund Metal in Gelsenkirchen angekommen.
Angel Witch
waren irgendwie Aussenseiter - NWOBHM von einer Band, welche oft auf einen Song reduziert wird, eigentlich ungerecht, und doch war es dann genau dieser Song, der nach 3 Tagen
immer noch nicht aus unseren Köpfen verschwunden war.
"You're an angel witch, (und ALLE !) You're an angel witch..." - der Geist der 80 er Jahre wehte fett durchs Rund, denn Angel Witch hatten einen der besten Gitarren-Sounds des
ganzen Festivals. Und so stieg der Stimmungspegel das erste Mal in luftige Sonnen-Höhen ... BIER musste her (JAU,
schlürf)
Deströyer 666
ziehen dann gewaltig an der Härte-Schraube - Thrash'n'Black Metal ist angesagt.
Und was sich noch über die drei Tage zeigen sollte
- die Härte kam an, bis dato die besten Resonanzen vor der Bühne,
und das obwohl gerade bei ihren teilweise pfeilschnellen Gitarren-Attacken der Sound etwas undifferenziert war. Trotzdem ein guter Gig, aber dann kamen ...
DARKEN HARTMUT
Prong
Der Dreizack ist zurück ! Mit diesen Worten wird die Band vorgestellt und dann geht auch schon mächtig die Post ab. Der Sound ist plötzlich um Welten besser (auch die Meinung ringsherum) und was die
drei Herren auf der Bühne abliefern ist allererste Sahne. Diese Mischung von heftigen Gitarren und doch gefühlvollen Melodien überzeugen mich restlos und gern gehe ich erstmals an die Grenze des
Nackenbruches. - da muss man ja nicht weit gehen, bei DIR, ODER ???
Jag Panzer
habe ich Live noch nie erleben dürfen. Entsprechend hoch sind meine Erwartungen.
Ich bekomme die absolute Vollbedienung und „The Tyrant” ist für mich jetzt auch live der beste Metallsänger im Universum.
Das ich ihn am nächsten Tag noch einmal als Gastsänger auf der Karaokebühne sehe (taucht im Song einfach auf), wo er den „Nachwuchs” bei Painkiller unterstützt, rundet für mich das Bild dieser
sympathischen Band ab. Das ist gelebter Metal ! Der Panzer rollt wieder !
Opeth
Das Sehnen hat ein Ende ! Das ist ein Sound- und Bildersturm! Das ist ein Kunstwerk! In düstere Farben gemalte Musik. Das ganze Halbrund ist gefangen und eigentlich möchte man, das es niemals endet.
Danke für einen sehr bewegenden Auftritt.
DARKEN TOM
... Prong
und machten mit arschgeilem Sound und Power-Groove Druck ohne Ende - klar, warum sie zurecht auf dieser Position spielten. Die Riffs kamen direkt aus der Hüfte geschossen, gingen in Bauch und Bein -
das Publikum dankte. Aber was sollte auch bei Songs der Marke "Snap your fingers, Snap your neck", "Grip", "Unconditional" oder "Beg to differ" schon schief gehen.
Der Dreizack kam, sah und übernahm das Kommando - wir folgten gerne - eine der Überraschungen des Festivals. GEILER Auftritt.
(Ich brauche trotzdem noch jemanden, der mir mal die "euphorischen" Sprung-Hüpf-Beinchen-vor Zuckungen von Tommy Victor erklärt - sah irgendwie nach Karnevals-Garde-Sprüngen aus ...)
( Der hatte halt auch vorher von der Currywurst gegessen, UNDERSTOOD ?)
Jag Panzer
polarisieren, zwar eine der talentiertesten Power/Heavy/True Metal Bands des Planeten, mit einem Sänger, der wieder einmal beweist, wieso Rob "Painkiller" Halford
und Tim "Ripper" Owens, niemals wieder den Sanges-Thron in diesem Gesangsstil besteigen können.
Andererseits sind ihre Songs oft nicht "eingängig" genug für den "True-Metaller" und dafür LIEBE ich sie.
Welche Hymnen: "Chain Of Command", "Take To The Sky" oder "Iron Eagle" rulen ohne Ende -
königlich-majestätische KUNST in Gelsenkirchen. DANKE ROCK HARD für diese Band - ich kniete nieder und huldigte, und mit mir verneigte sich ein großer Teil der
Anwesenden.
DOCH ALS DAS LICHT SICH LANGSAM SENKTE KAMEN
Opeth
Dominanz, Erhabenheit, Präsenz - wahnsinnig geiler Sound, der zum Ende hin immer besser wird (verdammt, wir sind auf einem Open Air, wie geht das - Gruß an die Soundleute).
Unterstützt von einer kleinen, feinen Video-Show, welche begleitend Bilder und Videoeinspielungen an die Leinwand im Background wirft, giessen Opeth ihre Komplexität über uns Unwürdigen aus.
Das Rund ist pickepacke voll, viele staunen mit offenem Mund.
Dynamik ohne Ende - Stimmungvolle Strukturen - knallharte Death Abfahrten - bedrohliche Schönheit.
Ein Zusammenspiel der Musiker, die uns die Leichtigkeit des Musizierens vormachen
- und in all ihrer KUNST steht der Ruhepol
Mikael Hübsch, ääh meine Akerfeldt, - ein Wechselbad zwischen Growls und anbetungswürdigem Klargesang (wie macht der das ???). Sie ziehen immer stärker in ihren Bann. Zum Abschluss mit "Deliverance" noch einmal ein großes Lehrbeispiel progressiver Erhabenheit, das mit den wuchtigen, komplexen Schlagzeug Schlägen am Ende, eine ganz eigene Rhythmik spinnt, die Luft erbeben lässt, mein Weltbild nahezu perfekter Musik zertrümmert und pulverisiert, neue Standards setzt (raste ich eigentlich gerade aus ?) - DER PURE WAHNSINN
- nach geschätzten 2 Minuten, wage ich wieder zu Atmen.
WAS für ein unglaubliches Ende eines grandiosen ersten Tages.
DARKEN HARTMUT
Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende. Mit zwergischem Trotz beginnen wir den Heimweg. Die Gespräche auf dem Heimweg werden weniger, dieser Tag zollt jetzt Tribut in den alten Knochen. Selbst Dani wird immer stiller. Ein gelegentliches „Danke, wir haben keine Zeit !” läßt uns neue Kräfte sammeln und so fallen wir gegen 1 Uhr morgens erschöpft aber glücklich in unsere Betten.
DARKEN TOM
Auf dem Weg zurück habe ich immer dieses herrliche Schlagzeug Getrümmer von Opeth im Ohr - höre nur halb zu und träume so vor mich hin. Wirklichkeit und Träume verschmelzen irgendwie, denn
plötzlich sehe ich Landschaften voll bedrohlicher Schönheit, wandle durch dunkle Wälder und über einsame Bergrücken hinweg. Ich fühle mich herrlich losgelöst, meine Seele hebt sich empor - Verdammt,
so viele Bierchen waren es doch gar nicht, oder waren das die Schwaden, die immer von unseren Sitz-Nachbarn zu uns rüber waberten ?
Ich weiß es nicht. Wir gehen schlafen ...
DARKEN DANIIIEE
Wenn die so viel quatschen ? Da muss ich net noch mitmische ! Auch müde ...
Samstag, 30. Mai
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DARKEN HARTMUT
Gegen 4 Uhr bin ich schon wieder wach. Heute habe ich keine Probleme noch einmal einzuschlafen.
Kurz vor 9 höre ich aus dem Nachbarzimmer immer noch keine Geräusche.
Ich schnappe mir meine Kamera und werde die 2 Langschläfer mit einer Fotosession wecken.
Ich schleiche mich in das Zimmer. Die Betten sind gemacht. Tom sitzt am Tisch und notiert sich die gestrigen Ereignisse, Dani ist joggen und ich stehe als Depp im Schlafanzug mit meiner Kamera
etwas doof im Zimmer. L E T Z T E R ! - welch Schande. - hahaha, Trick 17 ausgepackt
-
Mit einem „ Danke, wir haben keine Zeit !” stürze ich in das Badezimmer. Dani - The Best Brötchenholer - bringt vom Laufen selbige mit und bei einem leckeren
Frühstück rekapitulieren wir den gestrigen Tag. Natürlich singen wir ausgiebig „Your an Angel Witch ...”
Dann machen wir uns gut gelaunt und voller Erwartung auf unseren „Marsch in´s Glück”.
Die Sonne verwöhnt uns, ich erlaube mir gelegentlich einen Spaß mit Passanten (gehen Ruhrpottler zum Lachen in den Keller? ) und schon sind wir an der zweitschönsten Festivalstätte Deutschlands.
Christiane und Thomas sind auch schon vor Ort und eigentlich kann es so weitergehen, wie der Tag gestern endete.
DARKEN TOM
Daniiiee geht tatsächlich früh joggen - die spinnen die Turbo-Sportler
( ... mal wieder der Einzige mit Drive hier ... ).
Aus Orts-Unkenntnis nimmt er sein mobiles Navigationsgerät mit. Hätte sich ohne (wie er zugibt) hoffnungslos verlaufen und somit die frischen Brötchen ihren Weg nicht zu uns gefunden. Ab heute mag ich Navis - coole Sache, dat. Der Kaffee (den ich kochte) ist allen zu durchsichtig, später bekommen Sie es aber auch nicht besser hin - Genugtuung ist auch was Feines. Noch etwas unausgeschlafen machen wir uns auf den laaaangen Weg ...
DARKEN HARTMUT
Evocation
Da werden doch am frühen Morgen „Grunzer” auf die Welt losgelassen. Dr. Death Frank Albrecht sagt die Band so vergnügt an, als würden wir uns bei einem Konzert der „Kastelruther Spatzen” befinden.
Was nimmt der Mann für Drogen? Evocation sind der ideale Einstieg in den Tag und meine Nackenwirbel werden aufgewärmt. Dani geht dagegen ganz steil und bangt sich ganz vorn an der Bühne die Seele aus
dem Leib. Wir haben ihm extra ein weißes T- Shirt angezogen. (Heaven Shall Burn) Ein Leuchtfeuer im schwarzen Pulk- muhaha. Protest sinnlos! Ich habe Dich auf Video.
Grand Magus
zünden bei mir irgendwie nicht so richtig. Saubere Gitarrenarbeit, sympathisches Auftreten, muss wohl an mir liegen.
DARKEN TOM
Evocation
hatten Weckdienst: das bedeutet Schweden Death zum Wachwerden - hat gut geklappt,
ich befinde mich plötzlich vor der Bühne in der zweiten Reihe wieder - wie kam ich bloß dorthin ?
Scheint wohl noch nicht alles bei mir auf Betriebstemperatur zu sein - doch die Musik fühlt sich gut an. Darken Daniiiee ist mit mir ( ... war eh der Erste
unten, Du Pimpf ... ) und die Müdigkeit fliegt aus den Poren, hat auch keine Chance bei unseren sehr ausgefeilten Bewegungen (Ausdrucks-Tanz eben ... )
Grand Magus
danach, waren irgendwie noch nicht so gut eingespielt, hatte man den Eindruck,
der wohl beste Song des neuen Albums "Silver Into Steel" blieb aussen vor - und wie "I Am The North", nun - rabiat beim Solo
abgebrochen wurde, spricht nicht unbedingt für Live-Monster, trotzdem kamen die schweren Riffs ganz gut im sonnendurchfluteten Rund. Die Technik war sowieso nicht ausschlaggebend bei dieser Band -
eher Bauch und Feeling - und das stimmte. Doom-Heavy-True Metal eben.
Zwischendurch gab es auch wieder mehr als genug zu bestaunen.
Die Beiden haben das Festival auch bereichert. Als Motiv - ich weiß nicht, wie oft die geknipst wurden - weiß gar nicht warum. Danke ihr ward freundlich - hattet immer ein Lächeln - und so manch
Männerherz gebrochen - oder, Daniiiee.
Wer hat wohl das strahlendste Lächeln im Land ?
Daniiiee hat am nächsten Tag gleich am Stand von Dean Guitars nach "Nachhilfe" gefragt - welcher Art, hat sich mir leider nicht erschlossen.
DER GENIEßER SCHWEIGT ...
Audrey Horne
Twin Peaks Melodie als Intro - klarer Fall, die norwegischen Grammy-Gewinner sind da.
Nach 2-3 Songs war der gute Sound und der Draht zum Publikum hergestellt.
Und so entfalteten ihre hypnotischen Rhythmen die ganze innewohnende Kraft - ich lasse mich treiben und vom Sog mitziehen. Dazu ein Sänger, der erstmals Entertainment Qualitäten zeigt, immer wieder
den Kontakt zum Publikum sucht und antreibt - geiler Gig. Anschließend werde ich sofort von meinen zwei Mitstreitern genötigt, ihnen die "Le Fol" CD zum Anchecken
zu geben - ich gebe klein bei - und bekomme dafür ein großes Bier - so soll's sein.
Noch lecker Stöffchen geniessend werde ich abrupt aus meinen Tagträumen gerissen, der Friede war wohl trügerisch, sind doch ...
Der neue Föhn ist doch stärker als ich dachte.
DARKEN HARTMUT
Audrey Horne
überzeugen auf ganzer Linie. Die Band wirkt motiviert und eingespielt, dazu kommt ein toller Fronter. Die Jungs ziehen ihr eigenes Ding durch und das Amphietheater zieht mit.
Ziemlich genial, die Fotografin, die links und rechts ihr Kameras festhält und wie ein Berserker bangt.
Hail of Bullets
Ed Warby endlich einmal live am Schlagzeug zu erleben das kann ich auf meiner Wunschliste jetzt abhaken.
Aber aber aber - dieser Auftritt macht mich doch fast zu einem Death Metal Fan. Alter Schwede möchte man sagen (alter Holländer paßt aber besser), was für ein Auftritt ! Meine Wenigkeit mittendrin und ich fühle, rieche, schmecke verbrannte Erde. Als der Krieg zu Ende ist, benötige ich das ein oder andere Bier um mich wieder zu erden. Ich glaube danach hätte ich Albrecht bei den Ansagen im Grinsen geschlagen.
Dragonforce
Was für eine Poserband ! Man könnte sie mit exzellenten Trickfußballern vergleichen, die den Sprung in die erste Liga nicht schaffen. Jedes Wasserflasche öffnen gerät zum Staatsakt, die Trampolins,
das Gezappel des völlig sinnfreien Keyboarders, das alles überzeugt mich anfangs gar nicht. Dani sitzt fassungslos neben mir und schaut mit offenem Mund durch sein Opernglas. Irgendwann merke ich,
daß ich einfach mit der falschen Einstellung an meinem Platz stehe. Ich pole mich um und siehe da der Gig macht richtig Freude. Am Ende steht für diesen Tag das erste Mal das ganze Halbrund und
jubelt. Respekt meine Herren ! NOT MY CUP OF TEA - nächster, BITTE !
Als Engel noch vom Himmel (?) fielen ...
Forbidden
Hail of Bullets haben verbrannte Erde hinterlassen? Denke ich. Forbidden zünden Erde und Asche wieder an und walzen noch einmal darüber. Das ist Böse, das ist Trash, hier werden keine Gefangenen
gemacht ! Einmal ein großes Kompliment auch an die Technik, man hört jedes Instrument, trotz dieses Todesblei, wunderbar heraus. Der Auftritt wühlt mich heute noch so sehr auf, daß ich diese Zeilen
nur im stehen schreiben kann.
Erschöpft möchte ich mir am Platz ein Bier gönnen, da sehe ich dieses Mädchen hinter uns kauern und schieße das für mich schönste Foto des Festival.
DARKEN TOM
... Hail Of Bullets
am Start - gnadenlos Trümmerfelder errichtend - der Krieg hat mich eingeholt.
Schleppende Rhythmen walzen auf mich zu - ich ergebe mich nur zu gerne, ist doch einer meiner alten Helden mit am Start. Martin van Drunen schrei-singt-röchelt
seine Lyriks, animiert auf Deutsch und Ed Warby zeigt, wie unaufgeregt man heftig Schlagzeug spielen kann, alles auf eine freundliche Art und Weise - diese Schlacht wurde gewonnen - ich hieße die
weiße Flagge ...
Dragonforce
haben's wohl nicht gesehen. Sie hüpfen, springen und tanzen vor Freude als sie auf die Bühne kommen. Hurra, Hurra - der Kasperle ist da, wer noch Kind bleiben
konnte fand's gut.
Der extrem Show-lastige Act (wie verboten war eigentlich der Keyboarder - was der so täglich bekommt, möchte ich auch verschrieben bekommen), incl. Trampolin springender Gitarristen, zeigt
hyperspeed-Gitarren Läufe am laufenden Band.
ABER: hinsichtlich Präsenz und Eingehen aufs Publikum - eine starke Performance.
Folgerichtig erzielen sie vor der Bühne die bisher stärkste Resonanz (auch der Crowdsurfer) aller Bands bisher vom Samstag. Der Sänger grinst den ganzen Gig durch und verteilt Wasserfläschchen an die
Meute - nett der Mensch, doch
Forbidden
machen umgehend Schluß damit.
Mit der Präzision und der Wucht einer anlaufenden Kettensäge ( ... ja, da war sie wieder ... ), schneiden sie ihre Riffs auf uns zu. So mancher Kopf fällt ihnen zum Opfer - auch ich
lasse die Rübe gekonnt kreisen. "R.I.P." oder "March Into Fire" sorgen für wohlige Schauer und ein Erinnern an gute alte
Thrash Tage ( ... die offensichtlich gerade wieder kommen - hell, ya ... ).
Und als zum Schluß dann "Chalice Of Blood" ausgepackt wird, sind wir zufrieden und durstig - aber wieso bringt mich das nun ausgerechnet auf ...
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DARKEN HARTMUT
Jon Oliva´s Pain
Ich habe meine eigene Theorie zu Jon Oliva. 1960 muss irgendwo ein Vulkan ausgebrochen sein und hat uns seinen Sohn hinterlassen. Das was Forbidden bei mir an Aggression ausgelöst haben, löst sich
nun in Emotion auf. Eigentlich spielt jetzt der Headliner. Ich habe keine Wort mehr um diesen Auftritt würdig zu beschreiben. Es ist als würden die Musik und diese Stimme eine große Blase um das
Festivalgelände weben. Alles wird eins, Band, Publikum, Bühne, Rhein-Herne-Kanal. Und über allem thront Jon Oliva. Ich habe Männer weinen sehen und nach dem Auftritt sangen die Leute einfach weiter.
Es ist einer der Augenblicke im Leben wo man später für sich sagen kann -
Danke Universum, daß ich dabei war !
Children of Bodom
Die spinnen die Finnen. Zum Abschluss gibt es noch einmal ein volles Brett.
Alexi Leiho ist angeblich gehandicapt, doch von ausgekugelter Schulter und gebrochener Rippe ist nicht´s zu bemerken. Souverän zündet man eine Bombe nach der anderen. Die Ansagen immer unterbrochen
von dem „F...”- Wort schon eine besondere Kunstform.
Ein würdiger Ausklang eines perfekten Tages.
DARKEN TOM
... Jon Oliva's Pain
nun, wer ihn 2005 gesehen hat, weiß wohl warum ( ... ich sach nur Jägermeister).
Ich habe mich, vorsichtig auf IHN gefreut - Wie wird er wohl drauf sein ? Wie gut ist seine Mannschaft ? Es begann gut "City Beneath The
Surface", "Sirens" - was hatte der Mann vor ? - nur Savatage Songs ??? Es fiel leicht in den Gig reinzukommen, und als nach zwei weiteren Songs sogar
"Chance" zum besten gegeben wird, wird es langsam SEHR GUT.
Die (für mich immer noch) lebende Legende hatte immer noch Dominanz auf der Bühne, machte Spässe und als er nach "Maniacal Renderings" - ich glaube der einzige
Song seiner momentanen Band, "Gutter Ballet" ankündigt, explodieren die Ereignisse geradezu.
WAS IST DAS - der "schlanke" Götz schwebt Elfen gleich die lange Treppe vom VIP Zelt herunter, sprintet in den Fotograben und steht dort an der Seite der Bühne, übergangslos in headbangende Wildheit verfallend,
die Arme gegen Himmel und Jon streckend - ganz allein.
Aber über 6000 Seelen sind mit IHM - wir erheben unsere Herzen dem Rock Olymp entgegen, lassen uns einfangen - nur zu gerne - die SAVA-Party
beginnt.
Auch ich möchte Jon ( ... und damit dem Andenken von Chris ... ) nahe sein und sprinte zur Bühne, feiere alles und jeden, lasse mich gehen - gehe auf in der Musik.
"Tonight He Grins Again" und "Hounds" werden aus voller Seele mitgesungen, gegröhlt, geschrieen - egal, Emotionen müssen raus.
Gruß an Jürgen - nur wer dabei war, wird es verstehen !
Doch dann folgt "Believe"
- ich inzwischen wieder an meinem Platz,
finde mich neben weinenden Menschen wieder
- ergreifend schön ist es, auch wir wußten nicht mehr, ob wir weinen oder lachen sollten
- ein Monument besucht Gelsenkirchen.
Nur einer konnte uns jetzt noch retten
- und "Jesus Saves" wurde tatsächlich gespielt,
danach noch "Hall Of The Mountain King".
MOUNTAIN JON "FUCKIN' OLIVA"
hat uns emotional zerschmettert.
Nach dem Gig von Oliva - seht das seelige Lächeln !
Ich war zutiefst emotional erschöpft, und ging nach dem Gig, ziellos wandelnd durch die Ränge
und entdeckte noch andere, denen es wohl ähnlich ging - Mädels IHR wart Spitze.
Ich möchte nicht intolerant erscheinen - die Musikgeschmäcker sind ja Gott ( oder Jon )
sei Dank verschieden, aber was sollte jetzt bitte schön das Erlebte noch toppen ?
CHILDREN OF BODOM natürlich, IHR verweichlichten Memmen,
und ab geht die LUZI ... rattatatta - bäng, bäng ...
Children Of Bodom
taten Ihr Bestes - war doch Alexi mit einer gebrochenen Rippe angereist und hatte zudem noch eine Tage zuvor ausgekugelte Schulter zu verkraften. Die Art des Gitarre spielens im Zusammenspiel mit den
hintergründigen Keyboards waren dann auch wieder sehr reizvoll. Dazu kam unsere Wette, welche wir untereinander abgeschlossen hatten. Wie viele Fucks gibt es wohl während der Show.
30, 40, 50 - nun, wir wurden schon während des genialen Intros eines Besseren belehrt.
Fuck, the Fuck Fuck, fuckin' Fuck, Fuck - und so weiter - die Zahl wurde bereits da weit übertroffen. Alexi dann selbst auch in seiner unnachahmlichen Art und Weise erklärte uns
seinen Zustand.
"Oh, shit - Fuck, I broke my fuckin' rib, what a fuck ..." und so weiter.
Auch das war also auf seine Art - große Kunst. JEAH, BABY - in der Tat !
KLEINER EXKURS - Der versteckte Barde
Noch eine kleine Geschichte zum KARAOKE JAM im Biergarten.
Als wir dort vorbeischlenderten wurde gerade ein Typ anmoderiert der "Painkiller" singen sollte.
Ich, gerade beim lecker Döner Essen, fand, dass es doch recht gut klang, für einen Amateur.
Doch der Refrain sprang mich plötzlich an und klang geradezu göttlich. Kurz auf die Bühne geblickt und weitergegessen - irgendwie überhaupt nichts gepeilt. Die nächste Strophe, der nächste Refrain -
das gleiche Spiel. ICH DEPP HABE ES NICHT GERAFFT - ich gebe es zu - erst Hartmut erklärte mir später, dass THE TYRANT (Sänger
von Jag Panzer) beim Refrain mit "ausgeholfen" hatte. MENSCH - hätte ich es gewußt, hätte ich mich in den Staub geworfen, ich Unwürdiger. Oder ich wäre auf die Bühne gespurtet und hätte mich
IHM um den Hals geworfen - nun, ich DEPP war wohl selbst Schuld.
Der Weg durch die Nacht bringt heute Diskussionen über etwaige Bands für 2010
(King Diamond - Emperor - Dimmu Borgir / hatte Götz doch etwas mehr Black Metal angekündigt).
Hinter uns scheinen sich tiefe Schatten zu verdichten, wir wechseln das Thema - Trueness,
Bands die besprochen werden dürfen oder eben nicht (Stichwort GAZPACHO) usw. bestimmen den Weg durchs still daliegende Altenessen - die Kettensägen sind aus.
DARKEN HARTMUT
Prall gefüllt mit Musik und Emotionen begeben wir uns auf den Heimweg. Das war heute die Rundumbedienung. In der Pension wälze ich mich noch Stunden auf meinem Lager und kann erst gegen halb 3 wirklich einschlafen.
DARKEN DANIIIEE
"Fuck, the fuck up - you motherfucker. Fuckin' the fuck up."
Hey, versucht das mal auf die Melodie von 'nem Bohlen Lied - eh, immer das Gleiche.
Aber der Text - endlich mal was gehaltvolles ...
Sonntag, 31. Mai
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DARKEN HARTMUT
Seit 7 Uhr liege ich wach. Leise schleiche ich in das Nachbarzimmer. Die Jungs liegen wie von Thor erschlagen in ihren Betten. Ich lasse sie ruhen und zocke ein bißchen auf meiner PSP. Soll heute wirklich schon der letzte Tag sein? Ist es dann schon wieder vorbei? Ärgerlich schiebe ich die aufkommende Wehmut beiseite und lasse meinem virtuellen Helden auf der Spielkonsole freien Lauf.
Endlich Geräusche aus dem Nachbarzimmer. Beim Eintreten schallt mir ein „Fuck, the Fuck Motherfuck fucking” entgegen. Da haben Children of Bodom wohl ganze Arbeit geleistet. Wir stimmen „Angel Witch”
an und mit einem „Danke, wir haben keine Zeit!” ist der Morgen eigentlich schon gerettet.
Wir verabschieden uns bei der Herbergsmutter und wünschen Frau Möller noch einen schönen Feiertag, verbunden mit der Drohung nächstes Jahr wieder aufzuschlagen.
Heute geht es mit den Autos zum Festival. Feiertag bedeutet im Ruhrpott keine Brötchen.
Das ist doch mal geradlinig ! Nicht wie der ewig brot- und brötchenbackende Schwabe.
Das Frühstück bei McDonald ist annehmbar, nur das Popgedöns aus dem Fernseher nervt. Einen Vorteil hat der Weg mit dem Auto, wir umfahren die Kettensägen, welche verdächtig oft bei unserem „Weg ins
Glück” angeworfen wurden.
Die Sonne ist auch wieder mit uns, nur vom Bier werden wir heute die Finger lassen. Aber nicht der Alkohol sondern die Musik ist unsere Droge.
DARKEN TOM
Der gute TomTom Jogger kommt nicht aus dem Bett
( ... gleich gibt's einen, aber so was von mitten auf die 12, Alter ... ), der Motor stottert etwas. Brötchen gibt es auch keine - Pfingsten
sorgt für geänderte Öffnungszeiten - SHIT.
Da wir heute sowieso nicht mehr übernachten, sondern nach Saxon den Heimweg antreten wollen, gönnen wir uns ein gepflegtes Frühstück außer Haus.
Das Haus mit dem gelben M ist schnell gefunden - es geht halt nichts über das gute Rühr-Ei aus dem 10 Liter-Kanister - aber der Kaffee schmeckt,
sofern man ihn schnell trinkt, bevor er den charakteristische Papp-Geschmack annimmt - LECKER, LECKER.
Selbst für unser Seelenheil tuen wir etwas, obwohl gar keine Black Metal Band auf dem Programm steht, aber man weiß ja nie - also noch schnell an der prächtig, in den wieder einmal fast wolkenlosen,
strahlend blauen Himmel, aufragenden Kirche vorbeigeschlendert
- nun, wir liefen zwar schnell, ABER - immerhin.
Schnelle navigierte Weiterfahrt, Parkplatz ist sofort gefunden und quer über den NordSternPark geht es wieder pünktlich zum Theater im Theater.
Tracedawn
machten den Anfang, junge Finnen, die sich dem melodischen Death verpflichtet sahen.
GUT haben sie es gemacht - wir waren sofort auf Betriebstemperatur.
Irgendwie erinnerte mich die Musik an eine einfachere Art von SCAR SYMMETRY - muss man im Auge behalten - die sehr sympatischen Jungs.
Firewind
waren dann danach an der Reihe - Melodic Metal mit kraftvollem Sänger.
Immer etwas nahe am Metal Kitsch angesiedelt ("Maniac" Cover vom Flashdance Film) brachten sie aber doch eine gute Show auf die Bühne.
Nicht zuletzt ihres sehr guten Gitarristen Gus G wegen, der oft die Blicke auf sich zog. Das Wetter spielte analog ihrer Heimat Griechenland voll mit, es war noch wärmer als an den Vortagen und so
konnte die Party beginnen, denn
Bullet
kamen, spielten ihren an ACCEPT und AC/DC angelehnten Sound, und die Meute ging steil.
Coole Truppe, die erst Live so richtig wirkt, die "Bite The Bullet" Schriftzüge auf den Gitarren waren Programm, es sorgte für einen gut gefüllten Innenraum, die Getränke flossen und die Sonne muss
es doch dann auch gewesen sein, die dafür sorgte, das mir Abends, nach Sacred Reich, ein doch irgendwie ziemlich "verstrahlter" Sänger begegnete,
schön das die Jungs Spass hatten - wir hatten den nämlich auch.
DARKEN HARTMUT
Tracedawn
Mit Finnen ging der gestrige Tag zu Ende und mit einer finnischen Nachwuchsband beginnt der Heutige. Die Jungs spielen einen qualitativ hochwertigen Mix aus Melodic- und Deathmetal. Schnell füllt
sich das Oval vor der Bühne. Das ist der perfekte Muntermacher und die Band wird entsprechend gefeiert. Das Sextett steht für mich auf der Beobachtungsliste, da könnte „Größeres” wachsen.
Firewind
Was für einen Gitarrengott hat uns Zeus da aus Griechenland geschickt? Schöner melodischer Powermetal einer motivierten Kapelle fliegt uns da um die Ohren.
Fazit : Blöder Bandname - ordentliche Show. Hat Spaß gemacht.
Bullet
Bullet - Bullet - Bullet !!! Sie kamen, sie rockten und ich war bin und werde immer Bullet sein. Das erinnert doch an die Zeit als es in der Schuldisco die AC/DC-Runde gab und immer die
Gleichen kopfschüttelnd und körperzuckend sich vorn einen abzappelten.
Jetzt bin ich hellwach ! Nur Dani fängt irgendwie an zu schmollen. Tom meint dann richtigerweise: „Der Dani verleugnet seine Wurzeln!” Wir necken uns halt alle gern.
Und es wurde heiß ...
DARKEN TOM
D-A-D
drehten auch sogleich weiter an der Schraube. Meine Herren - die waren geil, oder ?
Wieder einmal bestgekleidetste und gleichzeitig schlechtgekleidetste Band - Sänger mit weißem Jackett, Schlagzeuger in Blau mit Krawatte, Gitarrist in rot mit Zylinder und klasse Sonnenbrille - und,
ja was den Basser bewegt - wir wissen es nicht - extravagantes 70er/80er Jahre Leder-Fransen-Outfit in schwarz, und erst seine Bass Kollektion, 5 Stück kamen zum Einsatz (einer schöner als der andere
- incl. Raketen-Bass) , alle meines Wissens nur mit zwei Saiten bespannt.
DAS war richtig große Rock'n'Roll Show.
... manche merkten es scheinbar nicht einmal .
Der Schlagzeuger spielt in einer Classic Technik, wo der eine Stick nur zwischen Daumen und Zeigefinger aufgelegt wird, so hat man bequem Platz noch die Bierflasche zu halten - was haben wir gelacht.
Dazu Pyros, wo man immer um den Bassisten Angst haben musste, der immer wieder dazwischen tänzelte - aber ich glaube, der hätte an diesem Tag selbst leichte Verbrennungen nicht bemerkt.
DANKE für diesen exklusiven Farbtupfer - das war eine einzigartige, grandiose Show.
PARTY ON Dänemark.
Heathen
danach, zeigten uns den Riff-Finger. Das ging beim ersten Song los und zog sich über den kompletten Set. Technisch einwandfrei runtergezockter Power Thrash der Bay Area Schule - mit Lee Altus an der
Front. Gnadenlos präzises Riffing prasselte im Gewehrfeuer-Takt auf uns nieder, bevor mit
UFO
leider einer der (sehr wenigen) schwächeren Momente des Festivals folgen sollte.
Ich hatte mich irgendwie auf die gefreut - alte Hard Rock Schule mit sehr gutem Gitarristen.
Doch das dieser das Solieren übertrieb (bei "Rock Bottom" waren es gefühlte 37 min) und der Sänger irgendwie neben sich zu stehen schien (immer leicht vorgebeugt,
sich nie so richtig zu bewegen wusste) war dann doch leider der Stimmung abträglich - OBWOHL es gute ziemlich zeitlose Hard Rock Songs zu hören
gab und so manchen Jung Fan mit Alt-Fans vereinte, auch wurden immer wieder anfeuernde UFO, UFO - Sprechchöre laut.
Aber die Performance war etwas sehr hüftsteif und natürlich waren sie zwischen Bands wie Heathen und Sacred Reich auch deplatziert. Zwiespältig und allenfalls Durchschnitt, was man von der folgenden
Killershow von
Sacred Reich
nicht sagen konnte. Eine der, wenn nicht sogar die sympathischste Band des Festvals folgte.
Wer kann dem dauergrinsenden Sänger John Rind schon wiederstehen, wie er mit dem Publikum zusammen, sich immer weiter in Freude pur und Zufriedenheit spielte war einfach göttlich anzuschauen. Die
Band packte ihren arschgeilen Mörder-Groove aus, die Meute ging sofort steil, Crowdsurfers in hoher Zahl (die meisten des Festivals) und Circle Pits bei fast jedem Song.
Der Schlagzeuger barfuss spielend - so natürlich kann eine "harte" Band auch sein - gang, gaaanz, GROSSES Dankeschön an die Jungs für einen
Mördergig. SUPERGEILE ABRISS-SHOW !
Ob "The American Way", "Ignorance", das Black Sabbath Cover "War Pigs" (mächtig,
mächtig) oder dann als Zugabe "Surf Nicaragua" - es war eigentlich egal welche Songs gespielt wurden - DIE
Feier war nicht mehr zu stoppen, und so feierte die Band das Publikum, das Publikum feierte die Band und alle zusammen feierten das Festival - WELTSPITZE.
DARKEN HARTMUT
D-A-D
Disneyland After Dark kannte ich nur vom hören-sagen. Jaja, Dänemark und dort Superstar. Das ist doch das Land welches durch Zufall mal Europameister (verdient) geworden ist. Ich weiß nicht wann ich
das letzte Mal eine so schräge Band erlebt habe. Der Punk in mir feiert heute noch. Das ist SHOW ! Das ist großes Kino !
Haben Bullet mich in den Himmel gehoben, so schießen mich D-A-D lässig in das Weltall, um mir dort einen Arschtritt zu verpassen. Den Leuten um mich herum scheint es ähnlich zu gehen und ich verwerfe
den Gedanken mich in der Klapsmühle landen zu sehen. Danke für einen großartigen coolen Gig. Ich bin jetzt Micky Maus und beantrage in Dänemark Asyl.
Heathen
Jetzt kam endlich etwas für unseren Murrer. Trash, Trash, Trash und unser Dani schaut wieder freundlicher in die Welt. Ich kann keine faire Bewertung abgeben, ich war noch im Disneyland und ausserdem
nicht der große Trash- und Deathmetalfan. Zu diesem Zeitpunkt wußte ich nicht, daß ich noch an diesem Tag konvertieren würde.
UFO
Mit UFO habe ich das selbe Problem wie mit Jethro Tull. Ich bin einfach zu spät geboren. Ich habe sehr große Achtung vor diesen Herren aber die Mucke zündet irgendwie nicht bei mir. Allerdings fand
ich die langen Stücke ziemlich genial und mein Progherz meldete sich mit starkem Klopfen in der Brust. Schön, daß ich die Herren einmal live sehen durfte.
Sacred Reich
Auf Sacred Reich war ich nicht vorbereitet. Ich stand im Feuersturm und ich wankte nicht, Lavaglut übergoß mich, doch ich schmolz nicht. Das was vorher Eisen war wurde zu Stahl gehärtet. In 75
Minuten wurde ich komplett umgeschmiedet. Meine Boxen zu Hause klingen seitdem irgendwie krank und mein Auto hat dauerröcheln.
Sacred Reich haben das Rund ganz schnell im Griff. Zwischen Band und Publikum entsteht ein intensives Band und man treibt sich gegenseitig an. Die Security kommt gar nicht nach die Crowdsurfer
aufzufangen, der Cirkelpitt kreist und kreist und ich glaube die Erdumdrehung wurde an diesem Tag beschleunigt. Ich bin in mir angekommen !
KLEINER EXKURS - Der Vorhof zur Hölle oder Currywurst mal anders
Wir hatten noch den kleinen Hunger zwischendurch - also noch einmal schnell rausgehuscht und lecker gegessen. Hartmut hatte Hunger auf ne scharfe Curry-Wurst, aber nur die Amateur-Variante.
( ... schließt das Eine nicht eigentlich das Andere aus ? ) Ihr habt den Stand draußen gesehen ?
Dramen spielten sich dort ab, heroisch oft und doch gnadenlos.
Während wir am Stand aßen kamen 4 junge, offensichtlich hungrige Streiter des Weges.
Eine Currywurst - die schärfste war die Ansage !
Alles um uns herum scharte sich nun natürlich um den Stand.
Schärfe wird in Scoville gemessen - Tabasco hat so um die 2500-5000 Scoville.
Hier wurde das (falls man das glauben kann) millionenfache davon angeboten - egal, es war wohl höllisch, und lag meines Wissens über dem von der Polizei verwendeten Pfefferspray.
Aber lassen wir doch den Beteiligten selbst zu Worte kommen:
DARKEN HARTMUT
Die Currywurst
Drei verstrahlte Jungs haben nach diesem intensiv, emotionalen Auftritt Hunger. Meine zwei DönerDarken gönnen sich selbigen. Ich erinnere mich an die leckere Curry vom ersten Tag und steuere
zielstrebig die Bude an. Heute entdecke ich erst das Schild mit der schärfsten Currywurst in NRW. Interessant. Vernünftigerweise entscheide ich mich für Anfänger „scharf” - liege damit im guten Mittelfeld und lasse mir das Würstchen munden.
Es treten 2 Jung´s und ein Mädel hinzu und nach kurzer Plauderei wollen sie es wirklich !
wissen. Es gibt 3 Bedingungen für den Genuss der Speise.
1. es wird am Stand gegessen
2. es wird ganz langsam gekaut
3. und 12 Stunden keinen Alkohol
Dann legen die drei los. Der Auflauf um die Bude wird größer. Erst einmal passiert gar nichts. Sprüche werden um sich geworfen und man läd uns ein mit zu speisen.
Sind wir jetzt DARKEN oder nicht sage ich mir und nehme die Einladung an. Zu spät sehe ich die Schweißperlen auf der Stirn meines gegenüber. Das Stück ist im Mund (und es ist nicht klein!) und ganz langsam kaue ich und kaue und kaue. Ich spüre noch gar nichts.
Das Mädel meint plötzlich sie hätte keine Zahnschmerzen mehr, die 2 Jung´s setzen ihre Sonnenbrillen ab und irgendwie scheint ihnen sehr warm zu sein. Ein Zuschauer ruft: „Irgendwann muss die Wurst wieder raus!” und jetzt haben vier Esser Panik im Gesicht. Wie soll ich es beschreiben? Die Welt verschwimmt vor meinen Augen. Es scheint zu regnen, denn meine Stirn ist feucht. Ich fühle mich wie ein Zombie dem Teile des Gesichts in Fetzen runterhängen. Irgendwie fehlen mir gefühlstechnisch Zunge und Unterkiefer. Auch entwickele ich eine starke Affinität zu Toastbrot. Ich liebe Toastbrot, und möchte es am liebsten auflecken.
Dann kommt der Dialog der das Ganze fast wert war.
Er zu Ihr : „Ich möchte Dich lecken!” Sie stutzt. Dann Sie zu Ihm: „Okay, aber ich blas Dir dann einen.” Der Gesichtsausdruck von ihm unbezahlbar.
Nach "einem" kleinen Stückchen der Currywurst ...
Für diese unglaublich gehaltvollen Minuten - UNSEREN VOLLEN RESPEKT
Seht den Ausdruck und das tränende Auge nach einem kleinen Versucherchen von Hartmut.
Sein Spruch 10 Minuten später - "Oh, ich glaub die Taubheit an der Lippe lässt wieder etwas nach"
DAS WAR GROSSES KINO - DANKE
DARKEN TOM
Karaoke Jam
3 Sieger des wieder stattfindenden Wettbewerbs durften auf der Hauptbühne performen.
Einmal "Back In Black" mit männlichen Vocals, einmal "Painkiller" von einer Frau ! - und einmal "Fear Of The Dark" von einem Typen (sehr gut !) wurden zum Besten gegeben.
Danach durfte die Backing Band ROCKEN mit ihrer etatmäßigen (klasse Röhre) noch einen Song von Airbourne performen, bevor es schon wieder Zeit
wurde allmählich der leisen Melancholie Einzug zu gewähren.
Der Headliner
Saxon
wurde vorbereitet. Doch eigentlich war das schon fast wieder zur Randerscheinug geworden. Doch zuerst die Band: Guter Sound - Gute Band - Fast nur bekannte Songs, es konnte nichts mehr schief gehen.
Souverän waren sie, der Bühnenaufbau eines Headliners würdig - und ja, der Adler war auch dabei. So war noch einmal Zeit Klassiker über Klassiker mitzusingen, "Princess
Of The Night" mein persönliches Highlight dieses Auftritts. Meines war der Adler.
Biff hatte keine Probleme die Schar der Musikbegeisterten mitzuziehen - auf die Reise irgendwo ins Gestern, in den Background unserer Musikrichtung, in Erinnerungen an alte Tage, glorreich - voller
Stolz, und Wehmut, ja Wehmut war auch dabei.
DARKEN HARTMUT
Saxon
Jetzt kommt etwas wie Abschiedsstimmung auf. Die letzte Band und dann geht es schon nach Hause. Wir schütteln das Gefühl ab und versprechen uns noch einmal richtig mitzufeiern.
Und es wird eine grandiose Abschlussfeier. Saxon haben das Publikum gewohnt und souverän im Griff. Das Amphitheater erbebt ein letztes Mal für dieses Jahr in seinen Grundfesten. Textsicher, Lied für
Lied, Strophe für Strophe singt der begeisterte Mob mit und wir sind noch einmal mittendrin. Der Adler strahlt und steigt und steigt. Mit Sehnsucht sehe ich ihn fliegen und weiß das ich ihm nicht
folgen kann. Das Echo der Rufe Saxon, Saxon, Saxon .... hallt noch lange in mir nach.
Ich schaue auf meine Freunde und tief in mir ist ein Gefühl von tiefer Zuneigung und Dankbarkeit.
DARKEN TOM
Dem Ende ins Gesicht gespuckt ...
Und so ging dieser Auftritt dann auch viel zu schnell vorbei - wie das gesamte Festival. Aus und Vorbei - der graue, gnadenlose Alltag wartet wieder auf mich. Die kleine Flucht aus diesem schon zu Ende. Doch etwas bleibt - Erinnerungen und Geschichten.
Ja, diese einmaligen Geschichten sind es, die mich dann immer wieder aufrichten, die mir in so mancher Situation in Erinnerung zurückgerufen werden:
So manche Wette bringt einen dem anderen Geschlecht näher, als man(n) glaubt ...
*Hier der Ü50er, der sich auf Grund einer verlorenen Wette nicht zu schade war, zwei Tage lang im Designer Kleidchen übers Parkett des Runds zu schweben
- War schön sich mit Dir zu unterhalten - Danke.
*Da war der Lehrer, Ende 40, mit Destruction Patch Jeans Jacke, inkl. Nieten auf den Schulterbereichen. Der Schriftzug "True Metal Is The Law" war handschriftlich ergänzt.
*Dort das ca. 65-jährige Pärchen, welches immer noch Händchen haltend über die Ränge schlenderte, den Blick noch voller Freude gen Bühne gerichtet.
*Zwei Meter weiter sitzt der 8-jährige Sohn aufgeregt neben seinen selbst ergriffenen Eltern, während des Jon Oliva Gigs.
Und doch allesamt nur ein kleiner Auszug der Geschichten, die dieses Festival schreibt.
Inzwischen längst Generationsübergreifend ist es geworden - die Mischung zwischen Jung und - nun, etwas älter halt, stimmt. Wo werden eigentlich wir eingruppiert, sach mal.
Die Haare mögen zwar mit den Jahren dünner und kürzer geworden sein, aber die uns eigene Gesinnung ist immer noch vorhanden, bricht in diesen Tagen offensichtlich immer wieder stark hervor.
Und so vereinte das Festival dann auch meine selbst durchlebten Zeiten.
Der wilde Teil meines Herzens weiß um das Erkennen und Aufsaugen - die Gier nach Musik,
während der ruhigere Teil, um das Wissen und Begreifen der Musik weiß, er erkennt die Botschaft ganz genau.
DER HEILIGE SCHWUR
*Und beim ergriffenen Auslaufen aus dem Gelände, fällt mir dann doch noch ein kleine Geschichte ein, die meine Gefühle auf den Punkt zu bringen vermag.
Da standen im Biergarten drei Leute im Kreis zusammen und hielten sich eng umschlungen, die Köpfe zusammengestreckt.
Den Blick hatten sie zu Boden gerichtet, denn da brannten zwischen Ihnen drei kleine Flammen - fest hielten sie sich, feierlich inmitten der großen Menge die um sie herumfloss, keiner störte sie, es
war auf eigentümliche Art und Weise ein ganz kleiner magischer Moment.
Da wurde der HEILIGE SCHWUR geschworen - im nächsten Jahr wieder hier zu sein - zumindest habe ich mir das so eingebildet, als ich die Drei dort
stehen sah - ich glaube - so weit weg von der Wahrheit war ich nicht.
Das Herz unserer Musik schlägt im Amphitheater, zumindest jedes Jahr aufs Neue.
Für ein paar Tage, ein paar Takte schneller und lauter wird es dann
... Habt Dank dafür
... IHR ROCK HARD VERRÜCKTEN
... DANKE, DANKE, DANKE
Mühen - Planung - Durchhaltevermögen - Einstellung und Glaube,
dies brauchte es wohl, immer wieder aufs Neue, unseren tiefsten Respekt dafür.
ALSO BIS DIE TAGE ... DER NEUE COUNTDOWN LÄUFT !
(Geht der Scheiss schon wieder los !)
SENTIMENTALES SCHLUSS-GEDÖHNS:
DARKEN HARTMUT
Ich weiß nicht, was die Zukunft bringen wird und wohin sie uns treibt. Ich weiß, ich habe drei Tage intensiv gelebt, Zeit und Emotionen die mir niemand mehr nehmen kann.
Es ist Zeit nach Hause zu fahren. Ich freue mich auf meine Familie, doch in einer Ecke ist schon die kleine Sehnsucht auf 2010.
Danke RockHard für ein grandioses Fest, danke an alle Besucher für die tolle Zeit mit Euch.
DARKEN Hartmut
DARKEN TOM
Dann hoffe ich Euch wieder zu sehen, gemeinsam ein paar Stunden sich ausklinken aus der banalen Realität und in UNSERE Wirklichkeit einzutauchen.
Sich auszutauschen - ein paar (oder auch ein paar mehr) Bierchen zu verhaften
- zu diskutieren - einfach nur wieder ein paar Tage unsere Einstellung feiern.
Absolut Frei - Absolut Friedlich - Absolut WIR.
THE DARKEN BROTHERHOOD
Für Euch (und auch für Uns dabeigewesen ...)
DARKEN HARTMUT - DARKEN DANIIIEE - DARKEN TOM